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“Die Masse der Leute wird mit ETFs Geld verlieren” | Jens Rabe im Interview



Der Börsenexperte Jens Rabe hilft gemeinsam mit seinem Team Unternehmern, Selbstständigen und leitenden Angestellten zu einem regelmäßigen Einkommen an der Börse. Im Interview mit ETF Nachrichten spricht er unter anderem über die Auswirkungen der Coronakrise, das Problem von ETFs und gibt drei Tipps zum Börsenstart.


ETF Nachrichten: Die Coronakrise hat uns alle hart getroffen. In welcher Anlageform siehst du das größte Potential für die Zeit der Krise?

Jens Rabe: Die Coronakrise hat im Grunde genommen in den Anlagen überhaupt nix verändert. Weiterhin bleiben Sachwerte, egal, in welcher Art, die favorisierten Anlagen. Also sprich Aktien und Immobilien. Durch die jetzt neu hinzugekommenen Schulden, die die Staaten gemacht haben, wird natürlich auch Gold zunehmend interessanter. Auch für breite Anlageschichten, nicht nur für die Fans von Gold, sodass auch Gold mit dazu kommt. Und der ein oder andere wird sicher auch Krypto-Währungen mit reinnehmen. Aber letztendlich hat die Coronakrise nur eines bewirkt: Eine Festigung der Tatsache, dass wir weiterhin niedrige Zinsen haben werden. Deswegen muss man raus aus allen Sparanlagen und rein in Sachwertanlagen!

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ETF Nachrichten: In einem deiner Videos sagst du, dass es langfristig wesentlich lukrativer ist, nicht nur auf ETFs zu setzen, sondern auch aktives Stock-Picking zu betreiben. Das Ergebnis diverser Studien ist jedoch, dass nur wenige Anleger es schaffen, den Markt mit aktivem Handel zu schlagen. Wo liegt nun die Wahrheit?

Jens Rabe schreibt und spricht in Buchform, bei Vorträgen, in Webinaren und auf Seminaren zum Thema finanzielle Freiheit.

Jens Rabe: ETFs sind ganz hervorragende Instrumente, um an den Börsen anzufangen, um einzusteigen. Um mal einen ersten Fuß in die Tür zu bekommen. Wenn man Stock-Picking betreiben möchte, wenn man auf Einzelaktien setzen möchte, dann muss man sich einfach bewusst machen, dass das langfristig durchaus sehr viel lukrativer als Aktien sein kann. Aber dieses “kann” bedeutet eben auch: Man muss wesentlich mehr Arbeit investieren, man muss wesentlich mehr Wissen aufbauen, und man muss sich wesentlich intensiver mit dem Markt beschäftigen.

Deshalb: Es gibt keine Wahrheit über das Thema “ETfs sind besser oder einzelne Aktien sind besser” – sondern man muss immer wissen, was man will. Wer eine kostensparende und vor allem zeitsparende Art der Anlage haben will, der ist mit einem ETF gut aufgehoben. Wer mehr will, wer beispielsweise auch vom Börsenhandel leben möchte, der kann nicht nur auf ETFs setzen, sondern der muss auch ganz klar in den Aktienmarkt mit einzelnen Investments hineingehen.

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ETF Nachrichten: Rohstoff-ETFs, wie beispielsweise Gold-ETFs, werden immer beliebter. Warum sollten Anleger deiner Meinung nach die Finger davon lassen?

Jens Rabe: Die Aussage stimmt so nicht ganz. Gold-ETFs beispielsweise sind sehr interessant, weil sie physisch hinterlegt sind. Das heißt also: Wenn wir Gold-ETFs kaufen, dann wissen wir, dass tatsächlich auch das Gold vorhanden ist. Wenn wir andere Rohstoff-ETFs kaufen, also z.B. auf Zucker, auf Kaffee oder andere Rohstoffe, dann werden die dahinter oder die zugrunde liegenden Rohstoffe nicht physisch, also nicht in wirklicher Form gekauft, sondern am Terminmarkt gekauft und das führt aufgrund der besonderen Situationen der Terminmärkte zu Rollverlusten.



