Finanzblogger im Fragefeuer: Interview mit Ted & Toro

In der Reihe Finanzblogger im Fragefeuer stellen wir die Köpfe hinter den spannendsten Finanzblogs Deutschlands vor. Heute im Fragefeuer: Tobias Feck von Ted & Toro.

ETF Nachrichten: Wenn man durch die Welt der deutschen Finanzblogs stöbert, fällt Ted & Toro sofort auf. Kannst du kurz erzählen, was die Leser erwartet?

Tobias: „Ted & Toro“ verfolgt das Ziel, absoluten Investment- und Börsenfrischlingen die Angst vor der oft verkomplizierten „Fremdsprache“ zu nehmen. Natürlich kann man auch als „alter Hase“ Spaß mit den beiden Comicfiguren haben, vor allem dann, wenn man als Leser provokant vom grummelig-pessimistischen Ted angesprochen wird. Der Bär verteilt auch gerne beherzt manch Ohrfeige an den Börsenbullen Toro, wenn dieser erneut typische Anlegerfehler begangen hat. Hierzu zählt beispielsweise das unreflektierte Kaufen von irgendwelchen „Investmentprodukten“, die der Bulle von selbsternannten Experten aufs Auge gedrückt bekommen hat.

Aber auch klassische „Börsenemotionen“ (wie Gier, Panik, Wahrnehmungsverzerrungen und der Herdentrieb) führen dazu, dass der Börsenbulle ziemlich viel Mist anstellt und die ein oder andere Erziehungsschelle abbekommt.

Kein Mensch mag erhobene Zeigefiner, diese gibt’s allerdings „durch die Blume“ zur Genüge auf meiner Seite. Das Medium dafür sind mehrere Figuren (neben Ted & Toro) sowie eine ganze Menge Humor.

Neben meinem Versprechen, dass niemand mit Fachsprache im Regen stehen gelassen wird, geht es auch immer wieder um die ganzen Abzocker, die sich im Schatten der Börse tummeln und blutjunge Anfänger abgrasen.

Trotz allem Humor kann der Leser eine i.d.R. differenzierte Betrachtungsweise und Seriosität erwarten. Das Investieren kann und soll durchaus Spaß machen, auch wenn die Investmententscheidungen letztendlich rein rationaler Natur bleiben sollten. Meine Seite „Ted & Toro“ versucht, diese Aussage umzusetzen.

ETF Nachrichten: Wie bist du auf die Idee gekommen, dein Finanzwissen mit deinem Zeichentalent zu kombinieren und das Ganze in einem Blog zu verpacken?

Tobias: In erster Linie geht es um das Verknüpfen von eigenen Interessen. Ergänzend möchte ich eine „schwer erreichbare Zielgruppe“ in die Thematik einführen. Ich selbst gehörte vor vielen Jahren auch dazu. Vorurteile und einseitige Informationen aus dem Bekanntenkreis führten – wie bei vielen Menschen – zu einem Desinteresse an der Materie. Motivation kann meiner Meinung nach oft durch Humor erreicht werden. Hier setzen die Figuren an, auch was das Abbauen von Vorurteilen betrifft.

ETF Nachrichten: Was sind die Reaktionen deiner Leser darauf, dass Finanzwissen auch mit Humor und Leichtigkeit vermittelt werden kann?

Tobias: „Meine“ Leser finden das natürlich gut, trotzdem polarisiert meine Seite. Nicht jeder mag es, wenn sich der grummelige Börsenbär persönlich an einen wendet, und das auch noch sehr direkt und oft provokant. Einige finden die Verknüpfung von Humor und dieser „ernsten Thematik“ von vornherein unangemessen. Zudem ist Humor ohnehin eine sehr subjektive Sache und manch einer hat ein Problem damit, dass Comicfiguren – stellvertretend für mich, sprich eine reale Person – im Vordergrund stehen.

Insgesamt betrachtet war das Feedback bisher trotzdem sehr positiv, was mich natürlich dazu motiviert, weiter zu machen. Und wenn ich jemanden erreicht habe, der tatsächlich vorher noch nichts mit dem Thema zu tun hatte und dem die auflockernden Inhalte geholfen haben, dann wurde das ursprüngliche Ziel erreicht.

ETF Nachrichten: Was wäre dein Rat an einen jungen Leser oder eine junge Leserin, der/die privat für das Alter vorsorgen möchte? Gibt es ein Patentrezept?

Tobias: Vorweg: Meiner Meinung nach gibt es kein Patentrezept, da wir über sehr facettenreiche Menschen sprechen. Wie groß ist das Interesse an der Materie? Über welchen finanziellen Rahmen sprechen wir (zu Beginn)? Zudem ist man sich als „Anfänger“ evtl. noch nicht darüber bewusst, wie hoch/niedrig die eigene Risikotoleranz ist.

Dass Aktien (und ETFs) allgemein betrachtet ein guter Baustein für die Altersvorsorge sind, ist unter bestimmten Voraussetzungen korrekt, allerdings würde ich sie deshalb noch lange nicht jedem empfehlen.

Ein paar persönliche Tipps gebe ich aber trotzdem: Sowohl eine gute Ausbildung als auch ein gutes Netzwerk (Freunde) können mit Sicherheit ein besseres Investment sein als jedes Aktienpaket (auch oder insbesondere im Alter). Wenn du dann noch monatlich u.a. einen seriösen Aktienkorb über Jahrzehnte bespart hast, dann sollte deinem Glück nichts mehr im Wege stehen. Hierfür reicht es, wenn man mal ein/zwei gute Bücher liest (so z.B. „den Kommer“), das Investieren beginnt und sich zurücklehnt. Der Rest kommt von ganz alleine. „Mehr“ geht immer. 🙂

ETF Nachrichten: Was war dein bisher größter finanzieller Fehler?

Tobias: Mein größter Fehler waren wohl die bereits erwähnten Vorurteile, die ich lange gegenüber dem Thema „Finanzen“ hatte und die ein frühes Investieren verhindert haben. Aus finanzieller Sicht kann man Ted & Toro mit Sicherheit auch als „Fehler“ werten, zumindest dann, wenn man die Arbeitszeit ins Verhältnis zu den Einnahmen setzt. 😉 Aber „Leidenschaft“ als „Fehler“ zu bezeichnen, wäre wohl etwas komisch.

Tatsächlich habe ich noch nie nennenswerte Beträge in den Sand gesetzt und/oder blind anderen Personen anvertraut. Es gab Zeiten, in denen ich mich für das Daytrading interessiert habe, aber selbst hier kam ich mit einer +/-0-Rechnung nach einem Jahr wieder raus. Hier liegt wohl der Fehler in der verlorengegangenen Zeit.

ETF Nachrichten: Wie soll es in Zukunft mit Ted & Toro weitergehen? Gibt es konkrete Pläne?

Tobias: Ted & Toro besteht aus zwei Ebenen. Einerseits gibt es die fertige und statische Seite mit den ganzen Börsen- und Aktienlektionen, andererseits betreibe ich den Blog. Hier wird einfach immer wieder das thematisiert, was mich gerade bewegt. Vor einigen Monaten wusste ich noch nicht, dass ich in die Kryptowährung IOTA investieren werde. Nach dem Investment folgte ein Blogartikel.

Heute weiß ich noch nicht, welches Investment oder neue Thema mich morgen interessiert. Hieraus ergibt sich auch der „Blogplan“, ganz ohne Terminkalender.

Du willst noch weitere Interviews aus der Reihe „Finanzblogger im Fragefeuer“ lesen? Zur Übersichtsseite mit allen Interviews geht’s hier!

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