Das ist Warren Buffetts Krisenstrategie

Viele Marktteilnehmer versuchten vergeblich, den Erfolg der amerikanischen Investment-Legende Warren Buffett zu kopieren. Der Multimilliardär und Chairman der US-Holding Berkshire Hathaway hat sein Unternehmen nach dem Börsenwert zu einem der fünf größten in den USA gemacht. Die Grundsätze der Aktienanlage des bald 89-jährigen gelten unverändert. Anleger können von Warren Buffett nach wie vor sehr viel lernen, besonders nützlich sind seine Erkenntnisse in unruhigen Börsenzeiten. In diesem Artikel erklären wir, wie sich Warren Buffett in einer Krise verhält.

Wie investiert Warren Buffett?

Seine Methode beruht auf der Überzeugung, dass ein Investor das Geschäft seines Unternehmens verstehen und nachvollziehen können muss. Der Aktienanleger sollte in der Lage sein, zu beurteilen, womit die Firma ihr Geld verdient und wie sie das in den kommenden Jahren tun will. Hat die AG ein Alleinstellungsmerkmal oder beherrscht den Markt in ihrer Branche, sind für Buffett wichtige Voraussetzungen gegeben, um zu investieren. Grundlage seiner Investments ist die so genannte Value-Strategie.

Quelle: Wikipedia
Warren Buffett, Quelle: Wikipedia

Aufgrund dieser werden Titel dann gekauft, wenn sie als unterbewertet gelten. Das bedeutet, dass ihr Einstiegskurs äußerst günstig ist, die Börse also das künftige Potenzial des Wertes noch nicht erkannt hat. Anhand der Fundamentalanalyse wird der innere Wert einer Aktie ermittelt. Das Papier wird unter seinem fairen Wert gehandelt, soll es für Value-Investoren interessant sein. Als zu teuer werden Unternehmen angesehen, sobald ihre Bewertung an der Börse von Euphorie und Irrationalität nach oben getrieben wird.

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Es geht nicht darum, die niedrigsten Kurse zu finden, sondern solide Titel, die wenig verschuldet sind, eine Dividende zahlen und sich langfristig rechnen. Die Gewinne der ausgewählten Aktien sollten nicht so stark von der Konjunktur abhängen, die Firma eine starke Marktstellung haben und Güter produzieren, die selbst in Krisenzeiten gefragt sind. Buffett bezeichnet es so: „Wählen Sie Unternehmen, deren Gewinne nicht von der Gesamtwirtschaft abhängen.“

Warren Buffett ist deshalb einer der reichsten Aktionäre der Welt geworden, weil er den Mut hatte, zu kaufen, wenn andere ihre Papiere nur schnell veräußern wollten. Er brachte es folgendermaßen zum Ausdruck: „Sei ängstlich, wenn andere gierig sind. Sei gierig, wenn andere ängstlich sind.“

Wie verhält sich Buffett in der Krise?

Er empfiehlt Aktienanlegern, in Krisenzeiten geduldig zu bleiben und die eigene Strategie nicht aufzugeben. Anleger sollten sich bei ihren Entscheidungen nicht von Marktbewegungen leiten lassen, sondern gelassen mit Finanzkrisen umgehen. Immer neue Schreckensmeldungen und Tiefststände von der Börse sind am besten zu ignorieren. Währenddessen sollten potenzielle Investoren nach attraktiven Investments für ihr Depot Ausschau halten.

Der amerikanische Star-Investor lässt sich von der panischen Börsenstimmung vieler Aktienbesitzer nicht anstecken, er investiert von vornherein langfristig. Ist das Unternehmen gesund und zukunftsfähig, sieht er keinen Grund, seine Aktien zu verkaufen. Dabei lässt er sich auch nicht von einschneidenden und lang anhaltenden Tiefs wie in der letzten Finanzkrise beeindrucken.

