Was sind ETFs – Erklärung und Definition für ETFs

ETFs werden immer beliebter. Sie erlauben es Anlegern, mit stark vermindertem RisikoETF-Nachrichten Icon26breit in den Aktienmarkt zu investieren. Doch was ist ein ETF eigentlich genau? Dieser Frage wollen wir in diesem Artikel einmal auf den Grund gehen.

Im Folgenden werden wir genauer beleuchten, was es mit ETFs auf sich hat, worin sie sich von klassischen Fonds und Aktien unterscheiden und wie man am besten in sie investiert. Im Anschluss werden Sie problemlos in der Lage sein, sich in der aufregenden Welt der ETFs zurechtzufinden.

Was ist ein ETF?

ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund, was auf Deutsch börsengehandelter Fonds bedeutet. Es handelt sich dabei also um einen Fonds, dessen Anteile an der Börse gehandelt werden können, ganz so, wie es auch bei Aktien der Fall ist.

Allerdings sind ETFs keine herkömmlichen aktiven Fonds, sondern passive Indexfonds. Aus diesem Grund wird der Begriff ETF oft auch als Synonym für Indexfonds verwendet. Indexfonds bilden die Wertentwicklung eines Index ab.

ETF Volumen steigt weltweit

ETFs werden heutzutage von immer mehr Anlegern genutzt. 2005 belief sich das weltweit in ETFs investierte Kapital auf 417 Milliarden US-Dollar. 2020 ist diese Summe auf 7,736 Billionen Dollar angestiegen. Besonders 2019 und 2020 konnte die ETF-Industrie einen großen Zufluss an Kapital verzeichnen. Allein in Europa waren Anfang 2021 1,2 Billionen Euro in ETFs investiert.

ETFs erklärt – Börsengehandelter Indexfonds

Eine einfache ETF Definition lautet: ETFs sind börsengehandelte Investmentfonds, die einen Index auf zumeist Aktien oder Anleihen abbilden und an der Börse gehandelt werden.

So kurz und knapp diese Definition auch ist, lässt sie bei vielen Börsenneulingen vermutlich mehr Fragen aufkommen, als sie beantwortet. Daher wollen wir an dieser Stelle möglichst ausführlich auf die Frage eingehen: “Was ist ein ETF Fonds?”ETF

Um dies zu verstehen, muss man zuerst wissen, was genau ein Fonds ist. Fonds oder Investmentfonds sind Investmentvehikel, welche das Kapital vieler Anleger bündeln. Sie werden von Fondsgesellschaften herausgegeben. Anleger haben die Möglichkeit, eine beliebige Menge an Fondsanteilen für Geld zu erwerben.

Ein solcher Fonds wird von einem Fondsmanager verwaltet. Dieser nutzt anschließend das Geld der Anleger, um in Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder andere Anlagen zu investieren. Anschließend profitieren die Anleger von den Kurssteigerungen und evtl. Dividenden/Zinsen aus dieser Anlagetätigkeit. Weil bei diesen Fonds ein Fondsmanager aktiv darüber entscheidet, in welche Wertpapiere investiert wird, bezeichnet man sie auch als aktive Fonds.

Bei den Anlegergeldern, die dem Fonds zur Verfügung gestellt werden, handelt es sich um sogenanntes Sondervermögen. Dieses wird treuhänderisch von einer Depotbank verwahrt und ist rechtlich vom übrigen Vermögen der Fondsgesellschaft getrennt.

Auch ETFs dienen dazu, dass Kapital vieler Anleger zu bündeln und breit gestreut in Wertpapiere zu investieren. Allerdings unterscheiden sie sich in einigen Punkten fundamental von herkömmlichen Fonds. Im Gegensatz zu diesen handelt es sich bei ETFs nämlich nicht um aktive, sondern um passive Fonds. ETFs werden nicht von einem Fondsmanager verwaltet. Stattdessen bilden sie einen Vergleichsindex passiv an.

Dadurch sind ETFs deutlich günstiger als klassische Fonds. Es gibt nämlich keinen Fondsmanager, der noch extra bezahlt werden muss. Die Indexnachbildung erfolgt rein automatisch und macht keine komplexen Analysen erforderlich.

