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Die 6 häufigsten Fehler bei der Diversifikation der Geldanlage

Eine gute Diversifikation ist eine der Grundlagen für ein dauerhaft renditeträchtiges Portfolio. Doch es ist nicht immer einfach, für eine ausreichende Mischung sorgen. Hier sind 6 Fehler, welche Anleger beim Diversifizieren ihres Portfolios besser vermeiden sollten.


1. Zu geringe Diversifikation

Der offensichtlichste Fehler ist natürlich ein Mangel an Diversifikation an sich. Eine möglichst breite Streuung soll bezwecken, das negative Entwicklungen bei einigen wenigen oder gar einer einzelnen Position nicht zu unverhältnismäßig hohen Verlusten im eignen Portfolio führen. Dies erreicht man am besten durch eine Investition in unterschiedliche Unternehmen, Branchen und Regionen.

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Viele Anleger sind der Meinung, es würde ausreichen in eine größere Zahl an Aktien zu investieren. Um sich wirklich breit aufzustellen, muss man jedoch auch darauf achten, in welchen Branchen und Ländern die einzelnen Unternehmen aktiv sind. Auch die Wahl verschiedener Anlageklassen kann Vorteile mit sich bringen. Eine der Stärken von ETFs ist ihre hohe Streuung. Doch auch wer nur auf Indexfonds setzt, muss aufpassen, nicht einer Reihe anderer Fehler zum Opfer zu fallen.

2. Scheindiversifikation

Dieser Fehler kann vor allem Anlegern unterlaufen, welche vermehrt auf Fonds in ihrem Portfolio setzen. Scheindiversifikation tritt immer dann auf, wenn Anleger zum Zweck der Streuung in verschiedene Fonds anlegen, dabei jedoch ohne es zu merken, ihr Geld immer wieder in die gleichen Unternehmensaktien stecken.

Ein Beispiel hierfür wäre eine Kombination aus ETFs, welche den Dow Jones, S&P 500 sowie den Nasdaq 100 abbilden. Wer von dem Potenzial der US-Wirtschaft überzeugt ist und sich ETFs auf diese drei großen Indizes ins Portfolio holt, um sich möglichst breit auf dem US-Markt aufzustellen, legt sein Geld in Wirklichkeit vielfach in die gleichen Unternehmen an. Sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq 100 werden zu großen Teilen von den gleichen Unternehmen angeführt. Die amerikanischen Tech-Giganten nehmen aufgrund ihrer hohen Marktkapitalisierung ein führende Stellung ein. Apple und Mikrosoft belegen sogar in allen drei Indizes die beiden Top-Positionen.

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Wer verschiedene Indexfonds miteinander kombinieren möchte, sollte sich daher vorher genau anschauen, aus welchen Unternehmen sich der abgebildete Index jeweils zusammensetzt und welche Sektoren besonders stark vertreten sind. Ein ETF speziell auf amerikanische Value-Aktien ist z. B. meist sehr stark auf die Finanz- und Gesundheitsbranche fokussiert. Dies sollte bei der Auswahl weiterer Wertpapiere berücksichtigt werden, um nicht aus Versehen genau das Gegenteil von dem zu erreichen, was mit breit aufgestellten Indexfonds eigentlich beabsichtigt war.

3. Zusammenhänge übersehen

Auch wenn das eigene Portfolio eine große Zahl an Positionen enthält, welche nicht nur aus unterschiedlichen Branchen, sondern auch aus verschiedenen Regionen stammen, kann trotzdem die Gefahr bestehen, dass zwischen den einzelnen Wertpapieren eine Korrelation existiert. Die Korrelation drückt aus, inwiefern sich die Kursänderung eines Wertpapiers auf den Kurs eines anderen Wertpapiers auswirken kann.

Ein offensichtliches Beispiel zwischen einer solchen Korrelation stellt der Zusammenhang zwischen dem Ölpreis und den Aktien von Ölproduzenten dar. Sinkt der Ölpreis, sinken auch die Umsätze der Ölförderer, was wiederum zu sinkenden Kursen führt. Ein weiteres Beispiel sind Lithiumförderer, Batterieproduzenten und Autohersteller mit einem Fokus auf Elektroautos. Sollte die Nachfrage nach Elektroautos in Zukunft aus irgend einem Grund einbrechen, würde sich dies auch unmittelbar auf alle anderen Unternehmen in der genannten Lieferkette auswirken.

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Durch eine Reihe derartiger Korrelationen kann es leicht zu versteckten Klumpenrisiken im eigenen Portfolio kommen. Wer am liebsten auf handverlesene Aktien oder eine Reihe spezialisierter Fonds mit engem Fokus setzt, sollte daher immer prüfen, ob die einzelnen Unternehmen nicht in einem wirtschaftlichen Zusammenhang zueinander stehen.

