Fresenius prüft Zerschlagung: Diese Teilbereiche hat der Gesundheitskonzern 

Letzte Woche machte eine Nachricht die Runde, dass der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius (WKN: 578560) die eigene Zerschlagung prüft. CEO Stephan Sturm hat in den letzten Wochen wiederholt Skepsis geäußert, dass man am Kapitalmarkt die verdiente Wertschätzung bekomme.

Das Manager Magazin berichtete zuletzt, dass das Management wohl konkreter über die Möglichkeiten einer Ausgliederung der einzelnen Konzernteile nachdenkt. Zwar sagte Sturm bei der Hauptversammlung am Freitag, dass er die aktuelle Struktur für richtig halte. Er behielt sich jedoch vor, die Optionen gründlich zu prüfen und strukturelle Veränderungen nicht grundsätzlich auszuschließen. An der Börse sorgten die Zerschlagungsgerüchte für einen Kurssprung. Schließlich steigt durch die Ausgliederung oftmals die Bewertung des Marktes, sodass der Aktienkurs mittelfristig weiter steigen könnte.

Obgleich die Zerschlagung von Fresenius nicht in den nächsten Wochen erfolgen wird, schauen wir uns im folgenden Beitrag die Teilbereiche des Gesundheitsunternehmens an, um die es gehen könnte.

Fresenius Medical Care

Fresenius Medical Care ist das einzige Segment von Fresenius, welches sich bereits an der Börse befindet. Mit einem Anteil von gut 30 % ist Fresenius immer noch am Dialyse-Spezialisten beteiligt und übt großen Einfluss aus. Zuletzt wurde diskutiert, ob der Verkauf der Anteilsscheine anstehen könnte. Dies bestritt CEO Stephan Sturm jedoch umgehend. FMC war im Zuge der Corona-Pandemie besonders stark unter die Räder gekommen, da die wichtigen Dialyse-Patienten eine Übersterblichkeit aufwiesen.

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Fresenius Medical Care stellt die Geräte für die Dialyse als auch künstliche Nieren her. Weltweit gibt es über 4000 Dialyse-Kliniken, in welchen das Unternehmen jährlich weit über 300.000 Menschen behandelt. Diabetes wird mehr und mehr zur neuen Volkskrankheit. Ein Hauptgrund ist unsere westliche, zuckerreiche Ernährung. Als Spätfolge brauchen immer mehr Menschen nach einer Erkrankung der Nieren eine Dialyse. Langfristig kann Fresenius Medical Care somit von einem wachsenden Markt profitieren.

Fresenius Kabi

Fresenius Kabi ist für Medikamente und die medizinische Ernährung zuständig. Das Segment stellt Medikamente her, die intravenös den jeweiligen Patienten verabreicht werden. Als Generika-Hersteller muss Fresenius Kabi nicht in die kostenintensive Forschung und Entwicklung investieren. Vielmehr werden Medikamente von der Konkurrenz eigenständig produziert, nachdem es keinen Patentschutz mehr gibt. Zugleich stellt Fresenius Kabi Ernährung her, die flüssig oder direkt ins Blut verabreicht werden kann. Damit wird sichergestellt, dass die Menschen alle wichtigen Nährstoffe bekommen. Fresenius Kabi ist hochprofitabel und erweitert das eigene Produktangebot kontinuierlich.


Fresenius Helios

Fresenius Helios ist das Segment von Fresenius, das für den Betrieb von Krankenhäusern zuständig ist. Insbesondere in Deutschland und Spanien ist Fresenius der größte private Anbieter in diesem Bereich. 2019 wurden von Fresenius in den eigenen Krankenhäusern und medizinischen Versorgungszentren über 20 Millionen Patienten behandelt. Im gleichen Jahr stieg Fresenius Helios auch in den kolumbianischen Markt ein. Insbesondere Lateinamerika haben die Verantwortlichen als spannenden Zukunftsmarkt auserkoren.

Fresenius Vamed

Zu guter Letzt gibt es noch das Geschäftssegment Fresenius Vamed, das sich um Dienstleistungen für Krankenhäuser kümmert. Vamed hat den kleinsten Anteil am Gesamtgewinn und kommt wohl nicht unmittelbar für eine Abspaltung in Betracht. Vielmehr wird Vamed noch einige Jahre brauchen, um sich eine vielversprechende Position zu erarbeiten. Fresenius Vamed bietet Projekte und Dienstleistungen an, die sich von der Entwicklung von Krankenhäusern über den Bau und die Instandhaltung bis zur anschließenden Betriebsführung ziehen. Mit Vamed können sich Externe einen Verantwortlichen ins Boot holen, der Erfahrung und Expertise rund um Krankenhäuser bietet.

Fresenius Aktie mit und ohne Zerschlagung ein attraktives Investment

In der Vergangenheit konnte man es bereits häufig sehen, dass eine Aufteilung des Unternehmens in eigenständige Einheiten wertsteigernd für den Gesamtkonzern war. Die Investoren an der Börse schätzen den klaren Fokus der Segmente und die Bewertung wird einfacher. Falls sich Stephan Sturm mit dem Ankeraktionär Else Kröner-Fresenius-Stiftung über kurz oder lang für eine Aufspaltung entscheidet, dürfte dies dem Aktienkurs von Fresenius guttun.

Doch auch ohne die Zerschlagung des Bad Homburger Gesundheitskonzerns sind die Zukunftsaussichten intakt. Analysten erwarten, dass Fresenius wieder kräftig auf den Wachstumspfad zurückkehrt. Die Mischung aus organischem und anorganischem Wachstum dürfte besonders nachhaltig sein. Zugleich begleiten Trends wie die demografische Alterung, wachsende Weltbevölkerung oder steigender Wohlstand das Unternehmen. Weiterhin könnten Nachholeffekte nach der Corona-Pandemie eintreten, wenn aufgeschobene Operationen und wichtige Behandlungen in den Krankenhäusern wieder vermehrt stattfinden. Trotz einer Kursrallye von fast 20 % in den letzten vier Wochen ist Fresenius mit Blick auf die Potentiale immer noch attraktiv bewertet.

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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