Robo-Advisor Vergleich (Test 2019)

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Inhalt

  • Was ist ein Robo-Advisor?
  • Welche Broker/Banken bieten Robo Advisor an?
  • Robo-Advisor Rechner
  • Was sind die Vorteile eines Robo Advisors?
  • Was sind die Nachteile eines Robo Advisors?
  • Wieviel Risiko wollen Sie eingehen?
  • Diese Dinge sollten Sie beim Robo-Advisor Vergleich beachten
  • Ab welchem Geldbetrag kann man Robo Advisors nutzen?
  • Was kosten Robo Advisor?
  • Kündigungsfristen der Robo-Advisor vergleichen

Was ist ein Robo Advisor?

Früher war die Anlagenberatung durch einen Bankberater einem illustren Kreis von Kunden eines Geldinstituts vorbehalten. Denen nämlich, die sich die teure Beratung leisten konnten.

Heute erledigt die Investmentberatung auf Grundlage von Algorithmen die Beratung durch Robo Advisor automatisiert und softwaregesteuert für jedermann. Damit erschließt sich der sogenannte FinTech-Bereich neue Kundengruppen. Auch Kunden, die kein Knowhow mitbringen und im Vergleich wenig über Aktien und die Möglichkeiten wissen, können ihr Geld gewinnbringend anzulegen. Eine teure Beratung durch einen klassischen Vermögensberater ist nicht mehr notwendig. Ein Test des Robo Advisor reicht und sie erhalten einen personalisierten Vorschlag, wie sie eine Geldanlage – wenn auch nur in einem kleineren finanziellen Rahmen – im Investmentbereich tätigen können.

Der Robo Advisor, der Definition nach „ein intelligentes System, das unter Einsatz von Algorithmen und regelmäßig ohne menschliche Beteiligung Anlageempfehlungen für ein optimiertes Portfoliomanagement gibt“ (Gablers Wirtschaftslexikon), kann als App seine Arbeit tun. Das Programm braucht nicht viel mehr als einige wenige Eckdaten zur finanziellen Situation eines potenziellen Anlegers. Es folgt ein Test zu dessen Selbsteinschätzung und finanzieller Risikobereitschaft, im Einzelfall auch zum Vorwissen im Finanzbereich. Dann entwickelt der Robo Advisor für den Kunden eine Investitionsstrategie.

Vereinfacht gesagt handelt sich um ein System, das auf der Grundlage von Algorithmen nicht nur automatische Empfehlungen zur Vermögensanlage ausspricht, sondern auch in der Lage ist, diese selbst umzusetzen.

Bei einer Geldanlage in Fonds und ETFs ermittelt ein Robo Advisor die optimalen monatlichen Sparraten auf der Grundlage der finanziellen Verhältnisse. Dabei berücksichtigt das automatische System stets das involvierte Risiko und die verkraftbaren Verluste. Diese Eckdaten gibt der Anleger in das System ein, das auf dieser Grundlage eigenständig Anlageempfehlungen und Anlageentscheidungen trifft.

Dieses automatische Anlagesystem ohne menschliche Beteiligung erreicht eine optimale Performance für das Depot. Viele Anlageberater nutzen diese künstliche Intelligenz, um ihre eigenen Entscheidungen bei Geldanlagen in Fonds und ETF zu optimieren und die beste Performance für das Depot ihrer Kunden zu erreichen.

Ideal ist, wenn der Anbieter ein nach § 32 Kreditwesengesetz regulierter Robo Advisor ist, der für die Kunden diskretionäre Entscheidungen zur Geldanlage trifft. Der Begriff „diskretionär“ findet vor allem im Online Trading Anwendung und wird auch als Königsdisziplin bezeichnet. Die deutsche Übersetzung bedeutet nach „eigenem Ermessen“ oder „beliebig“, wobei diese Begriffe nicht ganz zutreffen. Robo Advisor treffen Anlageentscheidungen nicht komplett selbständig, sondern auf der Grundlage von Algorithmen und bestimmter Anlagekriterien, die der Anleger zuvor in das System eingibt. Im nächsten Schritt erfolgt dann jedoch eine automatische Anlageentscheidung des Robo Advisors, der auch regelmäßige Umschichtungen im Portfolio übernimmt. In diesem Fall werden Robo Advisor als Vermögensverwalter bezeichnet.

