JD.com oder Alibaba kaufen: Welche chinesische E-Commerce-Aktie ist besser? 

Für Anleger bietet der chinesische Aktienmarkt spannende Chancen. Denn in den letzten Wochen korrigierten zahlreiche China-Titel. Zudem sind die Aussichten für die Zukunft hervorragend. Die chinesische Wirtschaft wird in den nächsten Jahren deutlich stärker wachsen als ihre westlichen Pendants. Die politische Führung verfolgt ambitionierte Ziele und möchte das bevölkerungsreichste Land der Welt zur Weltmacht Nr.1 machen. Die Road-and-Belt-Initiative bis in das Jahr 2049 ist nur ein Puzzlestück, um den chinesischen Einfluss weltweit zu erhöhen. Mit diesen Gedanken im Hinterkopf scheinen China-Aktien in jedes gut diversifizierte Depot zu gehören.

Was liegt da näher als ein Unternehmen, das in einem absoluten Megatrend tätig ist? Folglich soll es im folgenden Beitrag um zwei chinesische E-Commerce-Aktien geben: den Platzhirsch Alibaba und den ambitionierten Herausforderer JD.com.

E-Commerce in China

Der größte E-Commerce-Markt der Welt ist bereits heute das Reich der Mitte. Zudem mehren sich die Anzeichen, dass der chinesische Internethandel weiter florieren wird. Im letzten Jahr wuchs man im Zuge der Corona-Pandemie deutlich stärker. In der chinesischen Gesellschaft ist der Onlinehandel fest verwurzelt – die Menschen lieben den Komfort beim Bestellen im Internet. Besonders die Bevölkerung auf dem Land nutzt immer häufiger das Internet. Fast 40 % der Chinesen lebt außerhalb der Städte. Diese bekommen nach und nach die technische Infrastruktur, um auch in den Genuss des Onlinehandels zu kommen. Die wachsende Mittelschicht in China führt zu einem steigenden Wohlstand, der erfahrungsgemäß häufig zu mehr Konsum führt.

JD.com (WKN: A112ST)


Bei JD.com handelt es sich um das zweitgrößte E-Commerce-Unternehmen aus China und einem der größten Internetkonzerne der Welt. Während der letzten SARS-Epidemie ging der Unternehmensgründer den mutigen Schritt, einen Online-Handel aufzubauen – mit Erfolg. Heute verdient JD.com über 90 % der Umsätze mit dem E-Commerce. Zudem hat man ein eigenes Logistiknetzwerk, das zuletzt als JD Logistics an die Börse kam. Dieses bietet immer mehr externen Unternehmen die Möglichkeit, auf eine hochwertige und automatisierte Logistik-Infrastruktur zurückzugreifen. Zugleich investiert man in verschiedene Zukunftstrends wie Künstliche Intelligenz, Telemedizin oder Cloud Computing.

Alibaba (WKN: A117ME)


Alibaba ist hinter Tencent der zweitgrößte Internetkonzern im Reich der Mitte. Seit 2015 ist das chinesische Unternehmen vor Amazon und Co. der größte Retailer der Welt. Man erzielt deutlich höhere Umsätze und Profite als andere Unternehmen. Dies ist zunächst auf den Erfolg im E-Commerce-Sektor zurückzuführen. Hier hat man einen Marktanteil von über 60 %. Alibaba stellt lediglich die Online-Plattform bereit, Logistik und Versand übernehmen externe Dienstleister. Dieses Angebot spricht insbesondere die Mittelschicht an.

Insgesamt hat Alibaba über eine Milliarde aktive Kunden – davon schon 200 Millionen außerhalb Chinas. Durch den Fokus auf das Marketing und geringen Betriebskosten für die Infrastruktur profitiert Alibaba von hohen Margen.

Zudem ist man in Zukunftstrends wie Social Media, Cloud Computing, Payment, Telemedizin und vielen weiteren Bereichen aktiv. Das Internet-Konglomerat ist immer wieder auf der Suche nach spannenden Expansionsmöglichkeiten.

