bunq: Meine persönlichen Erfahrungen mit der Smartphone-Bank

Die Digitalisierung findet bereits seit Jahren im Finanzsektor Einzug. Neben bekannten Größen wie N26 oder Revolut gibt es dabei immer mehr Fintechs, die sich an der Disruption der Privatbankenszene versuchen. Eines dieser Fintechs ist die niederländische Smartphone-Bank bunq*. Gegründet vom niederländischen Milliardär Ali Niknam setzt bunq auf Nachhaltigkeit und bezeichnet sich selbst als „ bank of The Free“. Aus dem Wunsch heraus, mein Geld modern verwalten zu können, bin ich mittlerweile seit etwa drei Monaten selbst bei bunq und möchte in diesem Artikel über meine bisherigen Erfahrungen berichten.


Anmeldung bei bunq

Angeblich fünf Minuten soll die Anmeldung bei bunq* in Anspruch nehmen. Tatsächlich hat es bei mir auch nicht länger gedauert, etwas schneller würde ich das Verfahren sogar einschätzen. Hierzu brauchte es nicht viel. Mein Name und meine Adresse, meinen abfotografierten Personalausweis und eine kurze Identifizierung. Diese wurde durch ein etwa drei sekündiges Video gewährleistet. Hierzu musste ich eine vorgegebene Zahl vorlesen und ein mal den Kopf zur Seite drehen. Und tatsächlich, das war‘s. Mein neues Bankkonto war eingerichtet, die Karte zu mir unterwegs. Eine zweite Mastercard kann mit nur einem Knopfdruck hinzu bestellt werden. Die Lieferung erfolgte insgesamt schnell.

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„bank of The Free“ – Auch frei von Gebühren?

bunq bietet sein Bankkonto in drei verschiedenen Varianten an. Eine davon ist kostenlos, beinhaltet allerdings leider kaum Funktionen, so dass eine sinnvolle Nutzung erst durch den Premium Account gewährleistet wird. Der derzeitige, monatliche Preis liegt hierfür bei 7,99€. Ein fairer Wert, vergleicht man andere Smartphone-Bank Anbieter hiergegen. Hinzu bietet bunq eine Verzinsung auf die Gesamtsumme des gehaltenen Vermögens über alle Unterkonten hinweg von derzeit 0,27% p.a.
Zwar ist die Verzinsung auf ein Vermögen von 10.000€ gedeckelt, dennoch könnten so bei einem durchschnittlich gehaltenen Bankvermögen von 5.000€ Zinszahlungen von jährlich 13,50€ eingenommen werden. Verrechnet man diese mit den zu zahlenden Gebühren, würde sich bereits nur noch eine monatliche Kontoführungsgebühr von unter 7€ ergeben. Die dritte Variante, der Premium SuperGreen Account, kostet stattdessen 16,99€ pro Monat und beherbergt dahingegen kaum weitere Features, ist jedoch vollends auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.

Hier erhält man statt der üblichen Karte aus Plastik eine metallene Mastercard. Gleichzeitig werden für jede umgesetzten 100€ ein Baum gepflanzt. Die Idee dahinter ist, innerhalb von unter zwei Jahren eine klimaneutrale Bilanz aufzubauen. Mir gefällt die Idee, ich finde den Preis allerdings noch zu hoch, weshalb ich mich für die mittlere Variante entschieden habe. Diese kann bei Anmeldung zu bunq* auch kostenlos für einen Monat getestet werden. Ich bin mit dieser Variante bis jetzt sehr zufrieden und zahle die 8€ gerne hierfür.