Indexfonds Funktionsweise

Das zentrale Merkmal eines Indexfonds ist der Index, welcher ihm zugrunde liegt. Ein Index setzt sich stets aus einer Reihe verschiedener Werte zusammen. Dies können Aktien, aber auch Anleihen, Immobilien, Rohstoffe oder Ähnliches sein. Der Index bildet dabei die gesammelte Wertentwicklung seiner einzelnen Komponenten ab. Ein Index kann daher als Marktbarometer dienen.

Das wohl bekannteste Beispiel hierfür ist der deutsche Leitindex DAX. Dieser bildet die Wertentwicklung der 30 größten deutschen Aktienunternehmen ab. Vermutlich jeder hat bereits in den Nachrichten gehört, dass der DAX mal steigt und ein anderes mal fällt. Ob der Kurs steigt oder fällt, hängt von den Kursentwicklungen der 30 Aktien des DAX ab.

Ein Indexfonds bildet nun genau diese Wertentwicklung ab. Durch ein Investment in einen DAX ETF investiert man als Anleger also in die Entwicklung aller 30 Aktien des DAX, ohne hierfür jede Aktie einzeln kaufen zu müssen. Indexfonds erlauben es Anlegern also, ihr Portfolio mit bereits einem einzigen Investment vergleichsweise breit aufzustellen.

Der Vorteil dieser Art zu investieren ist, dass man das Risiko einzelner Aktien deutlich reduziert. Einzelne Aktien können sehr schlecht performen. Im schlimmsten Fall geht das Aktienunternehmen Pleite und man erleidet als Anleger einen Totalverlust. Bei einem ETF können die übrigen Aktien des Vergleichsindex die schlechte Performance einzelner Werte jedoch leicht ausgleichen. ETFs minimieren das Verlustrisiko.

Börsengehandelter Indexfonds – was genau bedeutet das?

ETFs unterscheiden sich noch in einem weiteren Aspekt von aktiven Fonds. Letztere können nämlich in der Regel nur einmal am Tag über die jeweilige Fondsgesellschaft gehandelt werden.

Wie der Name “Exchange Traded Fund” bereits signalisiert, können ETFs jedoch ganz normal an der Börse gehandelt werden. Man kann als Anleger also während der regulären Öffnungszeiten einer Börse nach Belieben ETF-Anteile kaufen und verkaufen.

Auch der Handel mit ETFs an sich ist dabei meist deutlich günstiger. Der Kauf von Fondsanteilen ist oft mit hohen Ausgabeaufschlägen verbunden, was das Investment verteuert. Bei ETFs müssen hingegen lediglich die regulären Ordergebühren des eigenen Brokers gezahlt werden.

Wo kann man ETFs kaufen?

Jetzt wissen Sie hoffentlich eine Antwort auf die Frage “Was ist ein ETF?”. Nun stellt sich allerdings die Frage, wo genau man solche ETFs kaufen kann. Hierfür muss man als Anleger nicht lange suchen. ETFs gehören mittlerweile nämlich zum Standardsortiment bei Direktbanken und Online-Brokern.

Um einen ETF kaufen zu können, muss man sich vorher also für einen Broker entscheiden und bei diesem ein Wertpapierdepot eröffnen. Anschließend kann man ETFs auf die gleiche Art kaufen wie Aktien und andere Wertpapiere.

Derzeit können wir für den Kauf von ETFs speziell unseren Testsieger eToro empfehlen. Dieser bietet aktuell insgesamt betrachtet das beste Paket für Anleger, die sich für ETFs interessieren.

Zum einen ist das Konto bei eToro komplett kostenlos. Es gibt also keine Depotführungsgebühren. Darüber hinaus verlangt eToro für den Kauf von ETFs (oder Aktien) keinerlei Gebühren. Sie können also kostenlos in Indexfonds investieren. Damit hebt sich eToro selbst aus dem Feld der ohnehin schon günstigen Online-Broker nochmals ab.

Zudem verfügt eToro mit der “CopyPortfolio-Funktion” über eine nützliche Zusatzfunktion. Diese erlaubt es Anlegern, mit nur wenigen Klicks die Portfolios der erfolgreichsten eToro-Nutzer zu kopieren und für sich selbst zu nutzen. Auf diese Weise können sich auch unerfahrene Anleger schnell ein renditestarkes Portfolio zusammenstellen.

