Lyxor New Energy ETF: Top oder Flop?

Im Zuge des Bestrebens vieler Länder, ihren CO2-Ausstoß zu reduzieren, gewinnen regenerative Energiequellen weltweit zunehmend an Bedeutung. Der Lyxor New Enegry ETF bietet Anlegern die Möglichkeit, von dieser Entwicklung zu profitieren. Welche Vor- und Nachteile hält dieser Fonds für Investoren bereit und für welche Strategie eignet er sich am besten? Der folgende Überblick beantwortet alle wichtigen Fragen.


Die Anlageidee des Lyxor New Energy ETF

Der Lyxor New Energy ETF wurde 2007 aufgelegt, mit dem Ziel, den World Energy Total Return Index möglichst getreu abzubilden. Hierfür soll der Tracking Error über einen Zeitraum von 52 Wochen stets unter 1 % liegen. Die Replikation erfolgt indirekt mittels Swaps und Erträge werden halbjährlich an die Anleger ausgeschüttet. Dabei belief sich die letzte Ausschüttung auf 0,32 EUR. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,60 %.

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Zusammensetzung

Der World Energy Total Return Index ist nach Marktkapitalisierung gewichtet. Der Schwerpunkt der von ihm abgebildeten Unternehmen muss sich in einem der drei Bereiche aus erneuerbaren Energien, Dezentralisierung der Energieversorgung und Energieeffizienz befinden. Ferner muss jedes Unternehmen wenigstens 40 % seines Umsatzes mit alternativen Energiequellen erwirtschaften. Zusammengenommen werden maximal die 40 größten Unternehmen aus diesen drei Sparten im Index berücksichtigt. Dabei wird stets auf eine gleichmäßige Verteilung zwischen den drei Geschäftsfeldern geachtet, um zu verhindern, dass Unternehmen aus einer Sparte den Index dominieren.


Ein Blick auf die Verteilung der Anteile nach Branchen offenbart, dass mit 53,54 % die überwiegende Mehrheit den Versorgungsbetrieben zuzurechnen sind. Der Industriesektor ist mit 30,74 % vertreten. Die IT-Branche kommt auf lediglich 13,82 %. Diese starke Gewichtung der Versorgungsbranche ist dem Fokus des Index auf Energieunternehmen geschuldet und lässt sich bei vergleichbaren Indizes auf ähnliche Weise beobachten. Bei der Länderverteilung dominieren die USA mit 28,92 %. Es folgen Spanien, Frankreich und Dänemark mit Anteilen zwischen 18,5 % und 15 %. Andere Länder sind nur in einstelligen Prozentbereichen vertreten.

Das Indexgewicht eines jeden Einzeltitels darf bei maximal 15 % liegen. Jeweils im Januar und Juli eines Jahres erfolgt eine entsprechende Neugewichtung. Die Top Positionen des Index sind Nextera Energy, Iberdrola, Schneider Electric und Orsted A/S. Zusammengenommen machen diese vier Unternehmen bereits über 50 % des Indexwertes aus.

Performancevergleich mit ähnlichen ETFs

Über die vergangenen 12 Monate wies der Lyxor New Energy ETF eine Performance von ca. 9,5 % auf. Klammert man den jüngsten Crash infolge der Pandemie aus und betrachtet lediglich das Jahr 2019, belief sich die Wertentwicklung des ETFs auf rund 47,5 %. Damit lag der ETF in 2019 auf Platz 13 bei den besten ETFs in Sachen Rendite.

Die Performance über die letzten fünf Jahre lag bei über 30 %, wobei der ETF pro Jahr im Durchschnitt ca. 0,4 % bis 0,7 % schlechter performte als der abgebildete Index.


