Aus diesen Gründen birgt das Investment in thematische ETFs Risiken

Die Nachfrage nach Themen-ETFs hat in den vergangenen Jahren rapide zugenommen. Sie ermöglichen es Anlegern, breit gestreut in diverse Branchen, aber thematisch eng fokussiert mit Blick auf aufkommende Trends zu investieren. Allerdings bergen thematische ETFs durchaus auch ihre Risiken. Anleger sollten sich über einige der grundlegenden Gefahren bewusst sein, um nicht mit unerwarteten Verlusten konfrontiert zu werden.

Nachfrage nach thematischen ETFs stieg 2020 weiter an

Auch im vergangenen Jahr verzeichnete die Nachfrage nach Themen-ETFs abermals einen starken Anstieg. Laut Daten von Morningstar verzeichneten thematische ETFs 2020 in Europa einen Kapitalzufluss von 9,5 Milliarden Euro – ein neuer Rekord. Damit wuchs die Gesamtmenge an verwaltetem Kapital in diesem ETF-Segment auf 22,7 Milliarden Euro an.

Ein ähnliches Bild ergab sich für den US-Markt. Dort flossen 2020 laut Daten von Citi rund 57 Milliarden Dollar in Themen-ETFs. Derzeit gibt es zudem auch keine Anzeichen, dass sich dieser Trend verlangsamen würde. Tatsächlich dürfte sich diese Entwicklung eher noch beschleunigen.

Daten von Bloomberg zeigen, dass bereits in den ersten beiden Monaten dieses Jahres weitere 32 Milliarden Dollar in thematische ETFs geflossen sind. Derweil haben mehrere Umfragen unter institutionellen Anlegern offenbart, dass auch bei den Profis eine wachsende Zahl auf diese spezielle Art der ETFs setzt.

Tatsächlich scheint die Performance diverser Themen-ETFs Anlegern recht zugeben. 2020 Was der iShares Global Clean Energy UCITS ETF (ISIN: IE00B1XNHC34) mit einem Plus von 118 Prozent der am besten performende hierzulande handelbare Aktien-ETF. Im laufenden Jahr führt derweil der Invesco Elwood Global Blockchain UCITS ETF (ISIN: IE00BGBN6P67) das Feld an.

Thematische ETFs sind aktuell obenauf. Allerdings kann der Schein durchaus trügen. Hinter der strahlenden Fassade verbergen sich nämlich durchaus erhebliche Risiken für Anleger.

Chance und gefahren von Nischen-Unternehmen

Einer der Hauptgründe, weshalb thematische ETFs so beliebt sind, ist der maßgeschneiderte Fokus auf ein bestimmtes Trend-Thema, welchen sie Anlegern ermöglichen. Viele ETF-Anbieter sind dazu übergegangen, bei der Entwicklung der Vergleichsindizes für ihre Themen-ETFs auf die Dienste von Spezialisten zurückzugreifen.

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Diese Experten sind in der Lage, auch gezielt kleinere Unternehmen auszuwählen, die sich dennoch in einer guten Position befinden, um von Entwicklungen innerhalb eines bestimmten Trend-Themas zu profitieren. Dadurch erlauben solche thematischen ETFs eine maßgeschneiderte Partizipation an der Wertentwicklung aller relevanten Player für einen bestimmten Trend.

Allerdings geht ein solcher Fokus auf vergleichsweise kleine Nischen-Unternehmen auch mit gewissen Risiken einher. Aktien, die auf der Euphoriewelle eines Börsentrends reiten, neigen dazu, überaus volatil zu sein. Die Kurse können schnell steigen, fallen jedoch oftmals auch genauso schnell wieder.

Diese Gefahr besteht vor allem bei hoch spezialisierten Start-ups und Nischen-Unternehmen. Meist handelt es sich dabei um kleine aber innovative Firmen, die Anlegern starke Wachstumsaussichten versprechen. Das bedeutet jedoch auch, dass die steigenden Börsenkurse noch nicht mit soliden Zahlen untermauert werden können. Sobald die Anfangseuphorie verfliegt und Anleger einen Blick auf die konkreten Fundamentaldaten werfen, können schnell erhebliche Kurskorrekturen ins Haus stehen.

Thematische ETFs sind meist nicht breit genug aufgestellt

Unter normalen Umständen können ETFs derartige Kursschwankungen bei einzelnen Werten durch ihren hohen Grad an Diversifikation ausgleichen. Genau dies ist jedoch bei vielen Thema-ETFs gleich aus zwei Gründen meist nicht möglich.

