Lufthansa Aktie: Anstieg trotz Turbulenzen – jetzt einsteigen?

Gestern kam es noch zu einem kräftigen Einsturz der Lufthansa Aktie, immerhin verlor sie zeitweise um die 26 Prozent. Grund dafür war die Kapitalerhöhung, die mehrfach negativ thematisiert wurde. Nachdem durchaus schwarzen gestrigen Tag startete die Lufthansa Aktie heute mit Rückenwind aus dem Hause Goldman Sachs.

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Lufthansa Aktie Kurs: Goldman Sachs stuft die Aktie auf neutral ein – Aktie nimmt zu



Während die Lufthansa Aktie gestern noch stark abstürzte, beendete die Aktie ihren Handelstag bei rund 6,20 Euro. Die Lufthansa Aktie hatte in den letzten Monaten stark zu kämpfen. Grund dafür war nicht nur die Corona-Krise, sondern auch die Kapitalerhöhung, die bei manchen Köpfen Verwirrung auslöste. Immerhin befindet sich die Lufthansa Aktie bei einem 6-Monats-Vergleich bei einem Minus von 1,46 Euro.

Unterstützung kam jedoch nun aus dem Haus Goldman und Sachs. Der Analyst Patrick Creuset gab heute bekannt, dass man die Aktie von „Sell“ auf „Neutral“ gestuft hatte. Zugeschrieben wird das, ironischerweise, der jüngsten Kapitalerhöhung. Diese soll die kurzfristige Geschäftsentwicklung von Lufthansa beflügeln. Das Kursziel wurde indes dennoch von 8,10 Euro auf 6,60 Euro angepasst.

Was ist mit der Lufthansa Aktie los? Kapitalerhöhung sorgt für Kopfzerbrechen

Lufthansa-Chef Carsten Spohr und sein Finanzvorstand Remco Steenbergen gaben ihr Bestes, als sie am frühen Montagmorgen versuchten, den Anlegern die gerade angekündigte Kapitalerhöhung schmackhaft zu machen. Spohr betonte, dass sie jetzt wirklich sehen, dass Geschäftsreisen zurückkommen. Da das Sommergeschäft so gut gelaufen sei, werde Lufthansa für das dritte Quartal einen operativen Gewinn ausweisen, sagte Steenbergen. Und sie nehmen im laufenden Turnaround strukturell jährlich Kosten von 3,5 Milliarden Euro aus dem Unternehmen.

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Dennoch stellt sich die Frage: Warum jetzt? Der Zeitpunkt der Kapitalerhöhung, die Lufthansa 2,1 Milliarden Euro einbringen soll, sei nicht nur aus Sicht von Bernstein Research-Analyst Daniel Röska „rätselhaft“. Schließlich sei der Aktienkurs in den letzten Wochen stetig gesunken, die Hauptlangstrecken in die USA seien für Europäer noch weitgehend gesperrt, die Nachfrage sei noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau. Auch die Kapazitäten für 2021 sind voraussichtlich nur die Hälfte im Vergleich zum 2019.

Auch die Frage, wer in Deutschland künftig tatsächlich die Bundesregierung bilden und damit die politische Richtung in der Umwelt- und Luftfahrtpolitik vorgibt, ist noch nicht beantwortet und erhöht die Unsicherheit. Röska selbst gab bekannt, dass man mit der Kapitalerhöhung warten hätte müssen, bis Langstreckenflüge wieder vollständig wieder eröffnet sind. Zudem hätte Lufthansa derzeit keine Kapitalerhöhung benötigt.

Lufthansa möchte staatliche Investitionen loswerden

Die vermeintliche Antwort auf die Timing-Frage findet sich sozusagen im Kleingedruckten und in den Archiven: Lufthansa will die Staatsbeteiligung, die sie nach eigener Auffassung unternehmerisch zu stark einschränkt, so schnell wie möglich loswerden. Derzeit sei der Staat zu sehr an Lufthansa beteiligt. Anfang der 1990er Jahre, als Lufthansa in einer existenziellen Krise steckte, war sie noch teilweise in Staatsbesitz. Andererseits konnte sie im vergangenen Jahr nur dank staatlicher Eingriffe eine Insolvenz vermeiden.

