Europäische Anleger fliehen aus Schwellenland ETFs

Angetrieben von der Furcht vor dem Anschwellen einer neuen Coronawelle, um sich greifendem Interventionismus der chinesischen Regierung sowie dem starken Dollar haben europäische Anleger zuletzt massenhaft ihr Kapital aus mehreren Schwellenland- und Asien-ETFs abgezogen.

Am schlimmsten hat es dabei den UBS MSCI Emerging Markets UCITS ETF (ISIN: LU0480132876) getroffen. Der ETF erlaubt es Anlegern, in die Wertentwicklung von mehr als 1.300 Large- und Mid-Caps aus 27 Schwellenländern zu investieren. Allerdings scheinen zuletzt immer weniger Anleger den Wunsch zu verspüren, dies noch länger zu tun.

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Allein in der ersten Augustwoche belief sich der Kapitalabfluss für diesen EM ETF auf rund 182 Millionen Euro, wie aus den Daten von Ultumus hervorgeht. Das verbliebene Fondsvolumen beläuft sich damit aktuell auf ca. 1,65 Milliarden Euro.

Ebenfalls auffällig hohe Abflüsse konnten beim Amundi MSCI Emerging Markets UCITS ETF (ISIN: LU1681045370) beobachtet werden. Hier zogen Anleger innerhalb einer Woche immerhin noch 71,5 Millionen Euro ab.

Nachdem die Emerging Markets ETF im Frühjahr noch relativ stark hatten zulegen können, treten sie seit Mitte Februar größtenteils nur noch auf der Stelle. Im vergangenen Monat stand jeweils sogar ein leichter Verlust von 0,32 Prozent zu Buche. Der MSCI World befindet sich im Gegensatz dazu seit Jahresbeginn fast durchgehend im Aufwärtstrend und konnte auch wieder im Juli um gut 1,6 Prozent zulegen.

Auch mehrere ETFs mit Asienfokus scheinen zuletzt aus der Gunst der Anleger gefallen zu sein. So verzeichnete z. B. der iShares MSCI AC Far East ex-Japan UCITS ETF (ISIN: IE00B0M63730) in der ersten Augustwoche Abflüsse im Umfang von 114 Millionen Euro. Über die letzten sechs Monate hinweg ist der Kurs des ETFs um beinahe 10 Prozent gefallen.

Covid, China und der Dollar lassen Anleger umschichten

Einer der Hauptgründe für den stark angestiegenen Kapitalabfluss scheint die zunehmend unsicher werdende Lage in China zu sein. Chinesische Unternehmen machen rund ein Drittel der Positionen im MSCI Emerging Markets Index aus. Dementsprechend groß ist die bremsende Wirkung aufgrund der schlechten Performance vieler chinesischer Aktien in den vergangenen Monaten.

Grund für die teils erheblichen Wertverluste ist der strenger gewordene Kurs der chinesischen Regierung. Nachdem diese im vergangenen Herbst bereits gegen Alibaba vorgegangen war, sind in den folgenden Monaten auch immer mehr andere chinesische Konzerne in ihren Blick geraten.

Zu den jüngsten Opfern zählt unter anderem der Internet-Konzern Tencent. Nachdem den Staatsorganen nahestehende Zeitungen Kritik am Spielverhalten der chinesischen Jugend geübt hatte, stehen Befürchtungen im Raum, die chinesische Gaming-Industrie könnte in Zukunft sehr viel stärker reguliert werden. Tencent erzielt derzeit rund ein Drittel seines Umsatzes mit Onlinespielen. Seit Anfang Juli hat die Tencent-Aktie entsprechend bereits rund 16 Prozent an Wert verloren.

Erschwerend hinzu kommt, dass es in China mittlerweile wieder vermehrt zu Corona-Ausbrüchen kommt. Besonders die immer mehr um sich greifende Delta-Variante scheint mittlerweile in China Fuß gefasst zu haben. Die Regionen, in denen sich Delta aktuell ausbreitet, zeichnen für rund 38 Prozent des nationalen Bruttosozialproduktes verantwortlich. Als Reaktion darauf hat die chinesische Regierung umfassende Reisebeschränkungen erlassen.

Auch in den Ländern Südostasiens wie Vietnam oder Thailand breitet sich die Delta-Variante zunehmend aus. Aufgrund der geringen Impfquote steigen die Infektionszahlen dort besonders schnell an. Bereits jetzt mussten diverse Fabriken schließen, was die Wertschöpfungsketten in der Region zunehmend belastet.

Zu guter Letzt trägt auch der wieder erstarkende Dollar zu den sich verändernden Kapitalströmen bei. Angetrieben von dem sich zuletzt besser als erwartet entwickelnden US-Arbeitsmarkt, befindet sich der Dollar aktuell auf einem Fünfmonatshoch. Ein stärkerer Dollar lässt US-Staatsanleihen attraktiver werden, was zu Kapitalabflüssen aus anderen Märkten führt.

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Florian Schulze hat einen Abschluss in internationaler Politik und Wirtschaftspolitik und studiert derzeit Mathematik. ETFs, Aktien und Kryptowährungen sind seine Leidenschaft.

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