4. Übergewichtung

Um das eigene Verlustrisiko ausreichend zu managen, genügt es nicht, allein auf eine breite Streuung im Portfolio zu achten. Wichtig ist auch, dass das eigene Kapital in ausreichendem Maße auf die verschiedenen Wertpapiere verteilt ist. Ist dies nicht der Fall, kann es zu einer ungleichmäßigen Diversifikation kommen, bei welcher bestimmte Branchen, Regionen oder Wertpapiere ein zu großes Gewicht innerhalb des Portfolios erlangen.

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Dieser Fehler weißt Ähnlichkeiten mit der Scheindiversifikation auf. Der Unterschied ist jedoch, dass eine solche Übergewichtung nicht durch die Überschneidung verschiedener ETFs, sondern durch eine bewusste Entscheidung seitens des Anlegers verursacht wird.

Erweisen sich bestimmte Wertpapiere als besonders renditeträchtig, kann die Versuchung manchmal groß sein, zusätzliches Kapital auf diese Anlagen zu konzentrieren. Beim Versuch, den Ertrag zu maximieren, verlieren Anleger jedoch unter Umständen das richtige Verhältnis zwischen Rendite und Risiko aus den Augen. Nimmt die Größe einiger weniger Positionen im Portfolio überhand, ist eine ausreichende Diversifikation nicht länger gegeben und das Verlustrisiko wächst signifikant an.

Dieses Problem kann zudem durchaus auch ohne Zutun des Anlegers erwachsen, falls ein regelmäßiges Rebalancing versäumt wird.

5. Nur in Bekanntes investieren

Eine der weit verbreiteten Anlageweisheiten besagt, man solle nur in Dinge investieren, welche man auch versteht. Obwohl dies durchaus ein vernünftiger Ratschlag ist, kann es gleichfalls einer guten Diversifikation im Weg stehen. Anstatt sich bei der eigenen Anlagetätigkeit ausschließlich auf Branchen und Regionen zu beschränken, die man bereits kennt, sollte man als Anleger bereit sein, den eigenen Horizont zu erweitern.

Dieses Problem ist bei deutschen Anlegern weit verbreitet. Hierzulande investiert man gerne im eigenen Land. Auf diese Weise entgehen vielen Anlegern jedoch spannende Anlagechancen in anderen Regionen der Welt wie z. B. in den Wachstumsmärkten der Schwellenländer. Zudem entstehen im Zuge der Digitalisierung neue und vielversprechende Unternehmenskonzepte wie Fintech- oder Biotech-Unternehmen, welche sich durchaus von den alten Finanzdienstleistern und Pharmakonzernen unterscheiden.

6. Ein Opfer des eigenen Bias werden

Dieser Fehler unterläuft vor allem Anlegern, welche sich bei der Auswahl der verschiedenen Wertpapiere in ihrem Portfolio auf ihr eigenes Gespür verlassen, anstatt z. B. nur auf ETFs zu setzen. Obwohl das tägliche Börsengeschehen zu einem großen Teil auf Zahlen und Fakten basiert, wird niemand leugnen, dass Kursentwicklungen durchaus auch von subjektiven, teils sogar irrationalen Faktoren bestimmt werden können. Nicht immer muss es sich dabei um blinde Panikreaktionen handeln. Auch Anleger, welche glauben, eigentlich rational zu handeln, können zum Teil hochgradig subjektive Entscheidungen treffen.

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Solche Fehler der Wahrnehmung und des Urteils werden meist unter dem Überbegriff der kognitiven Verzerrungen zusammengefasst. Für Anleger können hierbei besonders die verschiedenen Arten des sogenannten Bias gefährlich werden. Hierunter versteht man ein vorurteilsbehaftetes Denken, welches durch eine selektive Wahrnehmung und nur scheinbar schlüssige Argumente untermauert wird.

Konkret kann sich dies beispielsweise darin ausdrücken, dass Anleger, nur auf bestimmte Arten von Unternehmen und Wertpapiere setzten, weil sie von diesen besonders überzeugt sind. Werden sie anschließend mit Informationen über ihre Anlagen konfrontiert, interpretieren sie diese evtl. immer auch eine Weise, welche ihre eigenen Überzeugungen bestätigt. Informationen, welche die eigenen Ansichten und Anlageentscheidungen infrage stellen, werden hingegen ignoriert.

Werden nun auf Grundlage solcher vorgefertigter Ansichten Entscheidungen bezüglich der Streuung der eigenen Anlagen getätigt, besteht die Gefahr, dass hauptsächlich Wertpapiere im eigenen Portfolio landen, welche zu einer bestimmten, favorisierten Kategorie gehören. Wer beispielsweise von deutscher Wertarbeit überzeugt ist und allen IT-Aktien spätestens seit dem Platzen der Dotcom-Blase misstraut, hält unter Umständen an einem sehr einseitigen Portfolio fest.

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