Was wiederum dazu führt, dass diese ETfs – egal, ob das jetzt Erdöl-ETFs, Kaffee-ETFs, Zucker-ETFs etc. sind – das diese langfristig nicht die Wertentwicklung des Rohstoffes nachvollziehen werden können, sondern immer deutlich unterperformed werden und damit auch Verluste erzielen werden. Deswegen: Rohstoffe, Gold, Silber in Form von ETFs – JA! Edelmetalle überhaupt ja! Aber alles andere – Finger weg! Damit kann man kein Geld verdienen.

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ETF Nachrichten: „Die Masse der Leute wird mit ETFs Geld verlieren“, behauptest du in einem deiner Videos. Womit begründest du deine Aussage?

Jens Rabe: Die Masse der Leute wird mit ETFs Geld verlieren. Was allerdings nicht am ETF liegt, sondern an dem Menschen selbst. ETFs sind passive Instrumente, mit dem man passiv am Aktienmarkt verdienen kann. Das Problem dabei ist aber: Menschen sind nicht passiv. Das heißt, es ist vollkommen egal, ob die Menschen einzelne Aktien besitzen oder ob sie ETFs besitzen. Wenn sie sich, wie das die Masse tut, von Emotionen leiten lässt, dann werden sie immer im falschen Moment kaufen und im falschen Moment verkaufen. Deswegen werden die meisten Anleger, die mit ETFs Geld anlegen, durch diese Anlage Geld verlieren. Weil letztendlich ist das auch nichts anderes. Früher haben sie ihr Geld mit Fonds und Einzelaktien verloren, jetzt verlieren sie ihr Geld mit ETFs.

Und das liegt einfach nur daran, das sie eben im falschen Moment an den Börsen aktiv werden. Ein passives Instrument in Kombination mit einem passiven Anleger. Die meisten sind nun mal aktive Anleger, auch wenn sie das selbst nicht von sich behaupten – das kann eben nicht gut gehen und deswegen: Der ETF ist nicht das Problem. Der Mensch, der den ETF kauft, ist das Problem.

ETF Nachrichten: Anleihen-ETFs werden häufig als konservative Beimischung im Depot empfohlen. Was ist deine Meinung dazu?

Jens Rabe: Wer Anleihen heutzutage kaufen möchte, muss sich bewusst machen, dass die Zinsen extrem niedrig sind und das man hier quasi nur noch darauf baut, das die Zinsen noch niedriger gehen und somit man Wertzuwächse in den Anleihen selbst erzielt. Von Zinszahlungen kann ja keine Rede mehr sein. Das heißt: Als Erstes muss ich mir klar machen, möchte ich überhaupt Anleihen in meinem Depot haben? – Ja oder Nein? Wenn ich sage, aus welchen Gründen auch immer “JA, ich möchte Anleihen haben”, dann macht es für die meisten Anleger definitiv Sinn über ETFs zu gehen, damit sie eine vernünftige Streuung erreichen können. Das Wissen über Aktien ist nicht sehr groß, über Anleihen dürfte es noch viel geringer sein und aus dem Grund machen Anleihen-ETFs für denjenigen Sinn, der sagt, ich möchte sie aus irgendeinem Grund mit dazu haben. Ich persönlich sehe in Anleihen aktuell nicht so den großen Vorteil.



ETF Nachrichten: Anstatt sich unzählige Dividenden-Aristokraten ins Depot zu holen, schwören einige Anleger auf Dividenden-ETFs. Was hältst du davon?

Jens Rabe: Ich bevorzuge, wenn man eine Dividendenstrategie verfolgt, lieber Einzelaktien als Dividenden-ETFs. Und der Grund ist einfach der : Gerade die letzten Monate haben gezeigt, das der eine oder andere Dividenden-Aristokrat zwar eine hohe Dividende zahlt, aber sonst nicht sehr viel Substanz hat. Und in einem ETF, der ausschließlich darauf setzt, dass er Vergangenheitswerte beurteilt, also sagt “Okay diese Firma hat schon viele Jahre Dividenden gezahlt und deswegen kommt sie in unseren ETF” wird man nicht gut performen. Das zeigt ja auch die Performance dieser ETFs. Aus diesem Grund würde ich tendenziell immer lieber Einzelaktien kaufen. Wenn mal eine Aktie dabei ist, die nicht mehr so gut läuft und die Dividenden sollte ja niemals nur der Grund sein, eine Aktie zu haben, sondern auch, ob das Geschäftsmodell noch funktioniert, ob die Firma gesund ist, dann würde ich lieber diese einzelne Aktie verkaufen. Da man das bei ETFs nicht kann, rate ich, wer Dividendenstrategien umsetzen will, lieber Einzelaktien als Dividenden in ETFs.