Beschränkt sich der Service des Robo Advisors lediglich auf Anlagevorschläge, handelt es sich um einen durch die IHK autorisierten Anlagevermittler gemäß § 34 Gewerbeverordnung.

Welche Broker/Banken bieten Robo Advisor an?

Unter dem Begriff „Robo Advice“ werden Firmen beziehungsweise Finanzanbieter zusammengefasst, die privaten Anlegern automatisierte Systeme anbieten, um ihr Geld gewinnbringend anzulegen, sodass eine optimale Performance im Anlage Portfolio erreicht wird. Das große Problem besteht jedoch darin, den Anbieter zu finden, der die eigenen Anlagewünsche mit Hilfe eines Robo Advisors am besten umsetzt. Selbst ein ausführlicher Anbieter Vergleich schafft nur einen bedingten Überblick. Ein Vergleich zeigt jedoch, das Preis-Leistungs-Gefälle der einzelnen Anbieter unterscheidet sich teilweise stark. Den ausführichen Vergleich finden Sie am Anfang dieser Seite.

Es gibt Anbieter, die lediglich einen Vergleich der auf den Finanzmärkten zur Verfügung stehenden Produkte durchführen und den Kunden anschließend reine Empfehlungen aussprechen. Dabei handelt es sich um Anlagevermittler entsprechend § 34 Gewerbeverordnung. Ermittelt der Robo Advisor zum Beispiel einen vielversprechenden ETF (Indexfonds), muss der Kunde jedoch selbst entscheiden, ob er dieser Anlageempfehlung folgt oder nicht. Robo Advisor gemäß § 32 Kreditwesengesetz sind als Vermögensverwalter tätig, die ihre eigene Anlageempfehlung im nächsten Schritt selbst ausführen und regelmäßige Umschichtungen im Kunden Portfolio vornehmen.

Es gibt eine Vielzahl von Anbietern, über deren Dienstleistung die Kunden ihre Finanzen optimieren und Geld investieren können. Die bekanntesten unter ihnen sind Scalable Capital, Growney, Easyfolio, comdirect, Wüstenrot, fintego, Ginmon und Whitebox. Bei einem Vergleich müssen Anleger zwischen einem Anbieter unterscheiden, der lediglich bestimmte Empfehlungen zur Portfolio Zusammensetzung ausspricht und einem Anbieter, der das Geld mit einem umfassenden Service für seine Kunden anlegt. Ein Vergleich verschafft einen ersten Überblick.

Was sind die Vorteile eines Robo Advisors?
 
Da vielen Anlegern nur relativ wenig Kapital für ihre Geldanlage zur Verfügung steht, ist der Einsatz eines Robo Advisors effizient und kostengünstig, da keine zusätzlichen Kosten für eine persönliche Vermögensberatung entstehen. Derzeit stehen den Anlegern ungefähr 2.000 ETFs zur Auswahl, die jedoch alle unterschiedliche Kosten und Steuermodelle mit sich bringen. In dieser Hinsicht ist es nicht einfach, den Überblick zu behalten. Die Kunden müssen sich entscheiden, wie sie ihr Geld am besten investieren und eine optimale Risikostreuung in ihrem Portfolio erreichen. Sie müssen überlegen, ob sie mehr in Aktien oder stärker in Anleihen investieren und welche Sektoren Gewinn versprechend sind. Ein Robo Advisor mit BaFin-Regulierung nach § 32 Kreditwesengesetz nimmt den Anlegern diese Entscheidung ab und trifft auf der Grundlage von Algorithmen geeignete Anlageentscheidungen. Die Kunden können die Anlageentscheidungen und die Bewegungen in ihrem Portfolio jederzeit leicht verständlich nachvollziehen. Auf diese Weise behalten sie immer den Überblick über ihre Finanzen.

