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Finanzblogger im Fragefeuer: Interview mit dem ETF-Blog

In der Reihe „Finanzblogger im Fragefeuer“ stellen wir die Köpfe hinter den spannendsten Finanzblogs Deutschlands vor. Heute im Fragefeuer: Dr. Jürgen Nawatzki vom ETF-Blog.

Nach seiner Promotion war Jürgen mehrere Jahre Berater bei einem Finanzdienstleister und hat dort junge Menschen in allen finanziellen Fragen beraten. Heute ist er Autor mehrerer Bücher und betreibt seit 2015 den ETF-Blog.

ETF Nachrichten: Kannst du deinen Blog kurz vorstellen? Was ist das Besondere am ETF-Blog?

Jürgen: Auf ETF-Blog.com geht es um Geldanlage und Altersvorsorge mit börsengehandelte Indexfonds (ETFs). Meine Zielgruppe sind Millennials und zwar die, die bereits im Job sind und regelmäßig Geld verdienen.

Ihnen werden später gemäß einer aktuellen Studie durchschnittlich rund 800 EUR an Rente pro Monat fehlen und diese sollten sie heute beginnend mit privater Altersvorsorge ansparen.

Auf ETF-Blog.com vermittle ich Know how rund um ETFs sowie verschiedene Anlagestrategien und die optimale Strukturierung eines Portfolios – zumindest gemäß Portfoliotheorie. Dabei greife ich auch auf aktuelle Erkenntnisse der Kapitalmarkttheorie zurück, wie zum Beispiel das „Faktoren-Modell“.

Zwar gibt es mittlerweile drei verschiedene Generationen von ETFs, doch sind diese nur nur einem Bruchteil der Anleger bekannt.

Gemäß einer aktuellen Studie kennen nicht einmal 10 Prozent der Anleger ETFs und gerade bei den jungen Sparern wissen viele nicht, wie man zum Beispiel einen Fonds kauft.

Mein Ziel ist es, diese Wissenslücken zu schließen und fehlendes Finanz-Know-how zu vermitteln, was idealerweise bereits an Schulen und Universitäten hätte erfolgen sollen.

Dabei stellt sich wieder einmal die in der Vergangenheit bereits u. a. in „Der Zeit“ diskutierte Frage, ob es wichtiger ist zu wissen, wie man Aktien kauft und eine Immobile finanziert oder ob es wichtiger ist, eine Gedichtinterpretation in drei Sprachen vornehmen zu können.

ETF Nachrichten: Du hast mehrere Jahre als Berater für einen Finanzdienstleister gearbeitet. Wie kam es dazu, dass du den ETF-Blog gestartet hast?

Jürgen: Bei der MLP Finanzdienstleistungen AG habe ich junge Akademiker in allen finanziellen Fragen beraten: Angefangen bei der Altersvorsorge, über Geldanlage bis hin zu Existenzgründungen und Immobilienfinanzierungen.

Zwar fand ich das Thema Finanzdienstleistungen sehr interessant, doch war mir auf Dauer der Verkaufsdruck zu groß. Ich verstand mich eher als Berater. Deshalb finde ich auch, dass provisionsunabhängige Honorarberatung eine tolle Sache ist.

Aber es gab noch etwas anderes:

Schon immer habe ich sehr gern geschrieben und dies im Zeitablauf weiter ausgebaut. Schließlich habe ich sogar noch ein Fernstudium Journalismus erfolgreich als Fachjournalist (FJS) abgeschlossen. Und inzwischen bin ich zudem Autor mehrerer Bücher. Da war ein eigener Blog nicht weit entfernt.

Als Abschlussarbeit meines Journalismusstudiums habe ich dann ein Feature über private Altersvorsorge mit ETF-Sparplänen verfasst, das bei Focus-Online veröffentlicht wurde.

Damit hatte ich mein Blogthema gefunden und habe ETF-Blog.com im Mai 2015 gestartet.

ETF Nachrichten: Mittlerweile hast du das erreicht, wovon viele Blogger träumen: du kannst von deinem Blog leben. Wie hast du dieses Ziel erreicht?

Jürgen: Von Anfang an wollte ich Geld mit meinem Blog verdienen. Nur wusste ich am Anfang nicht so recht, wie das gehen sollte. Aber ich habe mir das erforderliche Know how im Netz und in Form von Online-Kursen erarbeitet.

Dabei habe ich schnell gemerkt, dass Know how über Online-Marketing essentiell ist. Meine ersten Einnahmen hatte ich nach 6 bis 7 Monaten durch Affiliate Marketing und die Einnahmen stiegen deutlicher etwa nach einem Jahr.

Wenn man erfolgreich einen Blog betreibt und gute Artikel schreibt und sich Follower aufbauen, bleiben Anfragen für Kooperationen nicht aus. Diese habe ich frühzeitig wahrgenommen.

Dabei verkaufe ich Advertorials in der Regel für ein Jahr und diese können dann verlängert werden. So habe ich meine Einnahmen aus Neugeschäft und durch das Altgeschäft – eben die Verlängerung bereits bestehender Sponsored Posts bzw. Links.

