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So lange dauert ein durchschnittlicher Bärenmarkt

Die Coronakrise hat die Börsen und die Wirtschaft fest im Griff. Langsam aber sicher kündigen die Wirtschaftsexperten eine länger anhaltende Wirtschaftsflaute an. Aber wie lange dauern negative Phasen an der Börse eigentlich an? Wann gehen statistisch gesehen die Kurse wieder hoch? In diesem Artikel gibt’s die Antworten.


Was bedeutet Bärenmarkt?

Der sogenannte „Bärenmarkt“ ist ein Synonym für den finanzwirtschaftlichen Terminus „Baisse“. Befindet sich die Börse „en Baisse“ (französisch für „Abnahme“ oder „Rückgang“), ist sie durch kontinuierlich sinkende Kurse gekennzeichnet. Die Referenz auf den Bär bezieht sich hier auf den Pessimismus, der dem Tier nachgesagt wird. „Bären“ gehen am Finanzmarkt grundsätzlich von negativen Entwicklungen aus, spekulieren also auf Kursabfälle und kaufen demgemäß Verkaufsoptionen. Bären sind mit ihren Investitionen dann erfolgreich, wenn es der übrigen Finanzwelt schlecht geht.

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Der Gegenbegriff zum Bärenmarkt ist der „Bullenmarkt“, auch „Hausse“ genannt. Letzteres, ebenfalls dem Französischen entstammendes Wort („Steigerung“ oder „Anstieg“) deutet darauf hin, dass sich die Kurse sehr günstig entwickeln, also anhaltend steigen. Bullen sind grundsätzlich optimistische Marktakteure, welche ihre Investitionen an die Hoffnung auf einen allgemeinen Aufschwung knüpfen. Dominieren die Bullen den Markt, tut dies der Stabilität der finanzkapitalistischen Verflechtungen gut. Bärenmarkt und Bullenmarkt konstituieren zusammen eine zyklische Einheit, auch Börsenzyklus genannt.

Woran ist der Bärenmarkt zu erkennen?

Es gibt eine Reihe typischer Merkmale, mittels derer sich ein Bärenmarkt identifizieren lässt. Dabei geht es zunächst um die Frage, um wie viele Prozentpunkte sich der Markt reduziert hat. Zentral ist hierbei die sogenannte „20 Prozent Regel“, deren Verständnis für das Charakterisieren von Bärenmärkten bzw. einer Baisse unabdinglich ist.


Bei der 20 Prozent Regel handelt es sich nicht um ein Naturgesetz, welches präzise Vorhersagen erlaubt. Stattdessen stellt sie eine Faustregel dar, welche in der Branche weit verbreitet ist und auch von den (Fach-) Medien immer wieder aufgegriffen wird. Sie besagt, dass ein Markt sich dann im „Bären – Territorium“ befindet, wenn er von einem lokalen Maximum um mindestens 20 Prozent fällt. Wie bereits angedeutet kann eine Baisse jedoch auch bereits bei einem Abfall von 18 Prozent oder 19 Prozent bestehen. Die 20 Prozent Regel ist durchaus sinnvoll, sollte jedoch ob der volatilen Natur ihres Beschreibungsgegenstandes sowie ihres eigenen unpräzisen Charakters nicht die alleinige Grundlage für Handelsentscheidungen sein.

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Bärenmärkte sind weiterhin dadurch gekennzeichnet, dass die Aktienindizes rapide Kursverluste erleiden. Häufig handelt es sich dabei jedoch nicht nur um lokale Abwärtsspiralen, sondern um system- bzw. marktweite Krisen. In der Regel kommt es vor dem Beginn der Baisse zu einer Distributionsphase, in deren Rahmen unter hohen Volumina Abverkäufe abgewickelt werden. Dabei offenbaren vor allem die defensiven Marktsektoren vergleichsweise starke Lebenszeichen, während die eher offensiv ausgerichteten Marktsektoren relative Schwäche zeigen. Das wiederum führt dazu, dass die meisten Investoren zeitweilig von Spekulationen und anderen risikobehafteten Geschäften absehen und stattdessen „sichere Häfen“ ansteuern. Hier geht es also nicht um möglichst hohe Renditen, sondern primär um den Kapitalerhalt. Die allgemeine Unsicherheit wird häufig durch medial kolportierte Weltuntergangsszenarien unterfüttert und bestärkt.