Viele Anleger achten mehr auf die Rendite als auf das involvierte Risiko und treffen bei der Investition in Aktien, Fonds und ETFs falsche Anlageentscheidungen. Sie steigen zum falschen Zeitpunkt ein oder aus und geraten angesichts drohender Verluste in Panik. Ein automatisiertes System kennt keine Emotionen und trifft seine Anlageentscheidungen ausschließlich auf der Grundlage von datenbasierten Fakten und Algorithmen. Ein dynamisches Risikomanagement ermöglicht darüber hinaus eine gewisse Stabilität in Verbindung mit einer gut aufgestellten Risikostreuung. Entscheiden sich Anleger für Bafin-regulierte Anbieter, ist diese Geldanlage dank einer modernen IT-Infrastruktur, einer gesetzlichen Einlagensicherung sowie der getrennten Verwaltung und Bilanzierung von Firmen- und Kundenvermögen auf sogenannten segregierten Konten vergleichsweise sicher.

Was sind die Nachteile eines Robo Advisors?

Da es sich um ein automatisiertes System handelt, erfolgt keine Anlageberatung. Wer automatische Systeme einsetzt, um Geld in Aktien beziehungsweise Fonds und ETFs zu investieren, muss ausreichende Kenntnisse auf diesem Gebiet mitbringen und die Grundlagen dieses automatischen Systems verstehen. Auf Basis der einsetzten Algorithmen erfolgen standardisierte Anlagestrategien, die nur wenig individuelle Entscheidungen zulassen. Der Markt ist noch vergleichsweise neu, daher verfügen die Anbieter noch nicht über langjährige Erfahrungswerte. Die Gebühren sind zwar geringer als bei einer individuellen Geldanlage durch einen Bankberater, jedoch höher als bei einem selbst verwalteten Depot, in dem die Umschichtung des Portfolios auf eigenen Entscheidungen basiert.

Wieviel Risiko wollen Sie eingehen?

Der zukünftige Investor wird vom Robo Advisor beispielsweise gefragt, wie alt er ist, wie hoch sein liquides Vermögen ist, für wie lange das Angesparte reicht, ob er Angst oder Sorge um sein Vermögen hat, ob er eine Geldanlage plane, um sein Geld abzusichern oder ob er das Risiko eines Verlusts seiner Geldanlage in Anbetracht eines möglichen Gewinns sogar sucht und für welchen Zeitraum er bereit ist, sein Geld anzulegen.
Mittels dieser Kombination aus psychologischem Test und quantifizierbaren Daten, die der Anleger nennt, entwickelt der Robo Advisor eine persönliche Anlagestrategie, wobei er natürlich alle der Software verfügbaren Echtzeitdaten des Börsenmarkts mitberücksichtigen kann und einen Vergleich anstellt.

Die Robo Advisor vergleichen Börsendaten, entwickeln dann ein Anlagekonzept und unterbreitet dem Interessenten Vorschläge, wie er sein Geld gewinnbringend oder sicher investieren sollte.

Kurz gesagt steckt er den Anleger damit in eine für den Robo Advisor verfügbare Schublade und weist ihm die für ihn im Vergleich ermittelte Risikoklasse zu. Innerhalb der jeweiligen Risikoklasse bietet er dann ein Portfolio oder auch mehrere an. Im jeweiligen Portfolio sind fast immer ETF Fonds enthalten.

Laut Definition von Gabler´s Wirtschaftslexikon ist ein ETF Fonds ein börsengehandelter Indexfonds bei dem „im Gegensatz zum herkömmlichen Investmentfonds … beim ETF für den Anleger der Ausgabeaufschlag beim Erwerb eines Fondsanteils (entfällt)“.

Diese börsengehandelten Fonds haben einen tagesgenauen Preis und bilden ausgegliedertes Sondervermögen von den darin gehandelten aktiennotierten Unternehmen ab. Im Unterschied zu einer Aktie eines einzigen Unternehmens erwirbt man mittels eines ETF Anteils einen ganzen Cocktail von Aktien, der zudem noch über Fremdwährungskäufe oder andere Anleihen angereichert sein kann. Das Portfolio stellt also eine Kombination verschiedener ETF Fonds dar. Ein Robo Advisor hat die Möglichkeit, automatisiert Modelle mit wirtschaftlichen Prognosen zu durchlaufen, sie zu vergleichen und dabei verschiedene Entwicklungsstrategien in Betracht ziehen. Die Effizienz und Schnelligkeit, mit der dieser Finanz-Robo über tagesaktualisierte Daten verfügen und sie vergleichen kann, macht ihn zu einem besonders starken Berater.

