Das denkt Star-Investor Warren Buffett über Indexfonds (ETF)

ETF sind auf dem Vormarsch – die Indexfonds überzeugen auf dem Markt mit niedrigen Kosten, hoher Performance und in vielen Fällen mit großer Diversifikation. Die Argumente scheinen viele Anleger zu überzeugen, sodass sich immer mehr Anleger in Richtung Exchange Traded Funds orientieren und weniger in klassisch aktiv gemanagte Fonds oder einzelne Aktien investiert wird.

Warren Buffett, einer der bekanntesten und renommiertesten Investoren der Welt, vertritt eine klare Meinung, was Indexfonds angeht. Und gibt Fondsmanagern klares Kontra. In diesem Artikel finden Sie die besten Zitate und Sie erfahren, was Warren Buffett über Indexfonds denkt.

Kampfansage an Fondsmanager

„Wenn Billionen von Dollar von Wall-Street-Managern verwaltet werden, die hohe Gebühren verlangen, werden es in der Regel die Vermögensverwalter sein, die enorme Gewinne machen, und nicht die Kunden.“

Mit diesen Worten wettert Warren Buffett gegen Fondsmanager, denn die hohen Gebühren seien durch die schlechte Leistung schlicht nicht gerechtfertigt. Er kritisiert, dass es den meisten Fondsmanagern nicht gelingt, den jeweiligen Vergleichsindex zu schlagen. Daher biete es sich an, den Index mittels Indexfonds ganz simpel durch den Kauf der entsprechenden Aktien nachzubilden, so Warren Buffett.


«Die Intelligenz von Hedgefondsmanagern ist in der Regel nicht höher als die Kosten, die sie von ihren Investoren verlangen. Langfristig wird man mit passiven und günstigen Indexfonds besser fahren.»

Warren Buffett


Buffett propagiert seit Jahren, dass ETF vor allem für eine bestimmte Gruppe von Menschen eine hervorragende Anlageform sei. Und zwar für all diejenigen, die aufgrund mangelnder Expertise Schwierigkeiten mit Aktienbewertungen haben oder denen der Wille und die Zeit fehlt, sich intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen.

Mit hohen Gebühren sind beispielsweise Hedgefonds belastet, bei denen nicht nur Verwaltungsgebühren anfallen, sondern auch hohe Anteile am Gewinn des Fondswertes an die Manager gehen. ETF als Alternative lohnen sich laut Warren Buffett also gleich in mehrfacher Hinsicht.

Das Testament von Warren Buffett

Warren Buffett verriet in seinem Aktionärsbrief, was er bezüglich seiner Frau in seinem Testament verfügt hat. Sie solle das geerbte Geld zu 90 Prozent in einen Indexfonds anlegen und zehn Prozent in kurzlaufende Staatsanleihen investierten. Kein Wort von Einzelaktien oder einer komplexen Struktur im Portfolio ist im Testament zu finden.

Ein Exchange Traded Fund scheint zu genügen und zwar einer auf den S&P 500, das ist eine klare Positionierung zur ETF-Branche. Ein ETF auf eine Vielzahl von Aktien, der marktbreit aufgestellt ist und mit der typischen niedrigen Kostenquote charakterisiert ist – ein solcher eigne sich sehr gut, um hervorragend diversifiziert in Aktien investiert zu sein.

Die Wette von Warren Buffett

Über zehn Jahre sind mittlerweile vergangen, seit Ted Seides, Gründer und Chef von Protégé Partners, und der Aktienguru Warren Buffett eine Wette mit Indexfonds eingingen. Seides war der Überzeugung, dass ein aktiv gemanagter Hedgefonds einen passiven Indexfonds um Längen schlagen würde – entgegen Warren Buffett, der sich heute beglückwünschen kann. Eine Million US-Dollar hoch war der Einsatz und zehn Jahr später, also Ende 2017, sollte der Vergleich erfolgen. Seides erkennt an, dass es mittlerweile kaum noch eine Chance gibt, dass sein aktiv gemanagter Fonds Warren Buffetts Exchange Traded Fund einholen kann. Während Seides Fonds nur einen durchschnittlichen Gewinn von 2,2 Prozent pro Jahr erzielte, ist Warren Buffetts Indexfonds um mehr als sieben Prozent pro Jahr gestiegen.


«Wenn du kein aktiver Investor bist – und nur sehr wenige Menschen sollten das versuchen – dann solltest du Indexfonds kaufen. Und zwar Indexfonds mit niedrigen jährlichen Kosten. Und nicht alle auf einmal, sondern immer mal wieder.»

