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Lohnt es sich jetzt, auf ein Börsen-Comeback des Tourismus-Sektors zu setzen?
Lohnt es sich jetzt, auf ein Börsen-Comeback des Tourismus-Sektors zu setzen?

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2020 war die reinste Katastrophe für die Tourismus- und Reisebranche. Noch hält die Pandemie große Teile des Globus in ihrem Bann. Dennoch sind sanfte Schimmer der Hoffnung am Horizont erkennbar. Wenn die Beschränkungen gelockert werden, könnte schließlich auch die Reiselust vieler Menschen zurückkehren. Lohnt es sich also für Anleger bereits jetzt, in die entsprechenden Werte im Tourismus-Sektor zu setzen oder wird auch 2021 ein maues Jahr?
Branche in der Krise

Laut einer Studie von McKinsey gehört der Tourismus-Sektor zu den größten Verlierern der aktuellen Krise. Aufgrund der Reise- und Kontaktbeschränkungen, welche nach wie vor in vielen Ländern vorherrschen, musste die weltweite Reisebranche einen Einbruch von mehr als 70 Prozent verkraften. Während der letzten Krise im Jahr 2009 belief sich der Rückgang gerade einmal auf 4 Prozent.

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Die Krise hat zahlreiche Anbieter in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht. Diverse Fluglinien sind auf staatliche Hilfen angewiesen, um zu überleben. Einige Kreuzfahrtlinien mussten bereits Konkurs anmelden. Derweil sieht sich die Hotelbranche nicht nur hierzulande vor einem beispiellosen Hotelsterben.

Aktuell ist noch nicht wirklich abzusehen, wie schnell es gelingen wird, das Corona-Virus durch eine breitflächige Impfung endgültig einzudämmen. Es dürfte noch Monate dauern, bis ausreichend Impfstoff hergestellt worden ist und bis dahin könnte eine neue Mutation noch für eine unangenehme Überraschung sorgen.
Reiselust ist nach wie vor hoch

Gleichfalls scheint die Reiselust vieler Menschen nach wie vor ungebrochen. Erkennbar ist dies nicht nur an der großen Schwierigkeit, mit welcher aktuell Reisebeschränkungen in Skigebiete durchgesetzt werden können. Einer Studie des Reiseanbieters Topdeck Travel zufolge sagen aktuell 93 Prozent aller jungen Erwachsenen, dass der Lockdown ihre Reiselust sogar noch erhöht habe. Demnach würden 75 Prozent aller Millennials und Mitglieder der Generation Z nach dem Ende der Pandemie gerne eine lange Urlaubsreise unternehmen.

Gleichzeitig geht mit der Pandemie auch eine wirtschaftliche Krise einher, deren Auswirkungen auch in diesem Jahr noch deutlich zu spüren ein dürften. James Asquith, Gründer und CEO von Holiday Swap, geht davon aus, dass es noch mehrere Jahre dauern wird, bis sich der internationale Reiseverkehr wieder auf dem gleichen Level befinden wird, welches er vor dem Ausbruch der Pandemie gehabt hat.

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Wenn Reiselust und begrenzte finanzielle Möglichkeiten aufeinandertreffen, könnte vor allem die inländische Tourismusindustrie vieler Länder profitieren. Eine derartige Entwicklung hatte sich bereits im vergangenen Sommer abgezeichnet. Es ist daher durchaus nicht unwahrscheinlich, dass zumindest 2021 einen neuen Boom im Bereich des Naherholungsurlaubes erleben wird. Dies umfasst Radtouren, Campingausflüge, aber auch Besuche in nahe gelegenen Freizeit- und Naturparks.

Ob diese Entwicklung auch das Zeug zu einem langfristigen Trend hat, lässt sich derzeit noch nicht beantworten. Wenn sowohl das Virus wie auch die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie Geschichte sind, spricht wenig dagegen, dass sich die Reisevorlieben der Menschen nicht wieder in Richtung Pauschaltourismus und Urlaub in fernen Ländern entwickeln werden. Gleichfalls könnte das gesteigerte Interesse an größerer Nachhaltigkeit in dieser Hinsicht zumindest bei einigen zu einem Umdenken führen.
Welche Optionen bieten sich für Anleger?

