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4 Gründe, warum der Aktienmarkt 2023 auf der Stelle treten könnte
4 Gründe, warum der Aktienmarkt 2023 auf der Stelle treten könnte

Mario Pervan

Profi Investor

Auch nach dem achten Börsentag in 2023 sieht es an den Börsen auf ganzer Linie positiv aus. Die meisten Aktien haben in den ersten Börsentagen starke Zugewinne erzielen können, ein kurzfristiges Ende ist bisher nicht abzusehen. Der deutsche Leitindex DAX liegt mittlerweile über sieben Prozent im Plus, nach 12 Prozent Verlust im Vorjahr. Der amerikanische Dow Jones liegt zwar nicht so stark wie der deutsche Leitindex im Plus, notiert aber dennoch rund zwei Prozent über dem Schlusskurs des letzten Jahres. Nachdem einige Börsenanalysten nach einem desaströsen Jahr 2022 ein deutlich besseres Börsenjahr 2023 erwarten, gibt es dennoch auch Gründe, weshalb der Aktienmarkt auf der Stelle treten könnte. Du fragst dich, welche das sind? Fünf davon findest Du in diesem Beitrag.

1. Geringes Wirtschaftswachstum und drohende Rezession

Der Kriegsausbruch in der Ukraine, die folgende Energiekrise und die damit verbundene Inflation auf Rekordniveau haben dafür gesorgt, dass die Wirtschaft in ganzer Breite stark abgeschwächt ist. Betroffen ist allerdings nicht nur Europa, sondern Industriestaaten und Schwellenländer auf der gesamten Erde. Die Weltbank rechnet derzeit mit einem geringen Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent. Mit solch einem geringen Prognosewert ist die Gefahr groß, dass die Weltwirtschaft in eine Rezession gerät. Auch für 2024 sind die Aussichten mit 2,7 Prozent nicht deutlich besser.

In den derzeitigen Aktienkursen ist in den vergangenen Monaten definitiv eine Menge an negativen Faktoren eingepreist, die Auswirkungen im Falle einer Rezession werden dennoch deutlich zu spüren sein. Eine Rezession steht immer im Einklang mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen für Unternehmen, worauf Anleger an den Aktienmärkten mit Verkäufen reagieren. Die bisherigen Kursgewinne und noch weitere potenziell folgende können dadurch schnell an den Börsen egalisiert werden.

2. Anhaltend hohe Zinsen und drohende Zinsanhebungen aufgrund starker Arbeitsmärkte

In den USA zeigte sich der Arbeitsmarkt bis zuletzt mehr als nur stabil. Die Arbeitslosenquote in den USA fiel im November 2022 auf ein Rekordtief von 3,5 Prozent. Die zuletzt starken Zinserhöhungen durch die Fed haben damit bisher noch keine spürbaren Auswirkungen in diesem Zusammenhang gezeigt. Die Eurozone zeigt eine ähnliche Entwicklung. Die derzeitige Arbeitslosenquote in der Eurozone liegt bei übergreifend 6,5 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung, ein Rekordtief seit der Einführung des Euros. Auch bei den in kürze anstehenden Daten aus dem vergangenen Dezember ist weder in Europa noch in den USA mit einer deutlichen Veränderung zu rechnen.

In der Zukunft ist bei einem anhaltenden stabilen Arbeitsmarkt tendenziell mit steigenden Zinsen zu rechnen. Der Grund dafür ist relativ einfach zu erklären. Ein starker Arbeitsmarkt bedeutet in der Breite auch einen Anstieg der Löhne, die wiederum die Inflation ansteigen lassen. Damit ein solcher Anstieg vermieden bzw. eingedämmt werden kann, ist von weiteren Anhebungen der Zinsen auszugehen. Die derzeitigen Aktienmärkte sind zuletzt geprägt von Euphorie und erwarten baldige positive Signale der Zentralbanken. Folgt seitens der Zentralbanken mittelfristig kein solches positives Signal oder sogar weitere Zinserhöhungen, dreht sich die Stimmung der Anleger mit hoher Wahrscheinlichkeit schnell wieder. Die bisherigen und folgenden Kursgewinne werden vermutlich in einem solchen Szenario schnell und stark rückläufig sein. Der Markt wird dadurch auf der Stelle treten.

