So entscheidend ist der Tracking Error bei ETFs

ETFs bilden den Markt anhand eines Vergleichsindex ab. Jedoch gelingt es nur wenigen ETFs, die Kursentwicklung ihres Benchmarks tatsächlich eins zu eins wiederzugeben. Der Tracking Error gibt Auskunft darüber, wie sehr ein ETF über das Jahr hinweg bei seinem Versuch, dem Index zu folgen, schwankt. Doch worin genau unterscheidet sich der Tracking Error von der Tracking Difference und wie wichtig ist er für Anleger tatsächlich?
Der Unterschied zwischen Tracking Error und Tracking Difference

Das Prinzip hinter ETFs ist die möglichst genaue Abbildung eines bestimmten Vergleichsindex. Auf diese Weise können Anleger die gleichen Ergebnisse einfahren wie der Markt. Auf lange Sicht gesehen hat sich diese Strategie als äußerst zuverlässig erwiesen. Allerdings kann ein ETF seinen Index für gewöhnlich nicht haargenau eins zu eins abbilden. Im Laufe der Zeit kommt es immer wieder zu kleineren Abweichungen der Kurse.

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Diese Abweichung vom Index wird anhand von zwei Faktoren gemessen. Man spricht dabei vom Tracking Error sowie der Tracking Difference. Beide beziehen sich dabei jeweils auf einen unterschiedlichen Aspekt der Kursabweichung.

Die Tracking Difference gibt an, wie sehr der Kurs eines ETFs über einen festen Zeitraum hinweg (üblicherweise ein Jahr) vom Kurs seines Vergleichsindex abweicht. Bleibt der ETF hinter dem Index zurück, ist die Tracking Difference positiv. Je höher der Wert ist, desto stärker bleibt der ETF hinter der Performance des Index zurück. Ist die Tracking Difference hingegen negativ, übertrifft der ETF seinen Index entsprechend.

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Der Tracking Error hingegen blickt nicht auf die Abweichung des ETFs von seinem Index, sondern darauf, wie stark der ETF in seiner Kursabbildung schwankt. Er gibt also Auskunft darüber, wie sehr die Abbildung im Laufe des Jahres im Vergleich zur Tracking Difference variiert. Bleibt ein ETF also auf das Gesamtjahr betrachtet 0,2 Prozent hinter seinem Index zurück, beträgt seine Tracking Difference jene 0,2 Prozent. Der Tracking Error hängt jedoch davon ab, ob der ETF das ganze Jahr über 0,2 Prozent hinter dem Index geblieben ist, oder ob er manchmal 0,1 Prozent und ein anderes Mal 0,3 Prozent hinter diesem zurücklag. Bleibt ein ETF das ganze Jahr über exakt 0,2 Prozent hinter seinem Index zurück, wäre der Tracking Error demnach null.
Wie kommt der Tracking Error zustande?

Sowohl Tracking Difference wie auch Tracking Error existieren, weil es für ETFs praktisch nicht möglich ist, die Kursentwicklung ihres Vergleichsindex tatsächlich zu 100 Prozent abzubilden. Es gibt eine Vielzahl an Faktoren, welche Einfluss auf die Performance eines ETFs haben.

Zum einen müssen physische ETFs die in einem Index enthaltenen Aktien tatsächlich kaufen, um dessen Wertentwicklung abbilden zu können. Dadurch entstehen jedoch Transaktionskosten, welche sich letztlich auf die Rendite des Fonds auswirken. Je mehr Veränderungen innerhalb eines Jahres im Index stattfinden, desto häufiger muss auch der ETF Anpassungen bei seinen Positionen vornehmen. Dies sorgt jedoch dafür, dass es aufgrund steigender Kosten umso schwieriger wird, die Renditeentwicklung des Index genau an die Anleger weiterzugeben.

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Einen ebenfalls großen Einfluss auf den Tracking Error haben Erträge wie Dividendenausschüttungen oder Zinszahlungen. Während diese beispielsweise bei einem Index, ähnlich wie Veränderungen in der Zusammenstellung, ohne Verzögerung eingepreist werden können, ist dies für ETFs nicht möglich. Solche Erträge führen bei einem ETF zu einer temporären Erhöhung der Cashquote. Abhängig von der Indexbewegung in diesem Zeitraum kann die Abweichung vom Benchmark entsprechend schwanken. Hinzu kommt, dass diese Erträge dem Fondsvermögen meistens erst mit einer gewissen Verzögerung hinzufließen und demnach auch nur verzögert reinvestiert werden können.

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Es gibt noch zahlreiche weitere Faktoren, die EInfluss auf die Tracking Difference sowie den Tracking Error haben. Synthetische ETFs können so beispielsweise die Transaktionskosten physischer ETFs teilweise umgehen, müssen jedoch gleichzeitig mit Swap-Gebühren zurechtkommen.
Welche Auswirkungen hat er?

Sowohl der Tracking Error als auch die Tracking Difference erlauben es Anlegern, sich ein Bild von der Performance eines ETFs zu machen. Welcher von beiden jedoch die größere Bedeutung hat, hängt im entscheidenden Maße davon ab, wo die Prioritäten des Anlegers liegen.

Die Tracking Difference sagt letztlich aus, wie gut ein ETF über das Jahr hinweg im Vergleich zu seinem Index abschneidet. Langfristige Anleger, die in erster Linie an einer möglichst hohen jährlichen Rendite interessiert sind, sollten deshalb in erster Linie auf die Tracking Difference achten. Sie ermöglicht eine Aussage über die wahren Kosten eines ETFs und dient als Performancemaß für diesen.

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Für Anleger, die kurzfristiger orientiert sind, kann jedoch der Tracking Error von größerer Bedeutung sein. Dieser sagt zwar auf das Jahr betrachtet nichts über die Performance des ETFs aus. Er lässt jedoch Schlüsse zu, wie stabil die Indexabbildung des ETFs im Vergleich zum Durchschnittswert ist. Dadurch können Anleger einschätzen, mit welchen kurzfristigen Schwankungen sie bei einer Anlage in den ETF rechnen müssen.

Wer mit dem Ziel in einen ETF einsteigt, von kurzfristigen Kursentwicklungen zu profitieren, würde daher meistens einen Fonds mit einem niedrigen Tracking Error bevorzugen. Dieser folgt der Kursentwicklung seines Vergleichsindex nämlich über die verschiedenen Wochen und Monate hinweg stets im gleichmäßigen Abstand. Bei einem hohen Tracking Error besteht jedoch die Gefahr, dass der ETF bei einem kurzfristigen Kursanstieg des Index zurückbleibt. Auf diese Weise könnte der Anleger bei einem anschließenden Verkauf nur im geringeren Maße vom Kursanstieg des Index profitieren. Wie entscheidend der Tracking Error letztlich ist, hängt also von den jeweiligen Absichten des Anlegers ab.

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