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Neue Rekordmarke: ETFs und ETPs überschreiten zusammen 7 Billionen US-Dollar

ETFs erfreuen sich derzeit einer stetig wachsenden Beliebtheit. Jüngste Zahlen offenbaren, dass das Wachstum der Branche in den vergangenen Monaten nochmals kräftig angezogen hat. Doch nicht alle ETFs profitieren hiervon gleichermaßen.


ETFs und ETPs durchbrechen die nächste Marke

Laut dem ETF-Forschungs- und Beratungsunternehmen ETFGI waren Ende August erstmals mehr als sieben Billionen US-Dollar weltweit in ETFs und ETPs angelegt. Mit rund 6,8 Billionen Dollar entfällt dabei der Großteil der Summe auf ETFs. Allein im August belief sich demnach der Kapitalzufluss auf 55,18 Milliarden Dollar. Dies stellt einen Zuwachs von 5,1 Prozent im Vergleich zum Juli dar.

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Über die vergangenen zwölf Monate hinweg flossen weltweit insgesamt 428,25 Milliarden Dollar in ETFs und ETPs. In den zwölf Monaten davor belief sich der Kapitalzufluss noch auf 272,62 Milliarden Dollar. Damit hat sich das Wachstum der Branche um rund 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beschleunigt.

Aktien-ETFs auf der Überholspur

Der August stellt den 15. Monat infolge dar, in welchem nunmehr ein positives Wachstum beim Investitionsvolumen in ETFs und ETPs beobachtet werden konnte. Auffällig ist, dass zuletzt besonders Aktien-ETFs ein hohes Wachstum verzeichnen konnten. In den vergangenen zwölf Monaten belief sich der Kapitalzufluss in diese Anlageklasse auf ca. 130 Milliarden Dollar. Dies stellt ein Wachstum von mehr als 55 Prozent im Vergleich zum vorherigen Zwölfmonatszeitraum dar, in welchem der Kapitalzufluss nur bei rund 85 Milliarden Dollar lag.

Ein noch stärkeres Wachstum lässt sich derweil bei aktiven ETFs/ETPs beobachten. Dort erhöhte sich der Kapitalzufluss um rund 75 Prozent auf 43 Milliarden Dollar. Festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen-ETFs wuchsen zwar mit rund 160 Milliarden Dollar nach wie vor am schnellsten. Jedoch nahm das Wachstum selbst nur mit 8,5 Prozent zu. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, dürften Aktien-ETFs bald zu den am schnellsten wachsenden Indexfonds werden.

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Branche wächst trotz Krise

Diese Zahlen verdeutlichen, dass die ETF-Branche als Ganzes nach wie vor ein erheblicher Wachstumsmarkt ist. Das zuletzt anziehende Wachstum zeigt dabei auch, dass eine zunehmende Zahl an Anlegern gerade in Krisenzeiten die Vorteile von ETFs zu schätzen weiß. Durch ihre breite Aufstellung verringern sie in Phasen erhöhter Volatilität das Verlustrisiko.

Großen Indizes wie dem MSCI World, dem S&P 500 oder dem Nasdaq-100 gelang es bereits unmittelbar nach dem Crash, wieder stark im Kurs zuzulegen. Während der Nasdaq in den vergangenen Monaten allen anderen Indizes regelrecht einteilte, konnten auch der MSCI World und der S&P 500 zuletzt jeweils eine neue Rekordmarke aufstellen.

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Dementsprechend gehen Analysten davon aus, dass einer der Hauptgründe für den großen Zuwachs das Bedürfnis vieler Anleger ist, ihr Geld in vermeintlich sichere Wertpapiere anzulegen. Diese These wird zusätzlich untermauert, wenn man berücksichtigt, in welche Fonds der größte Teil des zusätzlichen Kapitals geflossen ist.


