4 Halbleiter-Aktien, die im Juli 2021 einen Kauf wert sind

Die Bedeutung von Mikrochips für die moderne Welt kann kaum stark genug betont werden. Aufgrund der stark angestiegenen Nachfrage herrscht derzeit ein ausgesprochener Mangel an Halbleitern. Die Nachfrage dürfte dabei auf absehbare Zeit noch weiter ansteigen. Ein guter Zeitpunkt also, um einen Blick auf einige der derzeit vielversprechendsten Halbleiter-Aktien zu werfen.

ASML Holding


Das erste Unternehmen im Bunde stellt selbst überhaupt keine Halbleiter her. Stattdessen fertigt die niederländische ASML Holding (ISIN: NL0010273215) die hochkomplexen Maschinen an, welche für die Chipherstellung notwendig sind. Dass man während eines Goldrauschs vor allem auf die Schaufelverkäufer setzen sollte, ist eine altbekannte Weisheit. Ein Blick auf die Zahlen von ASML zeigt, dass auch in der Halbleiter-Branche viel Wahres daran ist.

ASML ist vor allem im Bereich der EUV-Lithografie führend. Das Verfahren, bei welchem extrem-ultraviolette Strahlung eingesetzt wird, ist für die stetig fortschreitende Strukturverkleinerung in der Halbleiterindustrie von entscheidender Bedeutung.

Angetrieben von der stark gestiegenen Nachfrage konnte ASML im vergangenen Quartal selbst deutlich mehr Umsatz generieren und Gewinn erzielen als in den vorherigen Quartalen. Im letzten Quartal belief sich der Umsatz auf 4,4 Milliaden Euro. Der Gewinn pro Aktie stieg dabei um ganze 244 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Dank der Einführung von 5G sowie dem wachsenden Bedarf an High-Performance Computing und künstlicher Intelligenz dürfte sich die weitere Auftragslage in den kommenden Jahren eher noch verbessern. Allein für 2021 rechnet das Unternehmen derzeit mit einem Umsatzwachstum von 30 Prozent.

Gemessen daran ist der Kurs der ASML-Aktie zuletzt eher nur moderat gestiegen. Das Kursplus über die letzten drei Monate hinweg beläuft sich gerade einmal auf 9,85 Prozent. Tatsächlich ist ASML mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 46 nicht unbedingt günstig bewertet. Angesichts der Tatsache, dass an dem Unternehmen auch in den kommenden Jahren in der Halbleiter-Branche kein Weg vorbeiführen wird, ist weiteres Kurssteigerungspotenzial jedoch ohne Frage vorhanden. Auch die Mehrzahl der Kursbeobachter (23 von 32) rät derzeit zum Kaufen oder Aufstocken.

Nvidia


Die Aktie des Grafikkartenherstellers Nvidia (ISIN: US67066G1040) kann über die letzten zehn Jahre hinweg auf eine fantastische Kursgeschichte zurückblicken. In diesem Zeitraum ist der Kurs der Nvidia-Aktie um unglaubliche 6.125 Prozent gestiegen. Auch die letzten 12 Monate waren mit einem Kurswachstum von über 100 Prozent herausragend.

Der Grund für diesen enormen Erfolg ist die Vielseitigkeit von Nvidia. Die Grafikkarten und Prozessoren des Unternehmens finden schon seit langem nicht mehr nur in heimischen Rechnern Anwendung. Sowohl für KI-Applikationen wie auch für den hohen Rechenaufwand im Zusammenhang mit dem Schürfen von Kryptowährungen sind Grafikprozessoren aufgrund ihres Aufbaus und ihrer Leistung geradezu prädestiniert. Darüber hinaus finden sie auch in zahlreichen Datenzentren Anwendung.

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Bei jedem einzelnen dieser Bereiche handelt es sich um einen Wachstumsmarkt. Es verwundert daher kaum, dass Nvidia in den zurückliegenden Jahren mit einem enormen Umsatzwachstum glänzen konnte. Lediglich im Krisenjahr 2020 blieb das Wachstum vorübergehend aus. 2021 rechnen Analysten jedoch abermals mit erheblichen Steigerungen.

So soll der Umsatz im laufenden Jahr auf 16,675 Milliarden Dollar steigen, was einem Plus von mehr als 52 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspräche. Allein im ersten Jahresquartal belief sich die Steigerung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar auf 88 Prozent. Bereits in den zurückliegenden Quartalen hatte Nvidia die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten mehrfach übertreffen können.

Dementsprechend groß ist auch der Optimismus der meisten Kursbeobachter mit Blick auf die weitere Entwicklung der Nvidia-Aktie. Von den 41 Analysten, welche die Aktie derzeit beobachten, haben sich 27 für „Kaufen“ und 7 weitere für „Aufstocken“ ausgesprochen.