Robo Advisor Anbieter brauchen in Deutschland eine Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Einlagen von Anlegern an ETF Fonds zählen zum Sondervermögen der involvierten Partnerbank, das separat vom Vermögen der Bank gehalten wird, sodass die Einlagen in einem Insolvenzfall geschützt sind.

Diese Dinge sollten Sie beim Robo Advisor Vergleich beachten

Abgesehen davon, ob das persönliche Profil zum angebotenen Portfolio passt, sollten Sie beim Vergleich der Robo Advisor folgenden Test machen:

  • Besitzt der Robo Advisor Anbieter eine Banklizenz? Ist er als „Finanzportfolioverwalter mit BaFin- Erlaubnis“ registriert? In diesem Fall besteht nämlich die Möglichkeit, im Falle eines entstandenen Schadens auch den Rechtsweg zu gehen, um die sogenannte Beraterhaftung einzuklagen.
  • Habe ich problemlos Zugriff auf mein Depot mittels einer App? Wie lässt sich diese für meine Zwecke im Vergleich zu einer anderen Anwendung nutzen?
  • Lohnt es sich für mich nach einem Vergleich der Gebühren einen Robo Advisor einzuschalten oder kann ich mein Geld im eigenen Depot mit mehr Freiheit und Risiko kostengünstiger anlegen?

Alle Robo-Advisor Anbieter im Vergleich berechnen eine Gebühr für die Bereitstellung ihres Dienstes und des Depots, das bei der Partnerbank geführt wird. Für die Beteiligung an einzelnen ETF Fonds werden laut Test zusätzlich Gebühren berechnet.
Einige Robo-Advisor Anbieter im Vergleich bieten Prämien für die Werbung eines Neukunden oder zahlen dem neuen Anleger einen Neukundenbonus.

Je nach der Performance der Robo Advisor Anbieter profitiert ausschließlich der Anleger von den Gewinnen. Den angebotenen Service, der meist über eine App realisiert wird, zahlt der Anleger nur über die jährlich oder zum Teil auch monatlich erhobenen Depotgebühren.
Diese sollte man im Detail vergleichen, da sie gestaffelt sind und abhängig vom Investitionsvolumen berechnet werden.

Eine Gebühr für die Performance selbst, also eine Erfolgsbeteiligung lässt sich laut Vergleich nur Ginmon auszahlen. Dabei werden von diesem Robo-Advisor Anbieter 10 % Erfolgsprämie an der erwirtschafteten Rendite berechnet.

Die Performance wird im Vergleich danach bemessen, ob der Anlageservice sowohl risikoarme als auch risikofreundliche Strategien erfolgreich in Renditen umsetzen kann.

Die Performance der Robo Advisor Anbieter lässt sich im Vergleich noch nicht abschließend darstellen, da selbst die ältesten Anbieter erst wenige Jahre im Geschäft sind. Die verfolgte Anlagestrategie setzt aber gerade auf eine breit gefächerte und langfristig orientierte Geldanlage. Schnellschüsse und abruptes Ankaufen oder Abstoßen von Aktien haben sich als dem Gewinn abträglich erwiesen. Um abschließend vergleichen zu können, ob die Strategie für eine erfolgreiche Performance mit maximalen und stabilen Gewinnen für alle FinTech-Dienstleister aufgeht, ist es zu früh. Eine erste Bewertung einer getätigten Geldanlage ist meist erst nach etwa fünf Jahren laufender Investition möglich.

Alle Robo Advisor Anbieter im Vergleich basieren prinzipiell auf der Annahme, dass eine Anlagenaufteilung (Asset Allocation) profitabel und sicher ist. Die Performance steigt, wenn das Portfolio so strukturiert wird, dass es möglichst breit gestreut ist und verschiedene Assets darin berücksichtigt werden. Angestrebt wird eine hohe Diversifikation des Vermögens. Es wird verteilt auf verschiedene Bereiche wie Aktien, Immobilien, Währungen, Anleihen oder Edelmetalle. Die Anlagen und Aktien werden über Ländergrenzen und Branchen hinweg getätigt, sodass keine direkten Abhängigkeiten von einem Unternehmen oder einer Marktsparte bestehen. Die Risiken sollen breiter verteilt werden. Etwaige Verluste in einem Bereich können durch Gewinne in einem anderen sowie das sogenannte Rebalancing wieder ausgeglichen werden.

