In die Emerging Markets investieren: Darauf sollten Anleger achten! 

Wer nur in den MSCI World investiert, macht einen großen Fehler. Zwar ist ein MSCI World ETF beileibe kein schlechtes Investment für die passive Geldanlage. Dennoch befinden sich dort nur die entwickelten Länder. Wer in die Emerging Markets investieren möchte, muss somit über den Tellerrand des beliebten Welt-Index hinausschauen.

Das Investieren in die Emerging Markets bietet Anlegern die Möglichkeit, das eigene Depot besser zu diversifizieren und zugleich vom Wachstum der Zukunft zu profitieren. Damit am Ende eine überdurchschnittliche Rendite steht, sollten Anleger auf einige Dinge achten, wenn sie Schwellenländer in das Depot aufnehmen.

Das sind die Emerging Markets

Für die Schwellenländer gibt es keine international einheitliche Definition. Vielmehr handelt es sich um die Schwelle von den Entwicklungsländern (Frontier Markets) zu den entwickelten Ländern (Developed Markets). In den Schwellenländern gibt es bereits eine intakte Infrastruktur. Dazu gehören beispielsweise die Energieversorgung oder die Bereitstellung von flächendeckendem Internet. Mit der vorhandenen Infrastruktur ist das Wachstum oft hoch. Innerhalb von einigen Jahrzehnten steigen die Schwellenländer dann zu entwickelten Ländern auf, in welchem der Lebensstandard noch höher ist. In Schwellenländern liegt das Jahreseinkommen pro Person meist zwischen 1.000 und 15.000 Euro pro Jahr – in den Industrieländern beträgt dieses ein Vielfaches.

Wichtige Schwellenländer

Das wichtigste Schwellenland für Investoren ist wohl China. Schließlich ist China auf einem guten Weg, die USA als größte Volkswirtschaft der Welt abzulösen. Über 1,4 Milliarden Menschen leben in China und wollen mehr Wohlstand. Das Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft ist deutlich stärker als in den westlichen Industrieländern. Auch im Corona-Jahr 2020 wuchs China unerwartet stark – sofern man den offiziellen Angaben Glauben schenkt.

Weitere Schwellenländer, auf die Anleger einen Blick werfen sollten, sind Indien, Indonesien oder die Philippinen. Doch auch Mexiko, Brasilien oder Südafrika gehören zu den Schwellenländern, die für Investoren interessant sein könnten. Allerdings sollten Investoren bei den Schwellenländern immer darauf achten, wie sich die Volkswirtschaft wirklich entwickelt. Während Mexiko und Südafrika aktuell eher stagnieren, sieht dies in Südostasien anders aus. Hier stehen die Zeichen der Zeit auf Wirtschaftswachstum.

Den Schwellenländern gehört die Zukunft

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Den Schwellenländern von Heute wird die Zukunft gehören. Denn diese haben die Möglichkeit, bestehende Systeme zu überdenken und sich vollständig neu zu entwickeln. In den Industrieländern sind Bürokratien oftmals ein Hindernis – zu viele Vorschriften und Regulierungen hemmen Innovation. Die heutigen Schwellenländer haben dabei einen großen Vorteil. Sie können dank der Globalisierung auf die Errungenschaften der Industrieländer zurückgreifen und darauf aufbauend mehr Wachstum generieren.

Die Lösung: Investieren in Schwellenländer mit Einzelaktien oder ETFs

Ohne Schwellenländer geht’s nicht, da diese das Wachstum der Zukunft versinnbildlichen. Folglich können Anleger direkt mit Aktien oder ETFs in die Schwellenländer investieren. Doch häufig ist es nur schwer möglich oder sehr teuer, an den Heimatbörsen die Aktien zu kaufen. Dann gibt es in den USA oder auch in Deutschland Fonds und ETFs, die die Wertentwicklung der jeweiligen Wirtschaft abbilden. Zudem stehen beispielsweise bei China-Aktien häufig ADRs an der US-amerikanischen Börse zur Verfügung.

Die Alternative: Mit westlichen Unternehmen von den Schwellenländern profitieren

Wer sich jedoch nicht Hals über Kopf in die Emerging Markets stürzen möchte, kann auch auf Umwegen vom zukünftigen Wachstum profitieren. Dabei setzt man auf Unternehmen, die einen beträchtlichen Teil ihrer Umsätze in den Schwellenländern generieren. Beispielsweise sind Chiphersteller wie Intel oder NVIDIA eine spannende Wahl, da über die Hälfte der Umsätze aus den Schwellenländern stammen. Dort wird die Hardware gefertigt, für welche die Chips benötigt werden. Doch auch der Konsumgüterkonzern Unilever ist stark in den Schwellenländern positioniert. Das Gleiche gilt für Luxusunternehmen wie LVMH, da der wachsende chinesische Wohlstand der zukünftige Wachstumstreiber schlechthin sein dürfte.