Wie hoch ist die Dauer von Bärenmärkten?

Standard & Poors 500 (S&P 500) gehört zu den wichtigsten und wirkmächtigsten Aktienindizes der Welt. Er umfasst die Aktien von 500 der umsatzstärksten und größten börsennotierten Unternehmen der USA. Seit 1903 führt er darüber hinaus penible Statistiken über den Verlauf von Bären- und Bullenmärkten. Die Analysen aus diesen umfangreichen Datensätzen wurden von einem Team aus Finanzmathematikern gründlich untersucht.


Publiziert wurden die Ergebnisse in einer einflussreichen Publikation Robert Shillers. Dieser stellte fest, dass es in dem mehr als 100 Jahre umfassenden Zeitraum insgesamt elf Bullenmärkte sowie zehn Bärenmärkte gab. Allerdings verbirgt sich hinter diesen Zahlen eine fundamentale Asymmetrie, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist:

Shiller rechnet vor, dass eine Baisse an der Wallstreet durchschnittlich 16 Monate währt. Dies ist deutlich kürzer als der Bullenmarkt, welcher sich im Mittel ganze 79 Monate hält. Die daraus abzuleitende Zeitachse besagt, dass sich die Aktienkurse an der Wallstreet normalerweise ca. fünf Mal länger in einer Hausse als in einer Baisse befinden. „Bären“ sind also, was das anbelangt, gegenüber „Bullen“ strukturell im Nachteil bzw. sind auf deutlich präzisere Timings und Vorhersagen angewiesen.

Quelle: First Trust

Statistisch erleben wir gegenwärtig eine Flaute

Die kontemporäre Hausse, in welcher sich die Finanzmärkte seit dem März des Jahres 2009 befinden, ist nur die siebtgrößte seit Erhebungsbeginn. Um den Rekord zu brechen müsste sie mindestens noch drei weitere Jahre, nämlich bis 2023, andauern. Derartige Kalkulationen beziehen sich immer auf die Jahresrendite, welche am jeweiligen Bullen- bzw. Bärenmarkt erzielt wurde. Die momentane Hausse ist der erste Bullenmarkt, bei dem die Rendite nur einstellig ausfällt. Durch die Corona-Krise stehen die Zeichen allerdings auf Abschwung.

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Der letzte Bärenmarkt, dies dürfte nicht überraschen, spielte sich während der Finanzkrise zwischen dem Oktober 2007 und dem März 2009 ab. Hierbei wurden erschreckende minus 50,9 Prozent Rendite verzeichnet. Der verheerendste Bärenmarkt führte jedoch zu noch höhen Verlusten von minus 83,4 Prozent. Im Durchschnitt verzeichneten zehn der elf erfassten Bärenmärkte einen Verlust von 38 Prozent in den Renditen.

Fazit: Bärenmärkte und Bullenmärkte ergänzen sich

  • Ein durchschnittlicher Bullenmarkt dauert 6,6 Jahre (79 Monate)
  • Ein durchschnittlicher Bärenmarkt dauert 1,3 Jahre (16 Monate)

Abschließend ist es wichtig festzuhalten, dass Bären- und Bullenmärkte sich gegenseitig ermöglichen und hervorrufen. Wenn auch auf den ersten Blick Bullenmärkte die anlegerfreundlichere Umwelt bereitstellen, bieten Bärenmärkte ebenfalls zahlreiche Chancen. Für weniger risikobereite Investoren empfiehlt es sich jedoch, während der Baisse nicht der höchstmöglichen Rendite nachzujagen, sondern sichere Anlageoptionen zu wählen.

Wichtig: die historischen Daten sind kein faktischer Anhaltspunkt für die Entwicklung der Kurse in der Zukunft.


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