Taiwan Semiconductor


Die Taiwan Semiconductor Manufactoring Company (ISIN: US8740391003) ist der größte Auftragshersteller für Halbleiter weltweit. Im Gegensatz zu den bekannten Chipentwicklern wie Intel und AMD entwickelt TSMC keine eigenen Chips, sondern produziert vorgefertigte Designs im Auftrag. Hierbei ist das Unternehmen jedoch für die weltweite Chipfertigung unverzichtbar.

Aktuell fertigt TSMC für rund 500 verschiedenen Auftraggeber. Hergestellt werden Chips jeder Art. Dabei hält das Unternehmen derzeit einen Marktanteil bei der Halbleiterherstellung von 57 Prozent. Für das laufende Jahr schätzen Analysten mit einem Umsatzerlös in Höhe von 55,882 Milliarden Dollar. Dies entspräche einem Wachstum von 22,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Gleichzeitig ruht sich TSMC jedoch nicht auf dem Erreichten aus. Allein in diesem Jahr plant man demnach rund 28 Milliarden Dollar in die Hand zu nehmen, um die eigenen Fertigungskapazitäten auszuweiten. Über die nächsten drei Jahre soll sich die Investitionssumme sogar auf über 100 Milliarden Dollar belaufen. Ein Großteil des Geldes soll dabei in die Entwicklung von Prozessen fließen, welche es TSMC erlauben, Chips im 7-, 5- und sogar 3-nm Bereich zu fertigen.

Zum Vergleich: Intel, welches seine Chips bisher selbst herstellt, könnte laut jüngsten Berichten noch über Jahre hinweg Probleme bei der Fertigung seiner 7-nm-Chipsets haben. Der Intel-Konkurrent AMD lässt seine Chips hingegen bereits seit Langem von TSMC fertigen.

Der Kurs der TSMC-Aktie hat in den letzten Monaten trotz der starken Zahlen und guten Aussichten etwas geschwankt. Mit einem erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von 32,5 ist die Aktie auch nicht unbedingt günstig. Angesichts der hervorragenden weiteren Wachstumsaussichten und des technologischen Vorsprungs vor der ärgsten Konkurrenz könnte hier in Zukunft jedoch noch deutlich mehr gehen.

Diese Ansicht teilt auch die Mehrzahl der Analysten. Von 29 Kursbeobachtern sprechen sich derzeit 17 für einen Kauf der Aktie aus. 8 weitere empfehlen zumindest „Aufstocken“. Das durchschnittliche Kursziel liegt momentan gut 25 Prozent über dem aktuellen Kurs der Aktie.

Micron Technology


Das US-Unternehmen Micron Technology ist der Marktführer bei der Herstellung von Speicherchips und gehört aktuell zu den fünf größten Halbleiterherstellern der Welt. Die Speicherelemente von Micron finden sowohl in PCs wie auch in Smartphones, Tablets sowie Cloud-Computing-Netzwerken Anwendung.

2018 war der Kurs der Micron Technology Aktie zwischenzeitlich spürbar eingebrochen, nachdem der Markt mit Speicherchips überflutet worden war. Mittlerweile hat sich die Situation jedoch komplett gewandelt. Die Nachfrage nach Speicherelementen übersteigt das Angebot momentan deutlich. Die Folge sind stark gestiegende Preise für DRAM-Chips und gestiegene Gewinne für Micron Technology.

Der Gewinn je Aktie soll sich für dieses Geschäftsjahr (bis 31.08. für Micron) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 4,93 Dollar mehr als verdoppelt haben. Micron schätzt, dass die Nachfrage nach seinen Speicherchips im laufenden Geschäftsjahr je nach Modell zwischen 20 und 30 Prozent zunimmt. Analysten glauben derweil nicht, dass diese gestiegene Nachfrage auf absehbare Zeit nachlassen wird.

Der Kurs der Micron Aktie konnte in den letzten Monaten nicht unbedingt mit starken Kurssprüngen überzeugen. Stattdessen erwies sich der Ausflug über die 80-Euro-Marke als kurzlebig. Nach einem Verlust von 13,5 Prozent über die vergangenen drei Monate steht das Papier derzeit bei 68,5 Euro. Gemessen am aktuellen Gewinn ist Micron Technology damit durchaus fair bewertet. Die prognostizierten Umsatz- und Gewinnsteigerungen in den kommenden Jahren sorgen jedoch für einen positiven Ausblick.

Dementsprechend rät der Großteil der 34 Kursbeobachter derzeit auch zu einem „Kaufen“ (19) bzw. einem „Aufstocken“ (7). 6 Analysten raten hingegen zum „Halten“ der Aktie. Das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit mit 96,54 Euro mehr als 40 Prozent über dem jetzigen Kurs der Aktie

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Florian Schulze hat einen Abschluss in internationaler Politik und Wirtschaftspolitik und studiert derzeit Mathematik. ETFs, Aktien und Kryptowährungen sind seine Leidenschaft.

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