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Intransparente ETFs – Jetzt kommen die geheimen Fonds

Seit einigen Monaten versucht die Finanzbranche ein neues Vehikel zu bauen, das aktiven Fondsmanagern einen Zugang zu börsengehandelten Indexfonds verschafft. Dies ist ihnen jetzt anscheinend gelungen. Mehrere große Finanzportale berichten übereinstimmend, dass schon innerhalb der kommenden Wochen die neue Anlageform der intransparenten ETFs (nontransparent actively managed ETF) auf den Markt kommen soll. Was einen intransparenten ETF ausmacht, was Anleger beachten müssen und welche Vor- und Nachteile diese neuartigen Finanzprodukte bieten, schauen wir uns in diesem Artikel an.


Was sind intransparente ETFs?

Diese Frage ist zum jetzigen Zeitpunkt tatsächlich noch nicht genau zu beantworten. Da die neue Geldanlageform noch nicht auf dem Markt ist, gibt es noch keine Beispiele und Vergleiche aus der Finanzwelt. Das Problem, welches die neuen ETF lösen sollen, ist jedenfalls kein Anlegerproblem. Seit vielen Jahren verlieren aktive Fondsmanager Geldmittel, weil immer mehr Anleger die teuren Kostenstrukturen der Investmentfonds durchschauen. Da sie bei einem ETF, bei niedrigeren Kosten, die selbe Rendite erwarten können, ziehen viele Anleger ein Investment in ETFs vor. Viele aktive Fondsmanager haben sich bisher nicht an den ETF-Markt getraut, da sie hier ihre Bestände offenlegen müssen. Diese Transparenz, die für den Anleger ein wesentlicher Vorteil von Indexfonds darstellt, soll in den intransparenten ETF reduziert werden.

Welche Vorteile haben Fondsmanager von intransparenten ETFs?

Diese Änderung ermöglicht es Fondsmanagern, in das ETF-Geschäft einzusteigen, ohne ihre Strategien offenlegen zu müssen. Aktuell wird angenommen, dass es zwei Wege zur Verschleierung der Anlagestrategie geben wird.

1) Keine tägliche Offenlegung der Bestände

In einem herkömmlichen ETF ist es üblich, dass die Bestände jeden Tag aufs neue offengelegt werden. Das ermöglicht Anlegern, täglich überprüfen zu können, worin sie investiert sind und wie ihre Geldanlage momentan performt. Aktiven Fondsmanagern ist diese Offenbarungspflicht natürlich ein Dorn im Auge. Sie möchten ihre Investmentstrategien nicht verraten und genau das könnte durch die Lockerung der Offenbarungspflicht erreicht werden.

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2) Keine Angaben zur Gewichtung des Investments

In einem intransparenten ETF könnte es auch möglich sein, dass die Bestände offenbart werden müssen, jedoch nicht deren Zusammensetzung. Hier könnte der Anleger zwar sehen, welche Investments der Fondsmanager tätigt, aber nicht wie die Gewichtung ist. Das wäre zwar etwas transparenter als die erste Variante, im Vergleich zu herkömmlichen ETF jedoch trotzdem mit Nachteilen für den Anleger verbunden.


Aber warum sollen Fondsmanager überhaupt mit passiven Anlagestrategien arbeiten? Ist es nicht die Natur von passiven Anlagestrategien, dass eben kein Fondsmanagement dahinter steht? Die Antwort darauf ist ganz einfach. ETF erfreuen sich seit knapp 10 Jahren wachsender Beliebtheit. In den letzten Jahren wurde immer häufiger nachgewiesen, dass aktive Fondsmanager nicht besser abschneiden als ETF, jedoch deutlich teurer sind. Die Antwort der Finanzbranche auf die faktische Austrocknung ihrer Geldquelle, sollen nun intransparente ETF sein. Die Branche möchte einen Teil vom großen ETF Kuchen haben. Derzeit sieht es so aus, als sollten aktive Anlagestrategien als passiv verkauft werden, um Anleger glauben zu lassen, sie würden eine passive Anlagestrategie fahren und damit wissenschaftlich korrekt investieren. Ob diese Vermutung richtig ist, wird sich erst zeigen, wenn die neuen Finanzprodukte tatsächlich auf dem Markt sind.

Intrasparente ETFs: Gibt es Vorteile für Anleger?