Ein vergleichbarer ETF ist der iShares Global Clean Energy ETF. Er bildet den S&P Global Clean Energy Index ab. Die Gesamtkostenquote beläuft sich bei diesem auf 0,65 % und ist damit nahezu identisch. Auf die vergangenen 12 Monate betrachtet performte der iShares ETF mit lediglich 7,5 %. Im Jahr 2019 konnte der Indexfonds mit dem Konkurrenten von Lyxor durchaus mithalten und erzielte ebenfalls überragende 46,6 %. Über die letzten fünf Jahre hat der iShares Global Clean Energy ETF jedoch rund 7,4 % Verlust gemacht. In puncto Zusammensetzung weißt der iShares ETF eine höhere Streuung hinsichtlich der Unternehmen auf. Die Top acht Positionen machen zusammen weniger als 50 % des abgebildeten Index aus. Jedoch dominieren die USA hinsichtlich der Länderzusammensetzung mit beinahe 40 % noch stärker.

Lyxor New Energy UCITS ETF D-EUR

iShares Global Clean Energy UCITS ETF

ISIN

FR0010524777

IE00B1XNHC34

Laufende Kosten (TER):

0,6 %

0,65 %

Ertragsverwendung

Ausschüttend

Ausschüttend

Fondsgröße

EUR 284 Mio.

EUR 606 Mio.

Rendite in 2019 (Wertentwicklung inkl. Ausschüttung)

47,5 %

46,56 %

Die traditionellen Gegenstücke zu den New/Clean Energy ETFs sind die großen MSCI World Energy ETFs, welche beispielsweise von Lyxor, Xtrackers oder Amundi angeboten werden. Dort dominieren die großen amerikanischen Öl-Konzerne. Jeder von diesen ETFs musste in den vergangenen 12 Monaten Kursverluste von über 40 % hinnehmen. Aufgrund der gleichmäßigen Kursentwicklungen in den vergangenen Jahren, bei denen sich Gewinne und Verluste abwechselnd die Waage hielten, bewegt sich der Kursverlust über fünf Jahre betrachtet ebenfalls in dieser Region.

Perspektive des New Energy-Sektors

Der Ausbau erneuerbarer Energien wird inzwischen von vielen Staaten aktiv vorangetrieben. In Deutschland deckten diese 2019 bereits fast 42 Prozent des Stromverbrauchs. Dänemark erreichte diesen Wert bereits 2017 und plant für die Zukunft weitere umfassende Investitionen in Offshore-Windanlagen und Biogasanlagen. Selbst in den USA, deren Präsident die Kohleindustrie wieder ankurbeln möchte und dem Klimawandel skeptisch gegenüber steht, konnte die regenerative Stromerzeugung 2019 erstmals die Kohleverstromung überholen.

Aufgrund ihrer Natur ist der Ausbau erneuerbarer Energien eng mit einer größeren Dezentralisierung der Energieversorgung verbunden. Hauseigene Solarthermieanlagen und Brennstoffzellen befinden sich seit Jahren im Aufwind. Auch eine höhere Energieeffizienz gewinnt immer mehr an Bedeutung. Aus diesem Grund ist der Fokus des World Energy Total Return Index auf diese drei Sektoren auch abseits des Wunsches nach mehr Diversifizierung sinnvoll.


Ferner könnten negative Klimaereignisse wie längere Dürrephasen und die, durch sie hervorgerufenen, sozialen Bewegungen einen positiven Einfluss auf die weitere Kursentwicklung haben. Betrachtet man die Zeitschiene der letzten Jahre, ist es auffällig, dass der Kurs des Index einen deutlichen Kursanstieg verzeichneten, nachdem Fridays for Future damit begann, an Schwung zu gewinnen. Die Corona-Pandemie hat sowohl den Kursanstieg wie auch der Bewegung vorerst den Wind aus den Segeln genommen. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass dieses Thema nach dem Abflauen von Covid-19 und dem Überwinden der Rezession wieder vermehrt in den Fokus rücken wird.

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile:
Der Lyxor New Energy ETF bildet einen enorm zukunftsträchtigen Bereich der Energiewirtschaft ab. In diesem ETF sind auch Wasserstoff-Aktien enthalten. Wasserstoff könnte in Zukunft vermehrt für die Energiegewinnung genutzt werden.

