Opendoor Aktie: Reinfall oder verkanntes Juwel?

Für die Aktie des US-amerikanischen Online-Immobilienunternehmens Opendoor Technologies (ISIN: US6837121036) ging es seit Februar fast nur noch bergab. Glaubt man jedoch Star-Investorin Cathe Wood, bietet sich Anlegern hier eine goldene Gelegenheit. Mit dieser Meinung steht sie nicht alleine da. Ist das Papier ein potenzieller Tenbagger oder sollten Anleger lieber die Finger von der Opendoor-Aktie lassen?

Kurs der Opendoor-Aktie halbiert sich fast

Seinen Höhepunkt hatte der Kurs der Opendoor-Aktie am 10. Februar dieses Jahres erreicht. An diesem Tag wurde das Papier für 35,88 Dollar gehandelt. Danach sollte es jedoch wieder deutlich nach unten gehen.

Wie viele andere US-Technologiewerte auch war Opendoor im Frühjahr das Opfer einer Kurskorrektur im Technologie-Sektor geworden. Im Gegensatz zu vielen anderen Tech-Titeln gelang es Opendoor jedoch nicht, sich in den folgenden Monaten wieder zu erholen.

Derzeit wird das Papier zu einem Kurs von knapp unter 19 Dollar gehandelt. Anzeichen der Besserung scheinen für den Kurs derweil nicht in Sicht zu sein. Allein in den letzten fünf Tagen hat die Aktie abermals rund 14,5 Prozent an Wert verloren.

Opendoor blieb hinter Erwartungen der Analysten zurück

Hauptgrund für das ausbleibende Comeback der Opendoor-Aktie dürfte die Tatsache gewesen sein, dass das Unternehmen beim letzten Quartalsbericht teils deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben war.

Man enttäuschte dabei jedoch keineswegs auf ganzer Linie. Beim Umsatz hatten die Analysten aufgrund der Pandemie bereits mit einem deutlichen Umsatzrückgang gerechnet. Hier konnte Opendoor mit einem um 5,5 Millionen Dollar besserem Ergebnis positiv überraschen.

Das Problem war jedoch der Verlust des Unternehmens. Dieser fiel deutlich höher aus, als erwartet worden war. Die Analysten hatten mit einem Verlust von 0,10 Dollar je Aktie gerechnet. Opendoor vermeldete letztlich jedoch einen Verlust von 0,49 Dollar je Aktie.

Das Resultat dieses am 4. März verkündeten Quartalsergebnisses lässt sich sehr gut am Aktienkurs ablesen. Die zaghafte Erholung des Kurses war nach Bekanntwerden dieser Zahlen schlagartig vorüber. Seitdem ist der Kurs nur noch weiter gefallen.

Opendoor befand sich vor der Krise auf Wachstumskurs

Trotz dieser eher negativen Entwicklung hatte der Ark Invest active ETF von Star-Investorin Cathe Wood erst vergangenen April 633.400 Anteile der Opendoor-Aktie seinem Portfolio hinzugefügt. ARK investment spezialisiert sich auf spekulative Aktien im Technologie-Sektor. Woods selbst hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach frühzeitig Tech-Unternehmen mit großem Potenzial erkannt, ehe der Markt auf diese aufmerksam geworden war.

Tatsächlich hat sich das Geschäftsmodell von Opendoor vor Beginn der Pandemie als äußerst wachstumsstark erwiesen. Das Unternehmen bietet Immobilienbesitzern eine Online-Plattform, auf welcher sie ihre Immobilien zum Verkauf anbieten können. Falls Opendoor den verlangten Preis akzeptiert, kauft es die Immobilie abzüglich einer Gebühr direkt ab und veranlasst anschließend selbst notwendige Renovierungsarbeiten.

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Für Immobilienbesitzer besteht der Vorteil darin, dass diese ihre Immobilie schnell loswerden, ohne sich um Besichtigungen und andere Aspekte des Hausverkaufs kümmern zu müssen. Opendoor verfügt damit wiederum über einen Bestand an Immobilien, die mit Profit verkauft werden können. Laut eigener Aussage hält Opendoor eine Immobilie gerade einmal drei Monate, eher sie wieder verkauft werden kann.