Bisher sind keine Vorteile für Anleger bekannt. Auch hier muss natürlich dazugesagt werden, dass zu wenige Informationen vorliegen, um sich ein finales Urteil zu bilden. Da von der Fondsindustrie selbst bisher kaum über die intransparenten ETF gesprochen wurde, kann man nur Vermutungen darüber anstellen, wie die Fonds vertrieben werden sollen. Denn eines ist sicher: Auf den ersten nüchternen Blick werden intransparente ETF Kostennachteile offenbaren. Es ist nur sehr schwer vorstellbar, dass intransparente ETF mit einer Kostenquote von 0,2 bis 0,5 % auskommen werden. Vermutlich wird das neue Anlagevehikel günstiger sein, als die meisten aktiv gemanagten Fonds, aber eben auch teurer als herkömmliche ETF. Schlaue Anleger wissen, dass Kosten der größte Faktor bei der Renditeminderung von allen Fonds sind und werden deshalb die Finger von dem neuartigen Finanzprodukt lassen.

Welche Nachteile haben Anleger?

Neben den, im vorherigen Abschnitt bereits erwähnten, erhöhten Kosten, gibt es aber noch weitere Risiken und Nachteile für Anleger.

1) Intransparenz

Durch die Aufweichung der Offenbarungspflicht, kann eine ganz grundlegende Börsenregel nicht beachtet werden: Investiere nur in Dinge, die du auch verstehst. Da die genaue Zusammensetzung faktisch nicht einsehbar ist, läuft der Anleger Gefahr, in Unternehmen und Indizes zu investieren, in die er bei voller Transparenz möglicherweise niemals investieren würde. Auch Anleger, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, wüssten bei intrasparenten ETFs nicht, ob ihr Geld nach ihren Vorstellungen angelegt würde.

2) Risiken des aktiven Managements

Wer sich für eine passive Anlagestrategie entscheidet, verzichtet bewusst auf die Chance den Markt zu schlagen, vermeidet aber auch das Risiko einer unterdurchschnittlichen Performance. So ist es zumindest bei herkömmlichen ETF. Für die intransparenten ETF dürfte diese Regel wohl nicht mehr gelten. Ein Fondsmanager im Hintergrund bietet natürlich die Chance auf Mehrrenditen – auch wenn fraglich ist, ob der Anleger davon profitiert, wenn es sie geben sollte – aber eben auch das Risiko von Verlusten aufgrund schlechter Entscheidungen des Fondsmanagements. Dass diese Verluste und schlechten Entscheidungen der Anleger tragen wird, ist zu erwarten.

Warum intransparente ETF trotzdem erfolgreich sein könnten

Trotz all der Punkte, die so scheinen, als wären intransparente ETF ein völlig uninteressantes Finanzprodukt, das dem Anleger keinerlei Vorteile bietet, könnte das neuartige Finanzvehikel dennoch erfolgreich sein. Der Grund dafür liegt in den Verkaufsstrategien, die schon heute bei aktiven Fonds genutzt werden. Den Anlegern wird suggeriert, dieses neuartige Finanzprodukt würde das beste aus beiden Welten bieten: die schlanken Kostenstrukturen eines ETF und die Sicherheit und Expertise eines aktiven Fondsmanagers. Gebildete Anleger werden natürlich wissen, dass die Sicherheit und Expertise des aktiven Fondsmanagements in der Vergangenheit keine besseren Renditen erzielt hat.

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Genau damit werden aber die höheren Kosten gerechtfertigt. Für Börsenneulinge ist dieses Argument einleuchtend, was die Absatzchancen für die intransparenten ETF erhöht. Leider ist es so, dass die Finanzbildung in Deutschland, im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern, zu wünschen lässt. Genau diesen Informationsvorsprung könnten Fondsgesellschaften jetzt ausnutzen, um an dem Unwissen der Anleger Geld zu verdienen.

Wie Anleger sich verhalten sollten

Wie intransparent werden die neuartigen Fonds eigentlich sein? Muss überhaupt offenbart werden, dass hinter dem scheinbaren ETF ein aktives Management steht? Da wir die Produkte und die Regelungen noch nicht kennen, müssen wir momentan davon ausgehen, dass auch solche unmoralischen Verkaufstaktiken für die intransparenten ETF eingesetzt werden. Nach dem jetzigen Wissensstand, sollten Anleger die Finger von intransparenten ETF lassen. Um das neuartige Finanzvehikel von herkömmlichen ETF zu unterscheiden, sollten zwei Kriterien beachtet werden.

1) Investmentzusammensetzung

Bei einem normalen Indexfonds ist jederzeit einsehbar, in welche Unternehmen, Branchen und Länder der ETF investiert. Sind diese Informationen nicht transparent auffindbar, sollte der Anleger das als Warnzeichen sehen und vom Kauf des Fonds absehen.

2) Kostenminimierung

Wer ohnehin die Investmentgrundregel der Kostenminimierung beachtet, muss sich um die intransparenten ETF keine Gedanken machen. Es ist davon auszugehen, dass die Kosten des neuen Finanzprodukts deutlich höher sind, als die der herkömmlichen ETF. Für intelligente Anleger fallen die intransparenten ETF dadurch automatisch durch das Raster.


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