Welcher Japan-ETF ist besser: iShares MSCI Japan oder Xtrackers Nikkei 225 ETF? 

Viele Jahre mieden Anleger den japanischen Aktienmarkt. Der Schock des Börsen-Crashs aus dem Jahr 1991 saß zu tief. Der Nikkei 225 brauchte über ein Vierteljahrhundert, um die alten Höchststände zu erreichen – ein Trauerspiel für japanische Investoren.

Mittlerweile haben sich die Umstände geändert. Der Nikkei 225 bewegt sich unweit des Allzeithochs. Die Japaner wagen mehr Kapitalismus und fahren die Regulierungen zurück. Zugleich ist die japanische Wirtschaft in Zukunftstrends wie Robotik, Automatisierung und Erneuerbare Energien stark positioniert. Die günstigen Unternehmensbewertungen scheinen für einen Einstieg verlockend.

Wer sich jedoch nicht die Auswahl von Einzelaktien zutraut oder auf das passive Investieren via ETFs setzt, hat zahlreiche Exchange Traded Funds zur Auswahl. Im folgenden Beitrag haben wir uns den iShares Core MSCI Japan IMI ETF (ISIN: IE00B4L5YX21) und den Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF (ISIN: LU0839027447) näher angeschaut.

ETFs im Vergleich

Der iShares Core MSCI Japan IMI ETF ist ein physischer ETF mit Japan-Fokus. Über 3,5 Milliarden Euro sind bereits investiert. Die Kosten sind mit 0,15 % TER gering. Zugleich thesauriert der ETF die Erträge direkt, sodass sich Anleger um nichts mehr kümmern müssen.

Ein weiterer Japan-ETF ist der Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF, der den zugrunde liegenden Index physisch abbildet. Die Erträge werden bei diesem ETF ausgeschüttet – regelmäßig gibt es Auszahlungen zwischen 0,75 und 1,5 %. Mit 0,09 % TER-Kosten gehört der Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF zu den günstigsten Exchange Traded Funds.

Die Anlagestrategie

Der iShares Core MSCI Japan IMI ETF bildet den MSCI Japan Index ab. Darin befinden sich alle japanischen Aktien, die den gängigen MSCI-Kriterien entsprechen.

Beim Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF wird der Nikkei 225 abgebildet. Dieser enthält die Aktien von 225 Unternehmen, die an der Börse Tokios gehandelt werden.

Aufteilung nach Sektoren

Traditionell ist Japan in den Bereichen Industrie und Technologie stark vertreten. Dies zeigt sich auch bei der Allokation der Sektoren. Industrie-Unternehmen machen einen Anteil von über 20 % aus. Die Sektoren Zyklische Konsumgüter und IT kommen auf 18 bzw. 13 % Gewichtung.

Im Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF dominieren mit 17-18 % jeweils die Industrie- und Finanzunternehmen. Im Anschluss folgen die Energiekonzerne mit immerhin noch 10 % ETF-Anteil.


Die größten Positionen

Insgesamt befinden sich über 1200 Positionen im iShares Core MSCI Japan IMI ETF. Die größte Position ist der Automobilhersteller Toyota (WKN: 853510) mit über 3 % ETF-Gewichtung. Die Softbank Group (WKN: 891624) und der Elektronikkonzern Sony Group (WKN: 853687) sind mit 2,7 % gewichtet. Alle anderen Positionen haben einen Anteil unterhalb der 2 %-Grenze.

In der Top 10 des Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETFs tauchen namhafte Unternehmen auf. Mit einem Anteil von über 10 % ist die japanische Bekleidungs-Unternehmensgruppe Fast Retailing Ltd. (WKN: 891638) die größte Position. Auf den Plätzen 2 und 3 folgen erneut der Technologie-Beteiligungskonzern Softbank Group (WKN: 891624) und das Industrieunternehmen Tokyo Electron (WKN: 865510).

Kostenloses Depot eröffnen? Bei eToro* mit 0% Gebühren auf ETFs und Aktien handeln.

Die Performance

Seit der Auflage 2009 beträgt die durchschnittliche Jahresperformance des iShares Core MSCI Japan IMI ETFs über 8 %. In den letzten drei Jahren entwickelte sich der ETF mit unter 6 % p.a. deutlich schlechter. Dies ist insbesondere auf einen Einbruch im Jahr 2018 und das schwache Corona-Jahr 2020 zurückzuführen.

Der Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF erzielte durchschnittlich eine Jahresperformance von über 13 %. In den letzten drei Jahren gab es immerhin noch fast 12 % Rendite p.a.

Welchen Japan-ETF sollten Anleger kaufen?

Der japanische Aktienmarkt stellt aktuell eine spannende Gelegenheit dar. Dies hat 2020 bereits Warren Buffett erkannt und verstärkt in japanische Handelshäuser investiert. Der iShares Core MSCI Japan IMI ETF erzielte durchschnittlich eine Performance von 8 % – dafür ist er mit über 1000 Unternehmen stark diversifiziert.

Mit nur 225 Unternehmen und einer 40 %-Gewichtung der Top 10 wählt der Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF einen anderen Ansatz. Die Performance in den letzten Jahren war deutlich besser – der Nikkei 225 macht wieder Spaß. Japans Aktienmarkt bietet ein besseres Chancen-Risiko-Verhältnis als viele andere Regionen. Mit dem Kauf eines Japan-ETFs kann man an Japans Weg zurück zu alter Stärke partizipieren.

Zu 0% Kommission in ETFs investieren? Jetzt ein kostenloses Depot* bei eToro eröffnen.

+ posts

Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

Jeder Handel ist riskant. Keine Gewinngarantie. Jeglicher Inhalt unserer Webseite dient ausschließlich dem Zwecke der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Dies gilt sowohl für Assets, als auch für Produkte, Dienstleistungen und anderweitige Investments. Die Meinungen, welche auf dieser Seite kommuniziert werden, stellen keine Investment Beratung dar und unabhängiger finanzieller Rat sollte immer wenn möglich eingeholt werden.

Top ETF-Depots

Platz 1: eToro

Platz 2: Scalable Capital

Platz 3: LiquidityX

Jetzt zum ETF-Newsletter anmelden:

Vergleiche

Auf der Suche nach einem günstigen Anbieter? Hier gibt’s die Testsieger!

Auch interessant

Dein Start mit ETFs!

Anzeige

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Jeder Handel ist riskant. Keine Gewinngarantie. Jeglicher Inhalt unserer Webseite dient ausschließlich dem Zwecke der Information und stellt keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung dar. Dies gilt sowohl für Assets, als auch für Produkte, Dienstleistungen und anderweitige Investments. Die Meinungen, welche auf dieser Seite kommuniziert werden, stellen keine Investment Beratung dar und unabhängiger finanzieller Rat sollte immer wenn möglich eingeholt werden.