“Seit meiner Geburt kämpfte ich schon um ein gutes Leben” – Ulrich Müller im Interview

Ulrich Müller ist Börseninvestor und Gründer der Ulrich Müller Wealth Academy. Sein selbsterklärtes Ziel ist es, allen Menschen, die eigenständig und vor allem dauerhaft finanziell erfolgreich werden wollen, mit seiner Expertise den Weg zu ihrer persönlichen und finanziellen Freiheit zu ebnen. Im Interview mit ETF Nachrichten spricht er über sein Erfolgsrezept und sein neues Buch.

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ETF Nachrichten: Was hat Sie dazu bewogen, das Buch Herr Müller zahlt in bar in Angriff zu nehmen und was können die Leser*innen vom Buch erwarten?

Ulrich Müller: Seit meiner Geburt kämpfte ich schon um ein gutes Leben. Meine Geburt war nicht einfach, da ich zusammen mit meinem Zwillingsbruder per Kaiserschnitt zur Welt kam. In der Schule war ich auch eher schlecht. Und als junger Unternehmer mit eigener Handwerkerfirma fand ich kein finanzielles Glück. Es deutet demnach nichts darauf hin, dass ich einmal sehr vermögend sein werde. Später fand ich mein berufliches und finanzielles Glück an der Börse und wurde vermögend. Viele Menschen fragen mich natürlich: Wie hast du es geschafft, trotz anfänglicher Probleme so reich zu werden? Die Frage ist gut und wichtig. Denn speziell in Deutschland fragen sich viele Menschen auch: Wie kann ich zu mehr Geld kommen? Wie kann ich erfolgreich werden?

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Ich wollte auf diese Fragen antworten und ein Beispiel darstellen, wie man vermögend wird, auch wenn die Vorrausetzungen nicht unbedingt passen. In meinem Buch präsentiere ich daher die prägendsten Erkenntnisse und Schlüsselmomente auf meinem Lebensweg zum Millionär. Zudem verrate ich meine Erfolgsrezepte für ein starkes Mindset und gebe Impulse, sich mit dem Thema Börse zu beschäftigen. Das alles soll zeigen, mit welchen Werkzeugen es auch jeder andere schaffen kann, ein erfolgreicher Börseninvestor zu werden

ETF Nachrichten: Sie haben es vom Maurerlehrling zum zigfachen Millionär geschafft. Kann das jede*r erreichen?

Ulrich Müller: Ich bin davon überzeugt, dass jeder mit Aktien reichen werden kann. Das Mindset und die Strategie müssen aber stimmen. Kleinanleger machen dabei häufig Fehler und verlieren viel Geld. Erstens: Sie fragen nicht nach dem inneren Wert einer Aktie. Wer ein Auto oder eine Immobilie kauft, analysiert die Fundamentaldaten vorher aber auch. Es macht also keinen Sinn, beim Kauf einer Aktie ausschließlich auf den Preis zu schauen. Der zweite große Fehler: Häufig wird Geld angelegt und erwartet, dass das vermehrte Geld im nächsten Monat sofort zur Verfügung steht. Anleger müssen bereit sein, auf etwas zu verzichten, um vom Zinseszins zu profitieren.

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Um es in den Worten des Autors Bodo Schäfer zu sagen: Man bezahlt sich selber. Und drittens: Menschen an der Börse haben meistens keinen Plan und keine Strategie. Und oft auch keinen Plan B. Dies führt dazu, dass Aktien zu früh, zu spät und zu falschen Preisen gekauft und verkauft werden. Mit dem reich werden an der Börse wird es nichts, wenn diese Punkte nicht beachtet werden.

ETF Nachrichten: Wie haben Sie es geschafft, dieses Vermögen aufzubauen?

