Inflationsangst: So könntest du bei der Geldanlage reagieren!

Das Inflationsgespenst geht wieder um. Sparer und Anleger befürchten den Verlust ihres Vermögens. Nachdem die angepeilte Inflationsrate in den letzten Jahren regelmäßig nicht erreicht wurde, sieht die Entwicklung aktuell anders aus. Die Inflation steigt schnell an – zwar sind wir von einer Hyperinflation meilenweit entfernt. Dennoch sollten sich Anleger fragen, welche Folgen dies für die Geldanlage hat.

Deutschland: Mittelpunkt der Inflation

In Deutschland betrug die Inflation im Januar 1,6 %. Dabei handelte es sich um die höchste Inflationsrate im gesamten Euroraum. Wenn die Preise das weitere Jahr durchschnittlich ansteigen, haben wir im November eine Inflationsrate von über 3 %. Einige Experten halten sogar Werte von jenseits der 4 % Inflation für realistisch. Schon jetzt liegt die Inflation deutlich höher als in den letzten Jahren.

Die EZB hat das Inflationsziel für den Euroraum auf knapp 2 % festgelegt. Da die südlichen Euro-Länder vergleichsweise niedrige Inflationsraten haben, muss Deutschland dies kompensieren. Schließlich macht die deutsche Preisentwicklung ein Drittel der gesamten Preisentwicklung im Euroraum aus. Da die EZB auf jeden Fall ein deflationäres Umfeld vermeiden möchte, spricht viel für eine höhere Inflationsrate im Laufe des Jahres.

Welche Inflationsrate ist für Aktien gefährlich?

Viele Experten spekulieren, ab wann sich die Inflationsrate gefährlich auf den Aktienmarkt auswirkt. Eins ist sicher – die aktuelle Inflation muss Aktionären noch keine Angst einjagen. Die Vergangenheit zeigte, dass ab einer Inflationsrate von über 3 %negative Auswirkungen auf den Aktienmarkt zu sehen sind. Die Finanzmärkte gehen dann von einer aggressiven Reaktion der Zentralbank aus. Diese würde die Renditen für Anleihen weiter anheben. Anleger würden Geld aus dem Aktienmarkt abziehen und aufgrund des vermeintlich geringeren Risikos in den Anleihemarkt investieren. Die Bewertung der Aktien sinkt, der Aktienmarkt entwickelt sich tendenziell seit- oder abwärts.

Mittelfristig kaum Gefahren

Der Anstieg der Inflation ist kurzfristiger Natur. Mittelfristig scheinen die Gefahren noch überschaubar. Experten gehen davon aus, dass die Inflation ab dem Ende des Jahres wieder abnimmt. Die demographische Entwicklung und die fortschreitende Digitalisierung stellen zugleich eine natürliche Begrenzung der Inflation dar.

Investieren statt sparen!

Die letzten Jahre haben bei der Geldanlage eins gezeigt: Eine denkbar schlechte Wahl war ein hoher Cash-Bestand. Die Realzinsen sind niedrig. Dies wird sich voraussichtlich auch in der nahen Zukunft nicht ändern. Folglich zerfrisst die Inflation den Geldwert. Bei einer möglichen Inflation von 4 % wären am Ende des Jahres nur noch 960 Euro von 1000 Euro Kaufkraft übrig. Folglich sollten Anleger in Sachwerte investieren, anstatt hohe Beträge zu sparen.

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Drei Monatsgehälter als Cash-Reserve sind in den meisten Lebenssituationen völlig ausreichend, um Gefahren im Alltag zu minimieren und finanziell flexibel zu bleiben.

Starke Marktmacht und hohe Zahlungsbereitschaft

Für den Verbraucher bedeutet die Inflation eine sinkende Kaufkraft. Die Preise steigen, sodass die gleichen Produkte mehr Geld kosten. Dies macht insbesondere für die Unternehmen keinen großen Unterschied, die eine starke Marktmacht haben. Wenn die Kunden zudem eine hohe Zahlungsbereitschaft besitzen, sind Preisanpassungen problemlos möglich. Schließlich bezahlen die Unternehmen für Rohstoffe und Dienstleistungen selbst höhere Preise. Diese Kosten geben sie an die Verbraucher zurück.

Luxus-Hersteller wie LVMH (WKN: 853292) oder Apple (WKN: 865985) stellt dies wahrscheinlich kaum vor ein Problem. Ob die Kunden bei Smartphones im Wert von 1000 Euro 3-4 % mehr oder weniger bezahlen, macht keinen relevanten Unterschied. Die Reichen haben ausreichend Kapital zur Verfügung, sodass die Luxusgüter-Aktien eine hohe Inflationsrate gut überstehen dürften.

Inflationsangst: Die UBS-Bank empfiehlt diese Aktien

Die UBS-Bank hat sich zuletzt auch dem Thema Inflationsangst gewidmet. Auf der Empfehlungsliste landeten zahlreiche Unternehmen aus Einzelhandel, Konsumgüterindustrie und Co. Bei einer starken Inflation empfiehlt die USB diese Unternehmen im Depot. Beispielsweise gehen die Analysten davon aus, dass der Luxus-Autohersteller Ferrari (WKN: A2ACKK) weiterhin gut performen würde. Der Mischkonzern Danaher (WKN: 866197) aus den USA, das Einzelhandelsunternehmen Home Depot (WKN: 866953) oder die beiden Technologie-Giganten Alphabet (WKN: A14Y6H) und Microsoft (WKN: 870747) gehören ebenfalls zu den Aktien gegen Inflationsangst.

Sachwerte: Gold, Kryptowährungen, Immobilien und Co.

Gegen Inflation und Verlust der Kaufkraft hilft zuvorderst eins: Das Investieren in Sachwerte. Gold, Kryptowährungen, Immobilien und Co. erfreuen sich großer Beliebtheit, wenn es um sinnvolle Investments gegen Inflation geht. Der Immobilienmarkt ist jedoch weitgehend leergefegt, Kryptowährungen haben ihre Funktion als Inflationsschutz noch nicht unter Beweis gestellt. Beim Rohstoff Gold gibt es keinen unmittelbaren Zusammenhang mit der Inflation – entscheidend sind vielmehr die Realzinsen einer Wirtschaft. Dabei handelt es sich um den Leitzins abzüglich der Inflationsrate. Da die Realzinsen auch 2021 im negativen Bereich liegen, könnte der Goldpreis weiter ansteigen.

Die perfekte Geldanlage gibt es nicht. Der Aktienmarkt bietet zahlreiche Vorzüge. Zugleich gibt es langfristig – ganz gleich, ob Inflation oder Deflation – die beste durchschnittliche Rendite beim Investieren in ETFs oder Aktien. Eins ist jedoch sicher – wer sein Geld auf Girokonto und Co. parkt, vernichtet sein eigenes Vermögen.

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