Rebalancing ist laut Definition des Onpulson-Wirtschaftslexikons „der Prozess der Wiederangleichung eines Portfolios an seine ursprüngliche Asset-Allokation in größeren Abständen (…). Dies geschieht durch Umschichtung von Kapital zwischen verschiedenen Asset-Klassen oder durch entsprechenden Hinzukauf der »unterrepräsentierten« Asset-Klasse.“

Durch das Rebalancing wird sichergestellt, dass die ursprünglich vereinbarte Verteilung des Kapitals im Portfolio, also die prozentuale Aufteilung der Anlage in Aktien oder Anleihen stets so gewahrt wird, wie sie ursprünglich mit dem Anleger vereinbart war.

Der Robo-Advisor Anbieter übernimmt die Beobachtung der Marktsituation für den Anleger und gewichtet die Geldanlage immer wieder neu, wenn sich die Gewichtung innerhalb des Portfolios verschoben hat. Damit übernimmt er eine wichtige Aufgabe für den Anleger, der nicht selber Anteile verkaufen oder ankaufen muss. Bei Ginmon erfolgt das Rebalancing nicht automatisch. Der Anleger wird hier stets nach seiner Zustimmung gefragt. Man sollte die Möglichkeiten der eigenen Einflussnahme auf das Rebalancing bei den einzelnen Robo-Advisors vergleichen, bevor man sich für einen der Robo Advisor Anbieter im Vergleich entscheidet.

Genau wie bei der Wahl einer Bank, sollte man die Anbieter im persönlichen Vergleich natürlich dahingehend einem Test unterziehen, ob sie die eigene Anlagephilosophie vertreten.

Beispielsweise investieren nicht alle Robo Advisor Anbieter Geld in Rohstoffe. Ginmon ist im Vergleich beispielsweise der einzige Anbieter, der bei der Geldanlage darauf verzichtet. Rohstofffonds wie zum Beispiel Fonds, die indirekt auf die Preisentwicklung am Markt für Mais oder Weizen spekulieren, werden oft für den vom Kapitalmarkt angeblich künstlich verstärkten Hunger in der Welt verantwortlich gemacht. Wer hier sensibel vorgehen will, muss auf Anbieter verzichten, die in diesem Bereich spekulieren und sie dahingehend vergleichen. Jedes Portfolio gewichtet unterschiedlich. Ob man in rüstungsaffine Unternehmen, die Chemieindustrie oder Atomkraft Geld investieren möchte, muss jeder für sich entscheiden, wenn er ein Portfolio im Vergleich einem anderen Portfolio gegenüberstellt. Deswegen sollte man sich alle Anbieter genauer ansehen und sie detailliert vergleichen.

Ab welchem Geldbetrag kann man Robo Advisors nutzen?

Bisher konnten sich private Anleger mit einer vergleichsweise geringen Kapitalsumme für drei Optionen entscheiden: die Beratung durch einen Bank- beziehungsweise Anlageberater oder die Eröffnung eines Aktien Depots bei einem Online Broker, um eigenverantwortlich in Finanzprodukte auf dem Markt zu investieren. Die dritte Option sind aktiv oder passiv verwaltete Fonds beziehungsweise ETFs (Exchange Traded Funds, Indexfonds). Die vierte Möglichkeit besteht darin, die eigenen Anlageentscheidungen einem Robo Advisor anzuvertrauen. Dieser Weg stand bisher nur vermögenden Anlegern offen, die einen Mindestbetrag von einer Million Euro und mehr investiert haben. Heutzutage sind die Zugangshürden zu dieser automatisierten Investitionsart über Direktbanken und Broker so gering wie nie zuvor. Die geforderte Mindesteinlage beträgt bei vielen Anbietern weniger als 100 Euro, um sich auf der Handelsplattform anzumelden und ein Depot zu eröffnen. Um in Aktien, Fonds beziehungsweise einen Sparplan oder ETF zu investieren, müssen Anleger eine Kapitalsumme zwischen 100 € und 5.000 € aufbringen. Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt.