Ulrich Müller: Ich würde sagen mit dem richtigen Mindset. Ein gutes Beispiel sind die negativen Glaubenssätze in uns. Erfolg lässt sich nicht auf negativen Glaubenssätzen errichten. Das ist eine meiner wichtigsten Botschaften, wenn es darum geht, das richtige Mindset für finanzielle Freiheit und Vermögen zu entwickeln. In meinen Seminaren nehme ich gerne das Beispiel meiner Oma. Sie ist 1930 geboren. In einem Jahrzehnt in dem die Weltwirtschaftskrise und der zweite Weltkrieg begannen. Mit 15, 16 und 18 bekam sie Kinder. Die Frau war aufgrund der Weltereignisse und ihrer persönlichen Situation extrem auf Sicherheit gepolt. Diese Glaubenssätze sind über Generationen in uns verankert worden. Das ist für mich auch ein Grund, warum die Deutschen mehrheitlich Sparer und keine Anleger sind. Die Behandlung dieser verankerten Glaubensätze und die Entwicklung des richtigen Mindsets durch harte Arbeit an mir selbst, sind für mich noch heute die Grundelemente meines Erfolgs.

ETF Nachrichten: Gibt es auch eine Abkürzung zum Reichtum?

Ulrich Müller: Auf jeden Fall. Es macht einen Unterschied, ob ich mir das Investieren allein aneigne oder mir das Investieren gelehrt wird. Investieren sehe ich vergleichbar mit der Fahrschule. Der Theorieunterricht allein reicht nicht zum Fahren. Man muss schon selber fahren, um Fahren zu lernen. Der Anfang ist jedoch schwer, weil keine Erfahrungswerte vorliegen. Der Fahrlehrer unterstütz den Prozess mit seiner Erfahrung und Anweisungen. Ähnlich sehe ich es mit dem Investieren. Das direkte Lernen von erfahrenen Experten spart enorm viel Zeit, auf dem Weg zum Reichtum. Daher sind wir von unserem Konzept der Ulrich Müller Wealth Academy auch überzeugt. Seit 2014 haben wir über 3000 Menschen in unseren Seminaren ausgebildet und es funktioniert: 84 Prozent der Seminar-Teilnehmer sind immer noch aktiv und erwirtschaften im Durchschnitt 2,9 Prozent pro Monat.

ETF Nachrichten: In Ihrem Buch beschreiben Sie, was Sie vom Romanautor Stephen King gelernt haben. Mögen Sie es auch hier verraten?

Ulrich Müller: Tatsächlich geht es in diesem Kapitel um Erfolg in Verbindung mit einer starken Partnerschaft. Denn wie ich auch in meinem Buch erzähle, fragte man Stephen King einmal, was die Grundlage seines Erfolgs sei. Neben einigen Antworten, die auf das Handwerk des Autors zielten, fügte er hinzu: „And stay married, be healthy, and live a good life“ – „Bleib verheiratet und gesund, und führe ein gutes Leben.“ Ohne eine stabile Partnerschaft, sagte er, wäre er niemals in der Lage, derart konzentriert und diszipliniert seinem Beruf nachzugehen. Das kann ich nur bestätigen und beschreibe dies auch so in meinem Buch.

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ETF Nachrichten: Wie sieht Ihr persönliches Depot aus? Spielen ETFs eine Rolle?

Ulrich Müller: Tatsächlich spielen ETFs derzeit keine Rolle in meinem Depot. Für mich sind ETFs ein passives Investment, das einen Markt oder Index abbildet, in den ich passiv investiere. Natürlich ist das kostengünstig, aber letztendlich wird immer nur der Markt abgebildet. Das heißt, fällt der Markt, fällt auch der ETF. Steigt der Markt, steigt auch der ETF. Ich habe dabei keine große Outperformance zu erwarten. Für Kleinanleger ohne große Erfahrung, sind ETFs aber eine gute Sache, weil das Risiko für Verluste durch die relativ große Marktbreite geringer ist. Zudem sind ETFs kostengünstig, weil sie den Markt abbilden und Investoren zum Beispiel nicht alle 30 DAX-Unternehmen kaufen müssen. Die Vorzüge eines Traders überwiegen aber meine Meinung, weshalb ich mit einzelnen Aktien handle. Damit erreiche ich eine Outperformance in meinem Depot.

