Vonovia und Deutsche Wohnen: Klappt beim dritten Versuch endlich die Fusion?

Im deutschen Immobiliensektor steht eine Megafusion bevor. Der größte Wohnungsvermieter Deutschlands Vonovia (WKN: A1ML7J) möchte die Nummer 2 Deutsche Wohnen (WKN: A0HN5C) übernehmen. Die Vorstände der beiden Unternehmen haben sich bereits über ein Angebot von rund 18 Milliarden Euro geeinigt. Noch im Jahr 2021 soll der Zusammenschluss über die Bühne gehen.

Übernahmeangebot in Höhe von 52 Euro pro Aktie

Vonovia teilte am Montagabend mit, dass man die Deutsche Wohnen übernehmen wolle. Dafür biete man 52 Euro pro Aktie zzgl. der 2020er Dividende. Insgesamt würden die Anteilseigner somit 53,03 Euro bekommen. Bis August 2020 soll die Fusion über die Bühne gehen. Dafür müssen jedoch über 50 % der Aktionäre zustimmen. Beim letzten Übernahmeversuch scheiterte Vonovia am Widerstand der Aktionäre der Deutsche Wohnen.

Für die Finanzierung des Vorhabens hat sich Vonovia 22 Milliarden Euro Kapital gesichert. Acht Milliarden Euro sollen noch in diesem Jahr durch eine Kapitalerhöhung erlöst werden.


Neuer Immobiliengigant im DAX 

Mit der Fusion der beiden größten deutschen Immobilien-Unternehmen würde eine neue DAX-Größe entstehen. Schließlich sind Vonovia und Deutsche Wohnen bereits aktuell im DAX notiert. Vonovia kommt momentan auf eine Marktkapitalisierung von rund 30 Milliarden Euro. Die Deutsche Wohnen hat aktuell eine Market Cap von rund 15 Milliarden Euro. Mit der Fusion etabliert man sich weiter als DAX-Schwergewicht.

Höhere Leistungsfähigkeit und Synergien

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Vonovia möchte mit dem Zusammenschluss die Leistungsfähigkeit des Unternehmens weiter stärken. Bis 2024 möchte Vonovia Einsparungen im dreistelligen Millionenbereich erreichen. Die Bewirtschaftung der Wohnungen soll effizienter werden. Die Fusion könnte die Leistungsfähigkeit des Immobilien-Giganten stärken und Synergien erzeugen. Nachdem Vonovia zuletzt in den skandinavischen Wohnungsmarkt eingestiegen ist und zum Marktführer für bezahlbares Wohnen in Schweden wurde, scheint die nächste Expansion auf deutschem Boden zu erfolgen.

Keine kartellrechtlichen Bedenken

Auf den ersten Blick scheint die Übernahme der Deutsche Wohnen AG durch Vonovia unproblematisch, obgleich es um die beiden größten Unternehmen im privaten Wohnungssektor geht. Allerdings gehört der überwiegende Teil der Wohnungen in Deutschland privaten Eigentümern, den Kommunen oder dem Staat. Folglich dürfte die Fusion einzig und allein vom Willen der Aktionäre abhängen.

Friedensangebot für Berliner Senat

Die Deutsche Wohnen hat rund 150.000 Wohnungen im Bestand. Davon liegen knapp 115.000 Wohnungen in Berlin. Bei Vonovia sind es über 40.000 Wohnungen des aktuellen Bestands. Damit liegt ein beträchtlicher Anteil der Bestandswohnungen in der deutschen Bundeshauptstadt. Dort machte es der Berliner Senat in der Vergangenheit den Immobilienunternehmen nicht einfach. Doch zuletzt wurde der Berliner Mietendeckel vom Bundesverfassungsgericht gekippt.

Nun wendet sich Vonovia-Chef Rolf Buch mit einem Friedensangebot an den Berliner Senat. Man wolle die nächsten drei Jahren die Mieten nicht mehr als 1 % pro Jahr steigern. In den nächsten beiden Jahren solle die Inflationsrate maßgeblich sein. Zugleich wolle der neue Immobilien-Gigant einen wesentlichen Teil der Sanierungsmaßnahmen für Energieeffizienz selbst tragen und nicht vollständig auf die Mieter umlegen. Ob dies den rot-rot-grünen Senat in Berlin zufriedenstellt, scheint dennoch fraglich.

Vorbereitung auf Rot-Rot-Grün im Bund?



Der Zusammenschluss von Vonovia und Deutsche Wohnen soll die Leistungsfähigkeit stärken. Die Verantwortlichen möchten die Stärken beider Unternehmen vereinen und sich für die Zukunft noch stabiler aufstellen. Dies könnte zumindest auch in Hinblick auf eine rot-rot-grüne Bundesregierung beschleunigt werden. Schließlich deuten die jüngsten Umfrageergebnisse daraufhin, dass diese Konstellation im Bereich des Möglichen ist. Eine vermieterfreundliche Politik würde wohl anders aussehen.

Vonovia-Aktionäre zurückhaltend, Deutsche Wohnen Anleger euphorisch

Nach der Bekanntgabe der Fusionspläne reagierten die Anleger unterschiedlich. Während die Vonovia-Aktie am heutigen Dienstag rund 4 % im Minus ist, stieg die Deutsche Wohnen Aktie auf Wochensicht um über 20 %. Mittlerweile notiert der Anteilsschein ungefähr auf dem Niveau des Übernahmeangebots.

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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