Anzeige

Investieren in P2P Kredite: Worauf Anfänger achten sollten

Das Investieren in Privatkredite, auch bekannt als Anlageform P2P Kredite, hat in den letzten Jahren eine immer größer werdende Nachfrage seitens der Investoren erlebt. Als Finanzblogger, der seit Januar 2019 regelmäßig über diese immer noch relativ neue und alternative Form der Geldanlage berichtet, habe ich das nicht nur selbst hautnah miterlebt, sondern bin in gewissen Teilen auch selbst für diese Entwicklung mitverantwortlich.


Den Diskurs bei P2P Krediten weiter voranzutreiben ist für mich auch deshalb besonders interessant, weil es aus meiner Sicht klare Vorteile gegenüber klassischen und eher konservativen Formen der Geldanlage gibt, wenngleich auch die Risiken deutlich höher zu gewichten sind und differenziert betrachtet werden sollten.

Anzeige

Führender Marktplatz für Investitionen in Kredite

✔️ 12.51% aktueller durchschnittlicher Zinssatz
✔️ 341 536 Investoren
✔️ 5 689 344 199 Euro wurden investiert

Mehr Infos*

Worauf kommt es zum Beispiel an, wenn man sich mit einem Einstieg in die Welt der P2P Kredite beschäftigt? Aufbauend auf dieser Frage habe ich ein paar Aspekte aufgelistet, über die man sich als Privatanleger im Vorfeld Gedanken machen sollte.

Anlagehorizont und Liquidität

Die aus meiner Sicht wichtigste Frage lautet zu Beginn, wie lange man sein Geld in P2P Kredite investieren will und wie liquide man über sein eingesetztes Kapital verfügen möchte. Da Du auf manchen P2P Plattformen in Konsumkredite mit einer Laufzeit von fünf bis teilweise acht Jahren investieren kannst, dauert es naturgemäß ein bisschen länger, bis das Geld seinen Weg zurück zu Dir gefunden hat. Zahlungsverspätungen oder Kreditausfälle können den Zeitraum noch zusätzlich ausdehnen.

Zwar gibt es bei manchen Anbietern auch die Möglichkeit seine Kreditbeteiligungen über einen Zweitmarkt zu verkaufen, allerdings geht das in der Regel nur mit anfallenden Gebühren und einem Abschlag bei der Rendite einher. Überlege Dir daher im Vorfeld, für wie lange Du auf das eingesetzte Kapital verzichten kannst.


Die Alternative wäre bewusst nach P2P Plattformen mit kurzfristig laufenden Konsumkrediten zu schauen, den sogenannten Payday Loans, wo Dein Geld nur über wenige Wochen und Monate investiert wird. Das wohl vermeintlich liquideste Anlageprodukt im P2P Umfeld, mit einer tagtäglichen Verfügbarkeit, findest Du aktuell bei Bondora Go & Grow.

Qualität vs. Quantität

Breit gestreut, nie bereut? Oder doch eher Klasse statt Masse? Wer sich mit der Auswahl der für sich passenden P2P Plattformen beschäftigt, sollte auf einige (auch der hier vorgestellten) Kriterien achten. Aber über wie viele P2P Plattformen sollte man sein Investment am Ende diversifizieren? Was ist sinnvoll und was ist übertrieben?

Als erstes kommt es darauf an, wie viel Geld Du tatsächlich zur Verfügung hast und in P2P Kredite investieren willst. Bis zu 2.000 Euro reicht es meiner Ansicht nach aus, sich auf eine P2P Plattform zu beschränken. Bis 5.000 Euro können zwei Anbieter sinnvoll sein und vier bei bis zu 10.000 Euro. Verstehe das aber bitte nur als Richtwerte von meiner Seite. Das wichtigste ist dabei, dass Du je nach Plattform eine ausreichende Diversifikation auf Kreditebene sicherstellen kannst, um mögliche Kreditausfälle aufzufangen (siehe Punkt 3).

Anzeige

Führender Marktplatz für Investitionen in Kredite

✔️ 12.51% aktueller durchschnittlicher Zinssatz
✔️ 341 536 Investoren
✔️ 5 689 344 199 Euro wurden investiert

Mehr Infos*

Da es keinen P2P Fonds oder Index gibt, ist es ratsam mehrere P2P Plattformen für sein Investment zu berücksichtigen. Allerdings bin ich kein Freund davon auf Plattformebene maximale Diversifikation zu betreiben, sondern meine P2P Investments eher zu konzentrieren. Zum einen schafft man sich dadurch gewisse Klumpenrisiken, man erhöht den zeitlichen Aufwand, wodurch sich die reale Rendite schmälert (Zeit = Geld) und zudem steigt dadurch auch exponentiell die Wahrscheinlichkeit von einem Plattformausfall oder einem Scam betroffen zu sein.

Persönlich habe ich aktuell +35.000 Euro auf sechs unterschiedlichen P2P Plattformen investiert und bin bis jetzt von Ausfällen wie bei Envestio, Kuetzal oder Grupeer verschont geblieben.

