Leveraged ETFs: Alle Vorteile und Nachteile

Dass das Investieren mit Exchange Traded Funds nicht langweilig ist, zeigt bereits die vielfältige Auswahl an Strategien. Während viele Anleger mit klassischen ETFs langfristig Vermögen aufbauen wollen, bieten die ETF-Marken auch Short- oder Leveraged ETFs an. Im folgenden Beitrag geht es um die Leveraged ETFs, deren Funktionsweise sowie Vor- und Nachteile des Finanzprodukts.


Das sind Leveraged ETFs

Bei einem Exchange Traded Fund handelt es sich um ein Finanzprodukt, das die Wertentwicklung eines Index automatisch abbildet. Anleger können folglich diversifiziert in verschiedene Wertpapiere investieren. Der Leverage Effekt ist vornehmlich aus der Immobilienbranche bekannt. Durch den Einsatz von Fremdkapital lässt sich die Eigenkapitalrendite einer Investition erhöhen. Beim Investieren in ETFs erfolgt dies durch einen Hebel. Der Hebel sorgt dafür, dass sich der ETF nur am zugrunde liegenden Index orientiert und dennoch verdoppelt oder sogar verdreifacht. Leveraged ETFs sind somit Hebel-ETFs, die die Chance auf eine höhere Rendite bei ebenfalls höherem Risiko bieten.

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So funktioniert es

Ein Hebel-ETF bildet die jeweilige Wertentwicklung eines Index an einem Tag ab. Am Ende des Tages wird die Position glattgestellt. Beispielsweise kann ein Leveraged ETF die Rendite eines Index mit dem Faktor 2 hebeln. Wenn der DAX beispielsweise um 5 % steigt, steigt der ETF um 10 %. Wenn der DAX jedoch um 5 % fällt, gibt der Kurs des ETFs um 10 % nach.

Wenn Leveraged ETFs kontinuierlich steigen, locken große Gewinne. Allerdings ist dies an den Finanzmärkten eher unwahrscheinlich. Vielmehr ist die Kursentwicklung von Aktien oder Indizes von einem ständigen Auf und Ab geprägt. Aufgrund der täglichen Berechnung gibt es für Anleger ein Problem: die sogenannte Pfadabhängigkeit. Diese beschreibt die Abhängigkeit von dem eingeschlagenen Pfad. Zusammenfassend entwickelt sich der Leveraged ETF bei durchgehend steigenden Kursen besser als der Index – je höher die Volatilität ist, desto größer ist der negative Zinseszinseffekt. Der Leveraged ETF entwickelt sich dann unterdurchschnittlich im Vergleich zum jeweiligen Index.


Ein Beispiel:

Der DAX steigt von 100 Punkten auf 105 Punkte (5 % plus). Bei einem LevDAX-ETF mit 2er-Hebel würde der Kurs um 10 % steigen und somit bei 110 Punkten liegen. Wenn diese Entwicklung weitergeht, profitieren Anleger deutlich. Falls jedoch der Kurs am nächsten Tag wieder um 5 % fällt, sieht dies anders aus. Beim Hebel-ETF fällt der Kurs um 10 % (10 % von 110 Punkten = 11 Punkte). Folglich liegt der Hebel-ETF nur noch bei 99 Punkten.

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Der zugrunde liegende Index notiert jedoch höher.

5 % von 105 Punkten = 5,25 Punkte
Neuer Index-Stand: 99,75 Punkte

Das sind die Vorteile

Mit dem Kauf von Leveraged ETFs gehen einige Vorteile einher. Anleger können die eigene Rendite vervielfachen, obwohl nur begrenztes Eigenkapital zur Verfügung steht. Dank des integrierten Hebels ist die Aufnahme von Fremdkapital nicht erforderlich. Zudem sind Hebel-ETFs bzw. deren Funktionsweise leicht verständlich. Die Kostenquote ist deutlich geringer als bei anderen Finanzinstrumenten. Dieser typische Vorteil von ETFs trifft auch auf die Hebel-Variante zu.


Das sind die Nachteile

Allerdings ist nicht alles gold, was glänzt. Auf der anderen Seite können auch die Verluste ein Vielfaches von der Indexentwicklung betragen. Im Vergleich zu den klassischen ETFs ist die Kostenquote höher. Zudem müssen Investoren den Ein- und Ausstieg perfekt timen, da die Glattstellung der Positionen täglich erfolgt. Die Leveraged ETFs sind eher nicht für das langfristige Halten gedacht. Aufgrund der Pfadabhängigkeit kann sich der Hebel-ETF immer weiter vom zugrunde liegenden Index entfernen. In einem volatilen Marktumfeld entsteht ein negativer Zinseszinseffekt.

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Den besten Leveraged ETF finden

Wer sich trotz der vorhandenen Nachteile für einen Leveraged ETF entscheidet, sollte die wichtigsten Kriterien berücksichtigen. Zunächst steht die Wahl des jeweiligen Index an. Willst du lieber auf den amerikanischen NASDAQ 100, den Euro STOXX 600 oder den deutschen Leitindex DAX setzen? Im Anschluss klären Anleger die Frage nach dem Hebel. Die gängige Variante sind Hebel-ETFs mit dem Faktor 2. Allerdings gibt es auch einige Finanzprodukte mit einem 3er-Hebel. Die Kostenquote und vergangene Performance können ebenfalls darüber Aufschluss geben, wie gut oder schlecht ein ETF ist. Die Pfadabhängigkeit sorgt für eine stetige Entfernung vom eigentlichen Stand des Index, wenn die Kursentwicklung volatil ist. Während langfristige und konservative ETF-Investoren nahezu immer investieren können, stellt sich bei Hebel-ETFs die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt für den Ein- und Ausstieg.


Beispiel: der Lyxor DAILY LevDAX UCITS ETF (ISIN: LU0252634307)

Leveraged ETFs gibt es für unterschiedliche Indizes. Ein Beispiel ist der Lyxor DAILY LevDAX UCITS ETF, der einen Hebel auf den Deutschen Aktienindex bietet. Beim synthetischen ETF mit einer Kostenquote von 0,35 % haben Anleger die Möglichkeit, von der doppelten Performance des DAX zu profitieren. Die Glattstellung erfolgt auf täglicher Basis. Die Gewinnausschüttungen der Unternehmen gibt es ebenfalls doppelt.

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Für wen eignet sich der Leveraged ETF?

Für Einsteiger am Aktienmarkt sind Leveraged ETFs die falsche Wahl. Zwar locken auf den ersten Blick hohe Gewinne. Aufgrund der täglichen Glattstellung sollten langfristige Investoren auf andere Finanzprodukte setzen. Für kurzfristige Trader kann es sich dagegen lohnen, einem Leveraged ETF in die Strategie einzubeziehen. Die meisten Privatanleger, die langfristig Vermögen aufbauen und eine gezielte Geldanlage betreiben wollen, sind mit herkömmlichen ETFs besser beraten. Diese haben ein geringeres Risiko und lassen die Investoren vom Zinseszinseffekt profitieren.

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