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Crash am Aktienmarkt: 5 Tipps, um sein Geld 2022/2023 zu retten
Crash am Aktienmarkt: 5 Tipps, um sein Geld 2022/2023 zu retten
Daniel Robrecht

Daniel Robrecht

Profi Investor

Wer erst in den letzten Jahren den Gang an die Börse gewagt hat, dürfte mit einem herausfordernden Marktumfeld zu tun haben. Doch auch für erfahrene Investoren ist ein Bärenmarkt meist keine schöne Erfahrung, wenn das eigene Depot schnell ins Minus rutscht. Nichtsdestotrotz bietet jede Krise eben auch Chancen – Investoren sollten mit einem gefestigten Mindset agieren und auf Basis einer fundierten Strategie verfahren, um das Geld bestmöglich zu investieren bzw. zu retten.

Denn fallende Kurse am Aktienmarkt oder bei Kryptowährungen sind ein Problem. Darüber hinaus vernichtet die Inflation fortwährend den Geldwert. Denn bei Inflationsraten von mittlerweile 10 % – die jüngsten Erzeugerpreise indizieren durchaus noch höhere Inflationsraten – wird kontinuierlich Kaufkraft vernichtet. Nicht wenige Menschen müssen bereits auf ihre Ersparnisse zurückgreifen. Zugleich verliert das eigene Vermögen signifikant an Wert. Die makroökonomische Situation ist ebenfalls überaus herausfordernd. Inflationsraten, wie es sie seit der Euro-Einführung noch nicht gab, überfordern nicht nur Privatanleger, sondern sorgen auch unter Ökonomen für kontroverse Diskussionen.

Zwar ist es in einer Stagflation – die Kombination aus hoher Inflation und stagnierendem Wirtschaftswachstum – kaum möglich, das Allheilmittel zu finden. Dennoch wollen wir uns im folgenden Artikel auf fünf Tipps konzentrieren, um das Geld 2022/2023 zu retten und möglicherweise in ein paar Jahren positiv auf den Crash am Aktienmarkt zurückzublicken. Wie sollten Anleger aktuell im Bärenmarkt investieren?

1. Investieren in Tranchen: Buy-the-Dip funktioniert nicht immer

Wenn sich Investoren durch die temporär fallenden Kurse nicht verunsichern lassen, stellt sich die Frage, wie man die vorhandenen Positionen aufstocken oder neue Aktien kaufen kann. Eine Möglichkeit scheint die Buy-the-Dip-Strategie, bei welcher Investoren nach einer Korrektur einsteigen. Doch in einem Bärenmarkt fallen die Kurse oftmals weiter. Nach einer Korrektur von 70 % würde sich das Investment nochmal halbieren, wenn der Tiefpunkt erst bei 80 % markiert wird. Dann würde man bereits Buchverluste von 50 % im Depot haben.

Diesbezüglich könnte sich ein antizyklisches Investieren in Tranchen anbieten, bei welcher in regelmäßigen Abständen Aktien gekauft werden. Natürlich muss dem immer eine fundamentale Analyse der Unternehmen vorangehen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass es sich um das sprichwörtliche Fass ohne Boden handelt. Denn qualitative Aktien werden sich nach einem Bärenmarkt wieder erholen. Bereits jetzt angeschlagene Unternehmen werden jedoch in einem makroökonomisch herausfordernden Umfeld nicht zwangsläufig überleben.

2. Übergewichtungen nach Bärenmarktrallye wieder reduzieren

Immer wieder kommt es zu explosiven Kursanstiegen – das trifft nicht nur auf den Bullen-, sondern auch den Bärenmarkt zu. Obgleich die Kurse mittelfristig nach unten tendieren, gibt es regelmäßig eine sogenannte Bärenmarktrallye. Hier sind auch Kursgewinne von 40 % oder mehr in kurzer Zeit nichts Ungewöhnliches. Je nach Aktie stellt sich die Erholung denkbar unterschiedlich dar. Wenn eher risikoaffine Positionen dadurch eine Übergewichtung erhalten, kann man durchaus nach einer Bärenmarktrallye Gewinne realisieren, um das eigene Depot wieder diversifiziert aufzustellen. Denn die Grenze von 10 % pro Position sollte man auch (oder erst recht) im Crash am Aktienmarkt nicht überschreiten.

3. Growth- und Value-Aktien im Portfolio mischen – Fundamentalanalyse

In den vergangenen Jahren boomten die Growth-Aktien. Wachstumsstarke Unternehmen waren an der Börse gefragt. Die Outperformance von Growth zu Value ist evident. Doch im aktuellen Markt sind wieder defensive Unternehmen gefragt. Value-Titel dürften in den nächsten Wochen und Monaten die Wachstumswerte outperformen.

Dennoch sollten Anleger erneut nicht alles auf eine Karte setzen. Vielmehr bieten Value-Aktien die Chance auf eine kurzfristige Outperformance und verleihen dem Depot Stabilität. Demgegenüber fiel der Kursrückgang bei vielen Growth-Aktien überdurchschnittlich stark aus. Hier ergeben sich für langfristige Anleger erste Chancen, „stark verprügelte“ Aktien mit einem deutlichen Rabatt aufzusammeln.

Doch ganz gleich, ob Value oder Growth – die Fundamentalanalyse darf nicht fehlen. Wichtiger denn je sind bei hoher Inflation und Rezessionsangst die Preissetzungsmacht der Unternehmen und die Konjunkturanfälligkeit. Auch die Verschuldung sollte bei steigenden Zinsen berücksichtigt werden.

4. Das Investoren-Mindset: Buchverluste akzeptieren, langfristig orientieren

Wenn das gesamte Vermögen um ein Drittel oder mehr schrumpft, bekommen es Investoren schon einmal mit der Angst zu tun. Doch nichts wäre schlechter, als nun die gesamte Strategie über den Haufen zu werfen und sich vom Aktienmarkt abzuwenden. Vielmehr sollte man gerade jetzt das Investoren-Mindset trainieren und lernen, Buchverluste zu akzeptieren. Ein Blick in die langfristige Zukunft (oder Historie) mag helfen – denn mit historischer Evidenz dürfte auf den Bärenmarkt wieder ein längerer Bullenmarkt folgen, sodass Indizes auf neue All-Time-Highs klettern.

S&P 500

5. Nicht Investieren ist auch 2022/2023 keine Lösung

Bei einer aktuellen Inflationsrate von 10 % ist der Verlust an Kaufkraft signifikant. Steigende Zinsen können die Teuerungsrate lediglich partiell kompensieren. Die Realrendite bleibt hier aktuell deutlich negativ. Somit bleibt das Investieren des eigenen Kapitals auch weiterhin das Mittel der Wahl – in wirtschaftlich unsicheren Zeiten kann der Notgroschen natürlich ein wenig höher sein. Wenn es um das Investieren im Jahr 2022/2023 geht, existieren unzählige Empfehlungen.

Mit historischer Evidenz lässt sich jedoch einzig und allein feststellen, dass Aktien in der Vergangenheit die beste Performance boten. Dass das im nächsten Jahrzehnt anders sein wird, scheint mehr als fraglich.

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Daniel Robrecht

Daniel Robrecht

Profi Investor

Daniel Robrecht

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.
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