Aktien-Depot für Europa bauen: Fünf spannende Aktien aus fünf Ländern 

Bei dem Aufbau eines Aktien-Depots kommt auch der geografischen Allokation große Bedeutung zu. Anleger sollten niemals alles auf eine Karte setzen. Wer anstelle eines passiven, automatisch diversifizierten ETFs auf Einzelaktien setzt, sollte sein Risiko streuen. Neben den beliebten US-amerikanischen oder chancenreichen chinesischen Aktien gehören auch europäische Unternehmen in ein Depot.

Im folgenden Beitrag geht es um ein Aktien-Depot für Europa. Darin sollen sich fünf spannende Aktien aus fünf europäischen Ländern befinden. Wachstum und Kurspotential spielen eine entscheidende Rolle. Dennoch steht die Stabilität des Depots im Vordergrund, sodass ich auf spekulative Nebenwerte verzichtet habe.

Natürlich soll das Aktien-Depot für Europa in der Lage sein, den europäischen Aktienmarkt zu schlagen. Andernfalls könnte ich mich auch einfach für einen Europa-ETF entscheiden.

Doch natürlich soll dies nicht heißen, dass ein Aktien-Depot grundsätzlich nur aus europäischen Unternehmen bestehen sollte. Vielmehr sollte dieses Europa-Depot Bestandteil eines größeren Aktiendepots sein, in welchem auch US-amerikanische Unternehmen, asiatische Aktien und Co. vertreten sind.

Deutschland – Volkswagen (WKN: 766403)

Mit der Volkswagen-Aktie kommt ein deutscher Automobilhersteller in das Aktien-Depot für Europa. Dabei handelt es sich jedoch nicht um irgendeinen Automobilhersteller – vielmehr ist VW weltweit der Größte. Das klare Bekenntnis zur E-Mobilität und die zukunftsorientierte Strategie sind gute Gründe für ein Investment in Volkswagen.

Das Pariser Klimaschutzabkommen erfordert die Reduktion der CO2-Gase durch die Automobilhersteller. Während die CEOs bei Volkswagen in der Vergangenheit den Wandel zu mehr Klimafreundlichkeit allenfalls halbherzig vorantrieben, sieht es mit dem aktuellen CEO Herbert Diess anders aus. Volkswagen möchte zum führenden Unternehmen im Bereich E-Mobilität werden – daraus ergibt sich nachhaltiges Kurspotential für die VW-Aktie.


Bis 2025 möchte VW über eine Million Elektroautos im Jahr verkaufen. 25 % der Modelle im VW-Sortiment sollen ebenfalls einen elektrischen Antrieb haben. Die Übergangsphase soll bis 2030 dauern. Dann möchte VW nur noch elektrische Fahrzeuge produzieren und die Weiterentwicklung der Verbrenner-Autos endgültig stoppen. In dieses Bild passt auch, dass Volkswagen in den nächsten Jahren sechs Batteriefabriken in Europa bauen möchte.

Niederlande – ASML (WKN: A1J4U4)

Beim niederländischen Unternehmen ASML handelt es sich um den zweitgrößten Hersteller von sogenannten Lithografie-Systemen. Diese werden von den Halbleiterproduzenten eingesetzt, um die wichtigen Computerchips zu fertigen. Ohne Lithografie-Anlagen wäre die Halbleiterproduktion nicht möglich. In den letzten 10 Jahren hat sich ASML zunehmend zu einem Marktführer entwickelt. Die modernsten Chips der Welt werden ausschließlich auf den Anlagen von ASML gefertigt.


Im Zeitalter der Digitalisierung ist die Halbleiterbranche von enormer Bedeutung. Zahlreiche Megatrends unserer Zeit sind ohne Halbleiter schlichtweg nicht vorstellbar. ASML hat ein Monopol in diesem Geschäftsfeld. Die kontinuierliche Forschung und Entwicklung hat einen tiefen Burggraben geschaffen, den ASML wohl die nächsten Jahre behalten wird. Neben der Herstellung der Anlagen verdient ASML auch Geld mit der Wartung – steigende Umsätze und Gewinne sind somit nahezu sicher.

