8 Aktien, mit denen man in den nächsten 10 Jahren den MSCI World schlagen könnte 

In der Vergangenheit erzielte man mit einem Investment in den MSCI World durchschnittlich 5-7 % p.a. In den letzten fünf Jahren gab es mit dem iShares Core MSCI World UCITS ETF sogar eine Durchschnittsrendite von über 12 % pro Jahr. Dass derartige Renditen dauerhaft erzielt werden, scheint jedoch fraglich. Wahrscheinlich wird sich der MSCI World Index wieder in der Nähe der historischen Durchschnittsrendite einpendeln.

Es sprechen viele Gründe für ein Investment in den MSCI World. Schließlich ist dieser das Paradebeispiel für das passive Investieren, obgleich er sich aufgrund der starken US-Dominanz kaum als einziger ETF eignet. Vielmehr lässt man dann die Potenziale der Schwellenländer ungenutzt.

Dennoch gibt es viele Anleger, die sich eben nicht mit der Rendite des marktbreiten Index zufriedengeben wollen. Diese nehmen die Herausforderung an, um mit Einzelaktien eine Überrendite zu erzielen, obgleich es auch in die umgekehrte Richtung gehen kann. Im folgenden Beitrag habe ich mir 10 Aktien herausgesucht, mit denen man in den nächsten 10 Jahren den MSCI World schlagen könnte

Etsy (WKN: A14P98)

Etsy ist ein moderner Onlineshop, der sich von der Konkurrenz rund um eBay und Amazon abhebt. Schließlich gibt es bei Etsy ausschließlich Vintage-Produkte und handgemachte Artikel. Zugleich überzeugt die Plattform mit geringen Gebühren für die Verkäufer – über den eigenen Marketplace bekommt Etsy Gebühren für das Einstellen der Artikel, den Verkauf und die Veröffentlichung von Werbeanzeigen. Zugleich bietet das Unternehmen extra Services an, um den Verkaufserfolg weiter zu optimieren. Mit Etsy setzen Anleger auf einen Player, der sich im noch jungen Markt des Social Shoppings bewegt. Wer die App oder Website besucht, findet sich in einem Umfeld wieder, das mehr an Pinterest als Amazon erinnert. Die User lassen sich inspirieren und kaufen im Anschluss einzigartige Produkte. Da dieses Segment des eCommerces übermäßig stark wächst, könnte Etsy in den nächsten 10 Jahren dem MSCI World ein Schnippchen schlagen.


JD.com (WKN: A112ST)

Mit JD.com würde ich auch auf die chinesische eCommerce-Plattform setzen, wenn ich im nächsten Jahrzehnt den MSCI World Index schlagen möchte. Schließlich steht JD.com in China für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Qualität. In der Corona-Pandemie stellte das chinesische Unternehmen unter Beweis, dass die eigene Logistik zuverlässig funktioniert. Über 90 % der Produkte kommen am gleichen Tag an oder spätestens am darauffolgenden. Da können selbst die eCommerce-Giganten wie Alibaba oder Amazon nicht mithalten. Die Logistik ist hochmodern und automatisiert. Zugleich liefern bereits heute Drohnen die Pakete zu den Kunden von JD.com.

Mit Künstlicher Intelligenz, Telemedizin, Cloud Computing und der automatisierten Logistiksparte ist JD.com in mehreren Zukunftstrends positioniert. Hier verfolgt man den gleichen Ansatz wie Amazon, die Gewinne aus dem eCommerce direkt in disruptive Branchen zu investieren. Dies dürfte dazu beitragen, dass das Wachstum bei JD.com noch lange anhält. Zugleich steigt in China der Wohlstand weiterhin rasant an, sodass die Menschen für immer mehr Geld die hochwertigen Artikel auf JD.com konsumieren dürften.


PayPal (WKN: A14R7U)

Der digitale Zahlungsdienstleister PayPal hat sich auf das Online-Payment konzentriert. Mit PayPal können die User seit einigen Jahren sicher und schnell im Internet bezahlen. Die Corona-Pandemie befeuerte diesen Wandel. Der eCommerce soll in Zukunft weiter stark wachsen. Viele Menschen werden auf etablierte Payment-Lösungen wie PayPal setzen, denen sie bereits vertrauen. Der PayPal-CEO verkündete bei den letzten Quartalszahlen, dass die Anzahl der aktiven Konten bis 2025 auf 750 Millionen steigen soll.

Doch damit nicht genug – denn nicht die steigenden Kundenzahlen könnten für eine überdurchschnittliche Rendite sorgen, sondern der Umbau zur multifunktionalen Finanz-App. Das PayPal der Vergangenheit bestand aus digitaler Zahlungsabwicklung und dem Versenden von Geld an Freunde. Das PayPal der Zukunft dürfte den Handel mit Kryptowährungen und Aktien, die Vergabe von Krediten und vielen weiteren Finanz-Services beinhalten. PayPal wird somit im kommenden Jahrzehnt aus der Rolle als Zahlungsabwickler entwachsen. Die Profitabilität und Cash-Reserven spielen dem US-Unternehmen auf diesem Weg in die Karten.


