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MSCI World ETF oder MSCI ACWI ETF?

Bei der Auswahl der richtigen Fonds kommt es auf diverse Faktoren an. Im heutigen Artikel schauen wir uns zwei der beliebtesten ETFs an und vergleichen die beiden miteinander. Am Ende des Artikels erfahren Sie, ob Sie den MSCI ACWI ETF oder den MSCI World ETF bevorzugen sollten.


Was Sie über den MSCI World ETF wissen müssen

Zunächst möchten wir uns den wohl bekanntesten Indexfonds anschauen. Der MSCI World ETF ist fast schon ein Standardwert in jedem ETF-Portfolio. Seit Beginn der Performance Aufzeichnungen im Jahr 1994 hat der ETF ein Plus von über 300 % erzielt und befindet sich, so wie fast alle weltweiten Indizes, seit 2009 fast ausschließlich im Aufwärtstrend. Der MSCI World investiert in 1.650 Unternehmen mit großer und mittlerer Marktkapitalisierung. Bei diesem Investment wird jedoch nicht die ganze Welt abgedeckt, lediglich die 23 großen Industrienationen sind im MSCI World ETF vertreten.

Beliebte ETFs auf den MSCI World:

  • ComStage MSCI World UCITS ETF (WKN: ETF110)
  • iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (Acc) (WKN: A0RPWH)
  • Lyxor Core MSCI World (DR) UCITS ETF (WKN: LYX0YD)

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Schaut man sich die Branchen an, in die der MSCI World ETF investiert, stellt man schnell fest, dass versucht wird, die Weltwirtschaft möglichst exakt abzubilden. Im MSCI World ETF werden 85% der weltweiten Marktkapitalisierung erfasst. Die stärksten Branchen sind natürlich auch die, welche ohnehin in der Weltwirtschaft eine dominante Rolle einnehmen. Die größten Sektoren stellen dabei die IT Branche und der Finanzsektor.

Was Sie über den MSCI ACWI ETF wissen müssen

Eine leicht veränderte Strategie fährt der MSCI ACWI ETF. Fonds auf diesen Index decken nicht nur Industrienationen ab, sondern versuchen wertgewichtet in alle Länder der Welt zu investieren. Im Vergleich zum MSCI World ETF investiert der MSCI ACWI ETF nicht nur in knapp 1.600 Unternehmen, sondern sogar in 2700. Der Fonds beschränkt sich nicht nur auf die großen Industrieländer, sondern investiert gleichzeitig auch noch in die 24 größten Schwellenländer. Zu diesen Schwellenländern zählen zum Beispiel Indien, China und Brasilien.

An dieser Stelle muss man allerdings anmerken, dass die Schwellenländeraktien trotzdem nur knapp 10% der Kapitalisierung des MSCI ACWI ETF ausmachen. Der Großteil der Kapitalisierung stammt, wie beim MSCI World ETF, aus den USA. Auch in Bezug auf die Branchen, in die investiert wird, sind die beiden Fonds sich sehr ähnlich. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Bereichen IT, Finanzen, Energie und Gesundheit.

Beliebte ETFs auf den MSCI ACWI:

  • iShares MSCI ACWI UCITS ETF (Acc) (WKN: A1JMDF)
  • SPDR MSCI ACWI UCITS ETF (WKN: A1JJTC)
  • Lyxor MSCI All Country World UCITS ETF Acc (EUR) (WKN: LYX00C)

Welcher der beiden Fonds ist besser?

Es lässt sich darüber streiten, ob einer der beiden Fonds besser ist als der andere. Was man mit Sicherheit sagen kann ist, dass beide Fonds eine sehr gute Wahl darstellen. Die Diversifikation ist bei beiden ETFs sehr hoch und beide Anlagen könnten als gut bezeichnet werden, selbst wenn sie der einzige ETF im Portfolio wären. In diesem Abschnitt möchten wir darauf eingehen warum wir denken, dass der MSCI ACWI ETF als Einzelfonds einige Vorteile bietet.