Besonders die Spitzen ETFs profitieren

Hierbei zeigt sich, dass die 20 größten ETFs bereits rund 46 Prozent des gesamten Kapitalzuflusses auf sich vereinen konnten. Den zweitgrößten Zuwachs verzeichnete dabei der Invesco QQQ, seines Zeichens der derzeit fünftgrößte ETF weltweit. Innerhalb eines Jahres wuchs das Fondsvolumen um rund 14,6 Milliarden Dollar an. Dem QQQ dicht auf den Fersen ist der Vanguard Total Stock Market ETF. Der aktuell drittgrößte ETF der Welt verzeichnete einen Kapitalzufluss von knapp 14,2 Milliarden Dollar.

Die beiden US-Fonds mussten sich beim Wachstum jedoch dem japanischen TOPIX Exchange Traded Funds geschlagen geben. Dieser legte umgerechnet um rund 19,2 Milliarden Dollar zu und kommt damit auf ein Fondsvolumen von umgerechnet ca. 117,7 Milliarden Dollar.

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Der am stärksten wachsende ETF im August war indessen der iShares Core MSCI EAFE ETF. Dieser beinhaltet Large-, Mid- und Small Caps aus den im MSCI World gelisteten Ländern mit Ausnahme der USA und Kanada. Allein im August legte der ETF um rund 2,2 Milliarden Dollar zu.

Bei den ETPs lagen hingegen wenig überraschend Produkte mit einem Fokus auf Gold ganz vorne. Vier der fünf am stärksten wachsenden ETPs bezogen sich auf das derzeit begehrte Edelmetall. Das mit Abstand größte Wachstum verzeichnete dabei der SPDR Gold Shares – Acc ETP mit einem Zufluss von rund 20 Milliarden Dollar.


Zahl der ETFs wächst weiter rasant

Zwar gehören vor allem die etablierten ETFs zu den großen Gewinnern der aktuellen Situation. Doch auch bestimmte kleinere Indexfonds erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit. Ein Grund hierfür ist das steigende Interesses von Anlegern an sogenannten Branchen- und Themen-ETFs. Diese erlauben es Anlegern, mit einem einzigen Anlageprodukt breit gestreut, aber dennoch fokussiert in einen bestimmten Sektor zu investieren. Manche Themen-ETFs verbinden auch eine Vielzahl unterschiedlicher Unternehmen aus verschiedenen Sektoren miteinander, um einen spezifischen Zukunftstrend abzudecken.

Noch vor zehn Jahren belief sich die Zahl der existierenden ETFs auf rund 2.500. Im vergangenen Jahr wurden laut Statista weltweit knapp 7.000 ETFs gelistet. ETFGI gibt an, dass sich die Zahl der ETFs derzeit auf rund 7.200 beläuft. Dem stehen rund 1.000 ETPs gegenüber. Damit wurden in diesem Jahr bisher so wenige neue ETFs aufgelegt wie zuletzt 2013. Dem stehen 188 (Stand: Ende August) in diesem Jahr geschlossene ETFs gegenüber.

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Zusammen mit den weiter stark wachsenden Kapitalzuflüssen ergibt sich daraus das Bild einer Branche, in welcher die etablierten Player im stärkeren Maße von ihrer Marktmacht profitieren können. Besonders bei lange bestehenden Indizes macht es wenig Sinn, einen neuen ETF aufzulegen, da die bereits bestehenden Produkte einen erheblichen Vorsprung in Sachen Fondsvolumen aufweisen. Daher weichen neue Anbieter bevorzugt auf riskantere Nischenprodukte aus, die sich jedoch unter Umständen nicht lange halten können.

Hinzu kommt, dass gerade in der jetzigen Situation ein Großteil der Anleger lieber auf Bewährtes setzt, als sich auf neue ETFs einzulassen. Inwiefern sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzen wird, lässt sich daraus jedoch aktuell nicht ableiten. Es ist gut möglich, dass die Zahl der neuen ETFs wieder steigt, sobald die Krise überwunden ist und sich im Zuge der anziehenden Konjunktur wieder mehr Risikofreude breitmacht.

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