Die häufigsten Gründe, weshalb Anleger an der Börse Geld verlieren

Viele Menschen betrachten ein Investment an der Börse als zu riskant. Ein gewisses Risiko kann niemals völlig ausgeschlossen werden. Allerdings ist die Wertpapieranlage mit der richtigen Anlagestrategie auch alles andere als reines Glücksspiel. Dennoch verlieren jedes Jahr viele Privatanleger erhebliche Summen an der Börse. Doch woran genau liegt das? Wie sich herausstellt, ist die Ursache vielfach nicht der Markt an sich, sondern eine Reihe von individuellen Fehlern.


Sich von Emotionen und Bauchgefühlen leiten lassen

Sich bei finanziellen Entscheidungen von den eigenen Emotionen leiten zu lassen, ist nie eine gute Idee. Es gibt zahlreiche Finanzratgeber und Abhandlungen, die sehr detailliert aufschlüsseln, weshalb Gefühle meistens zu Fehlentscheidungen und damit zu Verlusten führen.

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Finanzielle Entscheidungen sollten stets aus rein rationaler Sicht getroffen werden. Wer dies nicht tut, kann schnell in diverse psychologische Fallen tappen. Hierzu gehört beispielsweise die panische Verlustangst während einer Krise. Die rationale Herangehensweise wäre es, zu prüfen, inwiefern die Kursverluste mit schlechteren Fundamentalzahlen der dahinter stehenden Unternehmen korrelieren. Zudem spielt stets auch der eigene Anlagehorizont eine Rolle. Falls sowohl die Zahlen als auch die eigene Anlagestrategie ein weiteres Festhalten an den Wertpapieren nahe legen, wäre es unweise, sie aus Panik dennoch abzustoßen. Leider ist genau dies jedoch immer wieder bei vielen Privatanlegern der Fall.

Auch sogenannte Bauchgefühle, die einem zum Kauf eines bestimmten Papiers raten, sind alles andere als zuverlässig. Insofern sie auf langjähriger Erfahrung basieren, können einem Instinkte manchmal bei einer schwierigen Entscheidung weiterhelfen. Doch auch hier sollten stets harte Fakten die mehrheitliche Grundlage für einen Entschluss liefern.


Keine Ahnung von der zyklischen Entwicklung des Marktes

Die Wirtschaft entwickelt sich in den seltensten Fällen über Jahrzehnte hinweg gleichmäßig. Ausnahmen hiervon betreffen höchstens bestimmte Schwellenländer sowie einzelne nicht-zyklische Teilsegmente des Marktes. Im Großen und Ganzen durchläuft die Konjunktur jedoch regelmäßig Zyklen. Dadurch sind auch die Kurse an den Börsen immer wieder Schwankungen unterworfen.

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Leider ist dies ein Punkt, welcher von so manchen Anlegern durchweg ignoriert wird. Phasen des Booms, die mit einem Bullenmarkt einhergehen, entfachen bei vielen Kleinanlegern eine Euphorie, welche die Möglichkeit des Scheiterns weitestgehend ausblendet. Erfahrene Anleger wissen, dass auch der längste Boom irgendwann einmal ein Ende hat.

Es gibt diverse Möglichkeiten, mit den wechselnden Phasen des Konjunkturzyklus umzugehen. Bei entsprechend langfristigem Anlagehorizont können vorübergehende Abschwünge einfach ausgesessen werde. Eine breite Diversifizierung, welche auch defensivere Werte enthält, minimiert die Verluste. Es besteht auch die Möglichkeit, selbst zyklisch anzulegen. Wer jedoch bei jeder Krise aufs Neue kopflos agiert und stattdessen lieber den Kapitalismus verdammt, wird immer wieder mit vermeidbaren Verlusten rechnen müssen.


Auf das Gleiche setzen wie Profis, ohne zu verstehen, weshalb diese darauf setzen

Erfahrene Börsenexperten werden gerne für die eigenen Anlageentscheidungen herangezogen. Etwas auf das erfolgreiche Investoren und Fondsmanager setzen, verspricht schließlich eine hohe Rendite. Grundsätzlich ist auch nichts Falsches daran, sich bei der Wertpapieranlage von anderer Seite Inspiration einzuholen. Allerdings sollte man dabei auch nachvollziehen können, weswegen bestimmte Aktien gerade so beliebt sind und welche Strategie hinter den Anlageentscheidungen von Star-Investoren steckt.

Gerade Investoren, die häufig handeln, sind ein relativ problematisches Vorbild. Zum einen beruhen ihre Entscheidungen zum Teil auf Informationen und Analysen, die dem normalen Privatanleger so evtl. nicht zur Verfügung stehen. Zum anderen erfährt man stets nur zeitversetzt von ihren Investitionen. Dadurch läuft man dem Markt eher nur hinterher, was in den seltensten Fällen erfolgversprechend ist. Wer versucht, Anlageerfolg zu replizieren, ohne zu verstehen, auf welchen Prinzipien dieser Erfolg beruht, wird damit meistens Enttäuschungen einfahren.