Frankreich – LVMH (WKN: 853292)

Mit dem französischen Unternehmen LVMH bekommt auch die Luxusgüterindustrie einen Platz im Aktien-Depot für Europa. Schließlich handelt es sich bei LVMH Louis Vuitton Moet Hennessy um den größten Luxuskonzern der Welt. Mehr als 80 bekannte Marken gehören zum Unternehmensportfolio. Auch im Luxussegment ist LVMH breit diversifiziert. Schließlich bietet das Unternehmen Mode, Parfüme, Uhren, Luxus-Retail und Uhren/Schmuck an.


2020 traf die Corona-Pandemie LVMH hart. Schließlich mussten weltweit Einzelhandelsgeschäfte geschlossen werden. Der erlesene Kundenkreis konnte sich die Luxusgüter nicht mehr anschauen und infolgedessen auch nicht kaufen. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass die Luxusindustrie langfristig unter der Corona-Pandemie leidet. Wer Millionen auf dem Konto hat, wird sich auch nach der Krise noch ein LVMH-Luxusprodukt leisten können. Zugleich wächst die Zahl der Reichen weltweit – insbesondere in Asien ergeben sich weitere Wachstumspotentiale für den französischen Luxusgüterkonzern.

Norwegen – Tomra Systems (WKN: 872535)

Das norwegische Unternehmen Tomra Systems verdient sein Geld mit dem Angebot von Sammel- und Sortierlösungen für Plastik und Müll. Besonders bekannt ist das nachhaltige Unternehmen für die Pfandrückgabe-Automaten in unzähligen Geschäften. In einer Zeit, in welcher Nachhaltigkeit immer mehr an Bedeutung gewinnt, stehen die Zeichen der Zeit für Tomra Systems auf Erfolg.


In den letzten fünf Jahren konnte das Unternehmen durchschnittlich um 10 % pro Jahr beim Umsatz wachsen. Beim Gewinn waren es ca. 5 %. Umsätze und Gewinne sollen in den nächsten Jahren weiter steigen. Zuletzt verkündete Tomra Systems zuletzt gute Quartalszahlen. Der Auftragsbestand befindet sich auf einem Rekordhoch, sodass wohl auch zukünftig steigende Umsätze und Gewinne eher die Regel denn die Ausnahme sein werden.

Irland – Linde (WKN: A2DSYC)

Bei Linde handelt es sich um ein Unternehmen, das ursprünglich in Deutschland gegründet wurde. Die Unternehmensgeschichte reicht bis 1879 zurück. Allerdings folgte 2018 eine Fusion mit dem Industriegashersteller Praxair. Seitdem ist Lindes Hauptsitz in Irland. Zugleich stieg man zum größten Industriegashersteller der Welt auf.

Dabei handelt es sich um ein lukratives Geschäft. Schließlich werden Industriegase in zahlreichen Bereichen benötigt. Die Gesundheits- oder Lebensmittelbranche sind nur zwei Beispiele. Das gesamte Marktvolumen nähert sich zunehmend der 100 Milliarden US-Dollar-Grenze. Als Marktführer bekommt Linde ein großes Stück vom Kuchen ab.

Zudem könnte Linde ein Profiteur des Wasserstoff-Booms sein. Während zahlreiche Wasserstoff-Pure-Plays nur von der Zukunftsvision leben, erzielt Linde beträchtliche Gewinne. Im Wasserstoffsektor ist Linde einer der größten Player. Langfristig formuliert das irische Unternehmen jedoch das Ziel, zum größten Wasserstoffproduzenten der Welt zu werden. Zugleich hält Linde Beteiligungen an Unternehmen, die sich im Wasserstoffsektor bewegen.


Mit Linde gibt es ein solides Unternehmen für das Europa-Aktien-Depot. Dabei setzt der Industriegashersteller auf ein Abo-Modell. Im Vergleich zu anderen Unternehmen aus dem Bereich Grundstoffe ist das operative Geschäft somit wenig zyklisch. Die Abos generieren beständige Einnahmen.

Langfristig wächst das Unternehmen langsam, aber stabil. In den nächsten Jahren sollen insbesondere die Gewinne stärker ansteigen. Die operative Gewinnmarge fiel nach der Fusion mit Praxair kurzfristig und soll sich langfristig wieder bei über 20 % einpendeln.

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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