Zusätzlich habe ich früh angefangen digitale Online-Produkte wie E-Books und Online-Kurse zu erstellen und über meinen Blog zu verkaufen.

Dann haben sich im Zeitablauf noch die Anfragen für Beratungen gehäuft und heute biete ich als ausgebildeter Life-Coach (Dr.-Bock-Coaching-Akademie, Berlin) auch Finanz-Coaching an.

Darüber hinaus muss ich sagen, dass meine Kosten nicht sehr hoch sind und ich keine Familie ernähren muss: Alles zusammen macht es mir möglich, inzwischen von meinem Blog leben zu können.

Aber eine Anlaufzeit von zwei bis drei Jahren muss man schon einkalkulieren. Bei dem einen geht es vielleicht schneller, beim anderen kann es auch noch länger dauern. Insofern bietet es ich an, mit einem Blog zunächst nebenberuflich zu beginnen.

ETF Nachrichten: Gerade Einsteiger sind bei der Wahl der ETFs immer wieder unsicher. Aus welchen ETFs könnte sich ein mögliches Einsteiger-ETF-Depot zusammensetzen?

Jürgen: Da es mittlerweile weltweit über 7100 verschiedene ETFs gibt, hat man leider die Qual der Wahl.

Zunächst sollte man sich zunächst für einen oder mehrere Indizes entscheiden.

Dabei würde ich als zweiten Aspekt die jeweilge Risikostreuung heranziehen. Und als dritten Aspekt die Kosten und als vierten Aspekt das Fondsvolumen.

Ich würde mit einem ETF auf den MSCI World Index beginnen, dann um einen ETF für Emerging Markets ergänzen und zum dritten einen ETF für europäische Unternehmen heranziehen.

So habe ich mit nur drei ETFs die wichtigsten Regionen der Welt zumindest grob abgedeckt. Ein konkretes Depot könnte beispielsweise so aussehen:

  1. db x-trackers MSCI World Index UCITS ETF (DR) 1C (WKN A1XB5U)
  2. db x-trackers MSCI Emerging Markets UCITS ETF 1C (WKN A12GVR)
  3. db x-trackers STOXX Europe 600 UCITS ETF 1C (WKN: DBX1A7)

Damit habe ich ca. 1650 Unternehmen aus 23 Industrieländern weltweit, ca. 800 Unternehmen aus 23 Schwellenländern weltweit und 600 Unternehmen aus Europa, die bei den beiden anderen ETFs nur ansatzweise zur Geltung kommen.

Und zum Beipsiel bei der Consorsbank kann ich mit jeweils 25 EUR für jeden ETF einen ETF-Sparplan starten und mit nur 75 EUR pro Monat insgesamt diese drei ETFs besparen.

ETF Nachrichten: Du berätst im Rahmen deines Finanz-Coachings viele ETF-Anleger. Was sind die größten Fehler, die Einsteiger in diesem Bereich vermeiden sollten?

Jürgen: Da sehe ich mehrere potenzielle Fehler:

1. Die eigene Gier zügeln und nicht auf hohe Renditeversprechen für Angebote des „Grauen Kapitalmarktes“ hereinfallen.

2. Die Kosten einer Geldanlage im Auge behalten, denn die Rendite kann ich in der Regel nicht beeinflussen, wohl aber deren Kosten durch die Wahl kostengünstiger Geldanlageinstrumente, wie z. B. ETFs, was positiv auf die Nettorendite wirkt.

3. Eine ausreichende Risikostreuung vornehmen, was bei ETFs meist gegeben ist.

4. Über verschiedene Anlageklassen (Asset-Klassen) streuen (Portfoliotheorie)

  • Aktien
  • Anleihen
  • Immobilien
  • Rohstoffe
  • Geldmarkt

5. Keine Produkte kaufen, die ich nicht wirklich zu 100 Prozent durchschaue und verstehe (z. B. bestimmte Zertifikate und andere Derivate).

ETF Nachrichten: Auch Finanzblogger machen Fehler. Was war dein bisher größter finanzieller Fehltritt?

Jürgen: Ich habe als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Uni zum ersten mal regelmäßig Geld verdient und meine ersten Investments in Wertpapiere vorgenommen. Ordentlich Lehrgeld habe ich in der Dotcom-Krise gezahlt, als ich einen fünfstelligen DM-Betrag am damaligen Neuen Markt versenkt habe.

Darüber hinaus habe ich mich immer mit langfristigen Verträgen, wie z. B. Kapital-Lebensversicherungen, schwer getan und damit auch keine guten Erfahrungen gemacht, weil erstens zu teuer und zweitens eher renditeschwach.

Dagegen liebe ich börsengehandelte Indexfonds, die ich kaufe, lange halte und einmal im Jahr neu ausrichte (Rebalancing). Denn sie haben sehr niedrige Kosten. Kann ich jedem nur empfehlen, der eine pflegeleichte und kostengünstige Geldanlage sucht.


Du willst noch weitere Interviews aus der Reihe „Finanzblogger im Fragefeuer“ lesen? Zur Übersichtsseite mit allen Interviews geht’s hier!

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