In vielen Ländern der Welt verzeichnen erneuerbare Energien seit Jahren starke Zuwächse. Ferner haben das öffentliche Meinungsbild und die politische Agenda in der Vergangenheit vielerorts eine massive Subventionierung regenerativer Energien begünstigt. Dadurch, dass der Index auch Unternehmen berücksichtigt, welche sich auf Energieeffizienz und dezentrale Stromversorgung spezialisiert haben, werden auch positive Synergieeffekte in der Kursentwicklung mit berücksichtigt. Im Verhältnis zu den traditionellen Energieindizes, welche von Erdölunternehmen dominiert werden, konnte der World Energy Total Return Index in der Vergangenheit massive Gewinne verzeichnen.

Nachteile:
Aufgrund seines spezifischen Fokus bildet der Lyxor New Energy ETF jedoch nur einen eingeengten Ausschnitt der Energiebranche ab. Ein derartiger Fokus ist stets mit der Gefahr einer höheren Volatilität verbunden. Verstärkt wird dies dadurch, dass wenige Unternehmen aus einer kleinen Gruppe von Ländern eine dominierende Stellung in der Zusammensetzung einnehmen. Eine negative Entwicklung bei ein oder zwei Aktien kann daher bereits erhebliche Auswirkungen auf die Wertentwicklung des ETFs als Ganzes nehmen.

Gestrichene Subventionen oder günstigere Konkurrenz aus dem Ausland können die Aktien ehemals profitabler Unternehmen schnell in den Keller schicken. Anleger seien dabei an das Schicksal diverser deutscher Unternehmen aus der Solarbranche erinnert. Zuletzt könnten Anleger, welche Swap-basierten ETFs gegenüber Vorbehalte haben, sich an der Replikationsmethode des Lyxor New Energy ETF stören.

Für welche Anlagestrategie eignet sich dieser ETF?

Erneuerbarer Energie gehört zweifelsohne die Zukunft. Die ambitionierten Vorhaben zahlreicher Länder weltweit, regenerative Energien zum Fundament oder gar zur einzigen Quelle ihrer Energieversorgung zu machen, werden auch in den kommenden Jahren hohe Wachstumszahlen garantieren. Aus dem Grund eignet sich dieser ETF vor allem für langfristige Anleger, welche auf Jahre hinaus von der Wertentwicklung profitieren möchten.

Gleichfalls besteht eine realistische Möglichkeit, dass extreme Hitze- und Dürresommer sowie ein Wiederaufkeimen entsprechender politischer und sozialer Bewegungen dem Kurs abermals einen deutlichen Aufschwung verschaffen könnten. Wer daher auf einen guten Einstiegspunkt mittels einer Einmalanlage spekuliert, um von einer solchen Entwicklung maximal profitieren zu können, sollte stets ein Auge auf den Wetterbericht haben.

Der Lyxor New Energy ETF im Überblick

  • Name: Lyxor New Energy UCITS ETF
  • ISIN: FR0010524777
  • WKN: LYX0CB
  • Replikationsmethode: Synthetisch
  • Laufende Kosten (TER): 0,60 %
  • Ertragsverwendung: Ausschüttend
  • Auflagedatum: 17.10.2007
  • Fondsgröße: 284 Mio. EUR (Stand: 27.04.2020)
  • Handelbar bei (Auswahl): Consorsbank*, comdirect*, Smartbroker*

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1 KOMMENTAR

  1. Sehr informativ und ausführlich, ich denke das dieser Sektor der Erneuerbaren Energien in Zukunft immer wichtiger wird und es dann evtl. auch mehrere ETFs geben wird. Zum allderdings jetzt inversieren sehe ich nochmals genauer um und werden dann voraussichtlich einen der Beiden genannten ETFs wählen.
    Sportliche Grüße

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