Trends nachjagen

Stets dem neuesten Trend aufzusitzen, ist etwas, dass nicht nur von Privatanlegern praktiziert wird. An der Börse ist jeder stets auf der Suche nach den großen Trends von morgen. Wer diese zuerst ausfindig macht, hat anderen etwas voraus und kann von den späteren Kurssteigerungen am meisten profitieren. Ist ein Trend erst einmal im vollen Gange, springen auch viele andere Anleger und Investoren auf, da jeder Angst hat, sich eine große Chance entgehen zu lassen.

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Diese Entwicklung ist bereits für professionelle Anleger problematisch. Noch gefährlicher wird es jedoch für Privatanleger. Viele von diesen erfahren nämlich meist erst dann von einem solchen Trend, wenn er bereits an Fahrt aufgenommen hat. Das bedeutet, dass sie zwangsläufig bereits das Maximum an möglicher Rendite verpasst haben und im Gegenzug etwas näher gegen Ende des Trends aufgestiegen sind. Eine Börsenweisheit besagt, dass man spätestens dann abspringen sollte, wenn der Hype den Mainstream erreicht hat. Dies ist sicherlich übertrieben, beleuchtet jedoch die erhöhte Gefahr, der sich viele Kleinanleger blindlings aussetzen.

Noch gefährlicher wird dies jedoch, wenn man den Grund für den Trend an sich nicht wirklich versteht. An der Börse kann sich auch der größte Hype schnell als ein Sturm im Wasserglas entpuppen. Ohne eigene Recherche und fundiertes Wissen läuft man schnell Gefahr, einer falschen Fährte zu folgen.


Kein Risikomanagement

Auch an einer kapitalistischen Institution wie der Börse ist Profitmaximierung nicht alles. Risikomanagement macht es erforderlich, auch in Werte zu investieren, die deutliche niedrigere Renditen abwerfen als viele andere Optionen. Allerdings offenbaren solche Nachzügler erst dann ihren wahren Wert, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist.

Leider versäumen es immer wieder viele Privatanleger, ihr Portfolio ausreichend zu diversifizieren. Nur allzu gerne wird stattdessen alles auf eine Karte gesetzt. Hierbei spielen auch diverse andere weiter oben erwähnte Faktoren wie Emotionen (Gier) und Naivität (Trends) eine Rolle. Ursächlich hierfür ist dabei oftmals der Wunsch, innerhalb möglichst kurzer Zeit reich zu werden. An der Börse ist dies jedoch nur den wenigsten beschieden.


Ungeduld

Eben jene Sehnsucht nach dem schnellen Geld befeuert wiederum ein zu hohes Maß an Ungeduld. Viele Privatanleger neigen dazu, wesentlich öfter Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen, als dies für ihr Portfolio ratsam wäre. Dies ist jedoch gleich aus mehrfacher Hinsicht problematisch.

Zum einen werden abhängig vom eigenen Anbieter bei jeder Order aufs neue Gebühren fällig. Dadurch verringert sich jedoch die eigene Rendite, noch ehe die Kurse überhaupt Zeit hatten, sich in irgend eine Richtung zu entwickeln. Gleichzeitig steigt dadurch jedoch auch die Gefahr, eigene Verluste zu realisieren. Bleibt eine Aktie einmal hinter den eigenen Erwartungen zurück, wird sie schnell aussortiert. Ein geduldigerer Ansatz würde sich jedoch in vielen Fällen mehr auszahlen.

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Auch Produkte wie Indexfonds sind von dieser Entwicklung betroffen. Jack Bogle, der ursprüngliche Begründer der Indexfonds, hat die Neigung vieler Privatanleger, ETFs wie Aktien zu handeln, mehr als einmal kritisiert. Gerade Fonds auf große Indizes sollten über einen langen Zeitraum hinweg gehalten und nicht ständig ausgetauscht werden.

Lassen sich diese Fehler abstellen?

Die gute Nachricht ist, dass es leicht möglich ist, viele der hier genannten Verhaltensweisen abzustellen. Man muss kein Börsenexperte sein, um den Wert einer langfristigen Strategie zu schätzen und Emotionen bei der eigenen Anlageentscheidung außen vor zu lassen.

Andere Dinge wie die richtige Einschätzung von Börsentrends sind gleichfalls etwas schwerer. Um langfristig Verluste zu vermeiden und eine ansprechende Rendite einfahren zu können, ist es jedoch nicht notwendig, ein herausragender Anleger ohne Schwächen zu sein. Im Durchschnitt entwickelt sich der Markt immer positiv. Es reicht also vollkommen aus, ein durchschnittlicher Anleger zu sein.

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1 KOMMENTAR

  1. Finde die Analysen sehr richtig. Breite Streuung und viiiiel Geduld auch schon beim Einstieg in ein Investment sind sehr wichtig. In hoch gelobte New Comer gehe ich immer erst einmal mit kleinsten Beträgen rein und beobachte den Wert. Außerdem lese ich über die Firma was ich bekomme. Wenn mir inzwischen der Kurs nach oben ausreißt, suche ich lieber eine andere Anlage als hinterher zu laufen.

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