Wird Opendoor das Amazon der Immobilienbranche?

Das Geschäftsmodell von Opendoor basiert letztlich also auf dem bewährten Konzept des Homeflippings. Renovierungsbedürftige Immobilien günstig zu kaufen, sie wieder auf Vordermann zu bringen und anschließend mit einem Gewinn zu verkaufen, hat sich in der Vergangenheit sogar für Privatperson als lukrative Möglichkeit erwiesen, Geld zu verdienen. Opendoor hebt dieses Geschäftsmodell nun auf ein industrielles Level und verknüpft es zudem mit den Bequemlichkeiten des E-Commerce.

Im Grunde macht Opendoor also genau das, was Amazon einst mit dem Bücherverkauf gemacht hat. Mit einer eigens entwickelten App bietet das Unternehmen Hausbesitzern die Möglichkeit, ihre Immobilie innerhalb weniger Minuten online zu verkaufen. Anstatt einer persönlichen Besichtigung steht lediglich eine virtuelle Besichtigungstour über die App an.

Auch der Kauf einer Immobilie von Opendoors läuft bequem über die App ab. Falls Käufer im Nachhinein Zweifel haben, können sie ein bereits gekauftes Haus zudem innerhalb von 90 Tagen einfach zurückgeben. Langwieriges Hin und Her zwischen Käufern, Verkäufern, Maklern und Notaren entfällt dabei vollkommen. Mit Opendoor ist der Hauskauf so leicht und bequem wie das Shopping über Amazon.


Dieses Modell erscheint wie gemacht zu sein für eine neue Generation Technologie-affiner Hauskäufer. Tatsächlich verzeichnete das Unternehmen noch bis unmittelbar vor der Krise ein deutliches Wachstum. Das Konzept von Opendoor hat also durchaus eine Menge Potenzial.

Ist die Opendoor-Aktie ein potenzieller Tenbagger?

Tatsächlich scheint Opendoor alles mitzubringen, um in den kommenden Jahren durchzustarten. Selbst das Timing der Pandemie erscheint hier nur auf den ersten Blick unglücklich.

Aufgrund der Corona-Krise ist die Bedeutung des E-Commerce nochmals deutlich gewachsen. Kurzfristig hat die Pandemie zwar dazu geführt, dass weniger Häuser gekauft wurden. Langfristig ändert dies jedoch nichts an dem nach wie vor bestehenden Bedarf nach neuen Häusern. Wenn die Immobilienbranche in den USA in Zukunft wieder anzieht, könnte Opendoor mit seinem Konzept zu den ganz großen Gewinnern gehören.

Diese Erkenntnis hat sich im Übrigen auch bei Analysten herumgesprochen. Von den sechs Kursbeobachtern, welche die Opendoor-Aktie derzeit auf dem Schirm haben, sprechen sich aktuell fünf für einen Kauf aus. Das durchschnittliche Kursziel liegt dabei bei 35,20 Dollar – rund 90 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Was aktuell noch gegen einen großangelegten Aufschwung des Aktienkurses spricht, ist der Verlust, welchen Opendoor momentan noch einfährt. Für aufstrebende Technologie-Unternehmen ist dies natürlich nichts Besonderes. Entscheidend ist das langfristige Wachstumspotenzial.

Wer Interesse an der weiteren Entwicklung der Opendoor-Aktie hat, sollte sich den 11. Mai kommende Woche rot im Kalender anstreichen. An diesem Tag wird die Unternehmensführung die Zahlen für das zurückliegende Quartal veröffentlichen. Könnte dies womöglich den lang ersehnten Wendepunkt für den Aktienkurs einleiten? In wenigen Tagen wissen wir mehr.

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Florian Schulze hat einen Abschluss in internationaler Politik und Wirtschaftspolitik und studiert derzeit Mathematik. ETFs, Aktien und Kryptowährungen sind seine Leidenschaft.

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