Zum einen wird die Möglichkeit zur Diversifikation durch den engen thematischen Fokus dieser Indexfonds eingeschränkt. Zwar gibt es durchaus einige thematische ETFs, die mehrere Branchen abdecken. Als Beispiel hierfür sei der L&G Battery Value-Chain UCITS ETF (ISIN: IE00BF0M2Z96) genannt, welcher Bergbauunternehmen, Batteriehersteller und Elektroautobauer zusammenfasst. Allerdings hängen diese Industrien eng miteinander zusammen, sodass eine Krise in einem Sektor auch Auswirkungen auf die anderen Branchen hat.

Zum anderen neigen Themen-ETFs dazu, vergleichsweise klein zu sein. Dies wird bei einem Blick auf die Positionen einiger der beliebtesten Thema-ETFs deutlich:

  • iShares Global Clean Energy UCITS ETF – 31 Positionen
  • Invesco Elwood Global Blockchain UCITS ETF – 48 Positionen
  • L&G Battery Value-Chain UCITS ETF – 30 Positionen
  • L&G Hydrogen Economy UCITS ETF – 28 Positionen

Dermaßen kleine ETFs sind nicht in der Lage, Anlegern das gleiche Maß an Diversifikation zu bieten, wie es bei einem großen Regional- oder Basis-ETF der Fall ist. Zusammen mit der eher volatilen Natur vieler der enthaltenen Werte ergibt sich hieraus eine potenziell gefährliche Mischung für unvorsichtige Anleger.

Thema-ETFs beherbergen die Gefahr von Liquiditätsengpässen

Ein weiteres potenzielles Risiko betrifft die Liquidität diese ETFs. Viele der in ihnen enthaltenen Unternehmen sind Small Caps, deren Anteile unter normalen Umständen nicht im gleichen Maße an den weltweiten Börsen getradet werden, wie dies bei größeren Aktienunternehmen der Fall ist.

Strömen nun jedoch zahlreiche Anleger aufgrund eines Börsenhypes in diese Papiere, steigt die Nachfrage innerhalb kurzer Zeit erheblich. Diese Nachfrage wird durch die Anteile, welche ETFs erwerben, noch weiter gesteigert. Sollten die Kurse nun auf einmal einbrechen, besteht die Gefahr, dass es zu erheblichen Liquiditätsengpässen kommt.

Wenn ein Großteil der Nachfrage nach einem Wertpapier ausschließlich vom Hype befeuert wird, aber kaum jemand abseits davon Interesse daran hat, könnten Anleger bei einer plötzlichen Verkaufswelle mit einem Mangel an Interessenten konfrontiert werden. Dies führt dazu, dass die Preise noch schneller in den Keller rauschen. Experten warnen bereits seit Längerem davor, dass ETFs in Nischen-Sektoren in einer solchen Situation mit massiven Liquiditätsproblemen konfrontiert werden könnten.

Zu Spät zur Party?

Neben diesen Risiken besteht bei der Investition in einen Trend-ETF noch eine weitere Gefahr: Das Risiko, zu spät einzusteigen.

Thematische ETFs werden von ihren Anbietern gerne damit vermarktet, dass sie Anlegern eine Partizipation an der zukünftigen Wertentwicklung eines Trends ermöglichen. Hier stellt sich allerdings stets die Frage, wie weit der Börsentrend bereits fortgeschritten ist, wenn ein entsprechender ETF endlich aufgelegt wird.

Üblicherweise bringen Anbieter ETFs erst dann auf den Markt, wenn bereits ein gewisser Hype besteht. Das bedeutet aber auch, dass die berücksichtigten Werte bereits eine starke Kursentwicklung aufweisen. Steigen Anleger nun in den ETF ein, haben sie also bereits einen gewissen Teil des Kurspotenzials eines Trend-Themas verpasst. Entscheidend ist nun natürlich, wie viel bereits verpasst wurde und welche Kursentwicklung in Zukunft noch möglich ist.

Bedeutet dies nun, dass jeder Thema-ETF automatisch zu spät erscheint, um seinen Anlegern noch eine starke Rendite zu ermöglichen? Sicherlich nicht. Die Kursentwicklungen der oben erwähnten ETFs machen deutlich, dass sich mit diesen Anlageprodukten ganz erhebliche Renditen erzielen lassen. Gleichfalls sollten Anleger jedoch stets auch einen Blick hinter die Fassade dieser Produkte werfen. Nur wer Chancen und Risiken sorgfältig gegeneinander abwägt, kann die Gefahr, eine unschöne Überraschung zu erleben, wirklich minimieren.

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