ETF Nachrichten: Einer deiner Schwerpunkte liegt im Optionshandel, der für einige Anleger den Ruf von Zockerei hat. Was sind aus deiner Sicht die Vor- und Nachteile des Optionshandels?

Jens Rabe: Zuerst muss man mal feststellen, dass Optionen etwas anderes sind als Optionsscheine. Die meisten, die sagen, dass sei Zockerei, reden wahrscheinlich über Optionsscheine, weil sie gar nicht wissen, was Optionen sind. Optionsscheine sind Produkte, die für Privatkunden entwickelt werden und die tatsächlich sehr viele Nachteile haben, sie sind unter anderem sehr intransparent und auch häufig überteuert, was die Gebühren anbelangt. Börsen gelistete Optionen hingegen sind ein Instrument, das von professionellen Investoren auf der ganzen Welt seit vielen Jahrzehnten genutzt wird. Man kann sich mithilfe von Optionen unter anderem gegen Preisschwankungen an den Märkten absichern. Außerdem kann jeder mit Optionen zusätzliche Renditen erwirtschaften, wenn man am Aktienmarkt, aber auch am Rohstoffmarkt aktiv ist. Das sind alles Vorteile, die jeder beim Optionshandel hat.



Der Nachteil: Es ist eben kein Produkt, dass man mal mit dem Lesen eines white papers schnell begreift, sondern man muss sich schon ein bisschen hineinarbeiten, da herrschen ganz eigene Gesetzmäßigkeiten, es muss ein Verständnis für Optionen entwickelt werden. Wenn man aber dieses Verständnis hat, dann sind Optionen ein sehr wertvolles Instrument, um Zusatzrenditen und regelmäßiges Einkommen an der Börse zu erwirtschaften. Einer der größten Investoren dieser Welt, Warren Buffett, nutzt Optionen seit vielen Jahrzehnten in seinem Handel, und zwar nicht als alleiniges Instrument, sondern immer zusätzlich zu den Aktiengeschäften, die er tätigt und genau so sollte es auch ein Privatanleger machen!

ETF Nachrichten: Was sind deine drei wichtigsten Tipps für jemanden, der/die das Thema Geldanlage in Angriff nehmen möchte?

Jens Rabe:

  1. Die erste Investition sollte immer in das eigene Wissen gehen. Das Wissen ist etwas was man das ganze Leben nutzen kann. Die meisten Verluste an den Börsen gehen darauf zurück, weil die Anleger zu wenig Wissen haben über das ganze Börsengeschehen
  2. Je weniger Wissen man hat, umso größer muss die Streuung sein. Das heißt also, ein Einsteiger, der erst ganz wenig Erfahrung hat, der wenig Wissen hat, der sollte eben mit breit gestreuten Produkten wie beispielsweise ETFs anfangen. Er kann sich dann, indem er sein Wissen steigert, auch zu anderen Produkten, wie z.b. Aktien oder auch Optionen, hinarbeiten.

  3. Gewinne an der Börse werden im Kopf gemacht! Das heißt also, du brauchst die richtige Einstellung zum Thema Geld, sprich gute Glaubenssätze. Auch, wenn von den meisten dieses Thema immer etwas belächelt wird, zeigt es sich doch immer wieder, dass nur diejenigen, die Verstehen mit ihren Emotionen umzugehen, die gute Glaubenssätze zum Thema Geld haben, langfristig und dauerhaft an den Börsen Geld verdienen. Neudeutsch heißt das ja “das richtige Mindset”, aber es sollte sich eben jeder Anleger, neben den ganzen technischen und fundamentalen Dingen, die er über den Aktienmarkt lernt, definitiv auch damit beschäftigen, wie er selber tickt, wie sein Kopf funktioniert. Dann wird es ihm an der Börse auch gelingen!

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