Langfristige Gewinne mit ETFs (ETF Sparplanrechner)

Nutzen Sie unseren Sparplanrechner, um zu prüfen, wie viel Rendite Sie langfristig mit einem ETF erzielen können.

ETF kaufen beim Testsieger 

Wenn Sie ETFs kaufen möchten, müssen Sie vorher ein Depot bei einem Depotanbieter eröffnen. Wir empfehlen unseren Testsieger eToro. Im Folgenden zeigen wir ihnen daher kurz am Beispiel eToro, wie sie leicht in wenigen Schritten ein Depot eröffnen und ETFs kaufen können.

1. Anmeldung bei eToro

eToro

Der erste Schritt ist die Anmeldung bei eToro. Sie können sich über das Anmeldeformular auf der Webseite von eToro anmelden. Nachdem Sie das Formular ausgefüllt und abgeschickt haben erhalten Sie noch eine Bestätigungs-E-Mail.

Danach erfordert eToro noch eine Verifikation. Auch diese können Sie bequem online durchführen. Sie brauchen dafür nur den Anweisungen zu folgen und die erforderlichen Ausweisdokumente hochzuladen. Ist dies erledigt, erhalten Sie Zugriff auf Ihr neues eToro-Konto.

2. Erste Einzahlung

eToro Anmeldung

Um Ihr Konto auch tatsächlich nutzen zu können, müssen sie vorher noch eine Einzahlung tätigen. Mit diesem Geld können Sie anschließend ETFs, Aktien, Kryptowährungen etc. kaufen. Als Mindesteinzahlung erfordert eToro 250 Euro.

Für die Einzahlung können Sie zwischen verschiedenen Zahlungsmöglichkeiten wählen. Die folgenden Optionen stehen Ihnen dabei offen:

Zahlungsmöglichkeit eToro
Banküberweisung ja
Sofortüberweisung ja
Kreditkarte ja
PayPal ja
Neteller ja
Rapid Transfer ja
Skrill ja
UnionPay ja

Je nachdem, für welche Zahlungsmethode Sie sich entscheiden, dauert es nur wenige Minuten oder auch ein paar Tage, bis das Geld Ihrem Konto gutgeschrieben worden ist.

Bevor Sie sich an den Handel wagen, können Sie den Demo-Modus von eToro nutzen, um sich mit der Funktionsweise der Handelsplattform vertraut zu machen. Auf diese Weise können Sie den Handel mit eToro ausprobieren, ohne sofort echtes Geld einsetzen zu müssen.

3. ETFs günstig online kaufen bei eToro

Mit Geld auf dem Konto können Sie nun endlich ETFs kaufen. Hierfür müssen Sie zuerst auf die Kategorie “Märkte” gehen und anschließend  in der oberen Leiste “ETFs” auswählen. Nun wird Ihnen eine Auflistung aller derzeit auf eToro handelbaren ETFs (250) angezeigt.

Falls Ihnen bereits ein bestimmter ETF vorschwebt, können Sie dessen Namen, ISIN oder WKN auch einfach direkt im Suchfenster eingeben.

Wenn Sie den gewünschten ETF auswählen, erhalten Sie einen Überblick über Statistiken, Chartverläufe und einen Social-Media-Feed zum jeweiligen ETF. Diese Informationen können Ihnen dabei helfen, eine fundiertere Entscheidung zu treffen.

Um den ETF zu kaufen, müssen Sie nur noch auf “Traden” klicken und festlegen, für wie viel Sie kaufen möchten. Berücksichtigen Sie dabei, dass Sie niemals ihr gesamtes Geld in ein einziges Anlageprodukt investieren sollten.

Vor- und Nachteile von ETFs

Vorteile von ETFs:

  • ETFs sind eine bequeme Möglichkeit, diversifiziert anzulegen
  • ETFs bilden den Markt ab
  • ETFs sind günstiger als klassische Fonds
  • ETFs erlauben ein fokussiertes Investment in Branchen, Märkte und Themen
  • Die Zusammensetzung von ETFs erfolgt transparent
  • ETFs können normal an der Börse gehandelt werden
  • ETFs sind als Sondervermögen sicher

Nachteile von ETFs:

  • ETFs können nicht besser als der Markt performen
  • Bei manchen ETFs ist die Indexbildung schwer nachzuvollziehen
  • Bei synthetischen ETFs besteht ein Kontrahentenrisiko

Typisierung von ETFs

Es gibt verschiedene Arten von ETFs. Unterschiede können bei der abgebildeten Anlageklasse, dem abgebildeten Index, der Art der Indexnachbildung sowie der Ertragsverwendung bestehen.

