In diesen drei Fällen würde ich meine ETFs verkaufen

Unser Autor Sebastian Hecht schreibt seit geraumer Zeit bei ETF Nachrichten über die Geldanlage an der Börse. Bei der privaten Geldanlage setzt er als Basis auf verschiedene ETFs, die er langfristig halten möchte. Bestenfalls soll sich an der Depot-Zusammensetzung in den nächsten 30, 40 oder sogar 50 Jahren nichts ändern. Dennoch berichtet er im folgenden Beitrag von drei Gründen, bei denen er seine ETFs verkaufen würde.

1. Veränderte Ausrichtung

Viele Dinge können sich ändern. Dies trifft auf die persönliche Situation oder das Marktumfeld zu. Doch auch der Exchange Traded Funds bzw. die Ausrichtung des Selbigen können sich im Laufe der Zeit verändern. ETF-Anbieter konkurrieren um Anleger und entwickeln Finanzprodukte, die den Geist der Zeit treffen sollen.

Manche ETFs werden geschlossen. Bei anderen ETFs ändert sich jedoch die Strategie. Während das Ende für einen ETF frei von meinem Einfluss ist, sieht dies bei dem Umbau des Finanzprodukts anders aus. Die ETF-Anbieter konzentrieren sich beispielsweise auf einen anderen Index oder erweitern die Positionen im ETF. Möglicherweise passt die Neuausrichtung jedoch nicht zu meiner Strategie, da ich nun diverse Unternehmen doppelt im Depot habe oder einfach eine andere Zukunftsvision habe.

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Eine veränderte Ausrichtung muss somit nicht zwangsläufig zum Verkauf des ETFs führen. Schließlich kann sich ein ETF bzw. dessen Zusammensetzung auch zum Positiven verändern. Falls ETF-Anbieter Änderungen vornehmen, behalte ich es mir zumindest vor, den ETF zu verkaufen. Schließlich ist meine Kaufintention nicht mehr intakt. Ich schaue mich dann nach Alternativen um, die besser in mein Depot passen.

2. Strategie oder Rebalancing

Die Zusammenstellung meines Depot orientiert sich an meiner persönlichen Strategie. Diese ist vollkommen undogmatisch. Dennoch habe ich meine Vorstellungen, wie sich die Wirtschaft entwickeln wird und was das Ziel der Geldanlage ist. Dies wird sich im Laufe der Zeit ändern. In einem Ruhestand möchte ich beispielsweise einen Cashflow generieren und würde somit mehr ausschüttende ETFs kaufen. Folglich führt eine Änderung der Strategie zu einem Verkauf von ETFs. Allerdings bin ich kein Freund von ständigen Strategiewechseln – auch diese sollten gut durchdacht sein.

Von einem strengen Rebalancing halte ich ebenfalls wenig. Wieso sollte ich die ETFs verkaufen, die sich gut entwickeln, um mehr ETFs zu kaufen, die nicht performen? Nichtsdestotrotz kann es sinnvoll sein, die Gewichtung einzelner Positionen im ETF zu begrenzen. Wenn ich auf Themen-ETFs für spekulativere Zukunftstrends setze und sich diese überdurchschnittlich entwickeln, muss eine Abwägung her. Wie sieht das neue Chancen-Risiko-Verhältnis aus? Ggf. würde ich Teilverkäufe vornehmen, die nicht zu einer passiven Anlagestrategie passen. Demgegenüber bleiben MSCI World und MSCI Emerging Markets ETF unangetastet, ganz gleich, wie sich die Gewichtung verändert.

3. Bessere Alternativen

Ein häufiges Schlagwort bei der Geldanlage sind die Opportunitätskosten. Diese bezeichnen die Rendite, die einem Anleger entgehen, wenn er sich für das schlechtere Investment entscheidet. Grundsätzlich sollten Investoren vermeiden, dauernd den ETF umzuschichten. Schließlich kann die historische Rendite nicht verlässlich zeigen, dass es in der Zukunft genauso läuft. Dennoch können sich grundlegende Dinge ändern, die bessere Alternativen als wahrscheinlich erscheinen lassen.

Die ETF-Anbieter bringen ständig neue Produkte auf den Markt. Diese haben teilweise geringere Kosten und bietet somit optimale Voraussetzungen für eine bessere Rendite. Darüber hinaus entstehen neue Finanzprodukte, die Gegebenheiten am Finanzmarkt ändern sich ebenfalls. Wenn ich wirklich bessere Alternativen finde, würde ich meine ETFs verkaufen. Schließlich ändern sich kontinuierlich die Möglichkeiten, die dem Privatinvestor zur Verfügung stehen.

Bei der Auswahl von besseren Alternativen würde ich jedoch vorsichtig vorgehen. Bei der langfristigen Geldanlage genügt es nicht, wenn eine Alternative in diesem Jahr bessere Chancen bietet. Vielmehr werfe ich immer einen Blick in die weite Zukunft und versuche abzuschätzen, welche Alternative mir langfristig den größten Zuwachs an Vermögen beschert.

Gründlich informieren, bewusst entscheiden!

In den vorhergehenden drei Fällen würde ich meine ETFs verkaufen. Dem kann ich jedoch vorbeugen, indem ich mir die Finanzprodukte vor dem erstmaligen Kauf gründlich anschaue. Kosten, Zusammensetzung, Strategie, historische Performance und ein Vergleich mit Alternativen sollten die Entscheidung für einen ETF prägen. Mit einer gründlichen Information treffe ich eine bewusste Entscheidung, mit der ich mich die nächsten Jahrzehnte wohlfühlen kann.

Keine vorschnellen Entscheidungen!

Zugleich sollten die Entscheidungen niemals vorschnell erfolgen. Exchange Traded Funds überzeugen mit ihrer hohen Liquidität. Der Handel an der Börse ist unproblematisch möglich. Wenige Klicks genügen und schon verkaufe ich meinen ETF zum tagesaktuellen Kurs an der Börse. Allerdings sind derartige Kurzschlussreaktionen ein Argument für das passive Investieren. Market-Timing und ständiges Umschichten kostet nämlich Performance und bringt nur in den seltensten Fällen mehr Rendite.

Vorschnelle Entscheidungen versuchen ich zu vermeiden, indem ich mir derartige Überlegungen gründlich durch den Kopf gehen lasse. Ein paar Tage später kann ich frei von Emotionen die beste Möglichkeit wählen. Schließlich entscheiden bei der langfristigen Geldanlage in den seltensten Fällen wenige Stunden oder Tage über Erfolg oder Misserfolg oder an der Börse.

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