Warren Buffett


Die Wette auf den S&P brachte ihm 854.000 US-Dollar ein, Seides schnitt mit 220.000 US-Dollar wesentlich schlechter ab. Zusätzlich zum Gewinn des ETF bekam Warren Buffett den Wetteinsatz in Höhe von einer Million US-Dollar, den er der Wohltätigkeitsorganisation Girls Inc. aus Omaha spenden möchte. Sie setzt sich für soziale und wirtschaftliche Chancen von Mädchen und Frauen ein.

Vermeidbare Fehler nicht begehen

Viele Jahre lang hat John Bogle, der das passive Investieren mit seiner Fondsgesellschaft Vanguard etabliert hat, jegliche Kritik an Indexfonds zurückgewiesen und stets auf die Vorteile verwiesen. Doch es scheint, als habe es einen Paradigmenwechsel gegeben. Zumindest lassen seine Worte diesen Anschein zu, denn: „Wenn jeder nur noch in Indizes investiert, dann kann man das nur als Chaos, Katastrophe beschreiben“. Für Warren Buffett ist jedoch klar, solange Exchange Traded Funds in der Gesamtwertung besser abschneiden als vergleichbare aktive Fonds, gibt es keinen Grund sich von ihnen abschrecken zu lassen.


«Wenn du Lust darauf hast, sechs bis acht Stunden die Woche an Investitionen zu arbeiten, mach das. Falls das nicht so ist, investiere in Indexfonds.»

Warren Buffett


Der große Vorteil, dass kaum von Angst getriebene Reaktionen auf etwaige Schwankungen bei Aktien im Portfolio möglich sind, bekräftigt Warren Buffets Meinung zur Anlage in einen ETF. Auch die altbekannte Weisheit „Hin und her macht Taschen leer“ ist bei ETFs äußerst passend, denn wer einen ETF einfach liegen lässt und nur ab und an das Portfolio betrachtet, zahlt wenig Transaktionskosten und kann sich entspannt zurücklehnen.

Nicht nach Gewinneraktien suchen

Ausgerechnet Warren Buffett, der Mann mit dem Gespür für lukrative Anlagen, empfiehlt ein solches Kredo mit ETF zu befolgen. Derjenige, der in wenigen Jahrzehnten den Wert von Berkshire Hathaway jährlich um mehr als 15 Prozent steigern konnte. Ironischerweise hat er damit den Vergleichsindex S&P 500 sehr deutlich geschlagen, übertrumpfte damit also gleichermaßen eine Vielzahl von Exchange Traded Funds.

Der Rat gilt dabei nicht nur für den normalen Anleger, dessen Portfolio teils wohl eher Zufallsprodukt als konkret durchdachtes und strategisch wirksames Mittel zum Zweck ist. Auch für fortgeschrittene Anleger in Aktien oder andere Anlageformen soll er gelten und mit Indexfonds realisiert werden. Ein überraschender Tipp, an den er jedoch fest zu glauben scheint – und die Wette aus dem Jahre 2007 macht eine konforme Aussage dazu.


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Viele Wissenschaftler gehen mittlerweile davon aus, dass alle verfügbaren Informationen bereits im Kurs einer Aktie enthalten sind. Dies gilt genauso für aktive Fonds, Indexfonds oder alternative Anlagen. Daraus folgt, dass alle Informationen wertlos sind, die Analysten mit großem Aufwand aus Charts sowie deren Trends und Entwicklungen ziehen können. Sie sind alle bereits eingepreist. Damit stärkt auch die Wissenschaft Warren Buffett den Rücken.

Fazit

Natürlich spielen an der Börse nicht nur rationale Überlegungen eine Rolle. Vieles hat mit Glück zu tun, man muss genau zur richtigen Zeit in die richtigen Anlagen investieren. Doch die gesamte Herangehensweise und die Wahl der richtigen Anlageform (Einzelaktien, Indexfonds, Hedgefonds, …) spielen ebenso eine entscheidende Rolle. Das Portfolio kann noch so spektakulär auf die letzten Nachkommastellen optimiert sein, letztendlich weiß niemand, wie es an der Börse in Zukunft weitergeht.

Altmeister Warren Buffett gibt einen entscheidenden Rat, der beherzigt werden sollte: Der Standardinvestor wird den Vergleichsindex nicht schlagen. Wie auch, wenn es nicht einmal die Manager schaffen, die dabei um ein Vielfaches professioneller vorgehen. Auch wenn viele bereits mit ETF an der Börse investiert sind, heißt es für Neuanleger wohl: Indexfonds sind weiterhin attraktiv und werden es wohl auch noch einige Zeit bleiben. Zurücklehnen und sich an den Gewinnen erfreuen ist der Plan. Kluges Investment bezieht nicht nur den Markt und seine Mechanismen, sondern auch den Menschen mit all seinen Fehlern mit ein.

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