Anlageklassen

Grundsätzlich können ETFs die Wertentwicklung von verschiedenen Anlageklassen abbilden. Diese umfassen:

  • Aktien
  • Anleihen
  • Rohstoffe
  • Immobilien
  • Währungen
  • Kryptowährungen
  • Alternative Investments
Wenn sich eine Anlage in einem Index zusammenfassen lässt, kann ihre Wertentwicklung auch von einem ETF abgebildet werden. Allerdings gibt es hierzulande (und im restlichen EU-Raum) gewisse Einschränkungen. So müssen ETFs stets mehrere Werte abbilden. ETFs, welche lediglich einen einzelnen Wert abbilden – z. B. Gold oder eine Kryptowährung – sind nicht erlaubt.

Dinge wie Währungen oder einzelne Rohstoffe werden daher hierzulande durch ETCs (Exchange Traded Commodities) bzw. ETNs (Exchange Traded Notes) abgedeckt. Zusammen mit ETFs zählen diese zu den ETPs (Exchange Traded Products). Jedoch unterscheiden sie sich in gewissen Aspekten von ETFs. ETCs und ETNs sind beispielsweise Schuldverschreibungen und zählen somit nicht als Sondervermögen.

Indizes



Jeder ETF bildet die Wertentwicklung eines bestimmten Index ab. Bei den verwendeten Vergleichsindizes kann es jedoch große Unterschiede geben.

Zum einen gibt es marktbreite Indizes, welche sämtliche Aktienwerte eines Marktes bis zu einer bestimmten Marktkapitalisierung abbilden. Beispiele hierfür sind der S&P 500 oder der MSCI World Index. Der S&P 500 bildet die Wertentwicklung der 500 größten Aktienunternehmen der USA ab. Dabei deckt er sämtliche Branchen ab. Der MSCI World enthält große und mittlere Aktien aus 23 Industrieländern und gilt dank se seiner breiten Aufstellung – ca. 1.600 Positionen – als einer der wichtigsten Weltindizes.

ETFs können sich jedoch auch auf einzelne Branchen oder Sektoren konzentrieren. In dem Fall enthält der Vergleichsindex lediglich Aktien von Unternehmen, die in einem bestimmten Bereich tätig sind. Dies kann einerseits ein branchenbezogener Sub-Index eines größeren Aktienindex sein. Ein Beispiel ist der iShares S&P 500 Information Technology Sector UCITS ETF, welcher sämtliche Technologie-Unternehmen des S&P 500 enthält. Möglich ist aber auch ein eigenständiger Branchenindex wie der Nasdaq 100.

Regionalindizes bilden hingegen die wichtigsten Aktien einer bestimmten Region ab. EIn Beispiel hierfür sind Indizes auf Schwellenländer oder einen bestimmten Kontinent.

Daneben existieren aber auch eine Reihe hoch spezialisierter ETFs. Diese bilden in der Regel speziell zusammengestellte Indizes ab, mit denen sich eine konkrete Strategie umsetzen lässt. Dies können einerseits sogenannte Smart-Beta-ETFs sein, welche einen bestimmten Faktor wie Value oder Growth als Fokus haben.

Thematische ETFs erlauben Anlegern hingegen einen Zugriff auf Unternehmen, die in einem bestimmten Themengebiet tätig sind. Beispiele hierfür sind erneuerbare Energien oder Elektromobilität.

Synthetische oder physische Nachbildung

Jeder ETF ist bestrebt, seinen Vergleichsindex möglichst genau nachzubilden. Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten dies zu tun. Man unterscheidet dabei zwischen einer physischen Replikation und einer synthetischen Replikation.

