Appen Aktie: Ist die australische KI-Aktie nach – 20 % kaufenswert?

Künstliche Intelligenz ist ein Megatrend, der sich bei Anlegern großer Beliebtheit erfreut. Neben den Big Playern wie Alphabet oder Amazon gibt es auch einige Pure Plays, die sich fast ausschließlich mit dem Thema Artificial Intelligence beschäftigen. Das australische Unternehmen Appen (WKN: A12HVN) ist der Marktführer im Bereich Datensammlung für Systeme der Künstlichen Intelligenz.

Nachdem sich die Appen-Aktie im letzten Jahr zwischenzeitig verdoppelt hat, befindet sie sich seit Sommer 2020 in einem Abwärtstrend. Nach einem Call mit dem CEO Mark Brayan gab es für Anleger das böse Erwachen. Appens Aktienkurs brach um über 20 % ein. Mit einem Kurs von unter 8 Euro ist das Allzeithoch jenseits der 25 Euro aktuell meilenweit entfernt.

Viele Appen-Aktionäre stellen sich die Frage, ob sie ihre Position verkaufen sollten oder sich eine einmalige Gelegenheit zum Nachkauf bietet. Im folgenden Beitrag schauen wir uns genauer an, was der Auslöser für den Kurssturz war und wie sich Appen entwickeln könnte.

Minus 20 % nach Telefon-Konferenz

Am gestrigen Donnerstag schauten einige Aktionäre verwundert auf den Appen Kurs. Innerhalb eines Tages gab der Kurs der Appen Aktie um über 20 % nach. Dabei meldet das Unternehmen seine Quartalszahlen nur halbjährlich. Zunächst gab es keinen erkennbaren Grund für den Kurssturz.

Doch eine Telefonkonferenz des CEO Mark Brayan war der Auslöser. Darin gab er seine Eindrücke zu Appen und dem Marktumfeld bekannt. Er verwies auf eine zunehmende Unsicherheit bei der Aufbereitung von KI-Daten. Anleger sahen dies als Zeichen für stockendes Wachstum. Das hohe zweistellige Wachstum aus den letzten Jahren gehört wohl vorerst der Vergangenheit an.

Prioritäten der Big-Tech-Konzerne verschieben sich

Der Appen-CEO Mark Brayan gab bekannt, dass sich die Prioritäten der Big-Tech-Konzerne zunehmend verschieben. Während eine Zeit lang KI als Allheilmittel galt, ist die Künstliche Intelligenz mittlerweile lediglich ein nettes Extra. Die Unternehmen können kaum messen, was ihre Investments in Künstliche Intelligenz bringen. Zugleich sind datenschutzrechtliche Bedenken omnipräsent – neue Datenschutz-Initiativen von Apple und Co. könnten die Nachfrage nach menschlichen Trainingsdaten für die KI weiter gefährden.


Dass dies für Appen langfristig ein Problem sein könnte, zeigt ein Blick in die Geschäftsbücher. Schließlich stammen fast 90 % der Umsätze des australischen Unternehmens von den fünf größten Kunden: Amazon, Facebook, Microsoft, Google und Apple. Wenn eins dieser Unternehmen abspringt, dürfte sich dies nachhaltig auf die Umsätze auswirken. Bei mehreren Unternehmen sieht die Zukunft Appens noch ungewisser aus.

Abwärtstrend seit August 2020

Ein Blick auf den Chart der Appen-Aktie offenbart ein denkwürdiges Bild. Seit dem All-Time-High im August letzten Jahres befindet sich die Aktie in einem intakten Abwärtstrend. Kontinuierlich markiert die Appen-Aktie neue Tiefs. Wer sich beim Aktienkauf an der Charttechnik orientiert, sollte wohl vorerst die Finger von der Appen-Aktie lassen. Einen Boden hat die Aktie des australischen KI-Spezialisten bis heute nicht ausgebildet. Vielmehr wurde selbst das Corona-Tief mittlerweile unterboten.

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Ist das Geschäftsmodell zukunftssicher?

Appens Geschäftsmodell konzentriert sich auf die Gewinnung von Trainingsdaten. Dafür greift das australische Unternehmen auf eine Crowd zurück, die menschliche Daten zur Verfügung stellt. Mittlerweile befinden sich in der Appen Crowd über eine Million Menschen aus 130 Ländern. Dies ist zugleich der Burggraben des Unternehmens, da kein Konkurrent auf eine vergleichbare Datenmenge zurückgreifen kann.

2019 kaufte Appen zudem Figure Eight. Dabei handelte es sich um ein Unternehmen, das Software bereitstellt, um die Daten zu bearbeiten. Dies steigert die Datenqualität. Zugleich braucht Figure Eight keine teure Crowd. Die Umsätze stammen vorwiegend aus einem Abo-Modell. In den letzten Jahren wuchs der Umsatz von Figure Eight deutlich stärker.

Große Risiken bei Appen 

Obgleich Künstliche Intelligenz ein Megatrend ist, der das Leben der nächsten Jahre prägen dürfte, existieren einige Risiken für Appen. Die Konzentration auf einige Großkunden ist gefährlich – gerade diese Großkunden sehen KI aktuell lediglich als nettes Extra. Zugleich können gerade Facebook oder Alphabet auch auf eigene Daten zugreifen. Eine Weiterentwicklung der KI könnte ebenfalls die enorme Menge menschlicher Daten obsolet machen.

Sollte man die Appen Aktie jetzt kaufen?

Für Anleger war die Appen Aktie in der jüngsten Vergangenheit wahrlich kein Erfolg. Der gestrige Kurssturz um mehr als 20 % war eine folgerichtige Fortsetzung des Abwärtstrends. Zugleich mehren sich Zweifel aus fundamentaler Sicht, ob Appens Geschäftsmodell wirklich nachhaltig ist. Die enorme Abhängigkeit von Großkunden steigert das Risiko für die Aktionäre.

Wer von der Notwendigkeit menschlicher Daten für die KI und dem Siegeszug der KI-Technologie überzeugt ist, kann einen näheren Blick auf die Appen-Aktie werfen. Schließlich ist Appen trotz aller Widrigkeiten die Nummer 1 bei der Datensammlung und -aufbereitung. Für mehr als eine kleine, spekulative Position in einem stabilen Gesamtdepot überwiegen die Risiken bei Appen aktuell zu stark.

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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