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Die 7 größten ETF-Mythen

Der Aufstieg der ETFs in den vergangenen zehn Jahren hat auch einige Irrglauben und Mythen über diese Geldanlage in Umlauf gebracht. In diesem Artikel schauen wir uns die sieben größten Mythen über ETFs an.

1. Passiv investieren erfordert keinen Aufwand

Viele unerfahrene Anleger denken, dass sich das passive Investieren darauf bezieht, dass sie selbst nicht tätig werden. Das stimmt aber nicht. Mit dem Wort passiv, wird nur die Anlagestrategie beschrieben, bei der nicht aktiv Einzeltitel ausgewählt werden und von einem Fondsmanagement verwaltet und zusammengestellt werden. Der Anleger selbst ist aber keineswegs passiv. Er sollte ständig überprüfen, ob es günstigere Alternativen gibt und ob seine Asset Allokation noch mit seiner ursprünglichen Investmentstrategie übereinstimmt. Natürlich soll der Anleger nicht selbst zum Portfoliomanager werden, aber der Glaube, dass er gar nichts mehr tun müssse, ist definitiv falsch.


2. Irgendwann wird es nur noch ETFs geben

ETFs sind günstiger und wissenschaftlich nachgewiesen sogar erfolgreicher als aktive Anlagestrategien. Wieso sollte dann irgendjemand in der Zukunft noch aktive Fonds kaufen? Die Frage ist berechtigt und intuitiv scheint es auch logisch zu sein, dass der Anteil an ETFs ewig weiter wächst. Es ist allerdings höchst unwahrscheinlich, dass es in Zukunft nur noch ETFs geben wird. Menschen am Aktienmarkt tendieren häufig dazu, ihre Kompetenzen zu überschätzen. Daher werden viele Anleger immer wieder versuchen, mit Einzeltiteln oder dem nächsten Super-Fonds den Markt zu schlagen.

3. ETFs bilden immer exakt ihren Index nach

Viele Neulinge an der Börse gehen davon aus, dass Indexfonds immer genau die Unternehmen im Portfolio haben, die auch in ihrem Index vertreten sind. Das ist aber nur dann der Fall, wenn ein Fonds tatsächlich vollständig repliziert. Da dies aber mit einigem Aufwand und Kosten verbunden ist, greifen die kostengünstigsten Fonds auf alternative Zusammenstellungsmethoden für ihre ETFs zurück. Zum einen gibt es das sogenannte Sampling, bei dem Fonds nur die größten Positionen des Index einkaufen.

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Diese Methode ist, aus finanzwissenschaftlicher Sicht, legitim und spart Kosten, bildet aber eben nicht den kompletten Index ab. Zum anderen gibt es die synthetische Replizierung. Bei dieser Methode kauft der Fonds Derivate und andere Finanzprodukte ein, um die Performance des Index nachzubilden. Diese Methode ist für Fondsgesellschaften lukrativ, da sie die Möglichkeit haben, die überschüssigen Gewinne einzubehalten.

4. Der Kostenvorteil ist zu gering, um auf die Sicherheit eines aktiven Managements zu verzichten

Unter Mythos #2 haben wir behandelt, dass der Anteil an ETFs nicht ewig weiterwachsen kann. Trotzdem sollte der momentane Marktanteil viel größer sein. Einer der Gründe, warum so viele Menschen weiterhin auf das aktive Management setzen, ist das fehlende Bewusstsein für die Zahlen und Fakten um ETFs. Die Finanzwissenschaft hat nachgewiesen, dass es sich bei den Kostenersparnissen von ETF nicht um kleine marginale Prozentwerte handelt, sondern um den Haupttreiber für gute Ablaufergebnisse.

Auch das Thema Sicherheit bei aktivem Management wird in der breiten Masse der Anleger missverstanden. Intuitiv ist die Annahme, dass ein Fondsmanagement die Sicherheit eines Investments erhöht, zwar nachvollziehbar, sie wird aber nicht von den Zahlen gestützt. Bisher konnte nicht nachgewiesen werden, dass die Schwankungen bei aktivem Management geringer sind oder die Wahrscheinlichkeit hoher Verluste sinkt. Und das ist auch logisch: Niemand kann die Zukunft zuverlässig vorhersagen, deshalb können auch Fondsmanager nur dann eingreifen, wenn es eigentlich schon zu spät ist.