Physische Replikation

Physische Replikation
Bei der physischen Replikation enthält der ETF tatsächlich die Werte seines jeweiligen Vergleichsindex. Der ETF nutzt also das Kapital seiner Anleger, um die Aktien des Index entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen. Durch deren Wertentwicklung bildet er den Index anschließend direkt nach.

Dies kann auf zweierlei Art geschehen. Bei der vollständigen Nachbildung werden sämtliche Werte des Index entsprechend ihrer Gewichtung gekauft. Die Alternative hierzu ist die sogenannte Sampling-Methode. Dabei investiert der ETF lediglich in einige ausgewählte Werte seines Vergleichsindex. Üblicherweise handelt es sich dabei um die größten und wichtigsten Werte, sodass dennoch eine relativ genaue Nachbildung der Wertentwicklung des Index möglich ist.

Synthetische Replikation

Synthetische Replikation
Bei der synthetischen Nachbildung nutzt der ETF nicht die eigentlichen Werte des Index. Stattdessen investiert er in komplett andere Wertpapiere. Die genaue Wertentwicklung des Index wird dabei von einem externen Partner wie z. B. einer Bank zugesichert. Im Gegenzug erhält der Partner den Korb an Werten des ETFs. Ein solcher als Swapgeschäft bezeichneter Tausch kann für beide Parteien Vorteile mit sich bringen.

Allerdings entsteht hierdurch auch ein Kontrahentenrisiko, da der Partner unter Umständen ausfallen könnte. Dagegen ist der ETF jedoch üblicherweise abgesichert. Bei einem synthetischen ETF haben Anleger meist keinen Überblick, in welche Werte der Indexfonds investiert. Lediglich das Ergebnis in Form der Replikation des eigentlichen Vergleichsindex ist sichtbar.

ETF Gewinne reinvestieren oder auszahlen

Ein weiterer Unterschied besteht darin, wie ein ETF seine Gewinne verwendet. Unternehmen, welche Gewinne erwirtschaften, schütten regelmäßig einen Teil davon an ihre Anleger aus. Auch Anleger in einen ETF haben ein Anrecht auf diese Dividenden, da die Aktien, welche der ETF kauft, letztlich ihnen gehören. Diese Dividenden können vom ETF auf zwei verschiedene Arten verwendet werden.

Ausschüttende ETFs
Ausschüttende ETFs sammeln die Dividenden aller Unternehmen, von denen sie Aktien gekauft haben und reichen diese im Anschluss an ihre Anleger weiter. Anleger bekommen die Dividendenausschüttungen also vollständig ausgezahlt, ganz so, als ob sie alle Aktien der entsprechenden Unternehmen selbst gekauft hätten.

Thesaurierende ETFs
Thesaurierende ETFs schütten die gesammelten Dividenden hingegen nicht direkt an ihre Anleger aus. Stattdessen schreiben sie die Gewinne dem Fondsvermögen gut und reinvestieren diese wieder. Dadurch vergrößert sich die Beteiligung jedes Anlegers anteilig. Diese Methode bietet den Vorteil, dass sich Anleger nicht selbst darum kümmern müssen, ihre erzielten Gewinne zu reinvestieren. Stattdessen erledigt der ETF dies automatisch.

Beide Varianten haben jeweils ihre Vorzüge. Welche besser für einen geeignet ist, hängt von der jeweiligen Anlagestrategie ab. Für Anleger, die sich langfristig ein Vermögen aufbauen wollen, eignen sich thesaurierende ETFs oft besser. Durch die regelmäßige Wiederanlage wächst das Vermögen der Anleger im ETF automatisch. Auf lange Sicht können Sie so vom Zinseszinseffekt profitieren.

Ausschüttende ETFs eignen sich hingegen für Anleger, die bereits während dem Investment nebenher einen Bonus in Form von ausgeschütteten Dividenden beziehen und über diesen frei verfügen möchten.

Wo über ETFs informieren?

Grundsätzlich sollten Anleger nur in Anlagen investieren, die sie auch kennen und verstehen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, sich vor dem Kauf umfassend über den jeweiligen ETF zu informieren.

Einerseits stellt jeder Broker seinen Nutzern detaillierte Informationen und Kursverläufe zu jedem handelbaren ETF zur Verfügung. Dennoch kann es sich lohnen, noch separat Informationen über den ETF einzuholen. Die beste Möglichkeit, dies zu tun, bietet der Herausgeber des ETFs selbst.

