iShares Agribusiness ETF vs. Ossiam Food for Biodiversity ETF: Welcher Agrar-ETF ist besser? 

Seit Mitte des letzten Jahres rücken viele Aktien aus dem Agrarsektor in das Augenmerk der Anleger. Denn die Corona-Pandemie trieb den Preis vieler Rohstoffe nach oben. Zugleich könnte momentan ein neuer Rohstoff-Superzyklus beginnen. Unterbrochene Lieferketten machten die Versorgung mit Lebensmitteln und Agrar-Produkten teilweise schwieriger.

Zugleich wird die Zukunft der Agrarwirtschaft von klimatischen Veränderungen, schwierigeren Bedingungen und einem wandelnden Verhalten der Nachfrager geprägt sein. Nichtsdestotrotz wächst die Weltbevölkerung munter weiter. 2050 sollen fast 10 Milliarden Menschen auf unserem Planeten wohnen.

Langfristig könnten sich Investment in den Agrar- und Lebensmittelsektor somit rentieren. Im folgenden Beitrag stellen wir den iShares Agribusiness ETF (ISIN: IE00B6R52143) und Ossiam Food for Biodiversity ETF (ISIN: IE00BN0YSK89) gegenüber.

Die ETFs im Überblick

Beim iShares Agribusiness ETF handelt es sich um einen physischen ETF der führenden Marke für Exchange Traded Funds. Mit diesem ETF hat der Vermögensverwalter BlackRock ein Anlageprodukt aufgelegt, das die erzielten Erträge thesauriert. Die Fondsgröße ist mittlerweile über 200 Millionen Euro groß. Zudem kostet der iShares Agribusiness ETF 0,55 % TER.

Der Ossiam Food for Biodiversity ETF ist ebenfalls ein physischer ETF, der die Erträge der Anleger thesauriert. Aktuell befinden sich rund 25 Millionen Euro im ETF. Dieser kostet mit 0,75 % TER etwas mehr als sein iShares-Pendant.

Die Anlagestrategie

Mit dem iShares Agribusiness ETF können Anleger in große Unternehmen investieren, die in der Landwirtschaft tätig sind. Dies umfasst den gesamten Landwirtschaftssektor weltweit.


Der Ossiam Food for Biodiversity ETF fokussiert sich bei der Anlagestrategie ebenfalls auf Unternehmen, die aus der Lebensmittel- und Agrarwirtschaft stammen. Allerdings spielen auch nachhaltige Kriterien eine wichtige Rolle. Die Unternehmen müssen ESG-Kriterien erfüllen und sollen die biologische Vielfalt fördern. Die Treibhausemission muss zugleich mindestens 30 % niedriger als im gesamten Anlageuniversum liegen. Jederzeit sollen mindestens 70 Titel im Ossiam Food for Biodiversity ETF enthalten sein, wobei kein Unternehmen eine Gewichtung von über 7 % haben soll.

Aufteilung nach Regionen

Über die Hälfte der Positionen im iShares Agribusiness ETF hat ihren Sitz in den Vereinigten Staaten von Amerika. Im Anschluss folgen japanische Unternehmen mit gut 10 %. Norwegen und Kanada sind mit einem ETF-Anteil von 7-8 % vertreten.

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Demgegenüber gibt das Factsheet des Ossiam Food for Biodiversity ETFs keine genaue Allokation nach Regionen an. Ein Blick auf die aktuelle Top 10 zeigt jedoch, dass US-amerikanische Unternehmen auch hier dominieren. Darüber hinaus gibt es jedoch auch schweizerische oder britische Unternehmen unter den größten Positionen.

Aufteilung nach Sektoren

45 % der Unternehmen des iShares Agribusiness ETFs sind im Sektor Nichtzyklische Konsumgüter tätig. Zudem ist der Sektor Materialien mit über 30 % ebenfalls hoch gewichtet. Industrieunternehmen sind mit über 20 % im iShares Agribusiness ETF vertreten.

Auch zu der Aufteilung nach Sektoren gibt es keine Angaben im Factsheet des Ossiam Food for Biodiversity ETFs. Allerdings handelt es sich vornehmlich um Lebensmittelunternehmen und Konsumgüterkonzerne.

Die größten Positionen

Die größte Position im iShares Agribusiness ETF ist mit einer Gewichtung im niedrigen zweistelligen Bereich der US-amerikanische Hersteller für Landwirtschaftstechnik Deere. Im Anschluss folgen zwei weitere Unternehmen mit über 8 % ETF-Anteil. Dabei handelt es sich um das US-Saatgut-Unternehmen Corteva Inc. und das Industrieunternehmen Archer Daniels Midland, das über 250 Produktionsstätten für Getreide und Ölsaaten besitzt. Insgesamt kommen die 10 größten Positionen des iShares Agribusiness ETFs auf eine Gewichtung von knapp 60 %.


Fünf Positionen haben im Ossiam Food for Biodiversity ETF eine Gewichtung von mehr als sechs Prozent. Dabei handelt es sich um den Café-Betreiber Starbucks, die Großhandelskette Costco Wholesale, die Fast-Food-Kette McDonalds, das schweizerische Lebensmittelunternehmen Nestle sowie den britischen Konsumgütergiganten Unilever.

Die Performance

Seit der Auflage im Jahr 2011 konnte der iShares Agribusiness ETF eine durchschnittliche Jahresperformance von 8 % pro Jahr erzielen. In den letzten drei Jahren betrug diese sogar fast 10 %. Das laufende Jahr ist für den iShares Agribusiness ETF ein voller Erfolg. Über 20 % Performance stehen nach weniger als einem halben Jahr zu Buche.

Da der Ossiam Food for Biodiversity ETF erst Ende 2020 aufgelegt wurde, ist die historische Performance wenig aussagekräftig. Im laufenden Jahr betrug die Performance aktuell rund 5,5 % und liegt damit deutlich hinter dem iShares-ETF.

Welcher Agrar-ETF ist die bessere Wahl?

Der iShares Agribusiness ETF konnte seit seiner Auflage eine ansehnliche Rendite erzielen. In diesem Jahr schneidet der ETF mit über 20 % bis Mai sogar überdurchschnittlich gut ab. Zugleich ist der ETF über die Agrarindustrie hinweg diversifiziert. Der Fokus liegt zwar auf den USA, doch auch andere Länder sind vertreten. Allerdings stellt sich die Frage, ob die traditionellen Agrar-Unternehmen allesamt den Wandel zu einer nachhaltigeren und gesünderen Lebensmittelwirtschaft schaffen.

Demgegenüber wirbt der Ossiam Food for Biodiversity ETF mit einer Förderung der biologischen Vielfalt und dem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit. Mit den größten Positionen wie Starbucks, McDonalds oder Nestle kann man vielleicht mit ESG-Kriterien punkten – mit der Förderung der Biodiversität hat dies jedoch auf den ersten Blick wenig zu tun, sodass man bei beiden ETFs klare Abstriche machen muss. Kurz- und mittelfristig könnte der iShares Agribusiness ETF in Hinblick auf steigende Rohstoffpreise für Anleger lohnen.

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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