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ETFs: Darum sollte man nie die Top-Performer kaufen

Jeder Anleger träumt davon, ein Portfolio zu besitzen, das randvoll mit den am besten performenden Wertpapieren gefüllt ist. Wer jedoch auf der Suche nach den besten Anlagen ist, sollte nicht einfach das Kaufen, was gerade allen anderen Titeln an der Börse davoneilt. Der aktuelle Börsenkurs erzählt nämlich manchmal nur die halbe Geschichte.


Warum ein Portfolio voller Top-Performer manchmal schlaflose Nächte bereitet

Große Indizes wie der MSCI World oder der S&P 500 sind von Natur aus sehr breit aufgestellt. Sie beinhalten viele verschiedene Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen. Diese Diversifikation bietet den Vorteil, dass die schlechte Performance einzelner Unternehmen und Sektoren sehr leicht aufgefangen werden kann. Gleichfalls bedeutet dies jedoch auch, dass diese Indizes nur die durchschnittliche Performance des Marktes abbilden.

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Es kommt immer wieder vor, dass sich einzelne ETFs plötzlich ganz besonders hervortun. Ihre Kurse scheinen innerhalb kurzer Zeit gerade zu explodieren. Andere wiederum performen über einen längeren Zeitraum hinweg überdurchschnittlich gut. Beide Varianten haben eine Gemeinsamkeit: Sie performen besser als der durchschnittliche Markt.

Um dies zu schaffen, haben sie jedoch einen der größten Vorteile der großen Indizes aufgegeben. Sie konzentrieren sich für gewöhnlich nur auf einen ganz spezifischen Sektor oder ein bestimmtes Thema. Ihr Fokus ist sehr eng. Genau dies erlaubt es ihnen, eine Zeit lang so viel besser als der Markt als Ganzes zu performen. Steigt das Anlegerinteresse an einem bestimmten Sektor, aus welchen Gründen auch immer, stark an, profitieren all jene ETFs, welche sich genau auf diesen konzentrieren.

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Hierbei besteht allerdings die Gefahr, dass diese Entwicklung nicht von Dauer ist. Wer lauter Gewinner-ETFs im Portfolio hat, muss sich daher ständig sorgen machen, wann die Rallye zu Ende geht. Vor allem thematisch sehr eng gefasste ETFs profitieren meist von Trends. Neigt sich ein solcher Trend dem Ende entgegen, droht der entsprechende ETF abzustürzen. Ohne die breite Streuung eines MSCI World oder S&P 500 verfügen diese Indexfonds über nichts, was einen solchen Absturz abfangen könnte.

Nischenprodukte erfodern das richtige Timing

Wer von solchen stark performenden Nischenprodukten dauerhaft profitieren möchte, braucht daher vielfach ein gutes Timing. Als Beispiel hierfür lässt sich die derzeitige Corona-Krise anführen. Seit dem Beginn der Krise haben sich viele Verlierer aber auch einige Gewinner herauskristallisiert. Allerdings hätte diese Entwicklung zu Beginn des Jahres niemand so vorhersehen können.


Wer hätte schon ernsthaft damit gerechnet, dass ausgerechnet einige Hersteller von Medizintechnik, Desinfektionsmitteln sowie diverse Biotechs zeitweise zu den heißesten Aktien gehören würden? Durch eben diese Nachfrage steigen auch die Kurse entsprechender Nischen-ETFs stark an. Viele Anbieter sahen darin Potenzial und haben mittlerweile weitere Medizin- und Biotech-ETFs auf den Markt gebracht.

Ein noch extremeres Beispiel hierfür ist der Lyxor S&P 500 VIX Futures Enhanced Roll ETF (ISIN: LU0832435464). Dieser ETF steigt im Kurs, wenn die Volatilität im Markt besonders hoch ist. Im Februar und März gab es keinen ETF, der auch nur annähernd so gut performte wie der VIX. Allerdings handelt es sich hierbei um ein hochspekulatives Produkt, dass nur dann Rendite abwirft, wenn Anleger es schaffen, den Markt richtig zu timen.
Genau hier liegt letztlich eines der entscheidenden Probleme vieler Top-Performer. Weil ihre starke Performance sehr situativ ist, erfordern sie oft eine tiefer gehende Kenntnis des Marktes. Wer nicht weiß, wann der richtige Zeitpunkt zum Ein- oder Ausstieg gekommen ist, riskiert, auf einen Zug aufzuspringen, welcher den Bergkamm schon beinahe überschritten hat.