Jeder ETF-Anbieter stellt umfassende Informationen zu seinen verschiedenen ETFs zur Verfügung. Diese findet man im jeweiligen Factsheet. Dort enthalten sind beispielsweise die Wertentwicklung in den vergangenen Jahren sowie eine Aufschlüsselung der Zusammensetzung des ETFs. Der Factsheet zu jedem ETF lässt sich auf der Seite des Anbieters finden. Man findet diese beispielsweise, indem man den Namen des ETFs in eine Suchmaschine eingibt.

ETF Anbieter

Es gibt zahlreiche unterschiedliche ETF-Anbieter. Manche davon sind große Vermögensverwalter oder Teile eines Finanzinstituts. Andere wiederum haben sich auf die Auflage und Verwaltung von ETFs spezialisiert. Die folgenden ETF-Anbieter sind in Europa tätig:

  • Amundi
  • BNP Paribas
  • Credit Suisse
  • Deka
  • Fidelity
  • First Trust
  • Franklin Templeton
  • FundRock
  • Global X
  • HANetf
  • HSBC
  • Invesco
  • iShares
  • JP Morgan
  • LGIM
  • Lyxor
  • Ossiam
  • Pimco
  • Rize ETF
  • SPDR
  • Tabula
  • UBS
  • Unicredit
  • VanEck
  • Vanguard
  • WIsdomTree
  • Xtrackers

Von den oben aufgeführten ETF-Anbietern sind iShares – die ETF-Marke von BlackRock – sowie Vanguard nach schierem Fondsvolumen weltweit führend. An dritter Stelle kommt State Street mit seiner ETF-Marke SPDR. In Europa sind iShares, Xtrackers und Lyxor derzeit die drei größten Anbieter.

ETFs Kosten – was kostet das ETF Investment?

Das Investment in ETFs ist wie bei jedem anderen Wertpapier auch mit gewissen Kosten verbunden. Man muss hierbei zwischen den Handelskosten sowie den laufenden Kosten (TER) unterscheiden.

Die Handelskosten fallen beim Kauf jedes Wertpapiers an. Zum einen sind dies Ordergebühren. Ihre Höhe hängt dabei maßgeblich vom eigenen Broker ab. eToro verlangt beispielsweise überhaupt keine Ordergebühren. Bei anderen Anbietern können die Kosten unterschiedlich stark variieren. Hinzu kommen zusätzliche Kosten wie die Geld-Brief-Spanne (Spread) sowie vom gewählten Handelsplatz abhängige Zusatzgebühren wie Transaktionsentgelt, Maklergebühren etc. All diese Kosten sind jedoch allgemeiner Natur und gelten daher nicht nur für ETFs.

Daneben ist jeder ETF auch mit einer jährlichen Gebühr verbunden. Dabei handelt es sich um die Gesamtkostenquote – auf Englisch: Total Expense Ration (TER). Diese Gebühr müssen Anleger bei jedem Fonds entrichten. 

Da ETFs ihren Index rein passiv abbilden, ist ihr Verwaltungsaufwand deutlich geringer als dies bei aktiv verwalteten Fonds der Fall ist. Aus diesem Grund sind die laufenden Kosten eines ETFs meist deutlich niedriger als bei aktiven Fonds. Der durchschnittliche ETF kostet hierzulande zwischen 0,35 und 0,50 Prozent pro Jahr. Es gibt jedoch auch ETFs, die lediglich 0,10 Prozent oder noch weniger kosten. Die Gebühr wird tageweise berechnet und automatisch vom Fondsvermögen abgezogen.

Sind ETFs eine sichere Anlagemöglichkeit?

Wie alle Wertpapiere sind ETFs mit einem gewissen Risiko verbunden. Vergangene Renditen können niemals für die folgenden Jahre garantiert werden. Da die Aktien, aus welchen sich der Vergleichsindex eines ETFs zusammensetzt, fallen und steigen können, kann auch der Kurs eines ETFs fallen und steigen.