3. Zunehmende Auswirkung der gestiegenen Finanzierungskosten auf die Unternehmensgewinne

Investitionen werden von Unternehmen in der Regel langfristig finanziert. Rückblickend auf die Zinssituation vor einem oder zwei Jahren war diese noch eine vollkommen andere als die heutige. Als Prestige-Beispiel gelten Immobilien, die vor rund einem Jahr mit einem Zinssatz zwischen einem und zwei Prozent finanzierbar waren. Derzeit liegen analoge Finanzierungen bei einem Zinssatz von vier bis fünf Prozent. Die Kosten haben sich dadurch mehr als verdoppelt und kommen bei Neu- oder Anschlussfinanzierungen zu tragen.

Mehrere Experten rechnen derzeit damit, dass es bis weit in das kommende Jahr andauern wird, bis der Großteil der Kosten durch Finanzierung bei den Unternehmen ankommt. Die gestiegenen Finanzierungskosten werden eine direkte und andauernde Auswirkung auf die Gewinne der Unternehmen haben. Unternehmen, die stärker auf Fremdkapital angewiesen sind, werden die Auswirkungen umso stärker spüren. Die Gewinne und Gewinnprognosen haben eine unmittelbare Auswirkung auf den Wert des Unternehmens und dessen Aktienkurse. Die Gefahr ist demnach nicht klein, dass die Aktienmärkte durch tendenziell sinkende Gewinne einen Rücksetzer erleiden und damit auf der Stelle treten.

4. Eine hohe Investitionsquote

Die Investitionsquote an den Märkten, unter anderem dem DAX, befindet sich derzeit auf einem hohen Niveau. Eine fundierte Basis an Daten liefert dazu das Analysehaus AnimusX. Nach Aussagen des Geschäftsführers sind die Anleger im DAX derzeit so hoch investiert, wie nur sechs Mal in den vergangenen 16 Jahren. Derzeit sind es insbesondere die institutionellen Anleger, die hoch investiert sind.

Im Börsenjahr 2021 lag die Investitionsquote zuletzt auf einem ähnlich hohen Niveau. Die Folge war, dass der DAX in einer Seitwärtsbewegung mehrere Monate vergeblich versucht hat, über die Marke von 16.000 Punkten zu klettern. Anlegern fehlte es jedoch an genügend Geld für Zukäufe, um die 16.000 Punkte-Marke zu überschreiten. In den fünf ähnlichen Situationen mit hoher Investitionsquote davor zeigte sich ein ähnliches Verhalten mit einer anschließenden Abwärtsbewegung des Marktes. Setzt sich das Verhalten des DAX auch diesmal fort, ist die Chance auf eine erneute länger andauernde Seitwärtsbewegung der deutschen Werte und ein Rückfall der Kurse auf Vorjahresniveau wahrscheinlich.

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Mario Pervan

Profi Investor

Mario Pervan

Profi Investor

An der Börse zu investieren ist viel zu kompliziert und benötigt ein Kapital von mehreren Millionen Euro? Viele haben genau diese Vorstellung, daher habe ich es zu meiner Aufgabe gemacht, mein Wissen über Aktien, Kryptowährungen, ETFs und vielen weiteren Investmentmöglichkeiten mit so vielen Menschen wie möglich zu teilen. Anbei einige Fakten zu mir: - 24 Jahre alt - 6 Jahre Börsenerfahrung - Vorliebe zu Dividenden-Aktien - meist ein langfristiger Anlagehorizont - stetig auf der Suche nach Chancen, um Ineffizienzen des Marktes auszunutzen
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