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Von diesen drei Ländern sollten Anleger derzeit besser die Finger lassen

Aufgrund der Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen befinden sich Staaten weltweit im Krisenmodus. Doch die Aussichten auf eine Erholung in den kommenden Jahren bieten für Anleger durchaus interessante Investment-Möglichkeiten. Einige Länder sind derzeit jedoch besonders stark von der Krise betroffen. Zum Teil stammen die Ursachen hierfür aus der Zeit vor Corona. Dies birgt ein erhebliches Risiko-Potenzial für Investments. Die folgenden drei Länder stellen für Anleger daher aktuell ein besonders heißes Pflaster dar.


Brasilien: Corona sorgt für wirtschaftliche Unsicherheit

Sechs Monate nach Ausbruch von Covid-19 im Land vermeldete Brasilien kürzlich insgesamt 120.000 Corona-Tote. Die Zahl der Menschen, welche sich mit dem Virus infiziert habe, befindet sich laut Statistik mittlerweile bei 3,8 Millionen. Brasilien ist damit weltweit das Land mit den zweitmeisten Infektionsfällen und Toten.

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Laut dem brasilianischen Gesundheitsinstitut Fiocruz habe Brasilien den Höhepunkt der Infektionswelle noch nicht erreicht. Vielmehr habe sich das Virus mittlerweile auch großflächig im Landesinneren ausgebreitet und bedrohe zudem im besonderen Maße die ärmere Bevölkerung in den Favelas. Präsident Bolsonaro spielt die Folgen der Pandemie derweil herunter. Die Restriktionen, welche zu Beginn der Krise im Land erlassen worden waren, sind bereits zu einem großen Teil wieder zurückgefahren worden.

Auch die wirtschaftlichen Folgen der Krise beuteln das Land aktuell schwer. Für das zweite Quartal gehen Experten von einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 9 bis 10 Prozent aus. Bis zum Jahresende wird sogar mit einem Rückgang des BIP um ganze 16 Prozent gerechnet. Die Zahl der Arbeitslosen sei zuletzt auf rund 19 Prozent gestiegen. Kritisch dabei ist, dass besonders die Sozialleistungen für viele der Kleinunternehmer kaum für die Miete ausreicht. Zwar wird derzeit davon ausgegangen, dass die zahlreichen Lockerungen zu einer teilweisen wirtschaftlichen Erholung führen werden. Jedoch lasten die enormen Hilfszahlungen gleichfalls enorm auf der brasilianischen Staatskasse.


Börsenrekord trotz Reformstau und Investorflucht

Bereits vor der Krise hatte Brasilien bei zahlreichen Investoren erheblich an Attraktivität verloren. Ein jahrelanger Reformstau sowie eine bereits schwächelnde Wirtschaft hatten dafür gesorgt, dass sich viele Investoren eher zurückhaltend verhielten. Die derzeitige Krise hat diesen Trend noch weiter verstärkt.

Seit Beginn der Pandemie haben ausländische Anleger insgesamt Aktien im Wert von rund 13 Milliarden Euro verkauft. Dies stellt die größte Flucht ausländischen Kapitals aus dem Aktienmarkt eines Schwellenlandes weltweit dar. Angetrieben wird die Kapitalflucht jedoch nicht allein aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung. Auch das oft kritisierte Vorgehen brasilianischer Landwirtschafts- und Bergbaukonzerne sorgt dafür, dass vor allem Pensionsfonds ihr Geld aus dem Land abziehen.

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Erstaunlicherweise scheinen jedoch ausgerechnet die brasilianischen Anleger überzeugter denn je vom eigenen Aktienmarkt zu sein. In den vergangenen Monaten strömten vor allem brasilianische Privatanleger in Rekordzahlen an die Börse. Dies half dabei, die schwächelnden Aktienkurse vieler einheimischer Unternehmen zu stabilisieren. Ein Grund für den Run sind dabei die historisch niedrigen Zinsen. Viele Anleger erachten den Aktienmarkt derzeit als beste Möglichkeit, ihr Geld gewinnbringend anzulegen.

Morgan Stanley warnte jedoch jüngst davor, dass die aktuelle Entwicklung an der brasilianischen Börse mit erheblichen Gefahren verbunden sei. Im Vergleich zu den vorherigen Kurs-Gewinn-Zahlen seien zahlreiche brasilianische Aktien momentan deutlich zu teuer. Die Wahrscheinlichkeit einer Kurskorrektur sei damit auf absehbare Zeit hoch.

Türkei: Lira-Krise setzt Land und Regierung unter Druck

Zu Beginn des Jahres hatte die türkische Lira gegenüber dem Euro noch einen Wert von 6,67. Mittlerweile ist ein Euro mehr als 8,80 Lira wert. Damit hat die türkische Währung innerhalb von gerade einmal acht Monaten rund 24 Prozent an Wert verloren. Eine Verlangsamung der Entwertung ist derweil nicht in Sicht. Die Türkei schlittert mit alarmierender Geschwindigkeit in eine Währungskrise.

Die Ursachen der Krise sind vielschichtig. Zum einen leidet die Türkei seit Längerem unter einem erheblichen Leistungsbilanzdefizit. Das Land importiert deutlich mehr, als es exportiert. Um dem entgegenzuwirken, bräuchte es einen beträchtlichen Anschub der türkischen Wirtschaft. Doch genau dafür fehlte bereits vor der Corona-Krise das notwendige Kapital. Aufgrund der hohen Inflation scheuten ausländische Investoren ein Investment in der Türkei. Auf diese Weise bilden Inflation, ausbleibendes Kapital und wachsendes Leistungsbilanzdefizit einen Teufelskreis, welcher nicht so leicht durchbrochen werden kann.