Was kosten Robo Advisor?

Die Gebührenstruktur ist transparent und leicht verständlich, denn die Kosten ergeben sich aus den Gebühren für den ausgewählten Fonds oder ETF und einer Servicegebühr für die Dienstleistung des Anbieters, der den Robo Advisor zur Verfügung stellt. Die meisten Banken und Broker bieten eine All-In-Fee an, die alle Kosten abdeckt.

Bei geringen Anlagebeträgen bewegt sich die durchschnittliche Gebühr im Vergleich bei 0,83 Prozent, bei Kapitalbeträgen von mehr als 100.000 Euro bei 0,40 Prozent. Ein Anbieter Vergleich stellt fest, je höher die Anlagebeträge, desto niedriger fallen die Gebühren aus. Manche Anbieter bewegen sich sogar unter der 0,40 Prozent-Marke, dafür wird jedoch eine Performance-Gebühr berechnet, die ungefähr 10 Prozent der Geldanlage beträgt. Bei Kapitalbeträgen von mehr als 500.000 Euro entfällt die Performancegebühr in der Regel.

Ein detaillierter Vergleich macht deutlich, dass genaue Informationen über das Preis-Leistungs-Verhältnis der einzelnen Anbieter notwendig sind. Die Gebühren fangen bei 0,00 Prozent an und steigen bis zu 1,25 Prozent. Häufig werden 0,60 %, 0,75 %, 0,95 % und 1,00 % berechnet.

Kündigungsfristen der Robo Advisor vergleichen

Meist wird durch den Robo Advisor eine passive Anlagestrategie verfolgt. Das Portfolio kann nicht aktiv durch eine Umschichtung beeinflusst werden. Daher eignen sich diese Robo Advisor besonders für Anleger, die sich bei ihrer Geldanlage nicht selber um die Zusammenstellung eines Fonds kümmern wollen.

Robo Advisor müssen den Anleger aber nicht zu Passivität verdammen. Er kann aktiv in das Geschehen eingreifen. Am wirkungsvollsten kann er das tun, indem er sein Depot auflöst.

Für den Robo Advisor Anbieter ist das investierte Kapital Wasser auf den Mühlen. Natürlich hat er kein Interesse daran, die Geldanlage auszuzahlen. Dem Anleger gegenüber wird das auch dadurch schmackhaft gemacht, dass er auf diese Art und Weise von der nachgelagerten Besteuerung profitieren kann, einem Modell, das dafür sorgt, dass in einer späteren Lebensphase Steuerfreistellungen für Altersvorsorgeaufwendungen möglich werden.

Vergleichen lohnt sich: Lohnt es sich, eine sofortige Auszahlung zu veranlassen oder ist ein langfristiges Festhalten an der eingeschlagenen Strategie die bessere Option?

Eine direkte Ausschüttung des Gewinns an den Anleger gibt es nicht. Um das erwirtschaftete Geld zur freien Verfügung zu haben, muss der Anleger das Depot zumindest teilweise auflösen und kündigen. Die Robo Advisor arbeiten thesaurierend, was bedeutet, dass sie das gewonnene Kapital immer wieder neu investieren und dabei idealerweise wie einen Schatz hüten. Gibt es eine Rendite, dann wird diese in der Regel mit jeder neuen Transaktion reinvestiert. Zu einer Auszahlung der Geldanlage kommt es also erst in dem Moment, in dem das Depot gekündigt wird oder Anteile verkauft werden.

Wüstenrot ist der einzige Robo-Advisor im Vergleich, der eine Kündigungsfrist von 2 Wochen zum Monatsende nennt. Die meisten Robo Advisor Anbieter rühmen sich damit, dass keinerlei Einhaltung einer Kündigungsfrist geboten sei. Allerdings ziehen sie sich beim Verkauf von ETF Fonds gerne darauf zurück, dass sie beim Verkauf der verbliebenen Anteile terminlich an die Abläufe der beteiligten Kapitalanlagegesellschaften gebunden seien. Veranlasst man den Verkauf seiner ETF Anteile, wird der Verkaufswert früher oder später aber auf das eigene Konto überwiesen. Der Verkauf der ETF Fonds erfolgt dabei zum NAV (Nettovermögenswert) des Beauftragungstags.