Diese Risiken gibt es in den Emerging Markets

Den großen Chancen in den Industrieländern stehen auch Risiken gegenüber. Zum einen sind die Finanzmärkte häufig weniger reguliert als dies an unseren westlichen Kapitalmärkten der Fall ist. Dies kann mitunter dazu führen, dass Geschäftsberichte falsch sind oder Bilanzen sogar vorsätzlich gefälscht werden. Zugleich sind die Investor Relations wenig repräsentativ. Manch ein Unternehmen in China hat keine richtige IR-Website, sodass man sich Informationen mühsam zusammensuchen muss. Politische, rechtliche und Währungs-Risiken sind weitere Gründe dafür, dass ein Depot nicht ausschließlich aus Schwellenländer-Aktien bestehen sollte.

Diversifizieren Ja, Ignorieren Nein!

Doch die Risiken der Schwellenländer-Aktien ermöglichen nur eine Schlussfolgerung. Man sollte die Investments in den Schwellenländern noch besser diversifizieren und zugleich nur auf die besten Unternehmen setzen. Wer die Schwellenländer bei der Geldanlage vollständig ignoriert, lässt bestehende Potenziale ungenutzt. Schließlich wird das Wachstum der Weltwirtschaft in Zukunft vor allem aus Asien, Südamerika oder auch Afrika stammen. Wer nur auf Europa und die USA setzt, könnte somit deutlich schlechter abschneiden.

3 spannende Emerging-Markets-Aktien und zwei ETFs

Wir haben bereits festgestellt – Schwellenländer sollten in keinem Depot fehlen. Im folgenden Abschnitt gibt es somit drei spannende Aktien aus den Emerging Markets und zwei ETFs, mit denen du vom Wachstum der Schwellenländer profitieren kannst.

Tencent (WKN: A1138D)

Tencent ist das wertvollste Unternehmen Chinas, das im Bereich Gaming, Social Media und Technologie-Investments tätig ist. Die chinesische Tech-Holding profitiert mit seinem starken Netzwerk von der Digitalisierung im Reich der Mitte. Das Wachstum ist rasant. Zudem ist Tencent in unzähligen Zukunftstrend aussichtsreich aufgestellt.

DBS Group (WKN: 880105)

Die DBS Group ist die größte Bank in Südostasien. Da es sich bei Singapur um ein Industrieland handelt, passt die DBS Group auf den ersten Blick nicht in diese Liste. Dennoch können Investoren vom Wachstum der Schwellenländer profitieren, da die innovative Bank vornehmlich nach Südostasien expandiert. Die DBS Group wird einen Teil des dortigen Wachstums vorfinanzieren. Mit dem digitalen Ansatz scheint die DBS Group gut aufgestellt, um im Kampf gegen die Fintechs zu bestehen.

Yandex (WKN: A1JGSL)

Yandex ist ein niederländisch-russisches Unternehmen, das zwar seinen Sitz in Amsterdam hat. Der operative Hauptsitz liegt jedoch in Russland. Dort ist Yandex auch hauptsächlich tätig und hat Bekanntheit durch die gleichnamige Internet-Suchmaschine erlangt. Mittlerweile ist Yandex jedoch ein vielseitiges Internet-Unternehmen, das Browser, Übersetzer, Cloud, AppStore oder E-Mail-Postfächer anbietet. Das Umsatzwachstum betrug in den letzten Jahren fast 30 % jährlich.

iShares MSCI EM Asia UCITS ETF (ISIN: IE00B5L8K969)

Der iShares MSCI EM Asia UCITS ETF bildet als physischer ETF lediglich die asiatischen Schwellenländer ab. Mit diesem ETF können Anleger diversifiziert am Wachstum von Asien partizipieren. Neben China, Indien und Indonesien kommen auch die Philippinen, Korea, Thailand oder Taiwan im ETF vor. Mit 0,2 % TER-Kosten sind die Kosten zudem überschaubar, um passiv in die Schwellenländer zu investieren.

Vanguard FTSE All Country World ETF (ISIN: IE00B3RBWM25)

Wer bei der Geldanlage nur auf einen ETF setzen möchte, sollte den Vanguard FTSE All Country World ETF nehmen. Schließlich ignoriert dieser im Gegensatz zum MSCI World nicht die Schwellenländer. Zwar machen diese nur einen Anteil von ungefähr 13 % im physischen und ausschüttenden ETF aus. Allerdings ist dies immerhin noch besser, als die Schwellenländer vollständig zu ignorieren.

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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