Sollten Anleger diesen Frontier Markets ETF kaufen?

Frontier Markets sind eine Unterkategorie von Schwellenländern. Es handelt sich dabei um Märkte aus der zweiten Reihe, die im Gegensatz zu Schwellenländern wie China, Indien oder Brasilien nicht so sehr im Rampenlicht des Anlegerinteresses stehen. Ein Investment in diese Märkte ist durchaus mit Risiken verbunden. Anleger, die einen Frontier Markets ETF kaufen, können viele dieser Risiken minimieren bzw. ganz umgehen. Doch lohnt sich ein solches Investment überhaupt?

Warum in Frontier Markets investieren?

Grundsätzlich zeichnen sich Aktien aus den Frontier Markets durch eine geringere Marktkapitalisierung aus als dies bei ihren Gegenstücken aus den klassischen Emerging Markets der Fall ist.

Der Grund hierfür ist einerseits die Tatsache, dass Länder aus der Kategorie der Frontier Markets in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung nochmals weiter zurückliegen. Dies trifft beispielsweise auf Länder wie Ägypten, Kasachstan oder Pakistan zu. Gleichzeitig haben viele Schwellenlandwerte in der vergangenen Dekade jedoch auch grundsätzlich schwächer am Aktienmarkt performt, als man dies aufgrund ihres Umsatzwachstums hätte vermuten können.

Die jüngeren Entwicklungen in diversen asiatischen Ländern haben jedoch gezeigt, dass es sich hierbei nicht um ein Naturgesetz handelt. Auch Schwellenlandwerte sind durchaus in der Lage, hohe Renditen zu erzielen. Dieser Logik folgend könnten die Frontier Markets Anlegern vielfach günstige Einstiegsmöglichkeiten mit hohem Wachstumspotenzial bieten.

Darüber hinaus sind Frontier-Market-Investoren davon überzeugt, dass ein solches Investment das Risiko im eigenen Portfolio eher reduziert, als es zu erhöhen. Frontier Markets erlauben es Anlegern nämlich, sich auch abseits der bekannten Märkte zu diversifizieren.

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Welche Risiken stecken in den Frontier Markets?

Im Grunde gehen mit einem Investment in Frontier Markets die gleichen Probleme und Risiken einher, wie man sie auch bei vielen Emerging Markets vorfindet. Zum Teil ist das Risiko jedoch nochmals größer.

So zeichnen sich viele Frontier Markets durch eine vergleichsweise geringe Liquidität aus. Viele Werte aus diesen Ländern lassen sich – wenn überhaupt – nur eingeschränkt an hiesigen Börsen handeln. Im Zweifelsfall kann dies einen schnellen Verkauf der entsprechenden Aktien stark erschweren.

Gleichzeitig zeichnen sich viele als Frontier Markets deklarierte Länder durch eine vergleichsweise hohe Volatilität und Unsicherheit aus. Währungsschwankungen sowie wirtschaftliche, politische und soziale Krisen sind reale Gefahren, die wesentlich häufiger auftreten können.

Darüber hinaus werden viele der Aktien in diesen Ländern nur unzureichend von hiesigen Analysten abgedeckt. Oftmals kann es daher gerade für Privatanleger schwierig sein, den entsprechenden Markt zu durchschauen und geeignete Aktien zu entdecken.

Gerade der letzte Punkt ist jedoch etwas, was sich mithilfe eines ETFs leicht umgehen lässt. Anleger müssen sich dadurch weit weniger intensiv mit den Frontier Markets auseinandersetzen. Ein breit aufgestellter ETF bietet automatisch einen umfassenden Zugang zu den performancestärksten Titeln aus diesen Weltregionen.

Der Xtrackers S&P Select Frontier Swap UCITS ETF

Genau hier kommt der Xtrackers S&P Select Frontier Swap UCITS ETF (ISIN: LU0328476410) ins Spiel. Es handelt sich dabei um einen synthetischen ETF, welcher die Wertentwicklung des S&P SELECT Frontier Index abzubilden sucht. Als synthetischer ETF investiert der Fonds nicht direkt in die abzubildenden Werte. Stattdessen stellt er deren Wertentwicklung mittels derivativer Techniken sicher.


Die Anzahl der Aktien im Vergleichsindex beläuft sich auf 40. Für einen ETF, der gleich mehrere Märkte abdecken will, ist diese Zahl recht überschaubar. Bei der Aufteilung nach Ländern weist Vietnam mit knapp 30 Prozent den mit Abstand größten Anteil auf. Auf den Plätzen folgen Argentinien (15 %) und Marokko (11 %). Daneben sind auch Werte aus Rumänien, Kasachstan, Bahrain, Nigeria und diversen weiteren Ländern enthalten.

