Ist der Invesco Elwood Global Blockchain ETF eine lohnende Alternative zu Krypto-Coins?

Derzeit sind Kryptowährungen in aller Munde. Sowohl aktuelle als auch vergangene Kursentwicklungen zeigen jedoch, dass Bitcoin, Ethereum, Dogecoin und Co. nach wie vor zu teils erheblichen Preisschwankungen neigen. Der Invesco Elwood Global Blockchain ETF erlaubt es Anlegern, in die Zukunft der Blockchain-Technologie zu investieren, ohne dabei direkt Kryptowährung kaufen zu müssen. Doch kann der ETF wirklich eine lohnende Alternative zu den beliebten Coins darstellen?

Ein Überflieger wird flügellahm

Es ist noch nicht allzu lange her, da war der Invesco Elwood Global Blockchain ETF (ISIN: IE00BGBN6P67) das Maß aller Dinge in der ETF-Branche. 2020 gehörte er mit einem Plus von 76,65 Prozent zu den am besten performenden Aktien-ETFs überhaupt.

Als die Kurse zahlreicher Kryptowährungen dann im Januar damit begannen, durch die Decke zu gehen, zündete auch der Invesco Elwood Global Blockchain ETF den Turbo. Zwischen Ende Januar und Mitte Februar legte der Kurs des ETFs um 41 Prozent zu. Kryptowährungen waren gerade dabei, die Anlagewelt zu erobern und der Blockchain ETF unterstrich dies.

Doch dann war die Rallye auf einmal vorbei. Gegen Mitte Februar begann der Kurs des Blockchain ETFs in eine langwierige Seitwärtsbewegung überzugehen. Als ab Mitte April endlich wieder Bewegung in den Kurs kam, ging es dann auf einmal nur noch abwärts. Allein in den letzten 30 Tagen hat der Invesco Elwood Global Blockchain ETF 18 Prozent an Wert verloren.

Im laufenden Jahr kommt der ETF damit freilich immer noch auf ein Plus von knapp 24 Prozent. Seine besten Tage scheint er jedoch zumindest vorerst hinter sich zu haben. Was war passiert?

Ein Ende des Hypes?

Um zu erklären, weshalb beim Invesco Elwood Global Blockchain ETF ab Mitte Februar ein Bruch stattgefunden hat, muss man berücksichtigen, was in diesem Zeitpunkt sonst noch geschehen war. Das offensichtlichste Parallelereignis war das vorläufige Ende der Bitcoin-Rallye.

Der Oktober des vergangenen Jahres sah den Beginn eines zweiten Bitcoin-Booms, welcher den Preis der ersten Kryptowährung weit über das hinaustrug, was während der ersten Hypephase von Bitcoin 2017 erreicht worden war. Ihren vorläufigen Höhepunkt sollte diese Entwicklung am 21. Februar erreichen. In der folgenden Woche brach der Bitcoin-Kurs ein. Erst gegen Mitte März sollte sich BTC hiervon wieder vollständig erholen.


Dieser zwischenzeitliche Einbruch fand auch bei zahlreichen anderen Kryptowährungen statt. So verlor Ethereum (ETH) in der letzten Februarwoche beispielsweise 34 Prozent an Wert. Der XRP-Kurs stürzte sogar innerhalb eines einzigen Tages um diesen Prozentsatz ab.

Es wäre also nahe liegend, die schlechte Performance des Invesco Elwood Global Blockchain ETF auf ein Erlahmen des Krypto-Hypes zu jener Zeit zurückzuführen. Diese Interpretation hat allerdings einen entscheidenden Haken. Sowohl Bitcoin als auch Ethereum und XRP konnten sich in der Folgezeit wieder erholen. Beim Blockchain ETF war dies jedoch nicht der Fall. Es muss also noch andere Gründe für die schlechte Performance des ETFs geben.

IT-Werte brachen Mitte Februar ein

Mitte Februar gab es am Anlagemarkt jedoch noch einen zweiten Einbruch. Der bis zu diesem Zeitpunkt fast unaufhaltsam erscheinende Tech-Sektor musste in der zweiten Februarhälfte und der ersten Märzwoche flächendeckend Kurseinbrüche verkraften. Nachdem die Kurse zahlreicher Technologie-Aktien in den vorherigen Monaten beinahe kontinuierlich gestiegen waren, war im Februar die von vielen Experten vorhergesagte Kurskorrektur erfolgt.

