Europa ETF kaufen: Ist der Vanguard FTSE Developed Europe ex UK ETF ohne Großbritannien sinnvoll?

Viele Anleger mit einem Depot voller ETFs wünschen sich einen Europa-ETF, um die Dominanz der US-amerikanischen Aktien im MSCI World Index und ggf. chinesischen Titel im Zuge eines Emerging Markets ETF zu reduzieren. Dabei haben sie die Qual der Wahl. Denn über 250 ETFs konzentrieren sich auf den europäischen Aktienmarkt.

Im folgenden Beitrag wollen wir jedoch einen Blick auf den Vanguard FTSE Developed Europe ex UK ETF (ISIN: IE00BKX55S42) werfen. Sollte man den Europa-ETF kaufen und macht der Ausschluss von britischen Unternehmen eigentlich Sinn?

Allgemeines über den ETF

Der Vanguard FTSE Developed Europe ex UK ETF ist ein physischer ETF, der mittlerweile eine stattliche Fondsgröße von über 1,5 Milliarden Euro erreicht hat. Die Ertragsverwendung ist ausschüttend. Folglich kommen die investierten Anleger regelmäßig in den Genuss der erzielten Erträge. In diesem Jahr soll die Ausschüttungsrendite bei rund 2,3 % liegen. In den letzten Jahren schwankte diese zwischen 2-3,5 %. Die Kosten sind beim Vanguard FTSE Developed Europe ex UK ETF mit einer TER-Kostenquote von rund 0,10 % verschwindend gering. Mit über 450 Positionen ist der ETF zugleich stark diversifiziert.

Die Anlagestrategie

Dabei setzt der Vanguard FTSE Developed Europe ex UK ETF auf eine klar verständliche Strategie. Anleger können in mittlere und große europäische Unternehmen investieren, mit Ausnahme von britischen Unternehmen. Dabei ist der FTSE Developed Europe ex UK der zugrundeliegende Index.

Die historische Performance


Seit seiner Auflage im Jahr 2014 hat der Vanguard FTSE Developed Europe ex UK ETF eine durchschnittliche Jahresperformance von rund 8,6 % erzielt. In den letzten fünf Jahren lief es sogar noch ein gutes Stück besser. Da konnten sich die investierten Anleger über eine Rendite von knapp 11 % erfreuen. Im laufenden Jahr steht der ETF bereits wieder über 17 % im Plus.

Allokation nach Sektoren

Die meisten Unternehmen des Vanguard FTSE Developed Europe ex UK ETFs sind in der Industrie tätig. Der Anteil dieses Sektors macht knapp 18 % aus. Dahinter folgen mit 13,9 – 15,9 % die Nicht-Basiskonsumgüter, das Gesundheitswesen und die Finanzbranche. Alle anderen Sektoren haben eine Gewichtung von weniger als 10 %.

Allokation nach Ländern

Mit über 20 % ETF-Anteil stammen die meisten Unternehmen aus Frankreich. Zudem kommen Deutschland und die Schweiz auf eine Gewichtung von jeweils 18-20 % im Vanguard FTSE Developed Europe ex UK ETF. Die Niederlande kratzt mit 9 % immerhin noch an der 10 %-Grenze. Alle anderen Länder sind mit weniger als 8 % im Europa-ETF vertreten.

Die größten Unternehmen

Insgesamt befinden sich deutlich über 400 Unternehmen im Vanguard FTSE Developed Europe ex UK ETF. Dennoch macht die Top 10 einen Anteil von über 20 % aus. Die größte Position ist mit knapp 4 % der Schweizer Lebensmittelhersteller Nestle. Zudem kommt das niederländische Industrieunternehmen ASML Holding als wichtiger Zulieferer der Halbleiterindustrie auf rund 3 % Gewichtung. Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche, der französische Luxuskonzern LVMH und die Novartis AG haben immerhin noch einen ETF-Anteil jenseits der 2 %.

Europa-ETF mit Großbritannien zum Vergleich

Letztendlich muss sich ein ETF an seiner Rendite messen lassen. Wer in ETFs investiert, möchte schließlich, dass sein Vermögen beständig und nachhaltig wächst. Hier stellt sich die Frage, ob ein Ausschluss von Großbritannien wirklich zielführend ist. Zum Vergleich dient der Vanguard FTSE Developed Europe UCITS ETF (ISIN: IE00B945VV12), der die gleiche Strategie verfolgt, allerdings britische Unternehmen inkludiert.

Da die beiden ETFs zu einem unterschiedlichen Zeitpunkt aufgelegt wurden, verfälscht die Betrachtung der Rendite seit Auflage den Vergleich. In den letzten fünf Jahren kam der Europa-ETF mit Großbritannien auf eine annualisierte Durchschnittsperformance von rund 9 %. Damit bleibt man über 1 % hinter dem Ex-Großbritannien-ETF zurück. Im laufenden Jahr unterscheidet sich die Rendite nur minimal. Beide Europa-ETFs bewegen sich nahezu im Gleichschritt.


Die Branchen-Gewichtung ist relativ ähnlich und ebenfalls ausgewogen. Allerdings kommt hier das Vereinigte Königreich auf den größten ETF-Anteil mit rund 24 %. Erst im Anschluss folgen Frankreich, Deutschland, die Schweiz und die Niederlande mit einem logischerweise kleineren ETF-Anteil. Mit dem britischen Konsumgüterunternehmen Unilever, dem Öl-Konzern Royal Dutch Shell, dem Pharmakonzern AstraZeneca und der Großbank HSBC landen gleich vier britische Unternehmen in der Top 10 des ETFs.

Welchen Europa-ETF sollten Anleger kaufen?

Beide Europa-ETFs überzeugen mit günstigen Gebühren und einer gelungenen Diversifikation. Die durchschnittliche Jahresperformance war in den letzten Jahren gut. Beide Europa-ETFs eignen sich somit grundsätzlich, um das eigene Depot stärker auf den heimischen Kontinent auszurichten. Wer sich grundsätzlich für einen Europa-ETF entschieden hat, muss sich dann über die Frage Gedanken machen, ob britische Unternehmen ebenfalls darin vorkommen sollen. Zwar lag die Rendite in den vergangenen Jahren beim Vanguard FTSE Developed Europe ex UK ETF geringfügig höher – dies hat jedoch keinerlei Aussagekraft hinsichtlich der Zukunft.

Hier muss man sich die Frage stellen, wie man die Auswirkungen des Brexits beurteilt und ob die britische Wirtschaft in Zukunft besser oder schlechter als die sonstigen Volkswirtschaften Europas abschneiden wird.

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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