Können Privatanleger den Markt schlagen?

Es dürfte kaum Anleger geben, welche nicht ab und zu davon träumen, zur rechten Zeit in die richtigen Dinge zu investieren und damit den Markt um Längen zu schlagen. Die Aussicht auf reichhaltige Renditen ist stets verlockend. Gleichzeitig raten Experten jedoch mehrheitlich davon ab, als Kleinanleger zu versuchen, den Markt zu übertrumpfen. Doch ist es für einen gewöhnlichen Anleger überhaupt möglich, den Markt zu schlagen?


Kleinanleger gegen Profis.

Um richtig einschätzen zu können, ob es möglich ist, den Markt zu schlagen, muss man erst einmal definieren, was der Markt eigentlich ist. Allgemein hin versteht man darunter den Ort, an welchem Angebot und Nachfrage für bestimmte Güter aufeinander treffen. Wenn Anleger jedoch davon sprechen, “den Markt zu schlagen”, meinen sie üblicherweise die durchschnittliche Entwicklung aller Aktienkurse innerhalb eines bestimmten Zeitraums.

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Damit können zum einen sämtliche verfügbaren Aktien und Wertpapiere weltweit gemeint sein. Manchmal werden jedoch auch stellvertretend einige große Leitindizes wie der MSCI World oder der S&P 500 herangezogen. Diese vereinen einen signifikanten Anteil der weltweiten Marktkapitalisierung auf sich.

Allerdings finden all diese Kursentwicklungen nicht von alleine statt. Vielmehr stehen die einzelnen Marktteilnehmer dahinter. Sie sind es, die Angebot und Nachfrage an Wertpapieren bestimmen und darüber die Kurse von Wertpapieren beeinflussen. Dies wirft nun jedoch wiederum die Frage auf, wer am Markt teilnimmt. Laut der US-amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC befinden sich aktuell rund 80 Prozent des gesamten Kapitalmarktes in der Hand institutioneller Investoren. Ihr Anteil am täglichen Handelsvolumen dürfte nochmals um einiges höher liegen. Ein Großteil des Marktes und der Marktbewegungen sind also in der Hand von Profis, die wiederum für Unternehmen und Institutionen mit sehr viel Geld arbeiten.

Für Privatanleger ergibt sich daraus eine grundlegende Erkenntnis: Wer den Markt schlagen will, muss bessere Anlageentscheidungen treffen als eine große Zahl professioneller Anleger.


Institutionelle Anleger sind im Vorteil

Dies ist keine sonderlich gute Nachricht für den typischen Kleinanleger, denn der Wettstreit mit den Profis ist ein Kampf David gegen Goliath. Institutionelle Anleger haben eine Vielzahl an Vorteilen gegenüber Kleinanlegern. Zum einen werden ihre Anlageentscheidungen von Profis getroffen, die über eine Ausbildung und fundiertes Hintergrundwissen verfügen.

Darüber hinaus können institutionelle Anleger oftmals auf zusätzliche Informationskanäle zurückgreifen, welche dem gewöhnlichen Anleger nicht zur Verfügung stehen. Es ist dadurch extrem unwahrscheinlich, dass ein Privatanleger eine günstige Gelegenheit früher erkennt als ein Profi.

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Darüber hinaus verfügen institutionelle Anleger auch über wesentlich substanziellere finanzielle Mittel. Dies äußert sich zum einen in der Nutzung riesiger Netzwerke, leistungsfähiger Rechner und zahlreicher Mitarbeiter. Gleichzeitig verfügen sie jedoch auch über wesentlich mehr Kapital, welches sie nutzen können, um den Markt zu beeinflussen. Wenn ein Investmentunternehmen wie BlackRock oder Berkshire Hathaway auf dem Markt agiert, hat dies meist unmittelbaren Einfluss auf das Kursgeschehen.

Damit Kleinanleger überhaupt einen spürbaren Einfluss auf die Kursentwicklung größerer Aktien nehmen können, müssen sehr viele von ihnen gleichzeitig und auf die gleiche Weise investieren. Durch soziale Medien und moderne Online-Broker wie Robinhood konnte dies in der jüngeren Vergangenheit einige Male beobachtet werden. Allerdings gibt es einen erheblichen Unterschied zwischen einem Herdentrieb und einer konzertierten Aktion.