ETF Nachrichten:Hat Deutschland ein Geldanlage-Problem?

Ulrich Müller: Die Deutschen machen seit Jahrzehnten den gleichen Fehler: Sie sparen, aber investieren nicht. Dabei sind Aktien nachweislich die krisensicherste und rentabelste Anlageklasse der Welt. Ein Jahr nach dem Corona-Crash, kann dies wieder beobachtet werden. Vor einem Jahr schlugen Corona und Lockdowns auf die Börsen ein. Die Aktienmärkte erholten sich jedoch rasant und kamen zu neuen Höchstständen. 2020 nutzten die Deutschen die Geldanlage Aktie aber mal wieder viel zu wenig. 40% der Deutschen legen immer noch auf dem Girokonto und 37% auf dem Sparbuch an. Das Money-Mindset der Deutschen ist noch verkümmert.

ETF Nachrichten: Was bedeutet es für Sie persönlich „reich“ zu sein?

Ulrich Müller: Ich glaube, das wäre eine tagesfüllende Aufgabe, diese Frage in allen Details zu erläutern. Letztendlich denke ich, dass finanzielle Freiheit der letzte Schritt ist, der zur vollkommenden Persönlichkeitsentfaltung nötig ist. Denn erst, wenn man alle Dinge in seinem Leben wirklich frei entscheiden kann, ist man frei. Wenn ich dabei den deutschen Mittelstand betrachte, der ungefähr 60-70.000 Euro brutto im Jahr verdient – Minus Steuern, Sozialabgaben und private Ausgaben, wie Haus, Leasing-Raten sowie Kinder, dann bleibt am Ende nicht viel übrig. Wie frei kann jemand mit diesem Einkommen aber entscheiden und wie frei fühlt er sich? Für mich bedeutet persönlicher Reichtum zum einen, sich finanziell etwas leisten zu können. Das muss nicht immer das Beste vom Besten sein, wir gehen auch gerne zum Supermarkt oder essen mal ein paar Pommes. Zum anderen und das finde ich viel wichtiger, habe ich mit viel Geld immer die Freiheit, Dinge zu tun die ich möchte und andere Dinge, die ich nicht möchte, nicht zu tun. Ich kann beispielsweise arbeiten was und wann ich möchte. Mir Urlaub und Freizeit gönnen, wann und wo ich möchte. Diese Freiheit schätze ich am meisten an meinem Reichtum.

ETF Nachrichten: Was sind Ihre 3 Top-Finanztipps, die Sie unseren Leser*innen mitgeben können?

Ulrich Müller:

  1. Strukturierte Finanzen: Leider wissen immer noch zu wenige Menschen, wie man strukturiert mit Geld umgeht. Geld zu sparen erfordert Disziplin und Durchhaltevermögen. In unseren Seminaren sehe ich immer wieder, wie die Teilnehmer nach einiger Zeit anfangen, wie wild zu sparen und genau auf ihre Ausgaben zu achten. Weil sie erkennen, was mit der richtigen Finanzstruktur möglich ist.
  2. Die richtige Strategie: Die Börse ist wie ein Spiegel, in dem sich die eigene Persönlichkeit zeigt. Man entdeckt, wie risikofreudig oder risikoavers man ist. Daher muss jeder seine Anlagestrategie nach seiner eigenen Persönlichkeitsstruktur wählen. Dabei hilft es, ehrlich zu sich selbst zu sein, um unnötigen Stress, Geld- und Zeitverlust vorzubeugen.
  3. Das richtige Mindset: Mindestens so wichtig wie die richtige Anlagestrategie ist die emotionale Seite, also das richtige Mindset. Denn Angst und Gier im Zaum zu behalten, um die richtigen Entscheidungen an der Börse zu treffen, kann nur über das Aneignen von Disziplin erreicht werden. „Bist du bereit, diesen Preis zu zahlen?“ lautet daher auch eine der zentralen Fragen, die wir unseren Seminarteilnehmern immer wieder stellen.

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