Allerdings haben ETFs einige Vorteile gegenüber Einzelaktien. Da sich jeder ETF aus einer Vielzahl verschiedener Aktien zusammensetzt, spielt die Performance eines einzelnen Papiers keine so große Rolle. Die breite Masse an Aktien kann Kursstürze einiger weniger Werte leicht ausgleichen. Dank dieser Diversifizierung sind ETFs weniger volatil als Einzelaktien, wodurch das Verlustrisiko geringer ist. Zudem kann ein ETF als Ganzes niemals Pleite gehen, wie es bei einem Aktienunternehmen der Fall ist. Das Risiko eines Totalverlustes ist bei einem ETF daher nicht gegeben.ETF-Nachrichten Icon11

Gleichzeitig gehen ETFs jedoch auch mit ihren eigenen Risiken einher. Zum einen ist nicht jeder ETF gleich gut diversifiziert. Während ETFs auf große Indizes wie den MSCI World oder den S&P 500 durchaus breit aufgestellt sind, decken ETFs auf Nischenbranchen oder -themen meist sehr viel weniger Aktien ab. Das Risiko hoher Volatilität kann bei diesen Indexfonds ungleich höher sein.

Zudem kann es bei manchen Nischen-ETFs unter Umständen auch zu Liquiditätsengpässen kommen. Solche ETFs setzen nämlich zum Teil auf exotische und kaum gehandelte Aktien. Kommt es nun innerhalb der Branche oder des Anlagethemas zu einem Kurssturz, kann die Zahl der Verkäufer die Zahl der Kaufinteressenten bei Weitem übersteigen. Dadurch kann sich der Kursverlust des ETFs noch beschleunigen.

Dennoch gelten ETFs im Vergleich zu Aktien als vergleichsweise risikoarme Investments.

Hinzu kommt, dass das Anlagevermögen in einem ETF als Sondervermögen gilt. Als solches wird es von einer unabhängigen Depotbank verwaltet und ist nicht Teil des Vermögens der Fondsgesellschaft, welche den ETF herausgibt. Im Falle einer Pleite ist das Vermögen der Anleger also geschützt.

ETFs versteuern?

Auch ETFs werden nach deutschem Gesetz besteuert. Entscheidend ist hierbei die Abgeltungssteuer. Diese wird für sämtliche Kursgewinne und Erträge aus ETFs fällig. Zu Letzteren zählen sowohl Dividendenausschüttungen als auch Zinsen bei Anleihen-ETFs. Die Abgeltungssteuer beläuft sich auf 25 Prozent

Bei der Abgeltungssteuer wird grundsätzlich das Prinzip “First in, first out” angewendet. Werden also beispielsweise zwei Tranchen von ETF-Anteilen in zeitlichem Abstand zueinander gekauft, geht der Fiskus beim späteren Verkauf einiger Anteile davon aus, dass die zuerst gekauften Anteile auch als Erstes wieder verkauft werden. Dies ist wichtig, weil die Abgeltungssteuer auf Gewinne gezahlt wird, diese jedoch von der Haltedauer abhängig sein können.

Vorabpauschale

Wer einen ETF über viele Jahre hinweg hält, kann dadurch theoretisch die fälligen Steuerabgaben beliebig lange stunden. Um dem entgegenzuwirken, ermittelt der Fiskus eine sogenannte Vorabpauschale. Es handelt sich dabei um einen fiktiven Betrag, welcher jährlich versteuert werden muss. Die Vorabpauschale berechnet sich aus der Differenz zwischen Basisertrag und Ausschüttung.

Sämtliche ETFs (und andere Investmentfonds) werden über eine Vorabpauschale besteuert. Fällig wird diese jedoch nur, wenn der Sparerpauschbetrag von 801 Euro nicht überschritten wurde. So viel Gewinn dürfen Privatanleger nämlich pro Jahr erzielen, ohne darauf Steuern zahlen zu müssen. Am besten lässt sich dieser Freibetrag mit einem Freistellungsauftrag bei der Depotbank nutzen. Die Vorabpauschale wird automatisch von der Depotbank ausgewiesen und an den Fiskus abgeführt. Anleger müssen sich mit deren Berechnung und Abführung also nicht selbst beschäftigen.

Mittlerweile spielt es zudem bei der Besteuerung keine so große Rolle mehr, ob es sich um einen ausschüttenden oder einen thesaurierenden ETF handelt, bzw. ob dieser im Inland oder im Ausland aufgelegt worden ist.

