Depot mit Short-ETFs absichern: Pros und Cons

Viele Anleger wünschen sich eine Absicherung für das eigene Depot. Schließlich hat nicht jeder ein stahlhartes Investor-Mindset und ist vor Emotionen sicher. Wer eine Krise am Aktienmarkt durchlebt hat, kennt die emotionalen Gefahren und Ängste. Eine Absicherung des Depots im Voraus scheint verlockend, um das Risiko zu begrenzen und Durchhaltevermögen zu stärken.

Da hört man immer wieder von den sogenannten Short-ETFs, mit denen sich das eigene Depot absichern lässt. Doch funktioniert dies wirklich? Ist die Depotabsicherung sinnvoll oder überwiegen die Nachteile?

So funktionieren Short-ETFs

Exchange Traded Funds eignen sich ideal, um passiv in bestimmte Märkte zu investieren. Bei einer klassischen Variante wird der zugrunde liegende Index präzise abgebildet. Beim Short-ETF sieht dies genau umgekehrt aus. Es handelt sich um eine sogenannte inverse Abbildung. Wenn der zugrunde liegende Index um 20 % steigt, fällt der Short-ETF um den gleichen Wert – oder umgekehrt.

Depotabsicherung mit Short-ETFs

Folglich wollen sich einige Anleger mit einem Short-ETF vor Crashs absichern. Wenn die Anzeichen für eine baldige Korrektur am Aktienmarkt überhandnehmen, könnte ein Short-ETF das Risiko nach unten begrenzen. Allerdings birgt dieses Vorgehen einige Probleme. Schließlich sind die meisten Börsencrashs kaum vorhersehbar. Folglich müssen Investoren eigentlich immer in einen Short-ETF investiert sein. Damit begrenzen sie die eigene Rendite jedoch nach oben. Die Performance ist gedeckelt – dank Investition in Short-ETFs.

Vorteile der Short-ETFs

Dennoch haben Short-ETFs ihre Berechtigung. Anleger können sich kurzfristig absichern oder auf fallende Kurse in einem bestimmten Markt spekulieren.

Sicheres Finanzprodukt

Short-ETFs gibt es bereits seit über 10 Jahren. Während Anleger früher spekulative Finanzinstrumente benötigten, um auf fallende Kurse zu setzen, gibt es mittlerweile die praxiserprobten Short-ETFs. Diese gehören zum Sondervermögen und sind selbst bei Insolvenz der depotführenden Bank geschützt.

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Einfache Funktionsweise

Die Funktionsweise ist simpel. Es ist keine besondere Erfahrung erforderlich, um das Konstrukt Short-ETF zu verstehen.

Risiko planbar

Zugleich ist das Risiko planbar. Bei Investments in Short-ETFs gibt es keinerlei Nachschuss-Pflicht. Zudem ist das Risiko eines Totalverlusts überschaubar. Anleger verpflichten sich ebenfalls nicht, die Aktien zu einem späteren Zeitpunkt zu höheren Kursen zu kaufen.

Nachteile der Short-ETFs

Dennoch gibt es auch einige Nachteile, die mit dem Investieren in Short-ETFs einhergehen. Zunächst handelt es sich um spekulative ETFs. Für einen langfristig steigenden Aktienmarkt gibt es gute Gründe. Kurz- und mittelfristige Abwärtsbewegungen sind jedoch selten vorhersehbar.

Pfandabhängigkeit

Bei Short-ETFs gibt es die sogenannte Pfadabhängigkeit. Die Berechnung erfolgt meist auf Tagesbasis, da Short-ETFs nicht für langfristige Investments gedacht sind. Mit steigender Investitionsdauer weicht die Entwicklung des Short-ETFs vom Index ab.

Zeitaufwand und Kosten

Um die Pfadabhängigkeit zu verringern, müssten Anleger die Short-ETFs regelmäßig manuell anpassen. Höhere Transaktionskosten und ein enormer Zeitaufwand wären die Folge.

Alternativen zur Absicherung des Depots

Short-ETFs sind das Eine, weitere Finanzinstrumente zur Depot-Absicherung das Andere. Mit Optionen, Futures oder Zertifikaten können Anleger ebenfalls das Risiko nach unten begrenzen. Unerfahrene Privatanleger sollten jedoch immer mit Vorsicht agieren. Oftmals lassen sich die finanziellen Folgen nur erahnen. Für die meisten Privatanleger ist wohl ein klassischer ETF die bessere Wahl und wird langfristig das eigene Vermögen erfolgreich mehren.

Langfristig steigender Aktienmarkt

Das beste Argument gegen einen langfristige Absicherung des eigenen Depots ist die langfristige Entwicklung des Aktienmarkts. Wer nicht regelmäßig Gewinne realisieren möchte, dem können kurzfristige Schwankungen herzlich egal sein. Es kommt darauf an, wo der Aktienmarkt in 20 oder 30 Jahren steht – und nicht in sechs Monaten oder drei Jahren.

Für einen langfristig steigenden Aktienmarkt gibt es gute Gründe, auch wenn es regelmäßig zu blutroten Korrekturen und nervenaufreibenden Börsencrashs kommen wird. Inflation, Bevölkerungswachstum, steigender Wohlstand auf der Welt, technologische Innovationen und niemals endende Bedürfnisse der Menschen sind nur wenige Gründe für neue Höchstkurse in der Zukunft. Demgegenüber wird es für Short-ETFs langfristig ebenfalls nur in eine Richtung gehen, obgleich kurzfristige Gewinne möglich sind.

Aussitzen statt Absichern!

Die Depotabsicherung scheint verlockend. Doch gibt es dafür wirklich einen guten Grund? Kurzfristige Spekulanten oder aktive Investoren können Short-ETFs nutzen, um in bestimmten Marktphasen die Performance des Depots zu verbessern. Für passive und langfristige Anleger sind Short-ETFs jedoch nicht das richtige Werkzeug. Schließlich kennt die langfristige Entwicklung der Aktienmärkte nur eine Richtung.

Regelmäßige Crashs bleiben beim Investieren an der Börse nicht aus. Schlaue langfristige Anleger sitzen den Börsencrash aus und kaufen mutig nach, während Sicherheitsfanatiker ihre Rendite nach oben mit einem Short-ETF deckeln. Aussitzen statt absichern heißt somit die Devise, wenn der Anlagehorizont langfristig ist!

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1 KOMMENTAR

  1. WENN schon so ein Artikel, dann bitte nicht zum 1mio‘sten mal oberflächliches Anfänger Blabla, das bereits zigfach jeder auf YouTube gesehen hat.
    Meine Zeit und meine Nerven danken. Hab vier leider keinen DISLIKE Knopf

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