In den vergangenen Monaten kam erschwerend hinzu, dass aufgrund der umfassenden Reisebschränkungen die Touristen im Land ausblieben. Die fehlenden Einnahmen aus der Tourismus-Branche verschlimmerten die wirtschaftliche Lage zusätzlich. Zudem ist dem Land damit eine wichtige Devisenquelle abhanden gekommen

Rettende Maßnahmen bleiben aus

Viele Experten sehen in einer Leitzinserhöhung ein adäquates Mittel um dem voranschreitenden Verfall der Lira entgegenzuwirken. Dadurch ließe sich womöglich die Kreditvergabe ankurbeln und der Konsum im Land beleben. Höhere Zinsen würden der Inflation entgegenwirken und das Land zudem wieder attraktiver für ausländische Investoren machen.

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Allerdings weigert sich die türkische Notenbank bisher beharrlich, eben diesen Schritt zu gehen. Stattdessen setzt man auf ein System unterschiedlicher Zinssätze, eine Erhöhung der Swap-Raten im teils vierstelligen Bereich und diverse andere Finanztricks, um der Krise her zu werden. Einer der Hauptgründe für das zögerliche Vorgehen der Zentralbank ist Präsident Erdogans ablehnende Haltung gegenüber einer Erhöhung des Leitzinses. Ankara versucht stattdessen, die Krise möglichst billig zu überwinden. Bisher zeigt dieses Vorgehen jedoch wenig erfolg.

Hinzukommt, dass sich das Land in letzter Zeit auf einem zunehmenden Konfrontationskurs mit den Nachbarn Griechenland und Zypern befindet. Grund hierfür sind beiderseitige Ansprüche auf ein Gasvorkommen im Mittelmeer. Diverse Aufrufe vonseiten der EU zu einer Deeskalation der Lage verhallten bisher ungehört. Dieser außenpolitische Unsicherheitsfaktor dürfte jedoch kaum dazu beitragen, dass sich die wirtschaftliche Lage im Land auf absehbare Zeit stabilisiert.

Südafrika: Corona verschärft die wirtschaftlichen Schwierigkeiten

Bisher wurde Afrika zu großen Teilen von der Pandemie verschont. Besonders Südafrika wurde jedoch ungewöhnlich stark von der Pandemie in Mitleidenschaft gezogen. Die Zahl der bestätigten Fälle hatte zuletzt die 600.000 Marke überschritten. Damit entfallen auf das Land rund die Hälfte aller nachgewiesenen Infektionen in ganz Afrika. Zwar gelang es Südafrika im August, die Zunahme der Infektionen spürbar zu verlangsamen. Allerdings verschärfen die Folgen der Pandemie wirtschaftliche und soziale Probleme im Land, welche bereits vor Ausbruch der Krankheit ein bedrohliches Ausmaß angenommen hatten.

Die südafrikanische Wirtschaft befand sich schon vor der Pandemie in einer schweren Krise. Mehrere Dürren haben der Landwirtschaft erheblichen Schaden zugefügt. Schon seit Längerem litt die Wirtschaft zudem unter einer mangelnden Stromversorgung. Die ohnehin schon stark belasteten Finanzen des Landes wurden durch die notwendig gewordene Restrukturierung des staatlichen Stromversorgers Eskom zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen.

Aufgrund des monatelangen Lockdowns brach ab März auch der Konsum, welcher ganze 60 Prozent des südafrikanischen BIPs ausmacht, ein. Die Arbeitslosenquote hat mittlerweile die Marke von 30 Prozent überschritten. Doch selbst diese Zahl ist laut Meinung von Experten noch geschönt. Die Kreditversicherungsgruppe Credendo geht davon aus, dass die Wirtschaft Südafrikas bis Jahresende um 7,1 Prozent einbricht.


Düstere Aussichten

Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind umgreifende Reformen im Land unabdingbar, wenn die darbende Wirtschaft auf absehbare Zeit wieder belebt werden soll. Auch die langfristige fiskalische Stabilität des Landes hänge davon ab. Das Land verfügt nicht über die notwendigen finanziellen Mittel, um Wirtschaft und notleidende Bevölkerung noch viel länger zu unterstützen. Schon jetzt ist die Verschuldung bedrohlich gestiegen.

Allerdings bestehen bereits seit einiger Zeit erhebliche Zweifel daran, dass die Regierung rund um Regierungschef Ramaphosa dazu fähig oder Willens ist, die notwendigen Reformschritte zu gehen. Statt die zunehmenden Probleme im Land anzugehen, hatte die Regierung vor der Krise in erster Linie darauf gesetzt, den öffentliche Dienst zu unterstützen. Rund 60 Prozent des gesamten Staatsbudgets entfielen auf die Gehälter der rund 1,3 Millionen Beschäftigten des Staates.

Die Regierungspartei ANC ist tief gespalten und Ramaphosa verfügt nicht über das notwendige politische Kapital, um schmerzhafte Einschnitte vorzunehmen und politische Reformen anzustoßen. Ohne diese rückt eine wirtschaftliche Erholung jedoch auch nach dem Abflauen der Pandemie in weite Ferne.

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