Deutschland, Schweiz, Österreich und Belgien stellten insgesamt rund neun Milliarden Euro zur Verfügung – Lufthansa musste jedoch nur einen Bruchteil davon in Anspruch nehmen, weil sie bereits im Herbst 2020 mit Anleihen wieder Zugang zu den Kapitalmärkten hatte.

Lufthansa wollte Staatshilfe bis zur Bundestagswahl zurückgezahlt haben

Als Lufthansa im Frühjahr ihre Pläne für eine Kapitalerhöhung vorstellte, hatte Spohr gehofft, dass die Fluggesellschaft die Staatshilfen noch vor der Bundestagswahl zurückzahlen würde. Das hat jetzt nicht geklappt, aber immerhin gibt es jetzt einen klaren Zeitplan nicht nur dafür, sondern auch für den Ausstieg des Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) als Aktionär. Bis Ende Oktober will Lufthansa 1,5 Milliarden Euro aus der sogenannten Silent Partnership 1 zurückzahlen, bis Ende des Jahres eine weitere Milliarde aus Silent Partnership 2. Lufthansa wird auch den ungenutzten Teil von Silent Partnership 1 in Höhe von drei Milliarden Euro kündigen und hat damit keinen Zugriff mehr darauf.

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Auf diese Weise vermeidet Lufthansa teure Zinsen, die in den kommenden Jahren für die Beihilfen stark gestiegen wären. Entscheidend sind aber auch die Folgen für die tatsächliche Landesbeteiligung: WSF hält derzeit 15,84 % der Lufthansa-Beteiligung. Nimmt sie an der Kapitalerhöhung teil, verpflichtet sie sich, spätestens nach sechs Monaten mit dem Verkauf ihrer Aktien zu beginnen und muss spätestens nach zwei Jahren über das Gesamtpaket veräußert sein. WSF beabsichtigt, sich erst nach Ablauf der Zeichnungsfrist am 5. Oktober zu dem Thema zu äußern.

Sollte sie alle Bezugsrechte ausüben, müsste sie 340 Millionen Euro für die Aktien zahlen, könnte aber auch die Bezugsrechte ganz oder teilweise veräußern. Da die Aktien deutlich unter dem aktuellen Börsenkurs angeboten werden, könnte der Bund bei einem späteren Verkauf voraussichtlich einen deutlichen Buchgewinn erzielen. WSF hatte die ursprünglich 20-Prozent-Beteiligung zum Preis von 2,50 Euro erworben, einen Teil davon aber bereits mit großem Gewinn verkauft.

Lufthansa bietet neue Aktien verbilligt an

Lufthansa bietet die neuen Aktien mit einem satten Abschlag an: Sie sollen im Rahmen der Kapitalerhöhung 3,58 Euro kosten, 56 Prozent unter dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Aktionäre können für jede gehaltene Aktie eine zusätzliche Aktie erwerben. Für die Kapitalerhöhung bürgt jedoch ein Konsortium aus 14 Banken vollumfänglich. Mehrere von Black Rock verwaltete Investmentfonds haben sich zur vollständigen Ausübung von Bezugsrechten im Volumen von 300 Millionen Euro verpflichtet. Und auch alle Vorstände der Lufthansa Group wollen so viele Aktien kaufen, wie sie dürfen.

Lufthansa Aktie Prognose: Wie geht es nun weiter?

Die Konditionen der Kapitalerhöhung führen zu einem Bezugsrechtsabschlag. Sprich, für jede Aktie Lufthansa kann per Bezugsrecht eine neue Lufthansa Aktie bezogen werden – die Menge der Lufthansa Aktien wird sich also verdoppeln. Die Bezugsfrist begann am gestrigen Tage und endet wie geplant am 5. Oktober.

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Jasmin Fuchs ist studierte Sprachwissenschaftlerin mit einer Ausbildung in Informationstechnologie und IT-Management. Sie finden Jasmins Publikationen auch auf https://kryptoszene.de/

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