Anleger stehen derzeit vor einer schwierigen Entscheidung. Nach wie vor liegen große Teile der Reisebranche am Boden. Dies hat sich auch auf die Kurse der entsprechenden Aktien ausgewirkt. So blieb beispielsweise der STOXX Europe 600 Travel & Leisure Index im vergangenen Jahr mit einem Minus von rund 14,5 Prozent deutlich hinter dem Gesamtmarkt zurück. Dennoch geht die Tendenz in den vergangenen Monaten nicht zuletzt aufgrund der Hoffnung auf die verfügbaren Impfstoffe bergauf.

Der Index war bereits im Zuge der Finanzkrise deutlich eingebrochen. In der Folgezeit hatte es beinahe sechs Jahre gebraucht, bis der Kurs wieder an seinen vorherigen Höchststand anschließen konnte. Allerdings verläuft die Erholung momentan bereits deutlich zügiger als damals. Die gleiche Entwicklung ließ sich in vielen anderen Sektoren schon unmittelbar nach dem Crash beobachten. Bis zu seinem Vorkrisenwert ist aber noch Luft nach oben.

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Abgebildet wird der Index u. a. durch den iShares STOXX Europe 600 Travel & Leisure UCITS ETF (ISIN: DE000A0H08S0). Der ETF beinhaltet die größten Unternehmen im Segment Reise und Freizeit, die im STOXX Europe 600 geführt werden. Leider handelt es sich dabei nicht um allzu viele. Aktuell umfasst der ETF gerade einmal 18 Positionen. Allein die beiden Top-Positionen machen zusammen zudem bereits 36 Prozent des gesamten Indexfonds aus.

Abgesehen davon stehen noch zwei weitere Reise&Freizeit-ETFs zur Verfügung, die aber beide das gleiche Problem haben und darüber hinaus auch nur ein sehr geringes Fondsvolumen aufweisen. Im Gegenzug bieten sich Anlegern jedoch einige interessante Einzelwerte im Bereich Tourismus an, die evtl. eine Überlegung Wert wären.
Airbnb
(ISIN: US0090661010)

Zumindest in der Hotelbranche dürfte Airbnb nur unwesentlich beliebter sein als das Corona-Virus. Das Portal für die Vermittlung privater Wohnungen für Kurzurlaube hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2008 hervorragend entwickelt und stellt mittlerweile eine ernsthafte Konkurrenz für viele Hotels dar.

Erst vergangenen Dezember wagte Airbnb schließlich den Gang an die Börse. Der Zeitpunkt mochte für manchen etwas merkwürdig erscheinen. Aktuell rangiert die Aktie jedoch rund 20 Prozent über ihrem Ausgabewert. Im dritten Quartal 2020 verzeichnete das Unternehmen sogar trotz der Krise einen Gewinn von 219 Millionen Dollar. Allerdings dürfte das Gesamtjahr vermutlich dennoch eher verlustreich gewesen sein. Gerade mit Blick auf inländische Kurzurlaube könnte Airbnb jedoch 2021 zu einem der wenigen klaren Gewinner gehören.

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Disney
(ISIN: US2546871060)

Disney wurde gleich auf mehrfache Weise von der Pandemie getroffen. Zum einen kam der Betrieb in seinen Freizeitparks vollständig zum Erliegen. Es dürfte zudem auch noch eine ganze Weile dauern, bis die Parks wieder profitabel betrieben werden können, da die Betriebskosten hoch sind und eine Öffnung bei halber Kapazität nur wenig Sinn macht. Gleichzeitig wurde auch Disneys Kreuzfahrtgeschäft stark in Mitleidenschaft gezogen.

Gleichzeitig verfügt Disney über eine starke Film- und Unterhaltungssparte. Besonders hervorzuheben ist hierbei der Streamingdienst Disney+. Die Nachfrage nach Streamingangeboten hat aufgrund der Beschränkungen stark zugenommen. Nicht zuletzt aufgrund dieses Zugpferdes konnte die Disney-Aktie in den vergangenen drei Monaten um rund 30 Prozent zulegen. Das Wachstum in diesem Segment ist zudem nicht auf einen schnellen Erfolg bei der Eindämmung der Pandemie angewiesen.

Wenn dies jedoch schließlich gelingt, dürften die Parks und Kreuzfahrten für einen zweiten Wachstumsschub sorgen. Im Gegensatz zu manchen anderen Anbietern verfügt Disney auch über die finanziellen Reserven, um die Operationen hier bei Bedarf schnell wieder hochzufahren.

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