5. ETFs sind nur etwas für langfristige Investoren

Viele Anleger denken bei dem Wort ETF ausschließlich an Aktien. Dass für reine Aktien-ETFs ausschließlich langfristige Anlagestrategien in Frage kommen, ist eine wichtige Grundregel des Investierens. Das Wort ETF selbst, hat aber eigentlich gar nichts mit Aktien zu tun. ETF steht für Exchange Traded Funds, oder börsengehandelte Indexfonds. Ein Fonds ist ein Geldsammelbecken für Investoren. In welche Anlageklasse diese Fonds investieren, ist aber nicht pauschal festgelegt. Es gibt ETFs auf Anleihen, Rohstoffe und Immobilien. Selbst auf Short Positionen, die beim Verlust einer Anlageklasse Gewinne machen, gibt es mittlerweile ETFs.  Investoren können sich, durch die richtige Mischung der verschiedenen Anlageklassen, auch ein reines ETF-Portfolio für kurzfristigere Anlagezeiträume erstellen. Auch in Anlageklassen außerhalb von Aktien gibt es bisher keine Anzeichen dafür, dass die kostengünstigen ETFs ihren aktiven Konkurrenten unterlegen sind.

6. ETFs verstärken Kursstürze

Viele Experten halten Indexfonds für eine Gefahr für den Aktienmarkt, weil sie, durch das passive Verhalten, Kursstürze verstärken können. Diese Behauptung ist einer der Mythen, die schon seit einiger Zeit stark diskutiert werden. Es gibt bis jetzt keine Beweise dafür, dass ETFs Kurseinbrüche verstärken. Schaut man sich den Mechanismus der Börse an, würde es Sinn machen, dass ein ETF, der sich strikt nach den Verläufen seines Index richtet, „blind“ verkauft und die Kurse nach unten treibt. Aber woher kommt dieser Kurseinbruch überhaupt? In der Regel ist die Quelle eines solchen Kurseinbruchs der Anleger.

Wenn Investoren, egal, ob sie in oder aktive oder passive Anlageprodukte investieren, ihr Geld zurückziehen, wird das Angebot an Aktien größer als die Nachfrage und der Preis sinkt. Ein aktiver Fondsmanager kann zwar länger abwarten, wenn allerdings zu viel Geld aus seinem Fonds abgezogen wird, ist auch er irgendwann zum Verkauf gezwungen. Bisher konnte nicht nachgewiesen werden, dass aktives Management Kurseinbrüche eindämmen oder gar verhindern kann.

7. In Krisenzeiten schneiden aktive Manager besser ab als Indexfonds

Unser letzter Punkt dieses Artikels beschreibt einen der Mythen, die hauptverantwortlich für den anhaltend großen Marktanteil aktiver Anlagestrategien sind. Ein Fondsmanagement suggeriert dem Anleger Sicherheit und Kontrolle. Wenn in Krisenzeiten jemand da ist, der sich um die Anlage kümmert, dann sind die Ergebnisse doch sicher besser, als bei einer passiven Anlagestrategie, oder? Die Zahlen und Fakten sagen allerdings etwas anderes. Im Jahr 2018 gab es eine größere Korrektur an der Börse. Entgegen der Erwartungen, blieben die durchschnittlichen Ergebnisse des aktiven Managements in diesem Jahr noch deutlicher hinter den Renditen passiver Anlagestrategien zurück. Die meisten aktiven Manager haben schlicht und einfach zu spät verkauft und nachfolgende Aufschwünge verpasst. Auch die Transaktionskosten haben zum schlechten Ergebnis der aktiven Anlagestrategien beigetragen.

In schlechten Börsenjahren sollte man sich daher an zwei wichtige Grundregeln des Investierens halten: Kosten sind der größte Faktor für Renditeminderungen und sollten minimiert werden. Dazu zählen natürlich auch die Kosten, die beim Verkauf der eigenen Positionen, in Form von Steuern und Transaktionsgebühren, anfallen. Außerdem ist niemand dazu in der Lage, die Zukunft vorherzusagen. Wenn Fondsmanager Krisen und Kurseinbrüche zuverlässig vorhersagen könnten, würden sie ihre Positionen vorher verkaufen und es käme nie zu diesen Kursrückgängen.


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