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Die tiefen Kurse während der großen Krise waren kein Signal, seine Strategie über Bord zu werfen. Im Gegenteil, die Finanzkrise stellte für ihn eine gute Gelegenheit dar, Qualitätsunternehmen zu einem günstigen Preis zu erwerben. Ist der Kurs eines guten Unternehmens lediglich deshalb weit gefallen, weil andere Investoren kalte Füße bekommen und den Verkaufs-Button gedrückt haben, greift der von vielen verehrte Investor zu.

Warren Buffett und Barack Obama im Weißen Haus, Quelle: Wikipedia
Warren Buffett und Barack Obama im Weißen Haus, Quelle: Wikipedia

Sein langes Festhalten an Investments kommentierte er so: „Erfolg hat viel mit Inaktivität zu tun. Die meisten Anleger können der Versuchung nicht widerstehen, ständig zu kaufen und zu verkaufen.“ Daraus resultiert die Feststellung, dass er „langweilige Aktien bevorzuge“, weil Wachstumsunternehmen und Start-ups ihre Vorschusslorbeeren in Form gestiegener Kurse in Zukunft erst noch bestätigen müssen.

Warren Buffett warnt Anleger vor der eigenen Angst. Geben sie ihren Empfindungen in der Krise nach und veräußern ihre Aktien, bleiben sie meist auf riesigen Verlusten sitzen. Deshalb empfiehlt er, Gefühlen an der Börse nicht zu folgen: „Inaktivität scheint mir ein intelligentes Verhalten zu sein.“

Welche Fehler sollten Anleger in der Krise vermeiden?

Der Altmeister wird aufgrund seiner Erfolge geschätzt und bewundert, seine Börsenweisheiten und die Aktien, die er hält, werden regelmäßig publiziert. Dennoch ist auch er nur ein Mensch, der Fehler macht. Genauso wie Warren Buffett kein reiner Value-Investor ist und sich selbstständig Gedanken macht, die zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, sollten Anleger ihren eigenen Weg gehen. Gerade in Finanz- und Wirtschaftskrisen lohnt es sich für Aktionäre jedoch, sich am weltweit wohl erfolgreichsten Investor zu orientieren. Anleger sollten:

  • sich in Finanzkrisen nicht von der Angst anderer anstecken lassen und ihre Werte im Depot verkaufen, nur, weil sich die Wirtschaft in der Krise befindet,
  • den Markt nicht dahingehend bewerten, ob er seinen Tiefpunkt bereits erreicht hat,
  • damit rechnen, dass auch die beste Aktie einmal fallen kann,
  • zu ihrer langfristigen Anlageentscheidung stehen, solange die Fundamentaldaten ihrer Investments in Ordnung sind und
  • nicht kurzfristig ihren Gewinn optimieren wollen.

Dazu gehört, nicht auf Tagesschwankungen aufgrund von Nachrichten oder Quartalsberichten zu reagieren. Warren Buffett denkt in längeren Zeiträumen: „Nimm eine Jahresbilanz nicht zu ernst. Schau lieber, was über einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren geschieht.“ Daher lässt er sich von der täglichen Volatilität an den Märkten nicht aus der Ruhe bringen. „Es ist ein Fehler auf die täglichen Schwankungen einer Aktie zu achten. Sie machen keinen Unterschied.“ Er schätzt Kursschwankungen sogar, die dem Anleger nutzen, der Werte zu niedrigen Preisen einsammeln kann. Buffett warnt jedoch stets davor, ausschließlich deshalb zu kaufen, weil die Preise im Keller sind.

Fazit

Die Methode von Warren Buffett, unterbewertete Aktien lange zu halten, hat sich seit Jahrzehnten praktisch bewährt. Auch die Tatsache, dass er dem aktuellen Wirtschaftsboom in den USA misstraut und mit 122 Mrd. Dollar so hohe Cash-Reserven wie nie angehäuft hat, steht nicht im Widerspruch dazu. Er sieht derzeit keine Möglichkeit, Qualitätstitel zu einem vernünftigen Preis zu kaufen, will jedoch, wenn die Zeiten schwieriger werden, rasch mit hohen Summen in den Markt einsteigen können. Es kann kein Fehler sein, wenn Aktionäre sich seiner Strategie anschließen und seine Tipps beherzigen.


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