Die bunq App

Besonders gut gefällt mir an bunq die Aufteilung innerhalb der App. Diese ist klar strukturiert und die Aufteilung in lediglich vier verschiedene Tabs einfach gehalten bzw. sehr übersichtlich. Die vier verschiedenen Kategorien nennen sich „Für mich“, „Gemeinsam“, „Profil“ und „Scannen“. Der Bereich „Für mich“ ist der Startbildschirm beim Laden der App und bietet einen klaren Überblick über alle bei bunq* verwalteten Konten und Unterkonten, bei mir sind das mittlerweile vier Unterkonten und drei Sparkonten. Auf Wunsch kann hier auch individuell mit Farben gearbeitet werden.

bunq App laden*

Unter dem Tab „Gemeinsam“ erhält man Zugang zur bunq Community und allen Themen die diese bewegen. bunq setzt stark auf seine Community, baut die Smartphone-Bank doch auf dem entsprechenden User-Feedback auf. Gleichzeitig bietet die Community ein Netzwerk. Im Tab „Profil“ findet sich eine gut aufbereite Übersicht der Gesamtausgaben des jeweiligen Monats, diese können in bis zu fünfzehn Kategorien verteilt werden und helfen dabei die monatlichen Ausgaben zu kontrollieren.

Der letzte Tab „Scannen“ spricht für sich. Hier können beispielsweise Rechnungen gescannt werden, die dann automatisch eingelesen und überwiesen werden können. Erweitert werden kann die App der Smartphone-Bank durch zusätzliche Schnittstellen, die insbesondere für mittelständige oder kleine Unternehmen interessant sind und alle gescannten Rechnungen direkt für die Buchhaltung zusammenfassen und aufbereiten.


Unterkonten und Sparkonten

Während sogenannte Spaces oder Pockets vermutlich in unterschiedlicher Anzahl von nahezu jeder Smartphone-Bank angeboten werden, bietet bunq* doch meiner Meinung nach einen interessanten Vorteil. Tatsächlich lassen sich bei bunq per Knopfdruck echte Unterkonten mit eigener IBAN erstellen. D.h. es können sowohl ganz regulär Überweisungen von Unterkonten getätigt als auch empfangen werden. Gleichzeitig kann jedes Unterkonto mit wenigen Klicks mit einer Karte verbunden werden – eine meiner neuen Lieblingsfunktionen und schon mehr als einmal genutzt.

Nicht nur können Karten beliebig Unterkonten spontan zugewiesen werden, so kann eine Karte auch direkt für zwei Unterkonten benutzt werden. Diese werden dann jeweils mit einer separaten selbst festzulegenden PIN angesprochen. Generell ist die Wahl einer PIN bei bunq komplett frei. Das heißt sobald die Karte daheim eintrifft, kann sie auch benutzt werden.

Unterkonten können dabei zwei verschiedene Typen annehmen. Einerseits als Unterkonto, andererseits als Sparkonto bzw. sogenanntes Sparziel. Sparziele können nicht mit einer Karte verknüpft werden, haben aber ebenfalls eine eigene IBAN und darüber hinaus eine Anzeige, zur aktuell angesparten Summe. Weiter bietet bunq die Möglichkeit des automatisierten Sparens durch Aufrunden abzubuchender Beträge. Aufrunden lässt sich dabei sowohl auf 1 als auch auf 2 oder 5 Euro.


Debit Mastercard

Beantragt man bei bunq* ein Konto so erhält man standardmäßig eine Maestro Karte zugewiesen. Zusätzlich kann eine Debit Mastercard beantragt werden. Der Name verrät es bereits: bunq bietet keine klassische Kreditkarte an. Für mich ist das absolut ausreichend und sogar gewünscht. Der Vorteil an einer Debitkarte ist, dass gebuchte Beträge direkt verrechnet werden. Bei bunq passiert das tatsächlich oft instantan. Sobald ich mit meiner Karte bezahle oder Geld abhebe bekomme ich die entsprechende Benachrichtigung in der App. Für mich ein sehr wichtiger Aspekt meine Finanzen im Blick zu behalten und meine Ausgaben besser zu überblicken. Ich bin begeistert.