Besonders betroffen waren davon viele der zuvor am stärksten gehypten Aktien aus den Bereichen Wasserstoff und Elektromobilität. Aber auch zahlreiche IT-Werte wurden in Mitleidenschaft gezogen.

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Blickt man auf die Kursverläufe der größten Beteiligungen des Invesco Elwood Global Blockchain ETF, stellt man fest, dass manche davon tatsächlich bereits Mitte Februar Kurseinbrüche zu verzeichnen hatten. Für andere wiederum ging es erst eine Woche später mit dem Ende der Bitcoin-Rallye bergab.

Wie viel Krypto ist wirklich im Invesco Elwood Global Blockchain ETF?

Allerdings offenbart genau dieser Blick auch einen anderen möglichen Grund, weshalb die Kursentwicklung des Invesco Elwood Global Blockchain ETF zuletzt nicht mehr im Einklang mit dem anhaltenden Krypto-Boom verläuft. Diverse der im Indexfonds abgebildeten Aktien haben nämlich nur sehr eingeschränkt überhaupt etwas mit Kryptowährungen oder der Blockchain zu tun.

Während Aktien wie Bitfarms (ISIN: CA09173B1076) oder Coinbase (ISIN: US19260Q1076) durchaus Werte sind, die man in einem Blockchain ETF vermuten könnte, scheint der Zusammenhang bei einigen anderen Werten eher nur oberflächlicher Natur zu sein.

So zählen Taiwan Semiconductor (ISIN: US8740391003) und Kakao Corp. (ISIN: KR7035720002) beispielsweise mit jeweils rund 4 Prozent zu den größten Positionen des Invesco Elwood Global Blockchain ETFs.

Das südkoreanische Kommunikations- und IT-Unternehmen Kakao ist vor allem aufgrund seiner Social-Media-App in Südkorea bekannt. Im vergangenen Jahr hatte man der App eine Krypto-Wallet-Funktion hinzugefügt. Zweifelsohne ein beachtenswerter Schritt. Doch reicht dies schon aus, um Kakao zu einer der wichtigsten Positionen in einem Blockchain ETF zu machen, wenn das Unternehmen ansonsten nichts mit Kryptowährungen oder der Blockchain zu tun hat?

Beim taiwanesischen Halbleiterhersteller Taiwan Semiconductor ist die Verbindung zu Kryptowährungen noch wesentlich fragwürdiger. Die Chips von TSMC werden u. a. von Bitcoin-Schürfern verwendet. Dies trifft aber auch auf andere Chiphersteller zu. Wen dies bereits ausreicht, um TSMC in einem Blockchain ETF zu verorten, gibt es keinen Grund, die Aktie nicht auch z. B. in jeden ETF mit Automobil-Fokus zu stecken. In Autos werden schließlich auch viele Halbleiter verbaut.

Wie groß ist die Bedeutung von Krypto-Schürfern wirklich für die wirtschaftliche Entwicklung von TSMC? Das Unternehmen selbst scheint dieser Kundschaft keine allzu große Bedeutung beizumessen. Erst im März hatte man nämlich verkündet, die Lieferungen an Bitcoin-Miner deutlich zu reduzieren, um mehr Spielraum für andere Kunden zu schaffen.

Von was hängt der Kurs des Invesco Elwood Global Blockchain ETF wirklich ab?

Dies wirft nun jedoch noch eine weitere Frage auf. Wie groß ist der Zusammenhang zwischen der Kursentwicklung des Invesco Elwood Global Blockchain ETF und dem Wachstum der Blockchain-Technologie wirklich?

Die Aktienkurse von TSMC und Kakao setzten z. B. bereits Monate bevor der Bitcoin-Preis zu explodieren begann, zu einer Kursrallye an. Aber wie sieht es mit den Positionen aus, die einen deutlich stärkeren Zusammenhang mit Kryptowährungen haben?

