MSCI World: Diese deutschen Unternehmen sind enthalten

Der MSCI World beinhaltet über 1600 der größten Unternehmen, gewichtet nach Marktkapitalisierung. Auch zahlreiche deutsche Titel gehören dazu. Doch wie schneiden die großen deutschen Konzerne im Vergleich zur internationalen Konkurrenz ab?


Deutscher Anteil vergleichsweise gering

Derzeit werden 55 deutsche Unternehmen als Teil des MSCI World geführt. In Sachen Indexgewichtung spielt Deutschland insgesamt eine eher untergeordnete Rolle. Deutsche Unternehmen machen gerade einmal 2,79 Prozent der Indexzusammensetzung aus. Dies hat selbstverständlich nichts mit irgendwelchen Vorbehalten von MSCI gegenüber der deutschen Wirtschaft zu tun. Der Index gewichtet streng nach Marktkapitalisierung.

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Daher sollte es auch nicht verwundern, dass die USA mit über 57 Prozent mehr als die Hälfte des gesamten Index stellen. Viele der größten Unternehmen der Welt haben ihren Sitz in den Vereinigten Staaten. Die Marktkapitalisierung zahlreicher US-Unternehmen stellt ihre deutschen Gegenstücke dabei in den Schatten. Von den fünf Unternehmen, welche bisher die magische Marke von einer Billionen US-Dollar Börsenwert geknackt haben, sind vier in den USA ansässig.

Es sind vor allem die großen amerikanischen Tech-Konzerne Alphabet, Apple, Amazon und Microsoft, welche das Feld mit ihrer enormen Marktkapitalisierung anführen. Die IT-Branche ist immer mehr im Kommen und das Wachstumspotenzial ist nach wie vor schier unbegrenzt.

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Diese deutschen Unternehmen sind vorne mit dabei

Es sollte daher wenig überraschen, dass mit SAP Deutschlands größter IT-Konzern am stärksten im MSCI World berücksichtigt wird. Mit einem Anteil von 0,29 Prozent kommt SAP im Ranking an 52. Stelle. Derzeit weißt SAP eine Marktkapitalisierung von rund 167,9 Milliarden Euro auf. Zuletzt konnte das Unternehmen Anleger und Analysten mit einem bärenstarken Ausblick überraschen. Entsprechend stark steigt der Kurs von SAP weiter an. Laut Vorstandschef Bill McDermott soll die Marktkapitalisierung bis 2023 sogar auf 250 bis 300 Milliarden Euro klettern. Damit würde der Konzern seinen Vorsprung vor Deutschlands anderen Börsenschwergewichten noch erheblich weiter ausbauen.

Auf Platz 70 folgt Linde. Der Industriekonzern mit dem Schwerpunkt auf Gas und Anlagenbau ist im Bereich der Industriegase Weltmarktführer. Das Unternehmen hat seinen eigentlichen Sitz in Dublin und ging aus der Fusion der deutschen Linde AG und des US-amerikanischen Konkurrenten Praxair hervor. Es ist allerdings auch im DAX gelistet und weist dort mit rund 106 Milliarden Euro die zweithöchste Marktkapitalisierung auf.

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Ebenfalls weit vorne mit dabei sind die Siemens, Allianz, die Deutsche Telekom und Volkswagen. Deutschlands Industriegigant Siemens wird wie viele andere Konzerne auch, schwer von der Corona-Krise getroffen. Die Talsohle erwartet der Konzern dabei erst im dritten Quartal dieses Jahres. Dem Aktienkurs des Unternehmens tut dies jedoch keinen Abbruch. Siemens könnte vom Trend hin zur immer stärkeren Digitalisierung durchaus profitieren. Das Unternehmen ist bei der Software zur Industrieautomatisierung Weltmarktführer. Zudem verkündete man erst am 14.07.2020, zukünftig bei der Unternehmenssoftware enger mit SAP zusammenzuarbeiten.

Deutsche Autobauer abgeschlagen

Die Autoindustrie gilt als eines der Herzstücke der deutschen Wirtschaft. Gleichfalls spiegelt die Marktkapitalisierung der großen deutschen Autokonzerne Volkswagen, Daimler oder BMW ihre herausragende Stellung nicht wirklich wieder. 2019 erwirtschafteten die drei Autobauer zusammen mit dem Zulieferer Continental rund ein Drittel der gesamten Nettogewinne aller Konzerne des DAX. Dennoch kamen sie zusammengenommen gerade einmal auf 18 Prozent des Börsenwertes sämtlicher Unternehmen im Index.