Zahlungen aufteilen

Ein letztes Feature, auf dass ich hier eingehen möchte, ist die Möglichkeit Zahlungen beliebig über bunq* aufzuteilen. Während ähnliche Funktionen von Zahlungsdienstleistern wie beispielsweise PayPal oder paydirekt bekannt sind, ist dieses Feature eines der Markenzeichen von bunq. Sobald eine zu leistende Zahlung eintrifft besteht per Knopfdruck die Möglichkeit, diese auf beliebige Unterkonten oder auf Freunde aufzuteilen. In welchem Verhältnis die Zahlung aufgeteilt werden soll wird dabei kurz manuell bestimmt, danach besteht die Möglichkeit per Mobilnummer diese an Freunde zu verteilen.

Diese bekommen bei einer Anfrage eine SMS und können dann zwischen verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten wählen. Eine praktische Funktion wenn man zusammen unterwegs ist, oder gemeinsam das nächste Geburtstagsgeschenk für den besten Freund plant. Nicht nur an Freunde lassen sich Zahlungen aufteilen, sondern auch auf die einzelnen verwalteten Unterkonten. Auch das kann sich anbieten, wenn man Unterkonten für verschiedene Zwecke pflegt, wie ich es tue.

Analog zum Aufteilen von Zahlungen bietet bunq* genauso auch die Möglichkeit Zahlungen weiterzuleiten. Erreicht eines der Unterkonten also einen Zahlungszufluss kann dieser manuell oder sogar nach vorgegebenen Kriterien automatisiert an ein anderes Konto weitergeleitet werden. So können beispielsweise Zahlungen die von einem zuvor festgelegten Konto kommen automatisch bei Eintreffen auf ein weiteres Konto geleitet werden.

Geht da noch mehr?

Da geht noch mehr! Tatsächlich bietet bunq*zusätzlich zu allen bisher genannten Features auch noch die Möglichkeit einer so genannten virtuellen Kreditkarte. Diese kann zusätzlich genutzt werden, um damit im Internet zu bezahlen oder um sie mit Apple, Google oder FitBit Pay zu verbinden. Für Zahlungen im Ausland bietet bunq FX Wechselkurse ohne zusätzlichen Aufschlag an. Und wie auch in Deutschland gilt: Die Einlagen bei bunq sind bei einer Insolvenz der Bank bis zu 100.000€ durch das Niederländische Einlagensicherungssystem geschützt.


Fazit

bunq* ist eine niederländische Smartphone-Bank. Und als solche, meines Erachtens nach, eine der besten auf dem Markt. Die Bank mit all ihren Funktionen ist leicht einzurichten, leicht zu bedienen, sehr übersichtlich, einfach praktisch und modern. Besonders gut gefallen mir die Möglichkeit der Echtzeitzahlung, die Benutzung verschiedener Unterkonten und die Möglichkeit diesen meine Karten nach Belieben zuteilen zu können. Ich bin bis heute absolut begeistert und nutze die Bank sehr gerne.

Zwei kleine Nachteile bestehen dennoch, die ich nicht vorenthalten möchte. Einerseits bietet bunq keine Girokarte an, da es sich hierbei um ein deutsches Zahlungssystem handelt. Andererseits besitzen alle bunq* Konten eine niederländische IBAN. Das hat zwei Konsequenzen. Teilweise werden in Deutschland bei der Zahlung mit Karte nur Girokarten akzeptiert. Glücklicherweise ist das nur sehr selten der Fall und generell erhält man mit der bereitgestellten Mastercard an sich die größtmögliche Akzeptanz. Andererseits kann es passieren, dass man bei Bezahlungen per Lastschrift aufgefordert wird eine deutsche IBAN zu hinterlegen.

Für mich stellen diese vermeintlichen Nachteile kein Problem dar. So besitze ich ein deutsches Bankkonto, das ich als Gehaltskonto nutze und von dem alle regelmäßigen, fixen Kosten automatisiert abgebucht werden. Für alle weiteren Kosten und den täglichen Gebrauch nutze ich mein bunq* Konto, und bin damit mehr als zufrieden. Durch die Möglichkeit der kostenlosen Bargeldabhebung habe ich zudem meistens Bargeld in Reserve, sollte mal nur eine Zahlung per Girokarte möglich sein.

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