Seit ihrem Börsengang befindet sich der Kurs der Coinbase-Aktie kontinuierlich im Sinkflug. Der Kurs der Bitcoin-Schürfers Bitfarms tritt seit der letzten Februarwoche mehr oder weniger auf der Stelle. Hier lässt sich ein Zusammenhang mit dem Bitcoin-Preis verständlicherweise auch am ehesten ablesen. Für die Aktie von HIVE Blockchain Technologies Ltd. (ISIN: CA43366H1001) – ein Blockchain-Infrastruktur-Unternehmen, dass eine Brücke zwischen Kryptowährungen und klassischem Kapitalmarkt schlagen will – ging es seit Februar kontinuierlich bergab.

Wie fügt sich das alles zusammen? Dass es einen Zusammenhang zwischen der Kursentwicklung des Invesco Elwood Global Blockchain ETF und dem Bitcoin-Preis gibt, lässt sich trotz der teilweise etwas fragwürdigen Zusammensetzung nicht leugnen. Dafür entwickelten sich die beiden Kurse zwischen Oktober und Mitte Februar zu sehr im Einklang.

Gleichzeitig haben die folgenden Monate jedoch die Frage aufgeworfen, inwiefern der ETF wirklich die Entwicklung des Kryptomarktes als Ganzes widerspiegeln kann. Die Preisentwicklungen bei Ethereum, Cardano oder Dogecoin scheinen keinerlei Einfluss zu haben.

Dies macht einerseits Sinn, da Bitcoin nach Marktkapitalisierung nach wie vor die größte Kryptowährung ist. Allerdings muss doch zumindest infrage gestellt werden, inwiefern Bitcoin eine adäquaqte Repräsentation der Zukunft der Blockchain darstellt. Die aufregendsten Entwicklungen auf diesem Gebiet finden doch derzeit eher bei Ethereum und Aufsteigern wie Cardano, Polkadot und Co. statt.

Wird der Invesco Elwood Global Blockchain ETF wieder steigen?

Derzeit befindet sich der Invesco Elwood Global Blockchain ETF in einer sichtbaren Abwärtsbewegung. Zum Teil hängt dies mit der eher negativen Preisentwicklung des Bitcoins zusammen. Hinzukommt, dass sich einige der enthaltenen Tech-Aktien nach wie vor nicht von der Kurskorrektur im Februar erholen konnten oder aus anderen Gründen gerade fallen.

Eines der Hauptprobleme dieses Blockchain ETFs scheint zu sein, dass sich der Kryptomarkt seit Februar nunmehr deutlich heterogener verhält. Viele Coins steigen mittlerweile im Wert, selbst wenn der Bitcoin gerade nur Wasser tritt.

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Wer davon jedoch profitieren möchte, investiert in die entsprechenden Coins und nicht in die Aktien allgemeiner Krypto-Unternehmen. Der Invesco Elwood Global Blockchain ETF versucht, etwas unter einen Hut zu bringen, was sich mittlerweile nicht mehr so einfach unter einen Hut bringen lässt.

Bedeutet das nun, dass sich die Idee eines Blockchain ETFs überlebt hat? Es wäre zu früh, diesen Abgesang anzustimmen. Die Entwicklung der Blockchain-Technologie befindet sich immer noch in ihren Kinderschuhen. Ihr wahres Potenzial hat sie bisher noch nicht offenbart. Für die kommenden Jahre könnte hier noch eine Menge Wachstumspotenzial schlummern.

Zumindest momentan scheint jedoch die reine Spekulation darüber, welcher Coin gerade besonders stark im Wert steigen könnte, im Vordergrund zu stehen. Gleichzeitig existieren derzeit noch nicht genug dezidierte Aktienunternehmen, die sich voll auf die Blockchain als Technologie konzentrieren und damit auch ausreichend hohe Umsätze generieren, um einen steigenden Aktienkurs zu rechtfertigen.

Letzten Endes ist es aber genau das, was der Invesco Elwood Global Blockchain ETF braucht, um langfristig wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden.

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Florian Schulze hat einen Abschluss in internationaler Politik und Wirtschaftspolitik und studiert derzeit Mathematik. ETFs, Aktien und Kryptowährungen sind seine Leidenschaft.

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