Volatilität ist ein zweischneidiges Schwert

Allerdings gibt es noch einen weiteren Grund, weshalb viele Top-Performer auf lange Sicht gesehen weniger rentabel sein könnten, als es zuerst den Anschein hat. Tatsächlich ist es durchaus nicht unwahrscheinlich, dass viele dieser ETFs auf lange Sicht gesehen hinter gemäßigter steigenden ETFs zurückbleiben. Die Ursache für diese langfristig schwächere Performance ist genau das, weswegen sie kurzfristig so gut performen. Wie sich herausstellt, ist Volatilität oftmals ein zweischneidiges Schwert.

Die Ansicht, volatilere Wertpapiere mit einem höheren Risiko würden höhere Rendite abwerfen als weniger volatile Titel mit geringerem Risiko, ist eine Verallgemeinerung, welche vor allem auf lange Sicht gesehen keineswegs zutreffend ist. Kurzfristig performen Wertpapiere mit einer hohen Volatilität durchaus besser als ihre weniger volatilen Gegenstücke. Je länger jedoch der Beobachtungszeitraum ist, desto schlechter schneiden die vermeintlichen Überflieger ab.

Eine Geschichte zweier ETFs

Weshalb dies so ist, lässt sich leicht anhand eines kleinen Rechenbeispiels demonstrieren. Angenommen es gibt zwei Indexfonds, welche beide 100 Euro wert sind. Einer der beiden ist besonders volatil (ETF Alpha), während der andere nur eine geringe Volatilität aufweist (ETF Beta). Nun kommt es plötzlich zu einem Abschwung und die Märkte stürzen ab. Der volatile ETF Alpha verliert hierdurch ganze 50 Prozent an Wert, woraufhin sich sein Kurs nur noch bei 50 Euro befindet. Da der ETF Beta eine geringere Volatilität aufweist, verliert sein Kurs lediglich 25 Prozent, wodurch ein Anteil nun noch 75 Euro kostet.


Nach einiger Zeit kommt es zu einem neuen Aufschwung. Der ETF Alpha profitiert hiervon besonders stark. Sein Kurs steigt um ganze 120 Prozent und jeder Anleger wünscht sich nun, er hätte diesen Indexfonds gekauft, als der Kurs noch im Keller war. Durch seinen Kursanstieg ist der ETF Alpha nun 110 Euro wert, womit er seinen vorherigen Kurs übertroffen hat. Auch der Kurs des weniger volatilen ETF Beta steigt im Wert, allerdings nur um 60 Prozent. Sein neuer Wert beläuft sich damit auf 120 Euro.

Obwohl der Kurs des weniger volatilen ETF Beta nach dem Crash nur halb so stark gestiegen ist wie der Kurs des volatileren ETF Alpha, ist Beta hinterher dennoch mehr Wert. Der Grund hierfür liegt in der Höhe des ursprünglichen Verlustes beider ETFs. Wein ein Wertpapier doppelt so viel an Wert verliert wie ein anderes, reicht es im Anschluss nicht, wenn es auch wieder doppelt so stark im Wert steigt. Kursverluste wirken sich überproportional stark aus. Wertpapiere müssen nach einem hohen Verlust viel stärker performen, um ihren Verlust überhaupt wieder auszugleichen.

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Da dieser Mechanismus bei jedem Crash aufs Neue greift, fallen volatilere Wertpapiere langfristig gesehen teils deutlich hinter weniger volatile Papiere zurück. Die Fabel von der Schildkröte und dem Hasen kommt hierbei unweigerlich in den Sinn.

Sind Top-Performer also wirklich eine schlechte Wahl?

Selbstverständlich bedeutet dies nicht, dass Anleger sich nun vor besonders stark performenden ETFs hüten sollten. Wie so oft im Leben, muss man auch hierbei differenzieren. Der Nasdaq 100 sowie ETFs, welche sich mit digitalen Zukunftsthemen wie Cloud, KI oder Blockchain beschäftigen, performen seit Monaten überdurchschnittlich stark. Auch viele Gold-ETFs sind bereits seit Längerem weit vorne mit dabei. Zwar profitieren sie alle von aktuellen Entwicklungen. Das heißt jedoch keineswegs, dass es sich hierbei nicht um sehr gute Investmentmöglichkeiten handelt.

Was man aus diesem Artikel jedoch mitnehmen sollte, ist, dass man als Anleger niemals nur deswegen in etwas investieren sollte, weil es gerade ganz oben in der Performance-Liste steht. Kluge Anleger schauen sich stets die Faktoren und Entwicklungen an, auf denen eine starke Performance fußt. Zudem berücksichtigen Sie ihre eigene Anlagestrategie und ihr Risikomanagement. Wenn die zugrunde liegenden Daten auf eine nachhaltige Entwicklung hindeuten und der ETF zur eigenen Anlagestrategie passt, spricht wenig dagegen, sich ihn ins eigene Portfolio zu holen.

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