1) Höhere Diversifikation

Auch wenn der Großteil der beiden Fonds gleich ist, hat der MSCI ACWI ETF einen entscheidenden Vorteil. Dieser Indexfonds investiert nicht nur in die großen Industrienationen, sondern beachtet auch die kleineren Schwellenländer, die wissenschaftlich nachgewiesen ein größeres Renditepotential haben. Die Diversifikation ist deutlich höher, da eben nicht nur in 1.600 Unternehmen, sondern sogar in 2700 investiert wird.

2) Langfristige Investoren können sich das höhere Risiko erlauben

Die Volatilität im MSCI ACWI ETF ist zwar um einiges höher, das spielt für langfristige Anleger jedoch keine große Rolle. Wer über mehrere Jahrzehnte investiert und seine Anlage in dieser Zeit nicht verkaufen muss, sollte das größere Renditepotential nutzen und die Schwankungen, die der MSCI ACWI ETF mit sich bringt, einfach aussitzen. Belohnt wird der Investor dafür mit einer höheren erwarteten Rendite.

3) Renditechancen optimal nutzen

Der größte Nachteil von Industrienationen ist, dass sie bereits in der Vergangenheit große Renditen eingefahren haben. Das hat zur Folge, dass das Renditepotential in diesen Ländern deutlich geringer ist. Bei Schwellenländern verhält es sich genau umgekehrt. Viele Schwellenländer streben an, jetzt Industrieländer zu werden und hätten, vorausgesetzt sie schaffen dies, ein großes Wachstumspotential in sich. Kluge und langfristige Investoren suchen nach genau solchen Möglichkeiten, um ihr Geld anzulegen. Wie im Abschnitt davor bereits beschrieben, stören sie sich nicht an dem höheren Risiko und den Schwankungen, sondern fokussieren sich langfristig auf die erhöhten Renditechancen.

Muss es nur ein ETF sein?

Schlaue Anleger wissen natürlich, dass sie sich nicht auf einen einzigen Fonds beschränken müssen. Erst die Kombination mehrerer ETFs miteinander, inklusive ihrer Vor – und Nachteile, ergibt ein gelungenes Investment. Unter diesem Gesichtspunkt kommt jetzt vor allem das Thema Kosten ins Spiel. Für einen Anleger, der die Möglichkeit hat in mehrere ETFs zu investieren, ist es sehr leicht den MSCI ACWI ETF nachzubilden. Er muss dafür lediglich einen MSCI World ETF und einen ETF auf die Emerging Markets kaufen. Mischt er diese beiden ETFs mit einem Verhältnis von 90 zu 10, erhält er eine sehr präzise Nachbildung eines MSCI ACWI ETF. Die Mischvariante ist aus einem sehr einfachen Grund besser: für den MSCI World ETF, der den Großteil des Portfolios ausmacht, fallen nur jährliche Kosten von 0,15% an während, der MSCI ACWI ETF 0,4 – 0,6 % pro Jahr kostet.

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Dass die TER für einen Emerging Markets ETF bei durchschnittlich 0,7% liegt, fällt dabei kaum ins Gewicht. Anleger kommen also mit der Kombination aus dem MSCI World ETF und einem ETF auf Emerging Markets häufig günstiger davon, als mit einem Investment in den MSCI ACWI Index. Aus dieser Tatsache ergibt sich, dass ein Anleger, der in mehrere Fonds investieren kann, in diesem Fall auf die Kombination aus zwei ETFs setzen sollte.

Fazit

Der MSCI World ETF wird häufig als die ultimative Lösung angepriesen. Anleger sollten aber immer bedenken, dass der MSCI World ETF eben nicht die ganze Welt abdeckt, sondern nur die Industrienationen. Auch wenn diese einen großen Teil der Marktkapitalisierung ausmachen, dürfen Schwellenländer nicht unterschätzt werden. Jeder Anleger sollte zumindest einen Teil seines Geldes in diese Schwellenländer investieren. Hat er tatsächlich nur einen Fonds zur Verfügung, ist der MSCI ACWI Index die perfekte Lösung für ihn. Wer sich für einen MSCI World ETF entscheidet, muss bedenken, dass er für eine wissenschaftlich untermauerte Anlagestrategie weitere Fonds benötigt.


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