BioNTech (WKN: A2PSR2)

Darüber hinaus könnten die Impfstoff-Helden von BioNTech auch in den nächsten Jahren für Furore sorgen. Die mRNA-Technologie hat beim Covid-19-Impfstoff gezeigt, dass sie funktioniert. Zwar weiß man heute noch nicht um die Adaption auf andere Krankheitsbilder. Allerdings stehen die Chancen gut, dass der Covid-19-Impfstoff kein einmaliger Erfolg bleibt. Das kompetente Management hat Vertrauen bei Investoren und Bevölkerung. Zugleich möchte man ambitioniert zum Pharma-Zentrum der Immuntherapie des 21. Jahrhunderts werden. Wenn dies gelingt, dürfte die Rendite der BioNTech-Aktie den MSCI World deutlich schlagen. In den nächsten Jahren werden die Einnahmen durch den Covid-19-Impfstoff eine sorgenfreie und fokussierte Forschung ermöglichen. Da spielt es dem Mainzer Unternehmen in die Karten, dass möglicherweise Auffrischungen der Covid-Impfung Jahr für Jahr notwendig werden.


Intuitive Surgical (WKN: 888024)

Das US-Unternehmen Intuitive Surgical ist weltweit führend bei der Herstellung von Operationsrobotern. Da kommt es dem Unternehmen bei der zukünftigen Entwicklung zugute, dass die Weltbevölkerung stetig wächst, die Lebenserwartung zunimmt und auch der Wohlstand weltweit ansteigt. Dies wird die Nachfrage nach medizinischen Leistungen ankurbeln.

Heute werden weit über 90 % der Operationen in den USA durch menschliche Ärzte durchgeführt. Erst wenige Prozent entfallen auf die Operationsroboter. Doch die Tendenz ist steigend. Schließlich überzeugen die Roboterarme und Softwarelösungen mit weniger Komplikationen und einer höheren Genauigkeit. Die Ärzte steuern fortan mit Joysticks anstatt direkt mit dem Skalpell zu hantieren.

Das Umsatz- und Gewinnwachstum soll bei Intuitive Surgical in den nächsten Jahren ansteigen. Mit der eigenen Da Vinci-Plattform ist das US-Unternehmen aktuell der unangefochtene Marktführer. Über 5000 der Da Vinci-Roboter befinden sich weltweit im Einsatz – ein Roboter kostet dabei über 4 Millionen Dollar. Das Marktvolumen für Operationsroboter soll sich in den nächsten Jahren mehr als verdoppeln. Mit Service & Wartung für die Operationssysteme kann Intuitive Surgical zudem auf ein margenstarkes und wiederkehrendes Ertragsmodell bauen.


Tencent (WKN: A1138D)

Mit dem wertvollsten Unternehmen Chinas könnte auch Tencent ein erfolgreiches Jahrzehnt bevorstehen. Der chinesische Technologiekonzern aus Shenzhen ist das umsatzstärkste Gaming-Unternehmen weltweit und zugleich der Social-Media-Gigant im Reich der Mitte. Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells steht die App WeChat. Mit über 1,2 Milliarden aktiven Nutzer pro Monat nutzt nahezu jeder Chinese die App. Diese bietet weitaus mehr als das reine Chatten. Payment, Shopping oder Gaming sind allesamt mit der gleichen App möglich.

Zugleich versucht Tencent mit Investments in internationale Technologie-Unternehmen, das eigene Wachstum anzukurbeln. Diese führen teilweise auf strategische Überlegungen zurück, wenn eine Kooperation Mehrwert für Tencent bringt. Darüber hinaus weiß kaum ein Unternehmen als der chinesische Digitalisierungsführer besser, dass sich die Welt rasant wandelt. Mit Investitionen in potenzielle Disruptionen möchte Tencent die Chance erhöhen, dass man auch in 10, 20 oder 30 Jahren noch eine wichtige Rolle spielt.

Trotz vorhandener Risiken wie Datenschutz, staatliche Eingriffe oder Wettbewerbskampf stehen die Chancen auf eine überdurchschnittliche Rendite gut – dazu trägt auch die aktuelle Bewertung bei, die mit Blick auf das erwartete Wachstum der nächsten Jahre eher günstig als teuer erscheint.


Fresenius (WKN: 578560)

Mit Fresenius könnte auch eine weitere deutsche Aktie in den nächsten 10 Jahren besser als der Welt-Index abschneiden. Dies ist darauf zurückzuführen, dass trotz Rallye in den letzten Wochen die fundamentale Bewertung vielversprechend aussieht. Die Anleger hatten lange Zeit die Auswirkungen der Corona-Pandemie im Hinterkopf. Der Gesundheitskonzern litt unter freibleibenden Betten, verschobenen Operationen und der hohen Sterblichkeit bei den Dialyse-Patienten. In den nächsten Jahren möchte das Unternehmen zurück auf den Wachstumspfad. Da die Fresenius-Aktie mit Blick auf die historischen Kennzahlen aktuell günstig bewertet ist, könnte die Rückkehr zum Wachstum den Bewertungsmultiplikator erhöhen.


Volkswagen (WKN: 766403)

Bei der Volkswagen AG handelt es sich um den größten Automobilhersteller der Welt. Mit den vielfältigen Marken wie VW, Audi, Porsche, MAN und Co. ist Volkswagen breit aufgestellt. Doch der langsam wachsende Automobilmarkt, der zudem hart umkämpft ist, sorgt für wenig Kursfantasie.

Im Gegenteil ist es die klare Positionierung zur E-Mobilität, die das nächste Jahrzehnt prägen dürfte. Lange Zeit hat es VW vernachlässigt, zukunftsorientiert zu denken und zu handeln. Mit dem aktuellen CEO Herbert Diess ist VW für das kommende Jahrzehnt stark aufgestellt. Ambitionierte Ziele bei den E-Fahrzeugen, eigene Batteriefabriken in Europa und der volle Fokus auf die E-Strategie könnten die Basis für eine Überrendite bereiten.


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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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