Ausreichend Diversifikation pro P2P Plattform

Wie in Punkt 2 angedeutet, ist es wichtig pro P2P Plattform genügend Kapital zur Diversifikation auf Kreditebene zur Verfügung zu haben. Dadurch können mögliche Kreditausfälle aufgefangen werden. Besonders bei Immobilienplattformen oder Anbietern für Geschäftskredite, beträgt der Mindestanlagebetrag pro Asset häufig zwischen 50 und 100 Euro.


Im Idealfall sollte man für ein ausreichend diversifiziertes Kreditportfolio in mindestens 100 Assets investieren, was einem Diversifikationsgrad von 1 entspricht. Wenn Du dich also für eine P2P Plattform interessierst, überlege Dir im Vorfeld, ob Du mit Deinem Anlagebetrag eine ausreichende Diversifikation garantieren kannst.

Track Record

In den letzten Jahren sind viele P2P Plattformen aus dem Boden geschossen, sodass man schnell mal den Überblick verlieren kann. Besonders deshalb bietet es sich an, auch mal auf den Track Record und die Historie des Unternehmens zu schauen. Das garantiert langfristig zwar keine zukünftigen Erfolge, allerdings würde ich generell davon abraten bei Plattformen mit weniger als zwei Jahren Markterfahrung zu investieren. Erst recht nicht, wenn es auch keine zusammenhängende Hintergrundgeschichte gibt.

Auch wenn man es sich manchmal schwer vorstellen kann, einige Unternehmen sind teilweise schon seit über einem Jahrzehnt am Markt. Teilweise gibt es auch etablierte und nachhaltig profitable Mutterkonzerne der P2P Plattformen, die sich bereits über einen längeren Zeitraum mit der Kreditvergabe beschäftigen.

Regulierung

Da es europaweit noch keine einheitliche Gesetzgebung für die Online-Kreditvergabe zwischen Privatpersonen gibt, obliegt die Ausgestaltung den einzelnen Ländern. Während in Deutschland zum Beispiel einen Bankenlizenz für die P2P Kreditvergabe notwendig ist und man damit auch der Kontrolle der BaFin unterstellt ist, gibt es in Lettland hingegen noch keine staatliche Regulierung für dieses Geschäftsmodell.

Was den P2P Plattformen dadurch viel Spielraum bei der Ausgestaltung der Geschäftsprozesse ermöglicht, bedeutet aus Verbrauchersicht aber auch ein massives Risiko in punkto Sicherheit. Insofern sollte immer auch ein Blick darauf geworfen werden, ob es staatliche Institutionen und oder eine Gesetzgebung in dem jeweiligen Land der ansässigen P2P Plattform gibt, welche dem Unternehmen auf die Finger schaut und gewisse Spielregeln vorgibt.

Transparenz

Wie transparent ist die P2P Plattform in dem, was sie macht? Lassen sich auf der Webseite wirtschaftsgeprüfte Geschäftsberichte vorfinden? Kann man erfahren, wer die Personen im Management und die Gesellschafter hinter dem Unternehmen sind? Lassen sich eigene Analysen zur Qualität des Kreditportfolios erstellen? Erhält man den Zugang zu allen wichtigen Dokumenten wie Nutzungsvereinbarung, Anspruchsrechte, Verpfändungen oder Garantien?


Je häufiger die Frage mit Ja beantwortet werden kann, desto transparenter das Unternehmen und umso berechenbarer das Chancen-Risiko Verhältnis.

Die Umsetzung: Wie fange ich an?

Mit den oben genannten Impulsen hast Du hoffentlich einen ersten Eindruck davon bekommen, welche Kriterien bei der Auswahl einer P2P Plattform wichtig sind. Abschließend möchte ich Dir noch ein zwei konkrete Hilfestellungen für die Umsetzung mitgeben.

Erstens: Wie Du oben siehst, gibt es viele Kriterien bei der Auswahl einer P2P Plattform zu beachten. Um Dir die Übersicht ein wenig zu erleichtern, kannst Du dir auf meinem Blog den P2P Plattformen Vergleich ansehen. Dort findest Du eine von mir persönlich ausgewählte Vorauswahl von 15 P2P Plattformen, bei denen ich mit einer genaueren Betrachtung anfangen würde.

Zweitens: Besonders am Anfang lernst Du am meisten durch die Erfahrungen anderer Privatanleger. Schau daher gerne mal in der P2P Kredite Community auf Facebook rein, tausche Dich mit anderen Investoren aus und profitiere von der Schwarmintelligenz von +700 Mitgliedern.

Zum Autor: Denny Neidhardt ist ein 31 Jahre junger Finanzblogger und Buchautor aus Berlin, der seit Januar 2019 regelmäßig über die Geldanlage P2P Kredite schreibt und seine Erfahrungen mit anderen Privatanlegern teilt. Auf seinem Blog re:think P2P Kredite analysiert er dafür die Geschäftsmodelle einzelner P2P Plattformen, hinterfragt deren Entwicklungen und beobachtet übergeordnete Trends aus der Welt des Crowdfundings. Seinen Content findet man – teilweise exklusiv – auch auf seinem YouTube-Kanal.

 

Anzeige

Dein Start mit ETFs!

Anzeige

Jetzt zum ETF-Newsletter anmelden:

Anzeige

Vergleichsrechner

Auf der Suche nach einem günstigen Anbieter? Hier gibt’s die Testsieger!

Anzeige
Anzeige

Auch interessant

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

Anzeige

Depotvergleich