Allerdings müssen Anleger, die in einen thesaurierenden ETF investieren bei der Vorabpauschale aufpassen. Bei einem thesaurierenden ETF erfolgt im Gegensatz zu einem ausschüttenden ETF kein direkter Geldzufluss auf das Verrechnungskonto. Die Vorabpauschale wird aber dennoch automatisch von der Depotbank abgebucht. Anleger müssen in dem Fall selbst dafür sorgen, dass ausreichend Geld auf dem Verrechnungskonto vorhanden ist.

In ETFs investieren – die besten ETFs

Die Auswahl an hierzulande handelbaren ETFs ist riesig und wird jeden Monat größer. Es finden sich praktisch für jeden Anlegertyp die passenden ETFs. Im Folgenden haben wir einige der besten ETFs aufgelistet. Über die Links gelangt man zu einem ausführlichen Vergleich der besten ETFs jeder Kategorie.

Globale Basis ETFs

  • MSCI World ETFs
  • MSCI EM ETFs
  • MSCI ACWI ETFs
  • FTSE All-World ETFs

Länder und regionale ETFs

  • DAX ETFs
  • S&P 500 ETFs
  • Europe STOXX ETFs
  • China ETFs
  • Asien ETFs
  • Lateinamerika ETFs

Themen, Branchen und Sektor ETFs

  • Batterie ETFs
  • Biotech ETFs
  • Blockchain ETFs
  • Cannabis ETFs
  • Cybersecurity ETFs
  • Dividenden ETFs
  • Elektromobilität ETfs
  • Gesundheits ETFs
  • Erneuerbare Energien ETFs
  • Konsum ETFs
  • Reise & Freizeit ETFs
  • Gold ETFs
  • KI ETFs
  • Nachhaltige ETFs
  • Nasdaq 100 ETFs
  • Wasser ETFs
  • Wasserstoff ETFs

Smart-Beta ETFs

  • Equal Weight ETFs
  • Low Volatility ETFs
  • Momentum ETFs
  • Multi-Faktor ETFs
  • Qualitäts ETFs
  • Small Cap ETFs
  • Value ETFs
  • Wachstums ETFs

Alternative Anlageklasse ETFs (keine Aktien)

  • Anleihen ETFs
  • Immobilien ETFs
  • Kryptowährungen ETFs
  • Rohstoff ETFs

Was sind ETFs – als Anlageform zu empfehlen? Unser Fazit

Nach dem Lesen dieses Artikels ist Ihnen hoffentlich die ETF Definition geläufig. ETFs sind, auf den Punkt gebracht, Investmentfonds, welche die Wertentwicklung eines Index passiv abbilden und an der Börse gehandelt werden können.

ETFs bieten Anlegern sowohl gegenüber Aktien als auch gegenüber herkömmlichen aktiv gemanagten Fonds diverse Vorteile. Sie sind günstiger als Fonds und zugleich weniger volatil als Aktien. Mit einem ETF können Anleger an der Entwicklung des breiten Marktes teilhaben, ohne sich hierfür hunderte verschiedene Aktien separat kaufen zu müssen.

ETFs existieren in verschiedenen Varianten und bilden die unterschiedlichsten Länder, Regionen, Branchen, Sektoren, Themen und Strategien ab. Große Basis-ETFs eignen sich hervorragend als Kerninvestment eines Depots, während kleine und performancestarke Themen-ETFs als Renditeturbo fungieren können.

Alles in Allem sind ETFs eine hochgradig flexible und attraktive Anlagemöglichkeit. Wer Interesse an der Wertpapieranlage hat, sollte sich in jedem Fall auch mit ETFs beschäftigen.

FAQ zu ETFs

Was ist ETF einfach erklärt?

Wie funktioniert ein ETF?

Was ist der Unterschied zwischen Fonds und ETF?

Was bringt ein ETF?

Was sind die besten ETFs?

Welche Nachteile haben ETFs?

Ist ein ETF sicher?

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Florian Schulze hat einen Abschluss in internationaler Politik und Wirtschaftspolitik und studiert derzeit Mathematik. ETFs, Aktien und Kryptowährungen sind seine Leidenschaft.