JD.com vs. Alibaba

Beim Marktanteil im chinesischen E-Commerce-Markt ist Alibaba klar führend. In den letzten Jahren belief sich dieser auf rund 60 %, während JD.com auf rund ein Viertel des chinesischen Marktes kommt.

JD.com bietet eine All-Inclusive-Lösung, die von der Plattform über den Verkauf bis zur Logistik reicht. Demgegenüber stellt Alibaba nur die Online-Plattform bereit und setzt auf Outsourcing an externe Dienstleister. Die Zahl der aktiven Kunden ist bei Alibaba ungefähr doppelt so hoch. Die Preise sind günstiger, während JD.com eine Qualitätsstrategie fährt. Hier findet man keinerlei gefälschte Waren, sondern setzt auf die Kaufkraft von Ober- und Mittelschicht.

Die Chancen

Mit JD.com können Anleger in die Nummer 2 des chinesischen E-Commerces investieren. Das Unternehmen wächst stark und hat eine eigene Logistik-Infrastruktur. Daraus resultiert Unabhängigkeit von externen Partnern. Zugleich wird das Thema Logistik immer bedeutsamer, sodass das Fremdkundengeschäft in der Zukunft wachsen dürfte.

Alibaba ist demgegenüber die Nummer 1 im chinesischen E-Commerce und hat eine enorme Marktmacht. Die Margen sind hoch, zugleich ist die Bewertung historisch günstig.

Die Risiken

Zwar schrieb JD.com zuletzt schwarze Zahlen. Dennoch ist insbesondere die Logistik des Unternehmens noch ein enormer Kostenfaktor. Zugleich sind die Margen deutlich geringer, da JD.com einen Fulfillment-Service anbietet. Massive Investitionen werden auch in Zukunft notwendig sein. Damit muss JD.com zwangsläufig weiteres Wachstum generieren.

Zwar gibt es bei jeder China-Aktie ein vorhandenes politisches Risiko. Damit müssen sich die Aktionäre abfinden, da der mittelfristige Erfolg der Unternehmen auch von dem Wohlwollen der chinesischen Partei abhängt. Bei Alibaba dürfte dank Gründer Jack Ma dieses Risiko dennoch etwas höher sein. Schließlich fiel dieser in Ungnade der chinesischen Regierung. Zwar schloss man zuletzt mit einer Strafzahlung die Meinungsverschiedenen vorerst ab. Ob die Unruhen damit jedoch endgültig beigelegt wurden, weiß niemand. Zugleich fällt Alibaba immer wieder mit sehr flexiblen Bilanzierungsmethoden auf. Dies macht eine Bewertung des Unternehmens mitunter schwerer.

Welche E-Commerce-Aktie aus China sollte man kaufen?

Sowohl Alibaba als auch JD.com sind spannende Unternehmen aus dem Reich der Mitte. Beide E-Commerce-Giganten wachsen weiterhin stark und sind aussichtsreich für die Zukunft positioniert. Zugleich sind die Anteilsscheine beider Unternehmen nach der Korrektur der letzten Wochen nicht allzu teuer bewertet. Anleger können langfristig eine überdurchschnittliche Rendite erzielen, wenn sich das Bewertungsniveau wieder angleicht.

Obgleich Alibaba die Nummer 1 im chinesischen E-Commerce-Markt ist, würde ich auf den Herausforderer JD.com setzen. Besonders spannend ist die unternehmenseigene Logistik, die in Zukunft hohe Erträge generieren könnte. Zudem scheint mir das politische Fadenkreuz auf Alibaba deutlich ausgeprägter zu sein. Die teilweise zweifelhafte Bilanzierung, die mitunter auch von Analysten kritisiert wird, stärkt das Vertrauen nicht wirklich.

Zudem überzeugen mich bei JD.com die starken Partnerschaften (u.a. mit Tencent) sowie Chancen einer Expansion in weitere Märkte. Zwar steht die Profitabilität bei JD.com noch am Anfang – allerdings haben andere E-Commerce-Giganten bereits unter Beweis gestellt, wie profitabel das Geschäft ist. Folglich stehen die Chancen gut, dass JD.com langfristig steigende Umsätze und Gewinne verzeichnen kann – für Aktionäre würde sich dies in steigenden Aktienkursen ausdrücken.

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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