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Auch international ist diese Diskrepanz sehr deutlich. Deutschlands größter Autokonzern Volkswagen kam 2019 beispielsweise auf einen Umsatz von 252,6 Milliarden Euro. Der Gewinn belief sich dabei auf rund 17 Milliarden Euro. Dem Ganzen steht eine derzeitige Marktkapitalisierung von rund 72 Milliarden Euro gegenüber. Zum Vergleich: Der Umsatz des derzeitigen Börsenüberfliegers Tesla belief sich 2019 umgerechnete auf 21,5 Milliarden Euro. Statt einem Gewinn bleib 2019 am Ende ein Verlust von umgerechnet rund 950 Millionen Euro übrig. Das Tesla es nun geschafft hat, drei Quartale in Folge keine roten Zahlen zu schreiben, ist ein Novum in der 17-jährigen Firmengeschichte. Trotzdem ist Tesla mit einer Marktkapitalisierung von nunmehr über 280 Milliarden Dollar wertvoller als VW, Daimler und BMW zusammen.

Tatsächlich kann Tesla auch in Zeiten der Pandemie bei den Verkaufszahlen weiterhin zulegen. Gleichfalls ist das Unternehmen noch weit davon entfernt, auch nur annähernd zu den Zahlen der deutschen Autobauer aufzuschließen. Allerdings hat das Unternehmen von Elon Musk Vorteile im Bereich der Software und reitet derzeit auf einer großen Hype-Welle. Um auch für Anleger wieder attraktiv zu werden, muss die deutsche Konkurrenz daher mit größerem Nachdruck an zukunftsfähigen Konzepten pfeilen. Gelingt dies nicht, werden die großen Autokonzerne in Zukunft vermutlich eher unter ferner liefen im MSCI World aufgewührt werden.

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Auch viele Unternehmen aus dem MDAX sind dabei

Neben den Werten des DAX haben es auch zahlreiche Unternehmen aus dem MDAX in den MSCI World geschafft. Darunter sind zum einen klangvolle Namen wie Airbus, Evonik oder Lufthansa. Doch auch zahlreiche unscheinbarere Unternehmen wie Delivery Hero, die Kion Group oder Symrise werden in dem großen Index geführt.

Delivery Hero betreibt eine weltweite Online-Bestellplattform für unterschiedliche Essensdienste. Ursprünglich wurde das Unternehmen 2011 gegründet. Mittlerweile ist das Unternehmen in über 40 Staaten weltweit aktiv und hat über 200.000 Partner-Restaurants. Delivery Hero gehört zu den Gewinnern der Corona-Krise. Nach eigenen Angaben haben sich die Bestellungen in den vergangenen Monaten verdoppelt.

Bei der Kion Group handelt es sich indes um den weltweit zweitgrößten Hersteller von Gabelstaplern und Lagertechnikgeräten. In Europa ist das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main gar Marktführer. Der Umsatz belief sich zuletzt auf rund 8 Milliarden Euro. Im Gegensatz zu Delivery Hero dürfte sich die Pandemie eher negativ auf das Geschäfft von Kion auswirken, auch wenn der Ausblick des Unternehmens auf das Geschäftsjahr 2020 kein allzu düsteres Bild zeichnet.

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Symrise ist ein Hersteller von Duft- und Geschmacksstoffen. Das Unternehmen ist sowohl in der Lebensmittel- wie auch der Kosmetik- und Chemieindustrie tätig. Im vergangenen Jahrzehnt gelang es Symrise, seine Umsätze kontinuierlich zu steigern. 2019 belief sich der Umsatz auf 3,4 Milliarden Euro. In der derzeitigen Krise hat sich Symrise laut Marktanalysten als krisenresistent aber nicht krisenimmun erwiesen. Dementsprechend wird ein moderater Umsatzrückgang erwartet. Die langfristigen Wachstumsziele scheinen davon jedoch vorerst nicht beeinflusst zu werden.

Aufnahme in den Index hat positive Auswirkungen

Durch steigende Marktkapitalisierung oder im Rahmen einer Überarbeitung des MSCI World können immer wieder neue Unternehmen in den Index aufgenommen werden. Letzteres führte beispielsweise 2017 dazu, dass mit MTU, Drillisch, Uniper und Wirecard gleich vier deutsche Unternehmen auf einen Schlag aufgenommen wurden.

Nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Beliebtheit von ETFs kann sich die Aufnahme einer Aktie in den MSCI World oder einen anderen viel beachteten Index positiv auf den Kurs auswirken. Indexfonds erwerben in diesem Fall automatisch Anteile des neu aufgenommenen Unternehmens. Auch zahlreiche institutionelle Anleger richten sich zum Teil nach dem MSCI World.

Aus genau diesem Grund kann sich ein sinkender Marktwert jedoch auch noch von selbst weiter verstärken, wenn ein Titel wegen zu niedriger Marktkapitalisierung aus dem Index fliegt. In dem Fall verkaufen nämlich auch die Indexfonds ihre Anteile wieder automatisch. Genau dieses Schicksal dürfte demnächst auch die Aktie von Wirecard erwarten. Für alle, die noch Anteile an dem Zahlungsabwickler halten, dürfte dies jedoch eine der geringeren Sorgen sein.

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