Buch-Zusammenfassung: „Das Risiko und sein Preis – Skin in the Game“

Wie kann sich ein Anleger sicher sein, dass sein Portfoliomanager für den Fonds und nicht für die eigene Tasche arbeitet? Oder wir als Steuerzahlende, dass Banken auf Kosten unserer Rettungspakete keine untragbaren Risiken eingehen? Das Zauberwort heißt „Skin In The Game“. Die Botschaft von Nassim Nicholas Taleb hat gerade auch für Anleger explosive Bedeutung. Wer sich einen Überblick verschaffen will oder überlegt bei diesem Bestseller zuzuschlagen, erhält in diesem Artikel die wichtigsten Erklärungen zu Talebs Philosophie.
Hier geht’s zum Buch: Skin in the Game*

Alles hat seinen Preis. Bezahlt wird er in Risiko.

Geht es nach dem ehemaligen Wall-Street-Trader und erfolgreichen Buchautor Taleb gibt es viele, die unser Vertrauen nicht verdienen: seien es Politiker, Unternehmensberater, Vertriebler und Theoretiker aller Art. Viele von ihnen haben laut Taleb oft buchstäblich leicht reden und nichts zu verlieren. Seine raue Sprache und derber Zynismus sind nichts für schwache Nerven. Doch wer sich auf den Querdenker einlässt, stößt auf einen erfrischenden Gegenentwurf zur modernen Gesellschaft. Für ihn verdienen Status durch hochkarätige Ausbildung oder langjährigste Erfahrung keinesfalls das letzte Wort auf Abruf.
Der Grund dafür ist so einfach wie ernst. Jede Entscheidung, egal wer dafür verantwortlich ist, hat seinen Preis. Und dieser Preis wird in Risiko zwischen Erfolg und Scheitern bezahlt. Wer also handelt, ohne dafür den gerechten Preis zu bezahlen, spielt letztlich auf Kosten anderer. „Moralisches Risiko“ nennen Wissenschaftler diese Versuchung. Das Resultat ist ein ungerechtes Chaos, in dem die Folgen schlechter Entscheidungen von den Falschen ausgebadet werden. Die Ereignisse geraten außer Kontrolle, ein Teufelskreis der Verantwortungslosigkeit öffnet sich.

„Sag mir einfach, was in deinem Portfolio ist!“

Obwohl Talebs Buch* allgemein auf die menschliche Psyche und die Auswirkungen auf unser alltägliches Leben abzielt, wird er auch in Sachen Investment konkret. Denn auch hier gilt: Vertraue nie der Darstellung eines anderen in Hochglanzprospekten oder von PR-Beratern geschliffenen Reden. Lass allein Taten sprechen! Bei Fonds zum Beispiel sollte man die wirkliche Strategie des Portfoliomanagers anhand der gehaltenen Wertpapiere und der Alpha-Entwicklung beurteilen, statt sich von Marketing-Tricks ablenken zu lassen. In diesem Licht erscheinen auch viele der hochbejubelten Fonds sehr grau und fade neben ETFs mit demselben Vergleichsindex.

Es ist eben doch so, wie wir es schon als kleine Kinder von Oma gehört haben: Gute Ratschläge verteilen ist das eine, selber auch danach zu handeln etwas anderes. Das bedeutet natürlich nicht, dass Ratschläge immer für die Katz seien. Doch Taten sind eben teurer – und deshalb auch glaubwürdiger – als Worte. Und das trifft auf den eigenen Vermögensverwalter erst recht zu.

Die Mutter lauter aller Fragen lautet: Wovon profitiert der andere wirklich?

Taleb kommt mit seiner Argumentation zur Mutter aller Fragen in jeder Verhandlung, und damit auch in jedem Anlagegeschäft: Welche Interessen verfolgt mein Dienstleister? Überzeugende Antworten liefert, was der Gegenpartei Gewinn verspricht und gegen welche Risiken sie sich absichert. Verdient dein Fondsmanager seine Brötchen durch eine üppige Gebühr, die ohne großes Risiko dem Einlagevermögen abgerechnet wird? Oder genügt er seinen eigenen Ansprüchen und beteiligt sich an der Überrendite seiner Strategie? Dann hätte er tatsächlich mehr zu verlieren als nur seine Provision.

Hier geht’s zum Buch: Skin in the Game*

Im Gegensatz dazu muss man schon stutzig werden, wenn gerade ein Fondsmanager für sein angebliches Talent die richtigen Aktien zu finden eine Rechnung ausstellt, die kaum oder gar nicht von seinem Erfolg abhängt. Dieses Grundproblem des fehlenden Vertrauens lässt sich im Vertrieb der Finanzprodukte selbstverständlich mit anderen Beispielen fortsetzen.

Mit Skin In The Game wird Risiko nicht Teil des Problems, sondern der Lösung

Dass Taleb seiner Zeit nicht nur voraus ist, sondern seine Ideen schon heute Gestalt annehmen, belegen auch viele Beispiele in der modernen Regulierung von Finanzmärkten. Statt Banken ihr Geschäft in allen Einzelheiten vorzuschreiben, ziehen es Regierungen heute vor, sie zum Aufbau eigener Reserven zu verpflichten. Die Krise hat vielen Anlegern schmerzhaft vor Augen geführt, welchen Schaden Manager verursachen, die mit turmhohen Krediten über Jahre ihr Geschäft ausbauen. Sobald das Geschäft aber in Schieflage gerät, schreien sie nach dem Geld des Staates.
Anderswo hat es Skin In The Game* sogar wortwörtlich ins Gesetz geschafft. Man nehme zum Beispiel die zusammengewürfelten Immobilienkredite, die noch kurz vor der Finanzkrise massenhaft als Anleihe gebündelt auf den Markt geworfen wurden. Damals stellten sie vor allem eine bequeme Möglichkeit dar, Risiken auf der eigenen Bilanz an andere abzuwälzen. Heute müssen Herausgeber solcher Produkte in der EU selbst einen Anteil von 10% an solchen Verbriefungen – eben Skin In The Game – halten.

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Letztlich ist es natürlich weder notwendig noch gewünscht mit Vorurteilen gegenüber bestimmten Berufskreisen durchs Leben zu gehen. Das alles Entscheidende bei Taleb und Ansatz zur Lösung dieses Ungleichgewichts ist radikale Transparenz: Habe ich glaubwürdige Informationen, um mir selbst ein Urteil über die wahren Interessen meines Gegenübers zu machen? Wenn nicht, liefert man sich solchen aus, die von ihren Kunden einen kostenlosen Vertrauensvorschuss erwarten. Wer Talebs Rat folgt, sollte dies dann doch zurecht – in dessen eigenen Worten – als „Bullshit“ entlarven.

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