Wie hoch ist das Risiko von ETFs?

ETFs gelten als risikoarme Investition, welche auch für Anleger ohne Erfahrungen an der Börse geeignet sind. Die Indexfonds können an der Börse oder direkt über den Emittenten gehandelt werden. Dabei entstehen deutlich geringere Kosten und natürlich auch weniger Zeitaufwand, als wenn die Anleger die im Fonds enthaltenen Aktien einzeln erwerben würden.

Aber wie gering ist das Risiko wirklich? Schließlich handelt es sich auch bei einem ETF um ein spekulatives Anlageprodukt, bei welchem keine Rendite garantiert werden kann. Unter Umständen müssen auch Verluste hingenommen werden. In diesem Artikel gibt’s die Antworten!



Geringes Risiko durch breite Streuung

Einer der wesentlichen Vorteile von ETFs ist die breite Streuung. Ein ETF enthält eine Vielzahl einzelner Aktien, so dass Verluste in einzelnen Bereichen meist nicht zu stark ins Gewicht fallen. Liefert ein Unternehmen keine gute Performance, so kann dies oft durch Gewinne in anderen Bereichen wieder ausgeglichen werden.

Der MSCI World Index enthält beispielsweise mehr als 1.600 Einzelaktien aus 23 verschiedenen Ländern. Ein entsprechender ETF ist daher in der Regel auch dann relativ stabil, wenn es bei einigen der im Indexfonds repräsentierten Unternehmen einmal zu größeren Verlusten kommen sollte.

Keine Fehlentscheidungen durch Menschen

Ein ETF wird passiv gemanagt. Er bildet einen kompletten Index ab und kommt daher im Gegensatz zu aktiv gemanagten Fonds ohne Fondsmanager aus. Dadurch werden nicht nur Kosten gespart sondern auch menschlich bedingte Fehlentscheidungen vermieden. Kaum ein aktiv gemanagter Fonds schafft es auf Dauer, den Index zu schlagen. Daher ist es für die Anleger sinnvoller und sicherer, direkt in den Index zu investieren.

Unterschiedliches Risiko bei unterschiedlichen ETFs



Die Risiken von ETFs lassen sich nicht pauschal bewerten, denn jeder Indexfonds ist anders. Während risikoarme ETFs wie zum Beispiel der MSCI World oder der S&P 500 meist große Wirtschaftszweige von Industrieländern anbieten, gibt es auch die Möglichkeit, mit einem höheren Risiko zu investieren. Wer zum Beispiel einen ETF mit Aktien von Unternehmen aus Schwellenländern oder mit Startups erwirbt, wird wahrscheinlich höhere Wertschwankungen hinnehmen müssen. Dadurch ergeben sich zwar besonders gute Profitchancen, aber eben auch die dazugehörigen Risiken.

ETFs sind langfristig orientierte Anlageprodukte



Ziel bei einer Investition in einen Indexfonds ist es, vom Wachstum ganzer Wirtschaftszweige beziehungsweise von der Gesamtwirtschaft zu profitieren. Ein solches Wachstum findet mit großer Wahrscheinlichkeit statt, allerdings gibt es immer wieder Schwankungen, welche unter anderem durch politische Ereignisse bedingt sein können.

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Wer in einen ETF investiert sollte daher nicht darauf spekulieren, dass er seine Fondsanteile im nächsten Monat gewinnbringend verkaufen kann. Stattdessen wird die Kapitalanlage am besten für mindestens eines oder besser mehrere Jahre geplant. Natürlich gibt es auch Anlagestrategien, bei welchen die kleineren Schwankungen durch gezielte Käufe und Verkäufe ausgenutzt werden. Diese sind jedoch eher für Anleger mit Erfahrung geeignet und erfordern einen nicht unerheblichen Zeitaufwand.

ETF-Sparpläne: Vermögensaufbau mit überschaubarem Risiko



Eine Investition in ETFs muss nicht zwangsläufig als einmalige Anlage eines höheren Betrags erfolgen. Viele Banken und Broker bieten auch Sparpläne an, bei welchen regelmäßig ein festgelegter Betrag in ETFs investiert werden kann. Die besten Anbieter für ETF-Sparpläne finden Sie hier. So haben auch Kleinanleger mit geringem Kapital die Möglichkeit, sich über Indexfonds gezielt Vermögen aufzubauen.

Das Risiko muss, genau wie bei der einmaligen Investition, auch beim Sparplan individuell betrachtet werden. Es hängt davon ab, in welche ETFs investiert wird und wie breit diese gestreut sind. Ein weiterer Vorteil eines Sparplans ist der sogenannte Cost-Average-Effekt: Da jeden Monat der selbe Betrag investiert wird, hängt die Menge der gekauften Fondsanteile vom jeweiligen Kurs ab. Bei einem niedrigen Kurs werden somit mehr Anteile erworben, während bei einem Kurshoch weniger Anteile für den selben Betrag gekauft werden.



Bei einer Pleite des Brokers: ETFs sind gut geschützt



Um ETFs kaufen und verkaufen zu können, wird ein Wertpapierdepot benötigt. Dieses kann bei einer Bank eröffnet werden, günstiger ist es aber oft bei einem der zahlreichen Online-Broker. Die besten Broker finden Sie in unserem Depotvergleich. Natürlich sollte dabei darauf geachtet werden, dass es sich um einen seriösen Anbieter handelt. Sollte es dennoch dazu kommen, dass der Broker Insolvenz anmelden muss, so sind die Wertpapiere des Kunden hiervon nicht betroffen. Sie gelten als sogenanntes Sondervermögen und bleiben stets Eigentum des Kunden. Der Broker ist lediglich für die Verwaltung zuständig.

Die Risiken lassen sich nicht komplett ausschalten



Mit ETFs können auch unerfahrene Anleger in Aktien investieren und das Risiko dabei vergleichsweise gering halten. Dennoch sollte nicht übersehen werden, dass es sich trotz breiter Streuung immer noch um ein spekulatives Anlageprodukt handelt. Bei einem Börsen-Crash, einer Finanzkrise oder anderen einschneidenden Ereignissen würden auch die entsprechenden ETFs betroffen sein. Dessen sollten sich die Investoren bewusst sein. Für noch mehr Sicherheit empfiehlt es sich daher, nicht das komplette zur Verfügung stehende Kapital in ETFs zu investieren, sondern eine zusätzliche Streuung vorzunehmen.
Insgesamt gehören ETFs aber zu den Anlageprodukten, bei welchen ein Totalverlust sehr unwahrscheinlich ist. Wer Wert auf eine besonders geringe Volatilität legt, sollte in konservative ETFs investieren, beispielsweise einen ETF, welcher den DAX oder einen anderen großen und stabilen Index abbildet. Für ein höheres Renditepotential können dann noch ETFs mit spekulativeren Aktien hinzugenommen werden.


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