Warren Buffett und Berkshire Hathaway: Weniger Value Investing, mehr aktives Trading? 

Viele Anleger beobachten das Wirken erfolgreicher Fondsmanager und Star-Investoren mit Neugier. Dies gilt umso stärker für das Orakel von Omaha Warren Buffett. Dieser ist wohl einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten. Über 50 Jahre lang betrug die durchschnittliche Jahresperformance seines Portfolios rund 20 %. Allerdings ließ die Rendite in den letzten Jahren etwas nach. Dies ist insbesondere auf den Umstand zurückzuführen, dass Technologiewerte überdurchschnittlich abschnitten und in Warrens Depot unterdurchschnittlich vertreten sind.

Dennoch ist Warren Buffett für viele Anleger immer noch ein Held. Diese schauen voller Spannung auf die „latest trades“, die der Star-Investor mit Berkshire Hathaway regelmäßig veröffentlichen muss. Doch in den letzten Monaten nahm auch die Kritik am Berkshire-CEO zu. Insbesondere hatte dieser im Corona-Crash einen seiner wichtigsten Ratschläge nicht berücksichtigt: Kaufen, was das Zeug hält, wenn die Kurse fallen.

Die letzten Transaktionen

Im ersten Quartal 2021 hat Warren Buffett nicht allzu viel verändert. Die Turnoverrate lag lediglich bei einem Prozent. Nachdem Berkshire Hathway zuletzt deutlich den Anteil von Apple im Depot verkleinerte, gab es nun keine weiteren Verkäufe. Warren Buffett scheint vorerst mit der Reduzierung von Apple zufrieden zu sein.

Bei den Unternehmen Synchrony Financial und Suncor Energy veräußerte Berkshire Hathaway alle Anteile – diese waren jedoch sowieso nur sehr klein gewichtet. Zudem reduzierte er bei den Pharmakonzernen Merck & Co. sowie AbbVie seinen Bestand. Chevron und Wells Fargo wurden ebenfalls anteilig verkauft.

Auf der Käuferseite gab es insbesondere eine Ausweitung der Position von Verizon und The Kroger Co. Demgegenüber stieg er vollständig neu beim Versicherer Aon Plc ein, der jedoch mit rund 0,35 % überschaubar gewichtet ist.

Das Berkshire-Depot Ende Q1 2021

Zum Ende des ersten Quartals befanden sich 46 Aktien im Depot von Berkshire Hathaway. Die mit Abstand größte Position bleibt Apple mit einer Gewichtung von 40 % – trotz Reduzierung und unterdurchschnittlicher Kursentwicklung im Vergleich zu anderen Technologiewerten.

Im Anschluss folgt die Bank of America. American Express Co. befindet sich nun vor CocaCola auf dem dritten Platz. Die vier größten Positionen kommen auf einen Anteil von fast 70 %. Warren Buffett verfolgt somit weiterhin einen sehr konzentrierten Ansatz.

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Cash, soweit das Auge reicht

Auffällig ist, dass die Cash-Position von Berkshire Hathaway weiter ansteigt. Mittlerweile hält Warren Buffett rund 150 Milliarden Dollar in der Hinterhand. Immer wieder ließ er verlauten, dass dies zwar nicht zufriedenstellend ist, es aber an attraktiven Chancen am Aktienmarkt mangelt.

Langzeit-Investments Adieu?

Zuletzt hörte man immer wieder, dass Warren Buffett und Berkshire Hathaway zum kurzfristigen Handeln tendieren. Während frühere Investments – trotz langjähriger Flaute a la CocaCola oder Kraft Heinz – über viele Jahrzehnte im Depot blieben, korrigiert Berkshire Hathaway immer öfter seine Anlageentscheidungen.

Beispielsweise verkaufte Berkshire Hathaway nach der Corona-Pandemie seine Airline-Aktien, obgleich diese noch wenige Wochen zuvor aufgestockt wurden. Mittlerweile haben sich viele Aktien wieder deutlich erholt, Warren Buffett gab später zu, dass der Verkauf falsch war. Hier hat die Angst dominiert, obgleich Warren Buffett empfiehlt, in Korrekturen gierig zu sein. Zudem wurde im letzten Quartal bereits einige Pharmawerte wieder verkauft, die erst Ende 2020 ins Depot wanderten. Auch Öl- oder Gaskonzerne waren zuletzt nur wenige Monate im Portfolio von Berkshire Hathaway, bevor sie wieder hinausflogen.

Buffett und Munger rücken in den Hintergrund

Doch hat sich Warren Buffett wirklich im fortgeschrittenen Alter noch geändert? Oder gibt es einen anderen Grund? Warren Buffett und Charlie Munger sind beide jenseits der 90. Ihre Tage an der Spitze von Berkshire sind leider gezählt.

Der Nachfolger Greg Abel trifft mittlerweile viele Entscheidungen. Das Gleiche gilt für eigenständige Fondsmanager, die innerhalb des Berkshire Portfolios Milliardensummen betreuen. All diese Investmententscheidungen fließen in die Offenlegungen ein. Es ist also gut möglich und auch wahrscheinlich, dass eben nicht Charlie Munger und Warren Buffett für die zahlreichen Transaktionen verantwortlich sind.

Value Investing? Ja, aber …

Doch auch der Nachfolger Greg Abel und sein Team bekennen sich zum Value Investing bei Berkshire Hathaway. Nichtsdestotrotz dürfte der Ansatz aggressiver werden. Häufiger werdende Swing Trades werden wohl in Zukunft auch bei Berkshire Hathaway zur Tagesordnung gehören. Diese können ebenfalls auf Grundprinzipien des Value Investings basieren, um kurzfristig unterbewertete Aktien zu kaufen. In einer schnelllebigen Zeit mit rasanten Aktienmärkten kann dies auch von Vorteil sein. Die Zukunft wird zeigen, ob Greg Abel und Co. an die langfristige Rendite von Warren Buffett mit einem modern interpretierten Value Investing anknüpfen können.

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Nach meinem Rechtswissenschaften- und Management-Studium habe ich mich für eine Tätigkeit als Freelancer entschieden. Mein Fokus beim Texten liegt seit vielen Jahren auf den Themen Geldanlage, Kapitalmärkte und Business. Auch im Privatleben gibt es für mich keinen Tag ohne Börse, Aktien und Co.

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