Selbst die meisten Profis scheitern am Markt

Will man als Privatanleger den Markt schlagen, muss man also eine bessere Performance erzielen als zahlreiche Marktteilnehmer, die über wesentlich mehr Hintergrundwissen, Erfahrung, Personal und Kapital verfügen. Diese Aussichten sind für sich genommen bereits alles andere als gut. Allerdings wird in dieser Betrachtungsweise noch nicht berücksichtigt, wie vielen professionellen Anlegern es überhaupt gelingt, den Markt zu schlagen. Wie sich herausstellt, sind dies auf lange Sicht gesehen nur sehr wenige.

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Laut einer Studie von S&P Dow Jones haben 88,4 Prozent aller aktiv gemanagten Fonds über einen Zeitraum von 15 Jahren hinweg im Durchschnitt schlechter performt als ihr jeweiliger Vergleichsindex. So blieben beispielsweise mehr als 80 Prozent aller Fonds mit einem Fokus auf Large Caps über fünf Jahre hinweg hinter der Entwicklung des S&P 500 zurück. Ähnliche Zahlen wurden auch für andere Indizes veröffentlicht. Je nach Vergleichsindex und Länge des Beobachtungszeitraums steigt die Zahl der Profis, die maximal den Durchschnitt erreichten, auf bis zu 97 Prozent.

Einer kleinen Anzahl an Profis gelingt es also, den Markt zu schlagen, während die überwiegende Mehrheit früher oder später wieder zurückfällt. Für ein oder zwei Jahre eine höhere Rendite einzufahren als der Durchschnitt, ist jederzeit möglich. Über so kurze Zeiträume spielen auch Faktoren wie der Zufall eine gewisse Rolle. Langfristig erweisen sich jedoch all die Mittel, die den Profis zur Verfügung stehen, als weitgehend wirkungslos.


Welche Chance haben Privatanleger?

Es ist unmöglich, genau zu beziffern, wie hoch die Chance eines Privatanlegers, den Markt zu schlagen, denn nun tatsächlich ist. Hierfür bilden Kleinanleger schlicht und ergreifend eine zu heterogene Gruppe. Allerdings dürfte die Zahl der Privatanleger, die über einen Zeitraum von 10 oder 15 Jahren hinweg höhere Renditen einfährt als der Durchschnitt, verschwindend gering sein. Theoretisch dürfte die Chance in dem Fall besser stehen, wenn man die eigenen Anlageentscheidungen dem Zufall überlässt. Genau dies wurde auch tatsächlich in mehreren Experimenten nachgewiesen.

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Wer als Kleinanleger dennoch versucht, durch Markt-Timing, Aktienanalysen und andere Dinge dem Markt einen Schritt voraus zu sein, dürfte damit also nur in den seltensten Fällen Erfolg haben. Gleichzeitig bedeutet dies jedoch nicht, dass man deshalb die Hoffnung auf hohe Renditen komplett begraben muss.


Warum Durchschnitt gut ist

Die Wertpapieranlage ist ein äußerst erträgliches Geschäft. Die riesigen Geldmengen, welche jedes Jahr am Markt investiert werden, bezeugen dies. Obwohl die meisten institutionellen Anleger langfristig höchstens das einfahren können, was der Markt im Durchschnitt hergibt, bleiben sie dennoch immer weiter dabei. Auch der Marktdurchschnitt ist nämlich durchaus sehr rentabel.

Der MSCI World, welcher die Wertentwicklung von 1.600 Unternehmensaktien aus 23 Industrieländern abbildet, hat beispielsweise über die 50 Jahre seiner Existenz hinweg im Durchschnitt rund 7 Prozent Rendite pro Jahr abgeworfen. Der S&P 500 hat über den gleichen Zeitraum sogar noch besser abgeschnitten.

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Wer über einen ausreichend langen Zeitraum in den Markt investiert, kann also auch mit einem durchschnittlichen Ergebnis enorm hohe Summen generieren. Möglich wird dies durch den Zinseszins-Effekt. Langfristig kumulieren sich die erzielten Renditen und der Vermögensaufbau beschleunigt sich. Hätte man beispielsweise vor 90 Jahren 100 Dollar in den S&P 500 investiert hätte, stünde man heute mit über 21.000 Dollar da.

Genau dies ist einer der Gründe, weshalb Indexfonds und ihre an der Börse handelbaren Gegenstücke (ETFs) mittlerweile sowohl bei vielen institutionellen Anlegern wie auch bei Privatanlegern immer beliebter werden. Sie erlauben es, ohne großen Aufwand von der Entwicklung des Marktes zu profitieren. Meist vergebliche Versuche, diesen zu übertreffen, entfallen damit weitestgehend. Ob man sich als Anleger darauf einlässt oder sich doch lieber auf das eigene Können verlässt, muss jedoch letztlich jeder für sich selbst entscheiden.

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