Der Schwerpunkt des ETFs liegt dabei eindeutig auf dem Finanzwesen mit 35 Prozent. Nicht-Basiskonsumgüter und Immobilien sind mit jeweils 15 Prozent ebenfalls recht prominent vertreten. Die Namen der enthaltenen Unternehmen dürften den meisten Anlegern dabei eher unbekannt sein. Der argentinische E-Commerce-Gigant MercadoLibre, welcher mit 9 Prozent die Top-Position belegt, genießt jedoch mittlerweile durchaus in vielen Anlegerkreisen einen guten Namen.

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Die offizielle Fondswährung ist der US-Dollar. Da viele der enthaltenen Werte jedoch in ihrer jeweiligen Landeswährung gehandelt werden, besteht durchaus ein gewisses Währungsrisiko. So werden knapp 30 Prozent aller enthaltenen Aktien in Dong, der Landeswährung Vietnams, gehandelt. Diesem wird die zweifelhafte Ehre zuteil, 2021 die zweitschwächste Währung der Welt zu sein.

Wie performt der Frontier Markets ETF?

Im laufenden Jahr kann der Xtrackers S&P Select Frontier Swap UCITS ETF eine respektable Performance von knapp 10 Prozent vorweisen. Damit liegt er nur knapp hinter dem iShares Core MSCI World UCITS ETF (ISIN: IE00B4L5Y983) mit 11 Prozent.

Der iShares Core MSCI EM IMI UCITS ETF (ISIN: IE00BKM4GZ66), welcher die Wertentwicklung der größten Schwellenlandwerte abbildet, kommt 2021 jedoch bisher lediglich auf 3,6 Prozent. In den letzten Monaten konnten die Frontier Markets die klassischen Emerging Markets also tatsächlich outperformen.

Erweitert man den Blick jedoch auf die letzten fünf Jahre, verschiebt sich das Bild etwas. Hier liegt der MSCI World ETF mit einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von knapp 13 Prozent zwar immer noch in Front. Der MSCI EM ETF kann jedoch mit 11,1 Prozent p. a. nunmehr auf Rang zwei vorrücken. Der Frontiers Markets ETF kommt über diesen Zeitraum hinweg nur noch auf eine durchschnittliche Performance von 9,2 Prozent p. a.

Noch trister wird die Situation, wenn man bis zur Auflage des ETFs zurückblickt. Seit 2008 hat der Indexfonds insgesamt einen Verlust von ca. 5,3 Prozent eingefahren. Dieses Problem liegt in vergleichbarer Weise jedoch auch beim Emerging Markets ETF vor. Sollten sich die Kurse weiterhin positiv entwickeln, wird es den Schwellenlandwerten insgesamt erst in diesem Jahr gelingen, die Verluste der Finanzkrise wieder zu egalisieren.

Frontier Markets ETF kaufen: Lohnt sich ein Investment?

Der Xtrackers S&P Select Frontier Swap UCITS ETF konnte in den letzten Monaten durchaus unter Beweis stellen, dass die sogenannten Forntier Markets den etablierten Schwellenländern phasenweise ein Schnippchen schlagen können. Allerdings fielen die Verluste beim Frontier Markets ETF im vergangenen Jahr dafür auch umso verheerender aus (-12.2 %).

Unter nüchterner Betrachtung sprechen zumindest derzeit nicht genügend Argumente für ein Investment in diesen ETF oder die Frontier Markets im Allgemeinen. Die künftige Erholung der Weltwirtschaft könnte den Frontier Markets besonderen Schwung verleihen. Das Risiko ist jedoch gerade bei einer unerwarteten Verschlechterung der Lage nach wie vor erheblich.

Berücksichtigt man die weiteren Risiken, die mit den Frontier Markets einhergehen, sowie die sehr hohe TER von 0,95 Prozent, ist die aktuelle Rendite vermutlich nicht hoch genug, um derzeit ein Investment zu rechtfertigen.

Der Xtrackers S&P Select Frontier Swap UCITS ETF im Überblick: 

  • Name: Xtrackers S&P Select Frontier Swap UCITS ETF
  • ISIN: LU0328476410
  • WKN: DBX1A9
  • Replikationsmethode: Synthetisch
  • Laufende Kosten (TER): 0,95 %
  • Ertragsverwendung: Thesaurierend
  • Auflagedatum: 15.01.2008
  • Fondsgröße: 80 Mio. EUR

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Florian Schulze hat einen Abschluss in internationaler Politik und Wirtschaftspolitik und studiert derzeit Mathematik. ETFs, Aktien und Kryptowährungen sind seine Leidenschaft.

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